Moderne Didaktik - Die Lehre des Lehrens

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Dieses Buch steht im Regal Pädagogik.

Zusammenfassung des Projekts[Bearbeiten]

  • Zielgruppe: Alle Menschen, die anderen Menschen, egal in welcher Weise, Wissen vermitteln möchten.
  • Lernziele: Vermittlung der Grundlegenden Kentnisse über allgemeine Didaktik, wie sie überall angewendet werden kann.
  • Richtlinien für Co-Autoren: Ich (der dieses Buch in die Welt gesetzt hat), habe damit begonnen, den Leser zu duzen. Bitte dies fortführen.
  • Projektumfang und Abgrenzung zu anderen Wikibooks: Dieses Buch soll sich ausschließlich mit der allgemeinen Didaktik beschäftigen. Fachspezifische Didaktik gehört in ihre eigenen Artikel/Bücher.
  • Aufbau des Buches:


Vorwort[Bearbeiten]

Didaktik. Was für ein tolles Wort. Man kann sich darunter alles Mögliche vorstellen - es könnte eine neue Art der Mathematik sein. Vielleicht aber auch eine seltene, exotische Krankheit. Ist es gefährlich? Beißt es gar? Möglicherweise kann man Didaktik aber auch essen!

Wenn Du dich in den letzten Fragen wieder gefunden hast, und wirklich keine Ahnung hast, was 'Didaktik' ist, dann solltest Du nun dieses Buch lesen. Denn Didaktik ist ein täglicher Bestandteil unseres Lebens. Naja, zumindest sollte sie das sein. Das ist sie leider nicht, und genau dies zu ändern, ist Ziel dieses Wikibooks.

Zurück zum Thema: Was ist denn nun diese tolle Didaktik? Die Überschrift dieses Wikibooks gibt schon einen Hinweis darauf: Das ist die Lehre des Lehrens. Klar? ... Gut, dann sieh dir mal dieses Beispiel an:

Ein fiktiver Lehrer hat unzählige Doktortitel. Er hat ein hervorragendes Fachwissen, in allen Fächern, die er unterrichtet, und sein Wissen gleicht dem eines Computers. Trotz dieser perfekten Kompetenz sitzen seine Schüler in seinem Unterricht nur stoisch vor ihren Tischen, und verstehen absolut nur 'Bahnhof'. Sie verstehen nichts und schnappen auch nichts von dem Stoff auf, den ihr Lehrer versucht, ihnen zu vermitteln.

Vielleicht kennst Du ja dieses Gefühl. Die Frage, die Du dir nun vielleicht stellst, oder vielleicht auch nicht stellst, ist: Warum bleibt bei den Schülern nichts von dem unterrichteten Wissen zwischen ihren Ohren hängen, so als ob es alles beim linken Ohr rein, beim rechten wieder raus ginge? Ziemlich einfach: Die Kommunikation zwischen dem Lehrer und seinen Schülern stimmt an allen Enden nicht. Es gelingt dem Lehrer nicht, sein Wissen den Schülern zu vermitteln. Genau an diesem Punkt schreitet nun die Didaktik ein, und sagt: 'Das darf nicht sein!'. Sie versucht, Wege zu finden, wie ein Mensch sein Wissen auf anderen Menschen gut übertragen kann, wie er das Wissen "in Anführungszeichen "kopieren"" kann. Sie gibt Richtlinien vor, wie ein Vortrag, der darauf ausgelegt ist, etwas zu lehren, auszusehen hat, damit das Publikum auch wirklich etwas von dem vermittelten Wissen mitnimmt. Schließlich sollte dies das Ziel eines jeden Vortrages sein.

