Religionskritik: Christentum

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Martin Luthers Studierstube auf der Wartburg

Inhaltsverzeichnis

Kernpunkte des christlichen Glaubens[Bearbeiten]

Zitat von  Martin Luther

Nimm die festen Aussagen weg, und du hast das Christentum weggenommen. 
 Tolle_assertiones,_et_Christianismum_tulisti
aus Luthers Schrift De servo arbitrio
8.Absatz, ziemlich am Anfang des gesamten Textes

Deutsche Übersetzung: siehe https://www.heiligenlexikon.de/Literatur/Martin_Luther_unfreier_Willen.htm

Gott erschafft die Welt

Am Anfang erscheint es sinnvoll, in einigen wenigen Sätzen, die wichtigsten Punkte des christlichen Weltbildes aufzulisten:

  • Es existiert ein reines Geistwesen, Gott.
  • Dieses reine Geistwesen ist der Schöpfer der Welt und des Lebens auf der Erde.
  • Dieser Gott hat mindestens dreimal direkt auf der Erde eingegriffen:
    • als Erschaffer der Erde (bzw. der Welt)
    • als Jesus und
    • als (Mit-?)Autor der Bibel.
  • Gott ist in der Person Jesus Mensch geworden.
  • Jesus ist durch eine jungfräuliche Empfängnis gezeugt worden, ist gestorben und auferstanden von den Toten.
  • Es gibt einen Teufel - auch ein reines Geistwesen - der nur Böses wünscht und tut.
    • Manche meinen auch, es gibt keinen Teufel.
  • Der Mensch ist sündig.
  • Alle menschlichen Sünden auf Erden werden in einem jüngsten Gericht noch einmal verhandelt und bestraft oder vergeben.
  • Ein Teil des Menschen, die Seele, ist unsterblich. Sie lebt nach dem Tode des Körpers weiter.
    • Wobei zu sagen wäre, dass Christen nicht an ein direktes Weiterleben der Seele nach dem Tod glauben, sondern an das Leben in der Ewigkeit nach(!!) dem jüngsten Gericht.
  • Tiere und Pflanzen haben keine Seele und können nicht in den Himmel kommen.
  • Die Geschichte der Natur und der Menschen auf der Erde hat eine endgültige Bestimmung.

Einige dieser Punkte sind umstritten und haben zu langen Diskussionen, teilweise auch zur Aufspaltung in verschiedene Glaubensrichtungen und Sekten geführt.

Entscheidend sind dabei 2 Punkte:

  • Der Glaube an ein höheres geistiges Wesen.
  • Der Glaube an das Weiterleben nach dem Tode.

Der christliche Glaube baut auch auf diesen 2 Hauptgedanken auf. Es kommen dann noch andere Gedanken dazu.

  • Gott sei der Erschaffer der Welt.
  • Gott sei in der Person Jesus Mensch geworden.
  • Die Bibel ist eine heilige Schrift.
  • Es gibt ein jüngstes Gericht.

Die Religionskritik hat die Aufgabe, die einzelnen Aussagen und Begriffe zu hinterfragen und herauszuarbeiten, welche Argumente dafür oder dagegen sprechen.

Apostolisches christliches Glaubensbekenntnis[Bearbeiten]

  • Ich glaube an Gott,
    • den Vater,
    • den Allmächtigen,
    • den Schöpfer des Himmels und der Erde,
  • und an Jesus Christus,
    • seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,
    • empfangen durch den Heiligen Geist,
    • geboren von der Jungfrau Maria,
    • gelitten unter Pontius Pilatus,
    • gekreuzigt, gestorben und begraben,
  • hinabgestiegen in das Reich des Todes,
    • am dritten Tage auferstanden von den Toten,
    • aufgefahren in den Himmel;
    • er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters;
    • von dort wird er kommen,
    • zu richten die Lebenden und die Toten.
  • Ich glaube an den Heiligen Geist,
  • die heilige katholische Kirche,
    • Gemeinschaft der Heiligen,
    • Vergebung der Sünden,
  • Auferstehung der Toten
    • und das ewige Leben.
  • Amen.



Jesus bei der Bergpredigt

Die Bergpredigt Kern des Christentums ?[Bearbeiten]

Erstaunlich an der  Bergpredigt ist, dass viele religiöse Leute sie als den moralischen Kern des Christentums ansehen ( Literatur z.B. C.F. Weizsäcker, Der Garten des Menschlichen, München Wien 1977 ). Gleichzeitig bereitet aber einerseits die Radikalität, andererseits die Widersprüchlichkeit der Aussagen der Bergpredigt allen Christen erhebliche Probleme. Es gibt wenige Christen die ehrlich eingestehen, dass sie durch die Bergpredigt überfordert sind und diese nicht verwirklichen können und wollen.

Ein relativ harmloses Beispiel für die Widersprüche ist die Forderung der Bergpredigt: "Du sollst nicht schwören !" Wenn man sich dann die Vereidigungen in unserem öffentlichen Leben ansieht, so heißt dort der Text : "Ich schwöre, so wahr mir Gott helfe." Man ruft also den christlichen Gott zur Hilfe an, obwohl er eigentlich verboten hat zu schwören.

Diese Widersprüche und harten Forderungen der Bergpredigt haben dazu geführt, in vielerlei Weise an ihren Aussagen herumzudeuten, sie zu verändern und - um es mal salopp zu sagen - sie zu verbiegen und weich zu kneten. Aus religionskritischer Sicht muss man aber die Bergpredigt in ihrer Aussage erst einmal so verstehen, wie sie dasteht. Dann erkennt man auch die Unerfüllbarkeit ihrer Maßstäbe. Dies haben übrigens auch die Evangelisten erkannt, denn sie schrieben : "Als Jesus diese Rede beendet hatte, entsetzte sich das Volk über seine Lehre." In der unten zitierten Übersetzung der Bergpredigt heißt es etwas abgemildert:" Als Jesus diese Rede beendet hatte, war die Menge sehr betroffen von seiner Lehre;"

Eine ehrliche Auseinandersetzung mit dem Problem der Bergpredigt aus der Sicht eines gläubigen Christen ist in dem lesenswerten Buch von Eike Christian Hirsch beschrieben. (E.C.Hirsch, Expedition in die Glaubenswelt, dtv sachbuch 11047, Seite 106. Die Bergpredigt, ein unmöglicher Text)

Überlegen Sie einmal genau, wo Sie dem Text der Bergpredigt zustimmen können und wo Sie den Text ablehnen.

Aus religionskritischer Sicht kann man zum Beispiel dem Abschnitt "Vom Töten und Versöhnen" nicht zustimmen. Er ist überzogen und unrealistisch streng.

Auch der Abschnitt "Von den falschen Propheten" enthält mit seinem Bild von den früchtetragenden und nicht früchtetragenden Bäumen eine Schwarzweißmalerei der Menschen. Da wird unterteilt in gute und schlechte Menschen und die schlechten werden ins Feuer der ewigen Verdamnis geworfen. Nur so einfach sind die Menschen eben nicht einzuteilen.

Dem Abschnitt, der sich für einen bedingungslosen  Pazifismus einsetzt, kann man aus religionskritischer Sicht auch nicht zustimmen:

Zitat Leistet dem, der euch etwas Böses antut, keinen Widerstand, sondern wenn dich einer auf die rechte Wange schlägt, dann halt ihm auch die andere hin. Und wenn dich einer vor Gericht bringen will, um dir das Hemd wegzunehmen, dann laß ihm auch den Mantel. Und wenn dich einer zwingen will, eine Meile mit ihm zu gehen, dann geh zwei mit ihm. Wer dich bittet, dem gib, und wer von dir borgen will, den weise nicht ab.

Wer keinen Widerstand gegen das Böse leistet, der muß dann auch auf andere Werte wie die Freiheit, die Gerechtigkeit, den Schutz der Schwachen und die Ablehnung einer Gewaltherrschaft verzichten. Diese wichtigen Werte können manchmal nur durch die Androhung oder den tatsächlichen Einsatz von Gewalt durchgesetzt werden.

Gespaltenes Christentum

Literatur[Bearbeiten]

  • E.C.Hirsch,
    • Expedition in die Glaubenswelt, dtv sachbuch 11047,
      • Seite 106. Die Bergpredigt, ein unmöglicher Text

Links[Bearbeiten]

Eine Seite aus der Gutenbergbibel

Die Bibel ein heiliges Buch?[Bearbeiten]

Zitat und Einleitung[Bearbeiten]

Katechismus der Katholischen Kirche: Das von Gott Geoffenbarte, das in der Heiligen Schrift enthalten ist, ist unter dem Anhauch des Heiligen Geistes aufgezeichnet worden; der Kirche gelten die Bücher des Alten wie des Neuen Testaments in ihrer Ganzheit mit allen ihren Teilen als heilig, weil sie, unter der Einwirkung des Heiligen Geistes geschrieben, Gott zum Urheber haben und als solche der Kirche übergeben sind. In diesem Zitat steckt ein Kernpunkt über die Bibel, den ein religionskritischer Mensch nie akzeptieren wird. Dagegen steht seine Liste kritischer Einwände, die sehr klar werden, wenn man die Bibel unvoreingenommen liest.

  1. Bücher werden immer von Menschen geschrieben und nicht vom Heiligen Geist.
  2. Die Bibel ist ein Konglomerat aus älteren jüdischen Texten und von mehreren Autoren dazu geschriebenen nicht jüdischen neueren Teilen.
  3. Die Bibel ist oft eine unethische, gewaltverherrlichende und aus heutiger Sicht langatmige Sammlung alter Geschichten.
  4. Die Bibel wird als Zitatenquelle benutzt mit oft einseitiger Auswahl, die Angst vor dem ganzen Text hat.

Bei aller Kritik an der Bibel finden sich natürlich auch für Atheisten lesenswerte und anregende Abschnitte.

Kontroversen um die Bibel[Bearbeiten]

Kontroversen um die Bibel gibt es seit der  Antike. Fundamentale Kritik an der Glaubwürdigkeit biblischer Aussagen haben schon im 2. Jahrhundert n. Chr. der  Platoniker  Kelsos und im 3. Jahrhundert der  Neuplatoniker  Porphyrios geübt, worauf  Kirchenväter mit eingehenden Erwiderungen reagierten. Im  Mittelalter kam die Kritik vorwiegend von islamischer Seite, daher wurde sie in der christlichen Welt kaum beachtet. Erst in der  Neuzeit begannen die Auseinandersetzungen zwischen Kritikern und Verteidigern, den  Apologeten der Bibel, auf breiter Front (siehe dazu den Hauptartikel  Geschichte der modernen Bibelkritik).

