Organisationales Lernen im Digitalen Zeitalter/ Audi

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Die AUDI AG gibt im Rahmen des MOOCathon einen Überblick, wie ihr Corporate Learning (die Vielfalt des Lernens bei Audi) aussieht. Hierzu werden die nachfolgend im Detail beschriebenen Themen Ausbildung, Weiterbildung und Qualifizierung vertieft. Audi hat jedoch viele weitere Bereiche (z.B. Qualifizierung in der Produktion, Ersthelfer-Schulungen, etc.) in denen Weiterbildung stattfindet.

Durch Anforderungen wie Schnelllebigkeit, Internationalität, Lernkultur, Lebenslanges Lernen und Digitalisierung kam es bei Audi zum Projekt Weiterbildung 4.0., in dem 2,5 Jahre lang Impulse für Lernformate herausgearbeitet wurden.

Corporate Learning bei Audi 2017[Bearbeiten]

CoLearn Audi.png

Die Audi Akademie hat die Schwerpunkte Berufsausbildung, fachliche und überfachliche Kompetenzentwicklung, Führungs- und Zusammenarbeitskultur, Personalentwicklung und -strategie sowie Hochschulkooperationen. In ihr werden alle Bildungsaktivitäten der AUDI AG gebündelt, von der Berufsausbildung- und Weiterbildung bis hin zur Managemententwicklung.

Die Audi Akademie hat ca. 394 Mitarbeiter in 31 Organisationseinheiten (Stand 12/2016), über 2.500 Auszubildende und 76.000 Teilnehmende an 137.000 Teilehmertagen (davon 6.000 Externe oder aus anderen Konzerngesellschaften). Die Audi Akademie stellt den Mitarbeitern neben Schulungsräumen auch Projekt- und Lernräume sowie den Kreativraum OTTO zur Verfügung. In der Aus- und Weiterbildung gehören Digitalisierung, Transformation, Lebenslanges Lernen, Bildungs-/Personalentwicklungsstrategie, Internationalisierung, Inhalte und Formate zu den aktuellen Themen. Dabei geht es nicht nur um Digitales Lernen, sondern um eine Veränderung des Mindset und um innovative Formen der Zusammenarbeit, die die Menschen auf die Zukunft vorbereiten.

Ausbildung[Bearbeiten]

Bereits vor knapp 10 Jahren wurden in der Ausbildung mit dem Projekt s-learn die Weichen für das selbstgesteuerte Lernen der Auszubildenden gestellt. S-learn hat zum Ziel, dass die Auszubildenden Lernen zu ihrer persönlichen Aufgabe machen und Lernen als lebenslange Herausforderung begreifen. Als konsequente Fortsetzung von S-learn wurde 2014 das Projekt m-learn (Mobile Learning ) gestartet. Über das Tablet als mobilem Lernbegleiter kann auf berufsbezogene Lerneinheiten zugegriffen werden Der Trainer unterstützt dabei als Experte und Lernbegleiter. Dieser mobile Ansatz hat positiven Einfluss auf Lernerfolg, Motivation und Nachhaltigkeit des Lernens. Das moderne und selbstgesteuerte Lernen soll weiter gefördert und global ausgeweitet werden (z.B. China, Mexiko, Italien), um damit schon die Auszubildenden auf die Digitalisierung der Arbeitswelt vorzubereiten. So lernen die Auszubildenden in einer Lehrwerkstatt beispielsweise den Umgang mit Hochvolttechnik anhand der Wartung von realen Mitarbeiterfahrzeugen. Das Tablet unterstützt das selbständige Lernen in Theorie und Praxis mit acht Lernmodulen. Das Tablet kann von den Auszubildenden zum Lernen auch mit nach Hause genommen werden. Neben den Auszubildenden profitieren auch ältere Mitarbeiter von den digitalen Lernmodulen. Das Projekt m-learn entstand in Kooperation mit dem Forschungsinstitut Betriebliche Bildung im Zeitraum Mai 2013 bis April 2016.