Im Idealfall hast Du nun verstanden, was Didaktik ist. Wenn dem nicht so ist, ist das nicht weiter tragisch, im weiteren Verlauf dieses Buches wird es dir völlig klar werden, versprochen ;)

Dieses Buch richtet sich an alle, die jemals in einem Vortrag Wissen weitergeben müssen - sei es nun als Lehrer, als Professor, als einfacher Schüler, der ein Referat hält und somit auch in gewisser Weise "Unterricht" hält, oder auch in der Arbeitswelt, wenn man das selbst in Fortbildungen gesammelte Wissen an seine Kollegen weitergeben muss. Egal was. Fast jeder kommt irgendwann in die Verlegenheit, Wissen vermitteln zu müssen. Genau dann wird dir die Didaktik nützlich, sie hilft dir, dein Ziel zu erreichen, nämlich das Ziel, erfolgreich Wissen an andere Menschen weiter zu geben.

Übrigens: Auch dieses Wikibook ist ein didaktisches Meisterwerk. Wenn Du diese Tatsache immer im Hinterkopf behältst, und immer wieder mal darauf achtest, wie dieses Buch selbst versucht, dir die Wissenschaft der Didaktik näher zu bringen, bist Du schon ein gutes Stück weiter, Didaktik wirklich zu verstehen.

Eine Sache muss von vornherein klargestellt werden: Dieses Buch bietet keine schlüsselfertigen Didaktik-Techniken für einzelne Wissenschaften. Das ist auch nicht der Sinn der Sache. Wenn Du auf der Suche nach soetwas bist, dann befrage Wiki zu der einzelnen Thematik, z.B. Deutsch-Didaktik. Vielmehr ist es (unter Anderem) Ziel dieses Wikibooks, dir die Kentnisse, Fertigkeiten und Denkstrukturen zu vermitteln, um selbst solche Didaktik-Techniken zu entwickeln, sowie die allgemeine Didaktik wie sie überall angewendet werden kann.

Grundgedanken für die Didaktik[Bearbeiten]

Hier ein "Brainstorming" aller Gedanken, die für die allgemeine Didaktik von Bedeutung sind oder sein können. Lies sie dir einfach mal durch, ohne dich großartig mit den Details zu beschäftigen, die du vielleicht noch nicht verstehst.


  • "Du musst irgendwie die Aufmerksamkeit deiner Zuhörer auf dich lenken und dafür sorgen, dass diese nicht mehr so schnell abschweifen. Hier ein Zitat des US-amerikanischen Komikers Bob Hope: 'Wer ein amerikanisches Publikum für sich gewinnen will, auch als Politiker, muß es vor allem zum Lachen bringen.'. Nun mache dir selbst etwas Gedanken zu dieser Aussage."


  • "Du sprichst in der Regel zu Laien. Diese zeichnen sich vor allem dadurch aus, dass sie keine Ahnung haben. Vollkommen planfrei, keine Kenntnis von Tuten und Blasen. Dessen musst Du dir voll bewusst werden, und zwar bevor Du irgendeine Arbeit für deinen Vortrag beginnst. Konkret heißt das: Fachbegriffe nur dann benutzen, wenn Du diese auch ausführlich erklärst bzw. erklären kannst. Ein guter Denkansatz ist auch der: Versuche dir vorzustellen, dass du deinen Vortrag vor lauter kleinen grünen Marsmenschen hältst. Wie erklärtst du nun deine Thematik am Besten einem Außerirdischen, dem jedes Vorwissen vielleicht vollkommen fremd ist?"


  • "Alles was Du sagst, muss ohne Vorwissen in der zu behandelnden Thematik verständlich sein. Angenommen, du erzählst deinem Publikum etwas über die Grundlagen der Analysis (Mathematik), dass sie nun von dieser und jener Funktion 4. Grades die 1. Ableitung bilden sollen, um somit sämtliche relativen sowie die absoluten Extrema zu ermitteln, dann dürfte ein Mathematik-Professor wenig Probleme damit haben. Aber auch nur, weil er sich in der Materie bereits sehr gut auskennt. Dein ahnungsloses Publikum hingegen, hat nur Bahnhof verstanden, weil es die Begriffe und Techniken frühestens NACH deinem Vortrag kennen kann. Du darfst nicht annehmen, dass es diese Kenntnis bereits von Anfang an besitzt. Sei dir darüber im Klaren."