Kritiker der Bibel wenden sich heute teilweise weniger gegen die Bibeltexte als solche als vielmehr gegen Interpretation und Gebrauch, der innerhalb des Christentums von diesen Texten gemacht wird. Strittig ist etwa u. a. die These, die Bibel sei „ von Gott inspiriert“, sie habe „Gott zum Urheber“. Viele Christen nehmen das nach wie vor für die Bibel in Anspruch, wie beispielsweise im  Katechismus der Katholischen Kirche Nr. 136[1]. Kritiker dagegen weisen diesen Anspruch zurück. Insofern erscheint Kritik an der Bibel als Teil der  Kirchenkritik oder Religionskritik.

Um etwa die  Verbalinspiration zu widerlegen, bringen die Kritiker Argumente gegen die Glaubwürdigkeit bestimmter  Tatsachenbehauptungen in den biblischen Büchern vor: Sie weisen auf Ergebnisse von naturwissenschaftlicher oder historischer Forschung hin, und gelegentlich auf echte oder scheinbare Widersprüche der Aussagen. Aufgrund dieser Argumente ziehen einige nicht nur die Inspiriertheit, sondern Glaubwürdigkeit und Wert der Texte als Ganzes in Zweifel. Kritik gibt es außerdem an zahlreichen ethischen Vorstellungen, die in der Bibel zum Tragen kommen, etwa das Verhältnis zur Gewalt.

Konflikte mit wissenschaftlichen Erkenntnissen[Bearbeiten]

Die Entwicklung der Wissenschaften, so wie wir sie heute kennen, ist geprägt von Konflikten mit den religiösen Autoritäten. In vielen Fällen ging und geht es dabei nicht direkt um den Inhalt der Bibel, sondern um die religiöse  Doktrin, und um die Abgrenzung der Zuständigkeiten bei der Beantwortung existenzieller Fragen. Die Bibel spielt in diesem Konflikt allerdings immer wieder eine wichtige Rolle, und zwar umso mehr als sich die streitenden Parteien in der Argumentation auf sie beziehen.

Methodik der Wahrheitsfindung[Bearbeiten]

„Was ist Wahrheit?“ fragt schon in der Bibel  Pontius Pilatus beim Verhör von Jesus (Joh 18,38 (LUT)). An dieser Frage entzündet sich oftmals der Konflikt zwischen  Wissenschaft und  Religion. Traditionell beruht der Wahrheitsbegriff bei den  Buchreligionen auf göttlicher Offenbarung. Die heiligen Schriften als wichtigstes Zeugnis dieser Offenbarung enthalten demnach diese Wahrheit, und man findet sie durch das Schriftstudium. Der Wahrheitsbegriff der Wissenschaft beruht dagegen auf der Übereinstimmung zwischen Vorhersagen, die sich aus Theorien ergeben, und deren experimenteller Überprüfung. Siehe dazu auch  Wissenschaftstheorie. Manche lösen den daraus entstehenden Konflikt dadurch, dass sie von mehreren parallelen Wahrheiten ausgehen, die alle ihre Berechtigung haben sollen. Diese beiden verschiedenen Auffassungen von Wahrheit bzw. Wahrheitsfindung kamen und kommen dann miteinander in Konflikt, wenn sie unterschiedliche Aussagen über das gleiche Thema machen. Dieser Fall trat und tritt immer wieder ein. Bekannte historische Beispiele für diesen Konflikt sind:

  • Die Kosmologie, speziell die Ablösung des  geozentrischen Weltbildes in der Tradition des Ptolemäus durch das heliozentrische Weltbild, das von Kopernikus, Galileo Galilei und weiteren Wissenschaftlern propagiert wurde.
  • Die Evolution, bzw. die Lehre von der Entstehung der Arten.
  • Die Geologie, bzw. die Lehre von der Entstehung der Erde.
  • Die Anatomie, speziell die Auseinandersetzung um die Zulässigkeit des Sezierens von Leichen.
  • Die Geschichte, speziell die vergleichende Geschichte, und die mit ihr zusammenhängende Archäologie.

Zu allen diesen Themen macht auch die Bibel Aussagen, die allerdings nicht nur wörtlich, sondern auch mythologisch ausgelegt werden können. Von dieser Auslegung hängt es ab, inwieweit sich Konflikte zu den Wissenschaften ergeben.[2]

Es gab und gibt zahlreiche Versuche, nicht zuletzt auch von religiös gesinnten Wissenschaftlern, und von wissenschaftlich gebildeten Theologen, diese Konflikte aufzulösen, und ein fruchtbares Nebeneinander von Wissenschaft und Religion zu erreichen. Da die Konflikte andauern (beispielsweise um  Kreationismus und  Intelligent Design in den  Vereinigten Staaten), kann man nicht von einem vollen Erfolg dieser Bemühungen sprechen. Sie tragen jedoch zu einem verbesserten Verständnis der beiden Seiten bei.[3]

Themen der Kritik[Bearbeiten]

Zuverlässigkeit, Autorität und Authentizität der Bibel[Bearbeiten]

Historische Zuverlässigkeit[Bearbeiten]

 Alten Testaments sind viele hundert Jahre nach den ursprünglichen Ereignissen oder ersten mündlichen und schriftlichen Überlieferungen in ihre endgültige Fassung gebracht worden.

Die  Evangelien des  Neuen Testaments, die  Apostelgeschichte und die  Offenbarung sind etwa 30 bis 70 Jahre nach dem Tod  Jesu in ihre heutige Form gebracht worden. Dies schließt nicht aus, dass es schon früh neben einzelnen Briefen auch Sammlungen von Aussprüchen Jesu oder einen Passionsbericht in schriftlicher Form gegeben haben könnte. Diese Quelle wird allgemein mit  Logienquelle Q bezeichnet.

In den Kontroversen um die historische Korrektheit biblischer Aussagen geht es insbesondere um folgende Argumente von Kritikern:

  • Manche Erzählungen im Alten Testament seien  Mythen ohne Zusammenhang mit der historischen Wirklichkeit.
  • Auch die Darstellung tatsächlicher Ereignisse sei im Verlauf langer mündlicher Überlieferung vor der schriftlichen Aufzeichnung durch Mythenbildung verfälscht worden.
  • Viele biblische Texte seien von der Persönlichkeit des jeweiligen Autors und seinen individuellen weltanschaulichen und theologischen Ansichten geprägt.[4]

Autorenschaft[Bearbeiten]

Für Anhänger der  Verbalinspiration ist die Frage nach den menschlichen Verfassern der einzelnen Bücher der Bibel von vergleichsweise geringer Bedeutung, da sie ohnehin nur als Werkzeug Gottes fungierten. Wenn in einem Buch der Verfasser ausdrücklich genannt ist, dann wird die Richtigkeit dieser Angabe in aller Regel auch nicht bezweifelt, denn es wird meist ausgeschlossen, dass Gott selbst eine Vortäuschung falscher Tatsachen bezweckt haben könnte.

Für kritische Theologen, und Bibelkritiker im Allgemeinen steht allerdings die Autorenschaft einiger Bücher in Frage. So wird beispielsweise weithin bezweifelt, dass Paulus der Autor der  Pastoralbriefe ist. Da sich der Verfasser in den Briefen selbst als  Paulus von Tarsus ausgibt (1 Tim 1,1 (LUT), 2 Tim 1,1 (LUT), Tit 1,1 (LUT)), würde dies auf eine Täuschung hinauslaufen. Daraus ergibt sich das Problem der  Pseudepigraphie, also einer Falschzuschreibung, und ihrer Bewertung. In der  Holländischen Radikalkritik stufen Forscher alle Paulusbriefe als nicht authentisch ein und bezweifeln, dass der in den Evangelien des NT beschriebene Jesus von Nazaret existiert hat. Stattdessen sehen sie in einem sich über längere Zeit herausbildenden  Jesus-Mythos den Ausgangspunkt für die Entstehung des Christentums.

Einige Bibelkritiker sprechen deshalb von Betrug und sprechen der Bibel die Autorität ab.[5] Andererseits gibt es Anzeichen, dass solche Täuschungen für fromme Zwecke als legitim betrachtet wurden ( pia fraus oder frommer Betrug). Einen vagen Hinweis darauf kann man in Röm 3,7 (LUT) sehen, deutlicher noch findet man diese Einstellung bei späteren  Kirchenvätern wie z. B. bei  Origenes.[6] Inwiefern dem zugestimmt werden kann, ist bis heute, auch unter christlichen Autoren, umstritten. Zum einen wird darauf hingewiesen, dass auch schon in der Antike die Vortäuschung von Autorenschaft vielleicht weit verbreitet, jedoch keineswegs allgemein akzeptiert war.[7] Zum anderen fragt man sich auch, welcher Nutzen denn in dieser Täuschung liegen soll. Wird sie aufgedeckt, liefert sie ja gerade den Gegnern ein wirksames Argument.[8] Wie das Beispiel des  Celsus zeigt, wurden schon in antiker Zeit solche Täuschungen durchschaut.

Kanonisierung[Bearbeiten]

Ein Kernbereich der Kontroversen um die Bibel ist die Auseinandersetzung um die Auffassung von Kritikern, die Zusammenstellung der biblischen Schriften zum  Biblischen Kanon (Kanonisierung) sei Menschenwerk und die Behauptung, dass die Auswahl auf Gott selbst zurückgehe, könne durch eine Untersuchung des historischen Prozesses der Kanonisierung entkräftet werden. Darüber hinaus behaupten manche Kritiker, die Auswahl der Schriften sei in der Absicht erfolgt, bestimmte Lehren durch Ausschluss aus dem Kanon willkürlich zu diskreditieren.

Bei einigen Schriften gibt es zwischen den christlichen Konfessionen unterschiedliche Traditionen bezüglich ihrer Zugehörigkeit zum Kanon (siehe  Kanon des Alten Testaments und  Kanon des Neuen Testaments). Kritiker des auf die Bibel gestützten Glaubens sehen darin ein Indiz dafür, dass Menschen nach eigenem Ermessen entschieden hätten, was Gottes Wort sei.

Verschiedene Handschriften und Übersetzungen[Bearbeiten]

Die Bücher der Bibel liegen in unterschiedlichen Fassungen vor, was zum Teil durch unterschiedliche  Übersetzungen zustande kommt und teilweise dadurch, dass die Texte in Handschriften mit verschiedenen Varianten vorliegen.[9] Einige moderne Bibelausgaben enthalten daher Editionshinweise mit Angaben darüber, worin sich die Quellentexte unterscheiden und es nicht sicher ist, wie ein Text zu verstehen ist (Beispiele sind Anmerkungen zur Freilassung von Sklaven,[10] zur Inspiration von „Schrift“[11]), sowie Angaben darüber, wo Fachleute der Überzeugung sind oder vermuten, dass sowohl Teile des Originaltextes verloren gegangen seien, als auch bestimmte Teile später hinzugefügt worden seien (z. B. am Ende des  Markusevangeliums[12]). Genauere Angaben sind in textkritischen Ausgaben der Bibel[13] zu finden.

