Praktikum Lebensmittelchemie/ DE-TLC

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Screenshot von ImageJ unter Linux mit einer ausgewerteten DC-Platte (Konservierungsstoffe)

Anstatt die Spotgröße einfach eine willkürliche selbstgewählte Zahl zuzuordnen kann man diese auch  densitrometrisch auswerten. Es ist möglich Farbintensitäten zu messen. Wenn man die Farbintensität über den rF-Wert aufträgt erhält man sogar ein Chromatogramm, dass man wie bei GC oder HPLC auswerten kann. Was die Firma CAMAG als kommerziell erhältliches Komplettsystem in Kombination mit  HPTLC anbietet, lässt sich auch vereinfacht auf die kostengünstige manuelle DC übertragen. Die Literatur spricht dabei von DE-TLC also digital verbesserter DC.[1]

Zunächst lädt man sich das gemeinfreie und plattformunabhängige Bildauswertungsprogramm  ImageJ herunter. Nach dem Starten wählt man Analyze - Set Measurements... und aktiviert die Kästen Area, Mean Gray Value, Integrated Density in der Drop-Down-Liste und schließt den Einstellungsdialog. Als nächstes öffnet man Analyze - Set Scale und trägt in das Unit of length Textfeld pixels ein. Über File - Open... lädt man die gewünschte digitalisierte DC-Platte hinein. Über Image - Color - Split Channels trennt man die RGB-Kanäle und wählt das kontrastreichste (z.B. grün). Anschließend werden mit Edit - Invert die Helligkeiten umgedreht. Nun markiert man die Spots (z.B. mit dem Kreis in der Werkzeugleiste) mit der Maus und drückt m zum messen (sprich quantifizieren). Die erhaltenen Ergebnisse lassen sich bequem in ein Tabellenkalkulationsprogramm kopieren und auswerten.

Alternativ kann man auch das eigenständig lauffähige  Matlab-Skript TLC Analyzer von Science Buddies zum Vermessen verwenden.


  1. A. V. Hess: Digitally Enhanced Thin-Layer Chromatography: An Inexpensive, New Technique for Qualitative and Quantitative Analysis, Journal of Chemical Education 2007, 84 (5), DOI:10.1021/ed084p842, 842.