Didaktische Klarheit[Bearbeiten]

Dein Vortrag sollte natürlich immer und überall klar verständlich sein. Logisch, oder? Wie das funktionieren kann, erfährst Du, wenn Du weiterliest.

Klarheit durch Struktur[Bearbeiten]

Das menschliche Gehirn möchte alles Wissen, das es eingetrichtert bekommt, in irgendeine Schublade legen, es möchte das Wissen zuordnen. Es darf nicht einfach irgendwo vollkommen zusammenhanglos herumschweben, sondern muss seinen festen Platz erhalten. Das ist auch logisch: Schließlich muss klar sein, wann wo wie warum welches Wissen zum Einsatz gebracht werden muss. Für dich bedeutet das, dass du deinem Vortrag eine klare, durchgängige Struktur verpassen musst, eine Art 'Skelett', das Du zu aller erst aufbaust, und anschließend, wenn es fertig ist, mit Fleisch und Muskeln füllst.

Diese Struktur kannst du ganz einfach dadurch schaffen, in dem du einfach deinen Vortrag in gewisse, logisch abgesteckte Teilbereiche gliederst, und diese deutlich voneinander trennst. Dazu genügen schon große und kleinere Überschriften für jeden Teilbereich. Du kannst zunächst einige ganz große Überschriften machen, dann eine weitere Ebene kleinerer Überschriften. Dann vielleicht noch eine weitere Ebene. Dann sollte aber Schluß sein. Sonst wird es zu komplex und kontraproduktiv, dein Vortrag würde seine Klarheit einbüßen, und das ist genau das Gegenteil von dem, was eigentlich sein sollte.

Hier mal ein unverbindlicher Vorschlag, wie so eine Struktur aussehen kann:

  • Allgemein Definition / Grundlagen
  • Praktische Anwendung von (Bla bla)
  • Erweitertes Wissen
    • Teilbereich Erweitertes Wissen
    • anderer Teilbereich Erweitertes Wissen
  • Zusammenfassung

Das ist natürlich nur eine Möglichkeit von vielen. Du solltest dir selbst Gedanken dazu machen, welche Struktur denn für deinen Vortrag angemessen ist, und für eine gute Verständlichkeit sorgt. Es sollte jedoch immer eine Einleitung vorhanden sein, die definiert, wovon du eigentlich redest. Sonst kann es dir passieren, dass du am Ende deines Vortrages die Frage gestellt bekommst: "Worum gings nun eigentlich?".

Dieses Buch hat auch eine deutliche, durchgängige Struktur. Es dürfte klar sein, dass ein Vortrag ohne Struktur vollkommen frei von jedem Nutzen ist.

aktivierende Struktur[Bearbeiten]

anregend sind Strukturen, die den Lernenden in seinem Alltag abholen, ihn neugierig machen, seine Fragen beantworten, Lösungen für seine Probleme und Erfüllung seiner Wünsche in Aussicht stellen.

  • lustiges praktisches Beispiel
  • persönliche Erfahrungen der Beteiligten
  • offene interessierende Fragen, Wünsche, Ziele
  • gemeinsame Arbeit an Lösungen
  • Zusammenfassung der Erkenntnisse
  • Entscheidung über persönliche Umsetzung
  • Ausblick auf Zukunftsnutzen

Diese Struktur entspricht dem selbstverantwortlichen gemeinschaftlichen projektorientierten Lernen. Es beinhaltet Lernen auf fachlicher, persönlicher, sozialer und politischer Ebene. Alle diese Aspekte gehören zu einem ganzheitlichen und erfolgreichen Lernen. Erfolgreiches Lernen macht immer einen beobachtbaren Unterschied im Verhalten des Lernenden: er verhält sich nach dem Lernen anders als vor dem Lernen. Dafür ist neben Wissen immer auch Können und Wollen erforderlich.