Zu der von einigen Christen behaupteten Irrtumslosigkeit der Bibel stellen Kritiker die Frage, welche der unterschiedlichen Fassungen als zuverlässiges und verbindliches Wort Gottes aufzufassen sei.[14]

Auslegung[Bearbeiten]

Die Bezeichnung der Bibel als Wort Gottes – gelehrt in der Katholischen[15] wie in der Evangelischen Kirche – schließt die Auffassung nicht aus, dass die Bibel der  Auslegung bedürfe.

Im  Katechismus der Katholischen Kirche heißt es: „Die Aufgabe, das Wort Gottes verbindlich auszulegen, wurde einzig dem Lehramt der Kirche, dem Papst und den in Gemeinschaft mit ihm stehenden Bischöfen anvertraut.“[16]

 Martin Luther vertrat den Grundsatz  Sola scriptura: Den Maßstab für die richtige Auslegung der  Heiligen Schrift habe man in der Heiligen Schrift selbst zu suchen.

Erzählerische und weltanschauliche Perspektive[Bearbeiten]

Die überwiegende Beschränkung der alttestamentlichen Erzählungen auf Einzelpersonen, das Volk Israel und dessen politische und militärische Verwicklungen und auf die Region des heutigen  Nahen Ostens passt nach Auffassung von Bibelkritikern nicht zum Anspruch auf universelle Gültigkeit und göttliche Inspiration der Bibel.[17] Auch Jesus selbst, obwohl als Sohn Gottes bezeichnet, erscheint ihnen regional zu beschränkt: Er war keiner der damals dominanten Kultursprachen und möglicherweise nicht einmal des Schreibens mächtig. Es gibt kaum Anzeichen dafür, dass er mit der außerjüdischen Kultur, Denk- und Lebensweise vertraut war.[18]

So werde auf der einen Seite Gott als Erschaffer, Herrscher und Richter der ganzen Welt angesehen, auf der anderen Seite habe er und sein Volk sich im  Alten Testament ständig anderer Völker und ihrer Götter oder auch  Götzen zu erwehren. Dies sei ein Gott, der zwar die Welt erschaffen habe, dessen Anhängerschaft sich aber auf ein bestimmtes Gebiet am  Toten Meer zusammendränge, von feindlichen Völkern umzingelt und zeitweise beherrscht und sogar versklavt und deportiert. Aus der Perspektive des damaligen jüdischen Volkes sei dies einleuchtend, und habe zum Zusammenhalt und Überleben des Volkes sicher wesentlich beigetragen, aber aus einer globalen Perspektive wirke dies unglaubwürdig.

Die erzählerische Perspektive lässt in vielen Fällen auch Rückschlüsse über die Verfasser, oder auch die Bearbeiter der biblischen Texte zu. Ihre Berücksichtigung und Analyse gehört daher zu den Methoden der Textkritik. Auch Widersprüchlichkeiten und Irrtümer treten so zutage. So gibt es beispielsweise einige Stellen im Evangelium nach Markus, die darauf hinweisen, dass der Verfasser nicht mit der jüdischen Gesellschaftsordnung, sondern mit der römischen vertraut war, und so einige Fehler machte, die einem jüdischen Autor nicht passiert wären. Im Vers Mk 10,12 (LUT) sagt Jesus angeblich, eine Frau begehe  Ehebruch, wenn sie ihren Mann verlässt und einen anderen heiratet. Das hätte ein Römer verstanden, denn dort hatte die Frau wie der Mann das Recht zur Scheidung, im jüdischen Recht war das aber dem Mann vorbehalten 5 Mos 24,1 (LUT). Man schließt daraus gemeinhin, dass Jesus den ihm zugeschriebenen Satz so nicht geäußert haben könne. Auch andere Stellen im Evangelium deuten darauf hin, dass der Verfasser die jüdischen Gepflogenheiten nicht gut kennen konnte.[19]

Dogmatik (Glaubenslehre)[Bearbeiten]

Schöpfung[Bearbeiten]

Kosmologie[Bearbeiten]

Die kosmologischen Vorstellungen in der Bibel unterscheiden sich von denen der heutigen Wissenschaft grundlegend. Dabei war und ist auch umstritten, inwieweit die Bibel das Weltbild der  flachen Erde vertritt, bzw. inwieweit das  geozentrische und das  heliozentrische Weltbild mit der Bibel verträglich sind.[20][21] Die heute gängige theologische Lehrmeinung hat ihren Frieden mit der Ansicht geschlossen, die Erde stehe nicht im Zentrum des Universums.

Ebenso haben viele Autoren im Einflussbereich der  Römisch-katholischen Kirche sowie der  Evangelischen Kirche in Deutschland kein Problem damit, davon auszugehen, dass die  Urknalltheorie die naturwissenschaftlichen Aspekte der Entstehung des Universums im Wesentlichen richtig beschreibt. Oft wird zugleich betont, dass die Bibel Wichtiges zu anderen Aspekten der Entstehung der Welt zu sagen habe; so gebe sie Antworten auf Fragen nach dem „Warum?“ und „Wozu?“.

Daneben gibt es weiterhin Uneinigkeit über die Theorien zur Entstehung des Universums. Teilweise werden die biblischen Schöpfungsberichte als im Widerspruch mit der Theorie des Urknalls und der Entstehung von Galaxien und Sternen befindlich angesehen. Teils wird daraus Kritik an der Bibel abgeleitet, teils Kritik an der kosmologischen Wissenschaft.

Evolution[Bearbeiten]

Die  Evolutionslehre ist seit ihren Anfängen bei  Charles Darwin besonders im Brennpunkt von Konflikten zwischen religiösen und naturwissenschaftlichen Weltanschauungen. Die Kontroverse dauert bis in die Gegenwart an und wird z. B. auch auf dem Feld der Schulpolitik ausgetragen.

Die Evolutionslehre wird dabei von einem Teil der Christen, insbesondere von  Evangelikalen, als Widerspruch zur biblischen Schöpfungslehre angesehen. Oftmals wird dabei fälschlicherweise die Evolution als ein zufälliger Prozess dargestellt, durch den die Komplexität und Zweckmäßigkeit von Organismen und insbesondere des Menschen nicht entstehen könne.

Die Evolutionstheorie ist vom größten Teil der Wissenschaftler als im Wesentlichen richtig akzeptiert, auch wenn es noch große Lücken in der Erkenntnis zu schließen gilt. Dadurch wird die Annahme eines Schöpfers unnötig, die Entstehung der Lebewesen ist auch ohne Schöpfer erklärbar.

Manche Theologen versuchen eine Harmonisierung dergestalt, dass sie die Evolution als Gottes Methode der Schöpfung auffassen. Gott hätte demnach (als „Creator Spiritus“) den Rahmen geschaffen, innerhalb dessen sich die Evolution vollzieht. Die meisten Wissenschaftler halten aber auch die Annahme eines solchen Rahmengebers für unnötig.

Geologie[Bearbeiten]

Es gibt zahlreiche Versuche, aus der Bibel durch Auswertung der  Genealogien und anderer Zeitangaben den Zeitpunkt der Schöpfung zu rekonstruieren. Wenngleich so keine eindeutige Datierung zu erreichen ist, ergibt sich auf diese Weise doch ein Zeitpunkt vor ungefähr 6000 Jahren. Die geologischen Erkenntnisse sprechen demgegenüber für ein Alter der Erde von über 4 Milliarden Jahren. Es gibt zahlreiche Versuche, diese Diskrepanz zu erklären bzw. aufzulösen.

So gibt es beispielsweise das Argument, Gott habe die Erde (und das Universum) so geschaffen, dass es so scheine, als sei sie Milliarden Jahre alt. Die  Fossilien und Gesteinsschichten beispielsweise seien schon in dieser Form mitgeschaffen worden. Dagegen wird eingewandt, dass es nicht recht einsichtig sei, weshalb Gott den Menschen in dieser Hinsicht täuschen wollte, bzw. welchen Grund außer der Täuschungsabsicht es dafür geben könnte.

„Sünde, Opfer, Sühne und Buße“[Bearbeiten]

Der Begriff der  Sünde und die Konsequenzen für den Menschen sind durch die ganze Bibel hindurch zentrale Themen, die auch profunde Auswirkungen auf die auf der Bibel basierenden Religionen und Bekenntnisse hatte.

Die christlich-biblische Position[Bearbeiten]

Sünde wird sowohl als Tat als auch als Zustand und Schicksal verstanden. Die Bibel geht davon aus, dass der Mensch seiner Natur nach sündig ist als Folge seiner Vertreibung aus dem Paradies ( Erbsünde), und er daher einerseits nach einem sündefreien Leben streben kann und soll, andererseits dieses Ziel zu seinen Lebzeiten nicht erreichen kann. Er wird daher zwangsläufig Sünden begehen, für die er nach seinem Tode, am jüngsten Tag, zur Rechenschaft gezogen werden wird. Um Erlösung durch die Gnade Gottes zu erlangen, soll der Mensch die Predigt vom Glauben hören Gal 3,1-6 (LUT): Christus habe durch sein  Opfer stellvertretend die Sünden der Menschheit am Kreuz  gesühnt Röm 5,18-21 (LUT). Wer dies glaube, gelte vor Gott als gerecht Röm 3,21-30 (LUT). Wer auf Jesus vertraue, werde gerettet Röm 10,9-13 (LUT). Jesus ruft zur Sinnesänderung auf Mk 1,14f (LUT). Als Christ solle der Mensch sein Leben im Heiligen Geist bestreiten Gal 5,24f (LUT). Dieser, nicht die sterbliche Kraft des Menschen selbst (von Paulus Fleisch genannt), bringe das Gute der Liebe als Frucht hervor Gal 5,22f (LUT). Gott sei es, der beides vollbringe: das rechte Wollen (d.h. der Liebe) und das Vollbringen Phil 2,13 (LUT). Was der Christ nicht auf dieser Basis, d.h. auf der Grundlage Christi tue, habe in der Ewigkeit keinen Bestand, indes werde die Seele des Christen aber gerettet 1 Kor 3,10-15 (LUT). Daher scheint es einem Christen sinnvoll, sein Leben auf Christus aufzubauen (d.h. durch die Kraft des Hl. Geistes ein sündenfreies und  frommes Leben zu führen) und sich immer wieder neu auf ihn auszurichten (d.h. für seine Sünden Buße tun). Denn selbst Paulus verlor ihn in seinem Handeln wohl oft aus den Augen Röm 7,7-25 (LUT) und Petrus verleugnete ihn sogar Mk 14,66 (LUT). Also bleibt ein christliches Leben auch von der Macht der Sünde geprägt. Die Bibel vermittelt aber die Hoffnung, dass Gott dies einst beenden werde 1 Kor 15,25-28.54-58 (LUT) und die Macht der Sünde in Jesus bereits jetzt gebrochen sei Lk 11,20 (LUT) / Mt 28,18 (LUT).