Weiterbildung[Bearbeiten]

Die Weiterbildung bei Audi ist in der Vergangenheit durch eine kontinuierliche Differenzierung der Themenschwerpunkte gekennzeichnet. Dadurch ergaben sich Handlungsfelder wie Schnittstellen-Partnerschaften, eine Multiplikatoren-Rolle, Grundlagenarbeit, Aufbau von Medienkompetenz innerhalb der Akademie sowie die Pilotierung und Erprobung von neuen Lerninhalten und -formaten. Durch das Projekt "Weiterbildung 4.0" sollen die ausdifferenzierten Themen wieder konsolidiert und harmonisiert werden. Die Rolle des Trainers wird sich hierbei vom "Dozent" zum "Lernbegleiter/eTrainer" verändern. Hierfür wird eine Reihe von Qualifizierungsangeboten für Trainer angeboten, z.B. eTrainer-Qualifizierung, Storyboard-Workshops für Videos, Qualifizierung für Autorentools, eTutor für virtuelle Klassenräume, Social Media Moderator, VR-/3D-Druck-Lab und der Marktplatz Digitalisierung. Im Bereich von Distance Learning und virtueller Lernwelten sind 2D-Lernwelten (z.B. Lieferantenqualifizierung, Qualifizierung internationaler Niederlassungen), 3D-Lernwelten (z.B. Hochvoltsensibilisierung, Compliance Fremdvergabe, Überfachliches Training) und VR-Lernwelten (z.B. CKD Kleinteileverpackung) im Einsatz.

Weiterbildung folgt dem Credo von Push zu Pull. Neben "Muss" Lernen („Gesetztliche Vorgaben“) können sich MitarbeiterInnen (Pull) aus einem „Portfolio von 2500 Maßnahmen“ selbst ihren Lernweg buchen. Eine aktive Genehmigung durch den Vorgesetzten ist nicht erforderlich.

Qualifizierung von Händlern und Importeuren[Bearbeiten]

Im Bereich der Händlerentwicklung werden mit den "Audi Virtual Trainings" virtuelle Welten zum Lernen eingesetzt. Dabei werden reale Situationen nachgestellt, die Lernenden schlüpfen in die Rolle realer Akteure. Die Dialoge werden von echten Menschen eingesprochen. Über speziellen Lippenstift und Markierungen auf Kleidung werden Mimik und Bewegung auf die virtuellen Avatare übertragen. Für das erfolgreiche Absolvieren von Situation erhalten die Lernenden Punkte. Über diesen Gamification-Ansatz soll der Herausforderung "Training (Learning)should be fun as well" Rechnung getragen werden. Neue Trainingskonzepte müssen die Möglichkeit bieten, neue erklärungsbedürftige Technologien (virtuell) erleben und erproben zu können.

Auch im Bereich der Qualifizierung von Importeuren gibt es Lern-Angebote im virtuellen Raum. Mit dem "Audi Virtual Training Car", das 2016 erstmalig im Rahmen des internationalen Verkäufertrainings eingesetzt wurde, mit einem echten Fahrzeug auf echter Strecke durch eine virtuelle Welt fahren. Die Fahrerin trägt dabei eine Oculus-VR-Brille, in der ihr eine andere Welt präsentiert wird, als die, durch die sie gerade fährt.

Im sog. "Nachhaltigkeitsspecial" wird das Thema Nachhaltigkeit auf interaktive Weise vermittelt. Auf einer Landkarte findet der Lernende neun Nachhaltigkeitsprojekte des Standorts Ingolstadt. Per Klick auf ein Projekt öffnet sich ein Chat-artiger Dialog, in dem das Projekt dialogartig vorgestellt wird. Der "Chatbot" reagiert auf Eingaben und Auswahl-Kriterien der Lernenden.