Die große Frage nach dem 'Warum?'[Bearbeiten]

Stelle dir vor, dir würde folgende Frage gestellt: "Möchtest Du alles Wissen dieser Welt wie ein Computer, vollkommen auswendig und auf Knopfdruck abrufbar, gepackt in Formeln und simple Daten, aber ohne Verständnis erlangen? Oder möchtest Du vielleicht nur eine bescheidene Menge Wissen haben, von der Du allerdings jedes einzelne Stückchen verstehst, die Herkunft hinterfragen kannst, und dir auch klar ist, welchen Sinn dieses Wissen macht, ganz einfach, weil Du es VERSTEHST?"

Wenn Du dich für die erste Antwort entschieden hast, dann frag dich, ob Du wirklich alles Wissen dieser Welt brauchst. Du bist ein Mensch, ist es nicht menschlich, nicht alles wissen zu können? Letztendlich ist die reine Wissenswiedergabe weder befriedigend (zumindest für die Meisten von uns) noch produktiv.

Wenn deine Antwort die zweite war, dann lass dir sagen, dass die Frage genau darauf abzielte. Dir soll klar werden, welche enorme Bedeutung das VERSTEHEN hat. Was nützt dir jede Kenntnis, wenn Du sie nicht verstehst? Erst durch das VERSTEHEN ist es möglich, das Verstandene selbst aktiv zu formen und in der täglichen Praxis einzusetzen.

Aus diesem Grund solltest Du bei deinem Publikum auch immer die Frage nach dem 'Warum?' wecken und dann natürlich auch beantworten.


Das Arbeiten mit Analogien[Bearbeiten]

Um den Begriff 'Analogie' zu klären, wird hier mal die große Schwester Wikipedia zitiert:

"Analogie als rhetorischer Begriff bezeichnet ein Stilmittel, in welchem ähnliche Strukturen oder Zusammenhänge in einen Zusammenhang gestellt werden.

Dieses Stilmittel wird häufig dazu verwendet, sich schon bekannte Informationen aus einem vergleichbaren Sachzusammenhang, oder auch einen in einem vergleichbaren Zusammenhang bereits gefundenen Konsens, zur Veranschaulichung eines anderen Zusammenhanges oder zur Verstärkung eines Argumentes in einem anderen Zusammenhang zunutze zu machen."

Der letzte Absatz sagt dir, wofür Analogien gut sind. Sie sollen helfen, neues Wissen zu erwerben, indem Parallelen bzw. Ähnlichkeiten mit bereits bekanntem und vertrautem hergestellt werden.

Ein Beispiel: Um einem Grundschüler zu erklären, was elektrischer Strom ist, verwenden Lehrer gerne die Analogie mit dem Wasser, das durch Wasserrohre fließt. Vielleicht ist dir diese Analogie bekannt. Auch wenn diese Analogie vielleicht nicht immer wissenschaftlich exakt ist, so stellt sie zumindest ein grundlegendes Verständnis her, auf das später aufgebaut werden kann.

So solltest Du es auch machen. Verwende Analogien wo Du nur kannst. Sei aber gewarnt: Manche Analogien sind nicht genau und weichen von den Tatsachen ab, auf das musst Du eindeutig hinweisen und Klarheit schaffen.


Grundregeln für einen effektiven, spannenden Vortrag[Bearbeiten]

Dieser Abschnitt wird ein Leitfaden für die Gestaltung eines Vortrags vor einer gewissen Anzahl Zuhörern/-sehern. Habe jedoch keine Angst von diesen Regeln abzuweichen, wenn Du glaubst, Grund dazu zu haben. Je mehr Erfahrung Du erwirbst, desto mehr kannst Du dich auf deinen eigenen Kopf verlassen, und brauchst kein Lehrbuch mehr.