Kritik am christlichen Sündenverständnis[Bearbeiten]
  • Die Unausweichlichkeit der Sünde platziere den Menschen in eine Situation, in der er unentrinnbar von der göttlichen Erlösung abhängig ist. So erzeuge die Bibel die Notlage selbst, für die sie sodann die Lösung anbiete. In den Augen der Kritiker existiere die Notlage aber nicht wirklich, sondern würde den Gläubigen über das biblische „Konzept“ der Sünde erst eingeredet. Dadurch, dass die religiösen Autoritäten mit Hilfe der Bibel sowohl festlegten, was Sünde sei, als auch die einzige Möglichkeit der Erlösung anböten, so argumentieren sie, würden sie die Gläubigen in einer emotionalen Abhängigkeit halten, die letztlich als ein Instrument der Kontrolle und Herrschaft eingesetzt werden könne.
  • Die Vorstellung, man könne durch ein Opfer, gar ein  Menschenopfer, einen Gott gnädig stimmen, und so seine eigenen Interessen befördern, wird als  archaisch abgelehnt.
  • Die Vorstellung, ein liebender  Vater-Gott könne seinen eigenen Sohn der Folterung und Hinrichtung ausliefern, wird als absurd abgelehnt – auch wenn dieser danach vom Tode aufersteht. Es wird auch nicht akzeptiert, dass damit ein Erlösungseffekt verbunden sein soll, zumal ein allmächtiger Gott ja sicher auch unblutigere Mittel zur Erlösung hätte finden können.
  • Gott hätte die Menschen von vornherein so schaffen können, dass sie der Sühne durch ein solches Opfer überhaupt nicht bedurft hätten.
  • Es sei auch inkonsequent, den Menschen durch das Opfer des  Gottes-Sohnes die Erlösung vorab pauschal zu gewähren, und andererseits dennoch von ihnen das fromme und nicht-sündige Leben abzuverlangen, das im Prinzip das Alte Testament auch schon vor Christi Kreuzigung forderte. Der Vorteil, der sich aus dem Kreuzestod ergebe, nachdem die abschließende Bewertung ja ohnehin erst am Jüngsten Tag erfolge, sei nicht zu erkennen.
  • Mit Hinweis auf das stellvertretende Leiden Christi werde dem Gläubigen angesichts seiner eigenen unausweichlichen Sündhaftigkeit ein Schuldkomplex vermittelt, der ihn nicht selten das ganze Leben hindurch begleite und seine psychologische Entfaltung behindere. [22]
Die göttliche „Gerechtigkeit“ unter ethischer Betrachtung[Bearbeiten]

Der Begriff  Gerechtigkeit hat in der Bibel häufig eine andere Bedeutung als im heutigen  Sprachgebrauch. So wird Gott in vielen Passagen als „gerecht“ gepriesen (z. B. Dtn 32,4 (LUT), Neh 9,33 (LUT)), obwohl Gott viele Taten verlangt oder begeht, die von Bibelkritikern als ungerecht angesehen werden – aus der Sicht einer Ethik, wie sie die Verfassungen und die Gesetze von heutigen demokratischen Rechtsstaaten prägt, einer Ethik, zu der die Achtung der  Menschenrechte gehört sowie der Grundsatz, dass  Strafe nur dann legitim ist, wenn sie jemanden trifft, der persönlich ein Unrecht begangen hat. Bibelkritiker bemängeln, die in der Bibel definierte „Gerechtigkeit“ andere Ziele als  Toleranz oder Langmut habe. Die strenge Bestrafung oder gar Vernichtung Andersgläubiger durch Gott im Alten Testament oder im  Jüngesten Gericht werde als „gerecht“ empfunden (z. B. Ps 129,4 (LUT)).

Ein von Gott verhängtes Unglück oder eine Strafe wird in der Bibel als gerechte Strafe, vor allem für  Gottlosigkeit, dargestellt (z. B. Dan 9 (LUT)). Der erste  Mord führt zum Fluch der Heimatlosigkeit (Gen 4,11-12 (LUT)). Auch trifft die göttliche Strafe ganze Völker (Ägypten beispielsweise für den Ungehorsam des  Pharao (Ex 7 (LUT))) und beim Bericht von der  Sintflut (Ex 7 (LUT)) nahezu die ganze Menschheit.

In 2 Chr 12 (LUT) wird erzählt, wie  demütige Umkehr bewirkt habe, dass Gottes Zorn besänftigt worden sei und die göttliche Strafe abgemildert worden sei.

Auch das Gerechtigkeitsverständnis in der biblischen  Kreuzestheologie – „Den hat Gott für den Glauben hingestellt als Sühne in seinem Blut zum Erweis seiner Gerechtigkeit“, schrieb Paulus Röm 3,25 (LUT) – steht in der Kritik: „Sollte durch die Strafe der Gerechtigkeit Genüge getan werden? Die Bestrafung eines Unschuldigen ist für mich nur neues Unrecht.“[23]

Die polare Emotionalität des Gottesbildes[Bearbeiten]

Die Darstellung Gottes in der Bibel bedient sich über weite Strecken starker Gegensatzpaare. So werden ihm an  Emotionen in erster Linie  Zorn und  Liebe zugeschrieben. Im Alten Testament scheint dabei der Schwerpunkt beim strengen, strafenden und zornigen Gott zu liegen, während im Neuen Testament die Liebe Gottes in den Vordergrund rückt (Neuer Bund).[24] Berichte über positive Emotionen Gottes seien nach Ansicht der Bibelkritiker selten.

Liebe und Zorn sind nicht die einzigen auffälligen Gegensätze.  Fluch und  Segen werden gegeneinander gestellt, sowie  Verdammung gegen  Errettung. Wer nicht glaubt, ist dem Zustand der Sünde schutzlos ausgesetzt, der ewigen Verdammnis entgeht er nur durch die Gnade Gottes Mk 16,16 (LUT). Am  Tag des Gerichts werden die Gesegneten von den Verfluchten geschieden, die Ersteren gehen in das endgültige  Reich Gottes ein, während die Letzteren ins  ewige Feuer geworfen werden Mt 25,31-46 (LUT). Dieses Richtertum, ausgehend vom Wort Jesu, wie es in den  apokalyptischen Schriften der Bibel überliefert ist, wird von Bibelkritikern als gewalttätig und selektiv verurteilt. Auch die  Bergpredigt enthalte selektive Motive, wenn sie den Eingang ins  Himmelreich gegen den Eingang in die  Hölle stellt Mt 5,17-48 (LUT). Franz Buggle nimmt dies als Zeichen für Jesu „Doppelcharakter“, der die liebenden und gewaltlosen Aspekte einerseits mit einem extremen  Rigorismus am Jüngsten Tage verbinde.

Kritiker stören sich sowohl an der starken Betonung des Gegensatzes, den sie für übertrieben und konstruiert halten, als auch an der archaischen Motivation. Diese Betonung diene dem Zweck, den Menschen die Notwendigkeit einer eindeutigen Entscheidung zugunsten des Glaubens an den christlichen Gott nahezulegen und sich gegenüber den  Heiden abzugrenzen. Auch die psychologischen Konsequenzen einer solch strikten Trennung von Gegensätzen, die jeder Mensch in sich trägt und miteinander in Einklang bringen muss, werden kritisiert.[25]

Ethik (Lehre vom Handeln)[Bearbeiten]

Ethische Vorstellungen[Bearbeiten]

Bibelkritiker sehen Widersprüche zwischen den  ethischen Vorstellungen in der Bibel und denen aus der modernen Zeit, wie sie beispielsweise in den  Menschenrechten zum Ausdruck kommen. Der Psychologe und Religionskritiker  Franz Buggle schreibt, „das sehr gehäufte Vorkommen göttlich angeordneter Verbrechen und Grausamkeiten“ würde „die Bibel […] als Quelle heute akzeptierbarer Ethik und Religiosität disqualifizieren.“[26] Buggle kritisiert „von Gott angeordnete Genozide“[26] und die „Aufforderung des biblischen Gottes zu einer exzessiven Anwendung der Todesstrafe“.[27] „Wenn Jahwe über die  Amalekiter den Bann verhängt und gebietet, keinen zu verschonen, sondern das ganze Volk auszurotten, dann bezeichnen wir dies heute als ‚Völkermord‘, und da gibt es keinerlei theologische Rettung durch Um- oder Neuinterpretation, sondern unsererseits nur den theologischen Bann“, schrieb der evangelische Theologe  Heinz Zahrnt. „Wenn auf Geheiß und im Namen Gottes Gräueltaten begangen werden […] – dann kann man heute nur noch darüber predigen, indem man dagegen predigt.“[28]

Bibelkritiker gründen ihre Ethik oft ohne Rückgriff auf die Bibel auf  humanistischen Idealen und kritisieren dann, ausgehend von dieser Position, die ethischen Maßstäbe der Bibel. Dem liegt die Überzeugung zugrunde, dass die Ethik keines religiösen Fundaments bedürfe, und sich ethische Maßstäbe sowohl aus der Vernunft als auch dem Sozialgefüge herleiten ließen.[29] Auf der Grundlage dieser Maßstäbe wird biblische Ethik kritisierbar. Wer dagegen die Bibel als Grundlage der Ethik betrachtet, hat keinen unabhängigen Maßstab, anhand dessen dies kritisiert werden könnte – die Bibel ist selbst der Maßstab. Hier kann man dann allenfalls die innere  Konsistenz der biblischen Ethik untersuchen.

So ergeben sich zwei verschiedene Arten der Kritik an der Ethik:

  • Kritik an der mangelnden inneren Konsistenz der biblischen Ethik. Hier stellt sich besonders die Frage, inwieweit die ethischen Aussagen des Neuen Testaments zu denen des Alten Testaments im Widerspruch stehen („Liebet eure Feinde“ Lk 6,27-28 (LUT) im Neuen Testament, „du sollst an ihnen [Anm.: den Feinden] unbedingt den Bann vollstrecken“ Dtn 20,16-17 (LUT) im Alten Testament).
  • Kritik an der mangelnden Konsistenz der biblischen Ethik mit anderen Ansätzen, besonders mit denjenigen, die auf den  Humanismus und das  Zeitalter der Aufklärung zurückgehen (z. B. Menschenrechte).