Soziale Medien und Lernorte[Bearbeiten]

Durch die Zusammenarbeit von Audi Akademie und Audi IT werden Soziale Medien an vielen Stellen zum Lernen eingesetzt. Neben dem System Audi Qualifizierung (Learning Management System und Seminar Buchung) stehen folgende Soziale Medien bei Audi zur Verfügung:

  • Audi mynet: Information, relevante Unternehmens-, Standort- und Bereichsinformationen sowie Zugang zu Anwendungen und Services
  • Audi mediathek: Videos, Podcasts, Bilder, zentrales Repository mit Kanälen und sozialen Funktionen, aus allen anderen Tools nutzbar
  • Audi contacts: Expertensuche und Vernetzung, zentrales Kommunikationsverzeichnis zur Mitarbeitervernetzung und Expertensuche
  • Audi wiki: Wissensmanagement (Wissensdokumentation), Fachinformationen von und für Mitarbeiter zum Wissensaufbau und -austausch
  • Audi team: fachlicher Austausch, mehr Effizienz durch Interaktion und gemeinsames Voranbringen von Innovationen
  • Audi dox: Zusammenarbeit, gemeinsames Arbeiten in Teams an Dokumenten und Dateien
  • Neben realen Lernorten (Selbstlernraum, Software-Lab, VR-Lab, 3D-Druckraum, Medienstudie, Podcast-Studio, Otto-Raum) gibt es auch virtuelle Lernwelten (Distance Learning durch 2D-,3D-, und VR-Lernwelten). Die Labs sind von jedem Mitarbeiter buchbar und werden von jung und alt, sowie allen Fachbereichen genutzt.

Zusätzlich spielen die Werkeuge Skype for Business und Threema Work in Lernprozessen eine Rolle.

Zukunft des Corporate Learning bei Audi[Bearbeiten]

Die Welt befindet sich in einem ständigen Wandel - so auch die Aus- und Weiterbildung bei der AUDI AG. Ziel für die Zukunft ist es immer neu Methoden und Technologien sinnvoll im Trainingsbetriebs zu implementieren und klassische Methoden wie das Klassenraumtraining stetig zu verbessern. Die sinnvolle Verknüpfung von verschiendenen Tools und Methoden steht dabei im Fokus. Weiterhin werden sich die nach dem Prinzip von push-and-pull die Verantwortungen verschieben und vom einzelnen Lerner mehr Verantwortung fordern. Dabei werden in Zukunft die beiden Welten "Arbeit" und "Lernen" immer mehr verschmelzen - hin zu einem Workplace-Learning. Um diese Ziele zu erreichen gilt es sich immer wieder neu zu erfinden und neue Konzepte auszuprobieren und weiterzuentwickeln, dies gilt sowohl für Methoden als auch für Technologien.

Corporate Learning Rollen bei Audi[Bearbeiten]

Trainer

  • kein Dozenten sondern Lernbegleiter/eTrainer
  • Community betreuen
  • Lernimpulse setzen
  • sie monitoren auch Qualität der im Wiki verfügbaren Trainingshandbücher

Social Media Moderator für Learningcommunitys

  • bringt didaktische Fähigkeiten und Möglichkeiten ein - statt Communitymanager (technisch)

Lerner

  • Selbstständige Buchung
  • Unterrichtseinheiten vorbereiten (flipped classroom)
  • Audi contact, als Visitenkarte des Mitarbeiters z.B. über Gesammelte Projekterfahrung

Corporate Learning Methoden und Tools bei Audi[Bearbeiten]

CL2025 - Audi.jpg

Methoden

u.a. Barcamps, Bench-Learning,Coachings, Konferenzen, Kreativräume, Marktplätze, Meetups, Outdoor-Trainings, Seminare, WOL, Workshops

Tools

u.a. 2D-Lernwelt , 3D-Lernwelt , VR-Lernwelt , Audi Qulifizierung, Digitale Lernangebote, iPad's, Mediathek, Medien- und Prodcaststudio, Online-Universitäten, Selbstlernraum, SoftwareLabs (Video-und Authorentools), Soziale Medien bei Audi (u.a. Communities)