  • Beginne einen Vortrag am Besten, indem Du Dich persönlich vorstellst und die grundlegenden Begleiterscheinungen darlegst (z.B. Sprechzeiten, Räume, Klausuren, Medien etc.).
  • Sprich immer klar und deutlich. Wenn Du auf ein größeres Publikum abzielst (Saal mit mehr als 4 bis 5 Reihen oder Hörsaal mit mehr als 7 bis 9 Reihen), sorge unbedingt dafür, dass Du mit einem Funk-Mikrophon ausgestattet wirst, welches dich überall laut und deutlich hörbar macht. Ansonsten liegt es an deinem eigenen Stimmorgan, laut und deutlich zu sprechen. Harte Lutschbonbons (z.B. Fischermans Friends oder ähnliches) helfen manchmal, die passende klare Stimme zu kriegen. Sorge auch dafür, dass Du genügend Flüssigkeit zu dir nehmen kannst. Es ist absolut in Ordnung, während eines Vortrags immer wieder mal kleine Schlucke von deinem Glas zu nehmen. Meide koffeinhaltige Getränke (Kaffee, Tee), denn das lässt dich nur nervös und hektisch werden.
  • Stelle Blickkontakt zum Publikum her, und zwar gleichmäßig. Wenn Du in der Schule einen Vortrag hältst (Referat), dann mache nicht den Fehler, und schaue nur zum Lehrer, das passiert den meisten Schülern sehr gerne, völlig unbewusst.
  • Nimm dir die Freiheit und laufe etwas in deinem Territorium herum. Bleibe aber stets im Blickfeld des Publikums, ohne dass diese ihre Köpfe stark drehen müssen. Monotones Sitzen ist grundsätzlich zu vermeiden.
  • Gezielte Betonungen fördern das Verständnis (nach 16.00 Uhr darf man auch einzelne Worte schreien, zumindest wenn man den Eindruck hat, daß da einige in der letzten Reihe gerade einschlafen...)
  • Stelle Bezug zu allgemeinen Gegebenheiten her und beziehe das Publikum aktiv mit ein. Fragen wie "Weiß jemand, weshalb ..."? oder "Wir hatten neulich das Thema XY, können Sie sich noch erinnern, wie..." wirken da ganz gut (ob man Personen namentlich anspricht, hängt von der Art des Vortrags ab. In einer Schulklasse vielleicht durchaus noch sinnvoll, bei einer Vorlesung im Audimax vor vielleicht 1000 Personen oder einer Führungskräfte-Schulung, bei der sich die gestandenen Manager älteren Jahrgangs vielleicht persönlich auf den Schlips getreten fühlen könnten, wenn man sie anspricht, ist eher davon abzuraten...).