Religiöse Intoleranz im Alten Testament[Bearbeiten]

Im ersten der  Zehn Gebote Ex 20,5 (LUT) wird Gott von Bibelkritikern als eifersüchtiger und rachsüchtiger Gott verstanden. Im ganzen  Alten Testament gibt es zahlreiche Beispiele, in denen Gott die Bestrafung oder Ausrottung von Andersgläubigen und deren  Kult fordert, veranlasst oder gutheißt (Ex 34,11-16 (LUT), Dtn 9 (LUT)).

Mit dem  Neuen Bund, so behauptet eine christliche Auslegung, sei derartige Gewalt hinfällig geworden.

Gewaltdarstellungen[Bearbeiten]

Siehe  Gewalt in der Bibel

 Die Zehn Gebote[Bearbeiten]

Ein Buchtip dazu

  • Die Zehn Gebote im 21. Jahrhundert: Tradition und Aktualität von Moses' Erbe [Broschiert]
    • Fernando Savater

Anthropologie (Lehre vom Menschen)[Bearbeiten]

Verhältnis der beiden Geschlechter, Sexualität[Bearbeiten]

Patriarchat, Vorrang des Mannes vor der Frau im Alten Testament[Bearbeiten]

Viele Bibelkritiker sehen eine durchgehend  patriarchalische Grundeinstellung im Alten Testament. Die Formung der Frau aus der Rippe des Mannes in der zweiten Schöpfungsgeschichte (1 Mos 2,18ff (LUT)) wird dabei als eine Umkehrung der biologischen Verhältnisse aufgefasst.[30] Die Frau wird darauf aufbauend von bestimmten Kreisen in der Wahrnehmung als dem Mann untergeordnet betrachtet, was an diversen Indizien festgemacht wird, beispielsweise:[31]

  • Priester sind grundsätzlich männlich.
  • Auch Gott selbst trägt überwiegend männliche Züge.[32]
  •  Stammbäume werden über die männliche Linie angegeben, die Frauen spielen dabei nur eine geringe Rolle (z. B. 1 Chr 1-9 (LUT)). Auch bei der Angabe der Nachkommenschaft werden Töchter üblicherweise übergangen (z. B. 2 Sam 3,2ff (LUT)).
  • Ein Mann kann mehrere Frauen und  Nebenfrauen haben, aber nicht umgekehrt (5 Mos 21,15f (LUT), 5 Mos 25,5ff (LUT)).[33]
  • Töchter werden als Eigentum der Väter, Ehefrauen als Eigentum der Ehemänner betrachtet (1 Mos 29,16ff (LUT)).
  • Eine Frau ist nach der Geburt einer Tochter doppelt so lange  unrein wie nach der Geburt eines Sohnes (3 Mos 12 (LUT)).
  • Fasst eine Frau im Streit einem Mann an die Geschlechtsteile, soll ihr die Hand abgehackt werden (5 Mos 25,11f (LUT)). Ein entsprechendes umgekehrtes Gebot fehlt.
  • Frauen werden als schwächer und unzuverlässiger dargestellt, Verräter sind oft weiblich (Nah 3,13 (LUT), Jos 2 (LUT), Ri 16 (LUT)).
  • Der mindere Wert der Frau wird auf drastische Weise in der Geschichte der Gräueltat der  Benjaminiter von Gibea vorgeführt (Ri 19 (LUT)), wo eine Nebenfrau von ihrem Mann einer Gruppe von Männern zur  Vergewaltigung überlassen wird, nachdem diese mit der Vergewaltigung seiner Gäste drohten. Dies schildert die Bibel allerdings als Skandal, der zu einem Krieg führte.

Andererseits stehen mehrere Frauen als positive Heldinnen im Mittelpunkt des Geschehens, so z. B.  Deborah,  Ruth und  Ester.

Diese streng patriarchalische Haltung wird oft mit dem allgemein verbreiteten „Zeitgeist“ in der Antike erklärt. In der Tat kamen solche Vorstellungen zu jener Zeit auch in anderen Gesellschaften als der jüdischen vor. Es gab jedoch auch damals bereits verschiedene Gesellschaften, in denen Frauen ein wesentlich größeres Ausmaß an persönlicher Freiheit und Gleichberechtigung genossen.[34][35]

Der negativen Kritik werden zwei Aspekte entgegen gehalten.

  • Manche deuten als Symbol der Zusammengehörigkeit und lehnen daher eine Begründung des Patriarchates nach Gen 2 (LUT) ab. Dennoch kann man nicht einfach über die Asymmetrie hinwegsehen, und dieses Bild hat darum auch besonders die Psychologen beschäftigt. So findet man beispielsweise die These, es gebe eine Art „Weiblichkeitsneid“ des Mannes, in Analogie (und in gewissem Ausmaß auch im Gegensatz) zum  freudschen Begriff des „ Penisneids“ bei der Frau.[36] Der Mann würde demnach mit dieser Konstruktion auf eine empfundene Bedrohung reagieren.[37][38]
  • Von philologischer Seite wird auf die Wortwahl verwiesen. Die Kapitel in Gen 2,4 (LUT) bis 23a benutzen konsequent die Bezeichnung adam, um den Menschen zu bezeichnen. Erst in Ex 2,23b (OT) wird zwischen isch („Mann“) und ischah („Frau“; bei Luther: „Männin“, um das die Zusammengehörigkeit ausdrückende Wortspiel genauer wiederzugeben) unterschieden. Die Grundlage des Menschen sei daher weder weiblich noch männlich, sondern er sei einfach „Mensch“.

Auch die Geschichte vom  Sündenfall (1 Mos 3 (LUT)) findet in diesem Zusammenhang das Interesse der Psychologen. Psychoanalytiker finden eine Verwandtschaft zum  Ödipuskonflikt: Der Sohn will und soll einerseits wie der Vater sein, andererseits hindern ihn Verbote des Vaters daran (Sigmund Freud). Nimmt man Gott als den Vater und Adam als den Sohn, so ergibt sich in der biblischen Geschichte ein ähnliches Verhältnis. Das göttliche Verbot soll ausdrücklich verhindern, dass der Sohn dem Vater gleich wird (1 Mos 3,22 (LUT)).[39]

Frauenbild und Sexualität im Neuen Testament[Bearbeiten]

Jesus zeigt Frauen gegenüber mehr Milde und Offenheit (Joh 8,3ff (LUT), Joh 4,7-29 (LUT)) als sein Umfeld. Zudem beschneidet er die Rechte der Männer (z. B. Mt 5,27f (LUT), Mt 5,31f (LUT), Mt 19,3ff (LUT)), was darauf hindeutet, dass sie ihre Rechte zu freizügig ausgenutzt hatten. Jesus hatte – vermutlich auch aus diesem Grund – besonders viele Frauen unter seinen Anhängern.

Paulus betont dann wieder eine traditionellere Sichtweise (1 Kor 11,7-12 (LUT), 1_Kor 14,33ff (LUT), Eph 5,24 (LUT)). Es wird hier deutlich, dass Paulus die Schöpfungsgeschichte bewusst patriarchalisch auslegt. Auch Petrus vertritt eine Haltung die mehr an der jüdischen Tradition orientiert ist (1 Petr 3,1-7 (LUT)). Der Gegensatz der Haltungen zwischen Jesus und Paulus wird von Kritikern immer wieder herausgestellt, und die Haltung der  Kirchenväter und der christlichen Kirche wird in der Tradition von Paulus gesehen. Paulus wird dabei vorgeworfen, zum Teil sogar noch die Strenge der jüdischen Traditionen zu übertreffen.[40][41]

Unter den Frauenbildern im Neuen Testament hat die Gottesmutter  Maria große Bedeutung. In weiten Teilen des Christentums findet man einen ausgeprägten  Marienkult, der sich im 19. und 20. Jahrhundert deutlich verstärkt hat. Kritiker stellen dabei heraus, dass die Madonna als geschlechtsloses Wesen gezeigt werde, was wiederum an das patriarchalische Prinzip anknüpfe.[42] Andere sehen dagegen die Madonna als eine Verkörperung des Mutterprinzips (z. B.  Mutterarchetyp nach  C. G. Jung).

Gesellschaftliche und psychologische Folgen[Bearbeiten]

Die patriarchalische Einstellung der Bibel, so das bibelkritische Argument, hat sich stark auf die Verhältnisse in den christlichen Gesellschaften ausgewirkt und diese Wirkung dauert noch an.[43] Mit Hinweis auf die Bibel werden bis heute patriarchalische Verhältnisse in Familie, Klerus und Gesellschaft gerechtfertigt.[44]

Siehe hierzu auch  Feministische Theologie,  Pelagianismus,  Zölibat,  Erbsünde.

Akzeptanz der Bibelkritik[Bearbeiten]

Die  historisch-kritische Methode ist heute an den Universitäten Standard der theologischen Forschung. Die wissenschaftliche Herangehensweise erfolgt so, als gäbe es Gott nicht (etsi Deus non daretur – eine auf  Hugo Grotius zurückgehende Formel). Demnach ist der disziplinierte, fachlich geschulte und kritische menschliche Verstand die letzte Instanz in der Frage nach der Wahrheit.

In vielen  Konfessionen bleibt die Klärung von Interpretationsfragen jedoch den religiösen Autoritäten vorbehalten. So untersteht in der  Römisch-Katholischen Kirche „alles das nämlich, was die Art der Schrifterklärung betrifft, …letztlich dem Urteil der Kirche, die den göttlichen Auftrag und Dienst verrichtet, das Wort Gottes zu bewahren und auszulegen“[45]. Andere Bekenntnisse (z. B. die  Evangelischen Kirchen) überlassen die Auslegung der Bibel dem Einzelnen, der sich dazu gegebenenfalls auch des Gebets und der Meditation bedient oder auch weiterführende Literatur und religiöse Autoritäten konsultiert ( Martin Luther: „ sola scriptura“).

Einige Anhänger der sich auf die Bibel als Heilige Schrift beziehenden Religionen und Bekenntnisse halten Kritik an der Bibel grundsätzlich für unzulässig oder gar für eine Form von  Blasphemie.  Evangelikale Strömungen pflegen diese Ansicht, die  Fundamentalistische Hermeneutik und der  Biblizismus betreiben diesen kritiklosen Umgang mit der Bibel in der  Theologie.

 Liberale,  aufgeklärte und  pluralistische Gesellschaften lassen im Rahmen der allgemeinen Meinungsfreiheit auch öffentliche Kritik an der Bibel zu. In früheren Epochen war Bibelkritik oftmals mit scharfen Sanktionen bedroht, die dazu führten, dass kritische Texte anonym herausgegeben und konspirativ verteilt wurden,[46] oder erst nach dem Tod des Verfassers veröffentlicht werden konnten.[47] Daher sind auch Texte verloren gegangen, deren Inhalt heute nur noch indirekt erschlossen werden kann.[48]

Gesetzlich eingeschränkt ist die Bibelkritik in  säkularen Gesellschaften kaum. In Deutschland beispielsweise ist sie nur dann strafbar, wenn sie „geeignet ist, den öffentlichen Frieden zu stören“ ( § 166)  Strafgesetzbuch. Auch  satirische oder  polemische Bibelkritik ist vom  Grundrecht auf  Meinungsfreiheit geschützt, soweit dabei nicht die Grenzen des § 166 überschritten werden. [49].

