Ratgeber für Hobbyfilmer: Musik

Aus Wikibooks
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Viele Filme haben ihre ganz eigene Musik, die von Filmkomponisten komponiert wird. Doch was willst du tun, wenn du nicht eigene Lieder schreiben kannst? Es ist nicht schlimm, wenn du nicht komponieren kannst. Du kannst schließlich einfach ein berühmtes Lied aus dem Genre Filmmusik nehmen und es in den Film reinsetzten. Das hört sich eigentlich ganz gut an, aber für Filme, die du via Internet verbreiten willst, ist die Art nicht brauchbar. Die Musik ist oft urheberrechtlich geschützt, sodass sowohl die GEMA als auch die Rechteinhaber Unterlassungansprüche und Schadensersatzansprüche geltend machen können.

Nach dem deutschen Urheberrecht hat erstmal jeder Urheber über sein Werk volle Verfügungsgewalt. Auch über Immaterialgüter (also geistiges Eigentum), wie eine Komposition und Texten, die der Musik zugrunde liegt. Es ist also erstmal davon auszugehen, dass ein Komponist seine Musik für sich behält, und alle anderen dürfen höchstens Zuhören. Einfach Musik in einem Video zu verwenden, ohne die entsprechende Erlaubnis vom Autor und Musiker zu haben, ist eine Urheberrechtsverletzung. Bei privaten Videos ist dies irrelevant. Eine Verbreitung findet insofern nicht statt, als dass nur ein bestimmter Personenkreis (objektive Bestimmbarkeit) das Video wahrnehmen wird.

Über die Jahrzehnte hinweg haben sich jedoch viele Musiker gefunden, die die strengen Einschränkungen der nationalen Urheberrechte, eher als Beschränkung der freischaffenden Kunst sehen. Insbesondere mit Anbruch des Internetzeitalters, in dem die illegale Weiterverbreitung urheberrechtlich geschützter Werke zum Problem wurde, fanden sich auch Musiker, die eine freie Nutzung ihrer Werke der Gemeinheit erlauben. Eine populäre Lizenz ist und war die Gruppe der Creative-Commons Lizenzen, die sich durch einfache Verständlichkeit und Modularität auszeichnen.

Wenn du gut komponieren kannst, dann kannst du natürlich auch deinen ganz eigenen Soundtrack erstellen. Achte bei deinem Film immer auf die Rechte anderer, näheres dazu erfährst du im Kapitel Rechte.

Der Soundtrack[Bearbeiten]

Du willst einen Soundtrack hinzufügen oder hast selber einen komponiert? Dann achte darauf, dass er auch zu einer Szene oder einem Teil des Films passt, denn du solltest nicht fröhliche Musik im Film abspielen, wenn etwas trauriges passiert(e). Die Musik ist dann eher leise und klingt traurig. Ein Soundtrack läuft üblicherweise auch nicht immer im Hintergrund. Achte einmal im Kino oder im Fernsehen darauf, wann Musik erklingt und welche Effekte damit bei dir ausgelöst werden. Hintergrundgeräusche als Untermalung für eine Szene können ebensogut wirken, wie Musik; Gemurmel in einem Kaffee oder das Zwitschern von Vögeln beispielsweise. So kannst du dir ein paar Soundtracks ersparen und das Thema oder Leitmotiv der Musik gezielt einsetzen. Jeder kennt die Musik die in Star Wars gespielt wird, wenn das Imperium zu sehen ist. Bei Dialogen kannst du selbstverständlich auch den Soundtrack zur Unterstützung einsetzen, aber die Musik sollte das Gespräch keinesfalls übertönen.

Das bedeutet: Filmmusik trägt maßgeblich zur Stimmungsbildung eines Filmes bei. Sie kann den Film schöner machen oder den Zuschauer gar zum Weinen bringen. Man kann mit verschiedener Musikuntermalung ein und demselben Bild verschiedene Bedeutungen geben. Probiere das einmal mit einer Szene aus, indem du langsame traurige Musik hinterlegst und fröhliche beschwingte.

Einige Filmschaffende lösen sich mittlerweile auch bewusst von der Filmmusik ab. Sie wirkt theatralisch, unnötig oder gar nervig. Sie verfälscht. Man kennt sie, die konventionelle Filmmusik, ist sie gewohnt, dass im tragischen Moment Streichinstrumente die Tragik zuspitzen. Alles Punkte, die einem von Musik lossagen lassen.

Im Endeffekt kommt es wieder auf den Film an. Das Fehlen von Musik kann unerheblich sein. Sie kann aber auch dem Erfolg des Filmes beitragen.

Nicht zu unterschätzen ist auch ein Wiedererkennungseffekt: Wenn man nur einen Takt vom Das Boot-thema vorgespielt bekommt, ohne irgendwo den Titel zu lesen, denkt jeder sofort an den Film Das Boot – ein Beispiel; das funktioniert auch bei anderen Filmmusiken, wie Star Wars oder der Lindenstraße.

Geräusche[Bearbeiten]

Wenn du einen Film drehst, und mit externem Ton arbeitest, denke immer daran auch die Geräusche der Umgebung eine Zeitlang einzufangen. So hast du für den Fall der Fälle eine Geräuschkulisse für die entsprechende Szene parat. Stehst du beispielsweise an einer Straße und filmst das danebenliegende Sumpfgebiet, kann dir ein vorbeifahrendes Auto den Aufnahmeton zerstören. Hast du gezielt Geräusche (man spricht hier auch von Atmo) aufgenommen, hast du genug Tonmaterial um die Szene mit dem gewünschten Ton zu hinterlegen, ohne dem Zuschauer zu verraten, dass du eigentlich an einer Straße standst.

In großen Filmproduktionen werden häufig auch gezielt Geräusche eingesetzt, da in erster Linie der Dialog mit dem Mikrofon erfasst wird. Die Person, die diese Geräusche für den Film produziert nennt man den Foley-Künstler (Foley-Artist). Besonders bei Actionsequenzen wird mit künstlichen Geräuschen gearbeitet.

Quellen von unentgeltlich bezieh- und nutzbarer Musik[Bearbeiten]

  • Musiker Kevin MacLeod, incompetech.com (große Musikdatenbank mit unterschiedlichsten Genres, primär CC-BY-Lizenz)