  • Wenn Du mit Kreide an eine Tafel schreibst, dann solltest Du den Anschrieb schon vorher vorbereiten. Wenn Du einfach nur darauf losschreibst, läufst Du erfahrungsgemäß Gefahr, ein einziges Wirrwarr an die Tafel zu malen.
  • Umgang mit Fragen I: Wenn Fragen gerade zum Thema passen, beantworte sie nach Möglichkeit gleich. Andere kannst Du auch nach hinten, notfalls bis nach den Vortrag, aufschieben.
  • Umgang mit Fragen II: Es gibt keine "dummen" Fragen, nur unterschiedliche Verständnisniveaus. Wer auf einem höheren Verständnisniveau ist als andere, freue sich darüber, hindere aber nicht die anderen, ihr eigenes Verständnisniveau zu verbessern.
  • Umgang mit Fragen III: Einen sehr guten Kontakt zum Publikum stellt man her, wenn man anschließend den Fragenden fragt, ob er mit der Antwort zufrieden ist.
  • Umgang mit Fragen IV: Wenn Du eine Frage nicht aus dem Stegreif beantworten kannst, ist es keine Schande, wenn Du das dem Plenum offen eingestehst ("habe ich momentan nicht im Kopf, mache ich mich schlau, sage Ihnen Bescheid"). Es wirkt aber schon etwas sonderbar, wenn Du gar keine Frage beantworten kannst (wieso hältst Du dann den Vortrag?) und vermutlich ziemlich peinlich, wenn Du eine Frage irgendwie falsch beantwortest und Deine Studenten/Schüler weisen Dir das nach. Ich habe in der Schule mal mit einem Geschichtslehrer darum gewettet, ob Kamerun eine deutsche Kolonie gewesen sei und ihm am nächsten Tag die Briefmarke mit der kaiserlichen Jacht "SMS Hohenzollern" und dem Aufdruck "Deutsches Reich - Kamerun" unter die Nase gehalten; er fand das, glaube ich, gar nicht so amüsant...
  • Bei längeren Veranstaltungen: Arbeite mit Gliederungen, Lernzielen und Zusammenfassungen sowie Wiederholungen. Auch kleine Tests an das Publikum sind anzuraten. Wenn Du den Luxus eines Laptops und Beamers hast, zeige immer wieder einmal die Struktur des ganzen Vortrags auf, und sage, was nun abgearbeitet ist, und was als nächstes platt getreten wird.

Beamer im Vortrag[Bearbeiten]

Heutzutage ist es ja wirklich nicht mehr unüblich, einen Vortrag mit Laptop und Beamer zu halten. Diese zwei können zweifelsohne wertvolle Hilfsinstrumente sein, und wenn man richtig mit ihnen umgeht, kann man damit regelrecht zaubern. Die Gründe dafür sind einfach: Die Geschwindigkeit, in der man zwischen einem und dem anderen Bild wechseln kann, ist enorm. Da kann die altmodische Schultafel nicht mithalten. Man kann farbige, detaillierte Bilder, und sogar Videosequenzen abspielen. Mit Multimedia-Präsentationen kann man einiges erreichen. Aber dennoch kann man auch einiges falsch machen - hier einige der beliebtesten Fehler.

  • PowerPoint & Co. (z.B. OpenOffice.org) bieten dir die Möglichkeit, einzelne Elemente in einer Präsentation wundervoll animiert in das Bild einzublenden. Z.B. kann ein Text, oder ein Bild spiralenförmig aufgebaut werden, oder von allen vier Himmelsrichtungen einfliegen, oder sonst was. Begehe hier jedoch auf keinen Fall den tödlichen Fehler, und stopfe die Präsentation voll mit Animationen. Wenn es eine halbe Minute dauert, bis ein Präsentationsbild erst einmal aufgebaut ist und die Animationen alle abgelaufen sind, dann ist das äußerst schlecht. Während dieser Zeit schaltet das Publikum unbewusst auf Leerlauf, und vergisst das Gelernte recht schnell. Auch Du stehst während dieser Zeit nur nichtstuend herum - das ist sehr schlecht. Animationen können eine feine Sache sein, tatsächlich ist von einem monotonen Wechsel zwischen Bildern ebenfalls abzuraten - aber der Übergang von einem Bild zum Nächsten sollte auf keinen Fall länger als zwei Sekunden dauern.
  • Beamerpräsentationen sollten niemals lange Texte enthalten (Ausnahmen: z.B. Zitate), denn wenn Du das machst, gibt es zwei Möglichkeiten, was das Publikum mit dem Text tut: Entweder, deine Zuhörer fangen an, den Text zu lesen, und schenken dir dann keine Aufmerksamkeit mehr. Oder aber, sie hören weiterhin dir zu, und lesen den Text nicht. Die Präsentation darf also niemals deine eigene Sprache ersetzen, sondern sie nur stützen, wo das angemessen ist. Wenn Du wirklich mal gute Gründe hast, etwas Text in die Präsentation einzufügen, dann lies ihn dem Publikum vor. Du kannst zwar grundsätzlich davon ausgehen, dass deine Zuhörer alle selbst des Lesens mächtig sind, aber nur so kannst Du die beiden oben geschilderten Missstände vermeiden.
  • In der 'Links' Sektion findest Du einen Verweis auf die Macworld 2007 Keynote Address. Die dort verwendete Präsentation ist sehr gelungen, und kann dir gute Inspiration geben.