Kontroversen zwischen Bibelkritikern und Anhängern der Irrtumslosikeit[Bearbeiten]

Die Argumente von Bibelkritikern wie  Robert Green Ingersoll sind implizit oder explizit auch als Argument gegen die  göttliche Inspiration oder die Irrtumslosigkeit der Bibel zu verstehen. [50] Sie gehen davon aus, dass die Bibel reines Menschenwerk sei. In Widersprüchen und Ungereimtheiten sehen sie eine Bestätigung dieser Sichtweise.[51]

Die Reaktionen von Christen sind sehr unterschiedlich, je nach ihrem Bibelverständnis:

Fundamentalistisches Bibelverständnis: Verbalinspiration und Irrtumslosigkeit[Bearbeiten]

Von der Annahme ausgehend, die gesamte Bibel sei von Gott inspiriert ( Verbalinspiration), begreift bis heute ein großer Teil der  evangelikalen Bewegung die Bibel als Geschichtsbuch und betont, dass „die Bibel absolut irrtumslos und unfehlbar“ sei.[52] Die Chicago Erklärung zur Irrtumslosigkeit der Heiligen Schrift von 1978, betont, „dass die Schrift in ihrer Gesamtheit irrtumslos und damit frei von Fehlern, Fälschungen oder Täuschungen ist;“[53] dies umfasse auch  naturwissenschaftliche Aussagen ( Biblischer Fundamentalismus).

Aus dieser Sicht wird jede Kritik, die der Bibel Fehler, Irrtümer oder Widersprüche bescheinigt, für fehlerhaft gehalten und als grundsätzliche Kritik an der Bibel und damit an der Grundlage des christlichen Glaubens wahrgenommen. Die Existenz von echten Widersprüchen im Bibeltext wird abgestritten. Augenscheinliche Widersprüche werden als Resultate von Interpretationsfehlern erklärt; sie könnten durch korrekte Interpretation ausgeräumt werden. Wenn Erkenntnisse aus den Wissenschaften der Bibel entgegenstehen, so werden diese abgelehnt. Teilweise führt dies zu einer generellen Ablehnung der  historisch-kritischen Methode in der Theologie.[54]

Alternativen zum fundamentalistischen Bibelverständnis[Bearbeiten]

Symbolische Interpretation[Bearbeiten]

Ein anderer Ansatz zur Verteidigung der Auffassung, die Bibel sei fehlerfrei, besteht in der Erklärung, bestimmte Texte der Bibel seien von vornherein nicht wörtlich gemeint gewesen. Kritische Hinweise auf Fehler im wörtlich verstandenen Inhalt des Bibeltextes gingen deshalb an der Sache vorbei: So könne man Kritik an einer fundamentalistischen Interpretation der Bibel begründen, nicht jedoch Kritik an der Bibel selbst.

Für Vertreter dieser Auffassung entfällt die Notwendigkeit, Irrtümer und Widersprüche im wörtlich verstandenen Inhalt bestimmter Bibeltexte abzustreiten und entgegenstehende Ergebnisse aus den Wissenschaften abzulehnen.

Auf welche Bibeltexte im Einzelnen die Behauptung zutrifft, sie seien von vornherein nicht wörtlich gemeint gewesen, das ist dabei eine Frage der Interpretation, und darüber gibt es keine allgemeine Einigkeit.[55]

Göttliche Inspiration und menschliche Fehlbarkeit[Bearbeiten]

Andere Christen vertreten die Auffassung, die Bibel sei zwar göttlich inspiriert, aber von Menschen verfasst. So könne das Zustandekommen von Irrtümern und Widersprüchen im Bibeltext mit dem Anteil fehlbarer Menschen an der Entstehung der Bibel erklärt werden, ohne die Überzeugung in Frage zu stellen, dass wichtige Aussagen der Bibel vom Geist Gottes geprägt seien. Aufgeschlossenheit gegenüber wissenschaftlichen Erkenntnissen wird so auch in Fällen möglich, in denen diese Erkenntnisse im Widerspruch zu solchen Bibelstellen stehen, bei denen die Interpretation, sie seien „nicht wörtlich gemeint“, auf allgemeine Skepsis stoßen würde.

Welche Bibeltexte im Einzelnen auf göttliche Inspiration zurückzuführen sind, das ist eine Frage der Interpretation.

Zum Beispiel:

  • Weit verbreitet ist die Auffassung, dass die Schöpfungsgeschichten sowie die Geschichten von der Sintflut und vom Turmbau zu Babel keine Tatsachenberichte seien, sondern Glaubensaussagen, eingekleidet in naturkundliche und mythologische Vorstellungen ihrer Entstehungszeit.
  • Diese Auffassung lässt sich auch auf weitere Teile der Bibel ausdehnen, z. B. auf die Geschichten von den  Erzvätern  Abraham,  Isaak und  Jakob. Teilweise wird für die Tatsachenberichte in der Bibel darauf hingewiesen, dass sich im Laufe der bis zu dreitausendjährigen Überlieferung Ungenauigkeiten und Fehler eingeschlichen haben könnten.
  • Teilweise wird die Auffassung, bestimmte Bibelstellen seien zeitbedingt und Menschenwerk, nicht nur für naturkundliche und historische Aussagen vertreten, sondern auch für ethische Vorstellungen und für Aufforderungen zu bestimmten Verhaltensweisen. So schrieb der evangelische Theologe  Heinz Zahrnt: „Wenn der Apostel Paulus über die Frauen sagt, dass sie zu Hause ihren Männern gehorchen und in der Gemeinde schweigen sollten, dann spricht daraus eher der Zeitgeist als der Heilige Geist und mehr der Junggeselle als der Apostel.“[28]
  • Die  Katholische Kirche lehrt: Es „ist von den Büchern der Schrift zu bekennen, dass sie sicher, getreu und ohne Irrtum die Wahrheit lehren, die Gott um unseres Heiles willen in heiligen Schriften aufgezeichnet haben wollte“ ( Katechismus der Katholischen Kirche, Nr. 107[56]). Dies kann so interpretiert werden, dass Irrtumslosigkeit nur für Glaubensaussagen in Anspruch genommen werde, aber nicht unbedingt für naturwissenschaftliche und historische Tatsachenbehauptungen.
  • Einige Theologen, unter ihnen  Rudolf Bultmann, befürworten eine weitgehende  Entmythologisierung der Bibel. Sie erklären bestimmte Geschichten als  Mythen, die nicht zur Überlieferung von Tatsachen bestimmt seien, sondern zur Verkündigung von Glaubensinhalten.

Die Art und Weise, in der nichtfundamentalistische Christen ihre Unterscheidungen vornehmen – sei es in der Frage, welche Texte wörtlich zu verstehen sind und welche nicht, sei es in der Frage, welche Texte als Werk fehlbarer Menschen aufzufassen sind und welche die Verbindlichkeit von göttlich inspirierten Texten in Anspruch nehmen können – wird teilweise sehr kritisch kommentiert. So schreibt  Hans Albert: „Bultmann kommt […] zu völlig willkürlichen Entscheidungen darüber, was zu eliminieren ist und was nicht. Die Engel und die Wunder will er eliminieren, die Gottesvorstellung und das Heilsgeschehen scheint er lieber ‚interpretieren‘ zu wollen.“[57] Albert nennt die Entmythologisierung „ein hermeneutisches Immunisierungsverfahren für den Teil des christlichen Glaubens, den moderne Theologen […] unter allen Umständen retten möchten“. Er spricht von „Abbruch der Kritik am entscheidenden Punkt“ und meint, „dass ein konsequentes Wahrheitsstreben mit dieser Strategie auf jeden Fall unvereinbar ist.“[58]

 Dietrich Bonhoeffers Kritik an Bultmann kommt in seinem Brief an  Eberhard Bethge vom 5. Mai 1944 zu einer ganz anderen Auffassung: „Du erinnerst Dich wohl des Bultmannschen Aufsatzes über die ,Entmythologisierung‘ des Neuen Testamentes? Meine Meinung dazu würde heute die sein, daß er nicht ,zu weit‘, wie die meisten meinten, sondern zu wenig weit gegangen ist. Nicht nur mythologische Begriffe wie Wunder, Himmelfahrt etc., sondern die ,religiösen Begriffe‘ schlechthin sind problematisch. Man kann nicht Gott und Wunder voneinander trennen (wie Bultmann meint), aber man muß beide ,nicht-religiös‘ interpretieren und verkündigen können. Bultmanns Ansatz ist eben im Grunde doch liberal.“[59]

Siehe auch[Bearbeiten]

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. KKK Nr. 136
  2. Es ergeben sich daraus nicht nur Konflikte mit den Wissenschaften, sondern auch mit anderen Religionen und Konfessionen.
  3. (Quellen: Dürr, Küng, C.F.v. Weizsäcker)
  4.  Reimarus: „die Apostel sind selber Lehrer und tragen das ihrige vor“; in: Vom Zwecke Jesu und seiner Jünger
  5. Beispiele sind hier  Karlheinz Deschner oder  Jean Meslier.
  6. Origenes meint, sogar Gott selbst könne für den guten Zweck lügen: „Sagst du nicht selbst, Celsus, dass man Irreführung und Lüge einmal ‚als Heilmittel anwenden darf‘? Wäre also die Anwendung eines solchen Mittels ungereimt gewesen, wenn ein solches Mittel die Erlösung hätte vollbringen können? Denn mancher ist so geartet, dass er mit einigen Unwahrheiten, wie sich deren die Ärzte zuweilen ihren Kranken gegenüber bedienen, eher auf den rechten Weg gebracht wird als mit der reinen Wahrheit. […] Denn es ist nicht ungereimt, wenn der, welcher ‚kranke Freunde heilt‘, auch die Menschheit, die er liebt, durch Anwendung solcher Mittel ‚geheilt hat‘, die man nicht vorzugsweise, sondern nur nach Umständen brauchen dürfte“ (Contra Celsus 4,19). Vergleiche zu dieser Ansicht aber auch 4 Mos 23,19 (LUT).
  7. Eckhard J. Schnabel: „Für die biblische, alt- und neutestamentliche Tradition, für die Lüge, Täuschung und Verführung in grundlegender Weise eine Verwerfung der Wahrheit Gottes und Anschluss an den Gegenspieler Gottes waren, kann dasselbe Interesse an authentischen Texten vorausgesetzt werden: Der sich Israel offenbarende Gott ist ‚eifersüchtig‘ und bestraft Anmaßung in kultischpriesterlichen und prophetischen Dingen aufs strengste.“; in: Der biblische Kanon und das Phänomen der Pseudonymität, in: Jahrbuch für evangelikale Theologie 3 (1989))
  8. Eckhard J. Schnabel: „Wenn es die Pseudonymität nicht auf Täuschung angelegt hätte, wäre sie nicht notwendig. Pseudepigraphische Texte – besonders solche, die Lehrautorität beanspruchen – erzielen nur dann ihre beabsichtigte Wirkung, wenn sie den Leser tatsächlich und effektiv täuschen. Wenn die Täuschung erkannt würde, hätten die zu vermittelnden Argumente ihre Glaubwürdigkeit vollends verloren.“ Sein Schluss: „Kanonizität vom Geist Gottes inspirierter, Offenbarung kommunizierender autoritativer Schriften und Fiktion implizierende Pseudonymität schließen einander aus.“ (ebenda)
  9. Kassühlke: „Das Neue Testament liegt in etwa 35 Fassungen vor, das Alte Testament in 23, dazu kommen noch etliche Übersetzungen einzelner biblischer Bücher“ (hier sind nur die deutschsprachigen Übersetzungen gemeint). „Leider haben wir für keine einzige biblische Schrift das Original des Verfassers vorliegen. Alle Handschriften, auch die allerältesten, sind Kopien aus späteren Jahrhunderten, die im Wortlaut vielfältig voneinander abweichen.“; in: Eine Bibel – viele Übersetzungen; ISBN 3417205603
  10. Was ein Sklave tun soll, wenn er frei werden kann, dazu äußerte sich der Apostel  Paulus in 1 Kor 7,21 (ELB). Aber ob das nun so zu verstehen ist, dass der Sklave von dieser Möglichkeit Gebrauch machen soll, oder im Gegenteil so, dass er lieber Sklave bleiben soll – dazu gibt es unterschiedliche Meinungen. In verschiedenen Übersetzungen fiel die Entscheidung für mehrere Möglichkeiten. Die Möglichkeit, dass der Sklave die Gelegenheit zum Freiwerden nutzen soll, ist u. a. in folgenden Übersetzungen zu finden: Übersetzung nach Luther 1 Kor 7,21 (LUT), New International Version 1 Kor 7,21 (NIV), Today’s New International Version 1 Kor 7,21 (TNIV), New Int. Readers Version 1 Kor 7,21 (NIRV), King James Version 1 Kor 7,21 (KJV); auch die Elberfelder Übersetzung 1 Kor 7,21 (ELB) favorisiert diese Möglichkeit, merkt aber an: „viell. auch: bleib lieber dabei“. Die Einheitsübersetzung hingegen favorisiert die Möglichkeit „lebe lieber als Sklave weiter“ 1 Kor 7,21 (EU), merkt jedoch an: „Der griechische Wortlaut des Verses und der Zusammenhang des Abschnitts empfehlen diese Übersetzung. Es gibt aber auch Gründe für das Verständnis: Ergreif lieber die Gelegenheit (frei zu werden).“, in: Die Bibel, Einheitsübersetzung; Stuttgart: Katholische Bibelanstalt, 1980; ISBN 3-451-18988-7
  11. 2 Tim 3,16 (ELB) beginnt nach der Elberfelder Übersetzung mit den Worten: „Alle Schrift ist von Gott eingegeben1 und2 nützlich zur Lehre3“, merkt aber u. a. an: „2 Andere üs.: Alle von Gott eingegebene Schrift ist auch“
  12. Udo Schnelle: „Mk 16, 9–20 werden vom  Vaticanus und  Sinaiticus nicht überliefert, d. h. die älteste erhaltene Version des Markusevangeliums endet mit Kap. 16, 1-8. Es ist umstritten, ob das Evangelium schon immer mit Mk 16, 1-8 abschloß oder der ursprüngliche Markusschluß verlorenging. […] Es muss deshalb ernsthaft mit der Möglichkeit gerechnet werden, daß der ursprüngliche Markusschluß verlorenging.“; in: Einleitung in das Neue Testament, S. 250; ISBN 3-8252-1830-9; Mk 16 (EU))
  13. z. B. Nestle-Aland: Das Neue Testament. Griechisch und Deutsch; ISBN 3-438-05406-X sowie ISBN 3-920609-32-8; für das Alte Testament Emanuel Tov: Der Text der Hebräischen Bibel. Handbuch der Textkritik; ISBN 3170135031.
  14. Arno Schmidt in  Atheist ? : Allerdings !: „Solange man als die reinste Quelle ‚Göttlichster Wahrheit‘, als heilige Norm der ‚Vollendetsten Moral‘, als Grundlage von Staatsreligionen ein Buch mit, milde gerechnet, 50000 Textvarianten (also pro Druckseite durchschnittlich 30 strittige Stellen!) proklamiert; dessen Inhalt widerspruchsvoll und oft dunkel ist; selten auf das außerpalästinensiche Leben bezogen; und dessen brauchbares Gute (schon vor ihm und zum Teil besser bekannt) auf unhaltbaren Gründen eines verdächtig-finsteren theosophischen Enthusiasmus beruht : solange verdienen wir die Regierungen und Zustände, die wir haben!“
  15.  Katechismus der Katholischen Kirche, Nr. 104: „In der Heiligen Schrift findet die Kirche ständig ihre Nahrung und ihre Kraft [Vgl. DV 24.], denn in ihr empfängt sie nicht nur ein menschliches Wort, sondern was die Heilige Schrift wirklich ist: das Wort Gottes [Vgl. l Thess 2,13.].“
  16. Nr. 100
  17. Schon ein früher Christentumskritiker, Celsus, der zeitbedingt noch einen Horizont hatte, der sich auf den Mittelmeerraum im weiteren Sinn beschränkte, übte Kritik daran: „Wenn Gott, wie der Jupiter der Komödie, nach dem Erwachen von einem längeren Schlummer die menschliche Rasse vom Übel zu befreien trachtete, warum sendete er dann diesen Geist, von dem Du redest, in eine Ecke der Welt? Er hätte ihn in ähnlicher Art und Weise in viele Leiber blasen sollen, und sie in alle Welt hinaus schicken. Der Komödiendichter hat nun, um im Theater Gelächter zu erzeugen, geschrieben, dass Jupiter nach seinem Erwachen den Merkur zu den Athenern und den Lakedaimoniern schickte; aber meinst Du nicht, dass Du Gottes Sohn noch lächerlicher gemacht hast, indem Du ihn zu den Juden schicktest?“; zitiert nach: Origenes: Gegen Celsus, Buch 6. Eigene Übersetzung
  18. Arno Schmidt verschärft diese Ansicht in polemischer Weise in Atheist ? : Allerdings ! so: „Was würden wir heute sagen, wenn ein junger Mann aus irgendeinem unbedeutenden Zwergstaat käme; einem der immer wieder vorhandenen und nicht nur ,wirtschaftlich unterentwickelten‘ Ostgebiete; keiner der großen Kultursprachen mächtig; völlig unbekannt mit dem, was in Jahrtausenden Wissenschaft, Kunst, Technik, auch frühere Religionen, geleistet haben – und ein solcher stellte sich vor uns hin mit den dicken Worten: ‚Ich bin der Weg; und die Wahrheit; und das Leben‘? Wir müßten’s uns durch einen herbeigerufenen Dolmetsch erst noch mühsam aus dem barbarischen Dialekt übersetzen lassen – würden wir nicht halb belustigt, halb verständnislos ihm raten : ‚Junger Mensch: Lebe erst einmal und lerne: und komme dann in 30 Jahren wieder!‘?“
  19. Siehe dazu z. B. Walter-Jörg Langbein: Lexikon der Irrtümer des Neuen Testaments, S. 63ff
  20. In seinem Werk Earth not a Globe führt  Samuel B. Rowbotham zahlreiche Bibelzitate an, die nach seiner Ansicht die Weltsicht der flachen Erde stützen oder voraussetzen (Kapitel 15).
  21. Eine prominente Bibelstelle, die für ein geozentrisches Weltbild zu sprechen scheint, und auf die sich Befürworter des geozentrischen Weltbildes bezogen, ist Jos 10,13 (LUT).
  22. Das christliche Sündenverständnis geht zu einem guten Teil auf die  Bergpredigt zurück. Die Kritik an der Moral der Bergpredigt ist ein immer wiederkehrendes Thema in der Auseinandersetzung um die Bibel und den christlichen Glauben. Ein früheres (18. Jh.) von vielen Beispielen für eine kritische Betrachtung dieser Lehre wird von d’Holbach im 10. Kapitel seiner Histoire Critique de Jesus Christ vorgestellt.
  23. Manfred Keßler, Abitur-Training. Evangelische Religion 1. Der Mensch zwischen Gott und Welt. Grundkurs, S. 70; ISBN 3-89449-220-1
  24. Diese Diskrepanz in der Darstellung Gottes zwischen AT und NT erschien  Marcion so groß, dass er davon ausging, es könne sich nicht um den gleichen Gott handeln, und folglich das gesamte AT als heilige Schrift verwarf.
  25.  Gerhard Vinnai: „Wo man zu solchen Spaltungen Zuflucht nimmt und diese von religiösen Interpretationen gestützt werden, tendiert man dazu, das Böse nicht an sich selbst zu akzeptieren, sondern es außerhalb seiner selbst, am Andern, am Fremden auszumachen. Das begünstigt die Verfolgung derjenigen, auf die die am eigenen Selbst verleugneten destruktiven Regungen verschoben werden.“; http://www.vinnai.de/gewalt.html
  26. 26,0 26,1 Franz Buggle: Denn sie wissen nicht, was sie glauben; S. 31 (in den Vorbemerkungen zur überarbeiteten Auflage)
  27. Franz Buggle: Denn sie wissen nicht, was sie glauben; S. 95