Literatur[Bearbeiten]

Kopfarbeit mit Köpfchen[Bearbeiten]

Dieses Buch ist längst vergriffen, man kann es aber noch antiquarisch bekommen. Es ist leicht lesbar und sehr lesenswert. Es hilft Schülern wie Erwachsenen, schneller und besser zu lernen.

  • Kopfarbeit mit Köpfchen
    • Kugemann Walter
    • Jahr 1989 Umfang 288 Seiten
    • Pfeiffer, Donauwörth

Weitere allgemeine Empfehlungen[Bearbeiten]

  • Kron, Friedrich W.: Grundwissen Didaktik: verschiedene Auflagen (z.B. 2. Aufl., 1994), Verlag E. Reinhardt, München, Basel (UTB für Wissenschaft: Grosse Reihe). Wohl eines der wesentlichen Standardwerke zu dem Thema. Ich habe hier die Auflage genannt, die ich besitze, aber es gibt wohl auch aktuellere.Eine moderne Version von Didaktik ist bei Edmund Kösel zu finden:
  Kösel,Edmund: Reihe Modellierung von Lernwelten
                Band I: Die Theorie der Subjektiven Didaktik.2007
                Band II: Die Konstruktion von Wissen.Eine didaktische Epistemologie.2007
                Band III: Die Entwicklung postmoderner Lernkulturen.Ein Plädoyer für 
                         den Umbau der Schule.-2007    alle im SD-Verlag Bahlingen

Eher spezifische Literatur-Empfehlungen[Bearbeiten]

  • Böcker, Franz / Schwerdt, Ahron J. / Kuhn, Friedrich: Die Planung und Kontrolle praxisbezogener betriebswirtschaftlicher Lehre, Bern, Stuttgart 1985.
  • Kleine, Meinolf: Fallstudien im betriebswirtschaftlichen Hochschuluntericht. Didaktisch-methodische Probleme einer aktiven Lehrmethode; Bern, Stuttgart, 1981.
    • Sehr gut die Unterschiede zwischen aktivem und passiven Lernen erklärt. Liefert eine gute theoretische Basis bzw. einen guten Ansatz für Deinen halbwegs passablen Unterricht.
  • McNair, Malcolm P. / Hersu, Anita C. (Hrsg.): The Case Method at the Harvard Business School - Papers by present and pas Members of the Faculty and Staff; London, New York, Toronto 1954.
    • Unter anderem begründete auch die konsequente Verwendung von Fallstudien (Case Methods) den guten Ruf der Harvard Business School. Das ist mal eine Sammlung zu dem Thema
  • Perlitz, Manfred / Vassen, Paul Julius: Grundlagen der Fallstudiendidaktik; Köln 1976.

Links[Bearbeiten]

  • Macworld 2007 Keynote Address - Ein sehr effektiver Vortrag von Apple-Boss Steve Jobs. Auch wenn es in diesem 'Vortrag' weniger darum geht, Wissen zu vermitteln, so ist er dennoch sehr gelungen - ein Sprecher, der sowohl durch Körpergestik, als auch durch Sprache mit einer guten Portion Humor aufschlägt, als auch eine schlanke und dennoch wunderschön anzusehende Präsentation. Wer Englisch versteht, sollte sich das Video ansehen: http://www.apple.com/quicktime/qtv/mwsf07/ (Watch the Keynote Address).
  • Einige Beispiele, wie Körpersprache angewandt werden kann, verfasst vom Fachspezialisten Samy Molcho. [1]