  28. 28,0 28,1 Heinz Zahrnt: Warum ich glaube. Meine Sache mit Gott, S. 71f, ISBN 3-492-02307-X; Hervorhebung Zahrnt. In der Bibel ist die Aufforderung zur Ausrottung der Amalekiter nachzulesen unter Dtn 25,17-19 (LUT) oder Dtn 25,17-19 (GNB).
  29. Die Ansicht, die Ethik bedürfe eines religiösen Fundamentes, oder genauer gesagt eines Regeln gebenden Gottes, ist weit verbreitet. Sie findet Ausdruck im Dostojewski zugeschriebenen Ausspruch „Ohne Gott ist alles erlaubt.“ Es ist jedoch durchaus möglich, eine Ethik auch ohne Rückgriff auf religiöse Vorstellungen oder Offenbarungen zu entwickeln. Siehe dazu z. B.  Mackie: Ethik. Angesichts von häufig vorkommenden religiös motivierten Gewalttaten wird die prinzipielle Überlegenheit religiös begründeter Ethiken auch immer wieder bestritten.
  30. Z. B.  Erich Fromm: „Der biblische Schöpfungsmythos beginnt dort, wo der babylonische Mythos endet … Im Gegensatz zu den Tatsachen wird der Mann nicht durch die Frau geboren, sondern die Frau wird aus dem Manne geschaffen.“; in: Das Christusdogma, S. 115f
  31. Siehe dazu auch  Karlheinz Deschner: Das Kreuz mit der Kirche, Kap. 4
  32. Zu den Ausnahmen gehören Jes 66,13 (LUT), Jes 49,15 (LUT); neben antropomorphen Bildern werden aber auch andere verwandt, z. 1 Mos 49,24 (LUT), 5 Mos 32,18 (LUT), Jer 2,13 (LUT), Jer 17,13 (LUT).
  33. Bei manchen Königen spricht die Bibel von einer großen Zahl von Frauen und Nebenfrauen, z. B. bei Salomo (1 Kön 11,3 (LUT)). Auch sein Vater David hatte viele Nebenfrauen (1 Chr 14,3 (LUT), 2 Sam 20,3 (LUT), 2 Sam 5,13 (LUT))
  34. Im direkten jüdischen Blickfeld war die  Situation in Ägypten, wo Frauen schon in pharaonischer Zeit die freie Partnerwahl hatten, und auch sonst große Autonomie. Siehe dazu z. B.  Peter H. Schulze: Frauen im alten Ägypten, ISBN 3404641191
  35. In der griechischen Mythologie und Geschichte kommen Frauenfiguren öfter in einer durchaus autonomen und selbstbewussten Lage vor, wie z. B. die  Amazonen, verschiedene Göttinnengestalten wie  Hera oder  Athene, oder auch  Sappho und ihre Schülerinnen auf  Lesbos. In  Sparta waren Frauen zwar nicht gleichgestellt, genossen aber etliche Rechte, die einer Jüdin nicht zustanden, wie z. B. Besitz- und Erbrechte.
  36. Z. B. Zilboorg: „Das Gefühl der Vaterschaft ist im Grunde ein weibliches Attribut, das sich schließlich der Mann bei dem Versuch zu eigen macht, seine Herrschaft über die Frau, die periodisch durch ihr Kindergebären ihre Überlegenheit beweist, zu sichern und sich selbst zu beruhigen. Ich neige zu der Annahme, daß nicht der Penisneid der Frau, sondern der Weiblichkeitsneid des Mannes psychogenetisch älter und deshalb von grundlegender Bedeutung ist.“; in: Männlich und Weiblich. Biologische und kulturelle Aspekte; in:  Hagemann-White (Hg.): Frauenbewegung und Psychoanalyse, 1979)
  37. Gerhard Vinnai: „Durch die Bedrohung, die für sie vom Weiblichen ausgeht, wird die männliche Psyche zu Phantasien und Realitätskonstruktionen provoziert, die das Weibliche zu etwas Sekundärem machen, um seine verführerische und zugleich bedrohliche Macht zu brechen. Die Vorstellung, die der biblischen Konstruktion zugrunde liegt, dass der männliche Phallus und damit auch der männliche Samen allein ein aktives Zeugungsprinzip repräsentieren, entspricht einem uralten patriarchalischen Mythos. Die Mutter ist diesem Mythos zufolge allenfalls eine Art Brutkasten oder Blumentopf, in den der männliche Samen eingelegt wird, um sich zu entwickeln. Im männlichen Samen ist ihm zufolge bereits der ganze Mensch enthalten.“ (Jesus und Ödipus)
  38. Siehe auch  Ranke-Heinemann: Eunuchen für das Himmelreich. Katholische Kirche und Sexualität; Hamburg 1989
  39. Vinnai: „Freuds Konstruktion zeigt ebenso wie die biblische einen widersprüchlichen Anspruch der Autorität gegenüber dem Sohn, die für diesen zu tragischen Verwicklungen führt. In der Bibel ist das, was Adam von seinem Vater Gott vorenthalten wird, die ,Erkenntnis des Guten und Bösen‘. Bei Freud ist der Sohn mit einem Verbot des Vaters konfrontiert, das sich auf die Sexualität bezieht: Sie soll dem Vater in der Beziehung zur Mutter vorbehalten bleiben. Durch die psychoanalytische Interpretation gilt es aufzuzeigen, dass beide Verbote miteinander verwandt sind.“ – „Zuerst ist im [biblischen] Text Männliches und Weibliches gleichermaßen ursprünglich vorhanden, später wird das Weibliche aus einer Rippe Adams, die als Symbol des männlichen Phallus interpretiert werden kann, geschaffen. Schon diese widersprüchliche Konstellation verweist darauf, dass das Geschlechterverhältnis in der Bibel Probleme aufwirft, mit denen das Christentum nicht zu Rande kommt. Der biblische Text paßt zu einer patriarchalischen Tradition, die auch später im Verlauf der europäischen Geschichte Vorrang hatte und die von der Abwehr des Weiblichen lebt.“ (ebenda)
  40.  Simone de Beauvoir: „Die christliche Ideologie hat nicht wenig zur Unterdrückung der Frau beigetragen. […] Die leidenschaftlich antifeministische Tradition des Judentums lebt im Apostel Paulus fort. Der hl. Paulus gebietet den Frauen unauffällige Zurückhaltung; auf das alte und das neue Testament gründet er das Prinzip der Unterordnung der Frau unter den Mann.“; Das andere Geschlecht, Buch 1, Teil 2, Kap. 4)
  41. Karlheinz Deschner stellt in Das Kreuz mit der Kirche die beiden Positionen gegeneinander (Kap. 6&7): „An Jesus hat die christliche Askese keine Stütze. Zölibat, Frauen- und Ehediskriminierung, die Fasten- und anderen Kasteiungspraktiken vertritt er so wenig wie Militarismus oder Ausbeuterei. […] Es fällt nicht schwer, sich die Radikalität vorzustellen, mit der Jesus das Triebleben verdammt hätte, wäre es ihm darum zu tun gewesen. Doch pflegte er Umgang selbst mit Sündern und Huren. […] Mit Frauen verkehrte Jesus in voller Freiheit. Er hielt sie nicht für minderwertig und setzte sie nirgends zurück“, doch „Paulus […] induzierte nicht nur eine Reihe scharf antijesuanischer, das Christentum recht eigentlich erst begründender Dogmen, sondern führte auch schon die Diffamierung der Sexualität ein, die Zurücksetzung der Frau, die Geringschätzung der Ehe und die Askese. […] Mit solchen Attacken gegen die Lust […] sinkt Paulus noch unter das Judentum seiner Zeit“.
  42.  Christina von Braun: „Nur wenn die Mutterschaft als ungeschlechtlich gesehen wird, kann auch der Vater zur Mutter werden. Es zeigt sich, daß der Widersinn keiner ist: das Bild der omnipotenten und asexuellen Mutterschaft dient zugleich der Eliminierung der Mütter und der Verwandlung der ‚geistigen Vaterschaft‘ in eine Mutterschaft. Ein deutliches Symptom für diese Entwicklung ist die Belebung des Marienkultes im aufbrechenden Industriezeitalter. Neumann, wie viele andere Autoren, sieht im Madonnenkult ein Relikt der matriarchalischen Gesellschaften. Er betrachtet die ‚Muttergottes‘ als Erbin der ‚Großen Mutter‘ der Frühgeschichte, die sich trotz des Christentums gehalten habe. In Realität hat die Madonna aber nichts mit der ‚Großen Mutter‘ gemeinsam: sie verfügt weder über eine eigene Sprache noch über Sexualität und eigene Fruchtbarkeit. Sie ist geschlechtslos – und eben das macht sie zu einer geeigneten Projektionsfläche für eine männliche Mutterschaft. Eben weil sie keine Frau ist, wird die Heilige Jungfrau zum Ideal der Mütterlichkeit erhoben. Das asexuelle Mutterbild liefert den Beweis dafür, daß die Mutterschaft nichts mit der Geschlechtszugehörigkeit zu tun haben kann; sie bezeugt, daß auch der Mann Mutter werden kann. Deshalb – und eben nicht aus Verehrung für die Frau – wird 1854 das Dogma von der unbefleckten Empfängnis verkündet und sind fast alle Wallfahrtsorte, die seit dem Beginn der Industrialisierung entstehen, dem Marienkult gewidmet. Weil man in der Madonna ein Sinnbild männlicher Mutterschaft sieht, wird 1950 das Dogma der leiblichen Himmelfahrt Marias verkündet, das sie für den katholischen Gläubigen beinahe auf die gleiche Stufe stellt wie den Erlöser.“; Nicht Ich. Logik Lüge Libido; 1985
  43. Karlheinz Deschner: „Obwohl das Christentum heute geistig beinahe bankrott ist, prägt es noch immer entscheidend unsere Sexualmoral, sind die formalen Beschränkungen unseres Geschlechtslebens grundsätzlich noch fast wie im 15. oder 5. Jahrhundert, wie zur Zeit von Luther oder Augustin. Das aber betrifft jeden in der westlichen Welt, selbst Nichtchristen und Antichristen. Denn noch immer bestimmt, was irgendwelche nomadisierenden Ziegenhirten vor zweieinhalbtausend Jahren dachten, die offiziellen Kodices von Europa bis Amerika; besteht ein handgreiflicher Zusammenhang zwischen den Sexualanschauungen der alttestamentlichen Propheten oder des Paulus, und der strafrechtlichen Verfolgung von Unzucht in Rom, Paris oder New York.“; aus dem Vorwort von: Das Kreuz mit der Kirche)
  44. Das gilt für das Judentum ebenso wie für die meisten christlichen Konfessionen. Die religiösen Autoritäten machen auch weiterhin regelmäßig ihren Einfluss geltend, um diese Verhältnisse zur gesellschaftlichen Norm zu machen. Autorinnen aus dem feministischen Spektrum haben sich diesem Thema häufig gewidmet. Siehe z. B.  Elizabeth Cady Stanton: „Der Kanon und das Zivilrecht; Kirche und Staat; Priester und Gesetzgeber; alle politischen Parteien und religiösen Bekenntnisse haben gleichermaßen gelehrt, dass Frauen nach, aus und für den Mann gemacht wurden, ein minderwertiges Wesen, dem Mann unterworfen. Glaubensbekenntnisse, Gesetzbücher, Schriften und Statuten basieren alle auf dieser Idee. Die Moden, Formen, Zeremonien und Bräuche der Gesellschaft, kirchlicher Ritus und Disziplin erwachsen alle aus dieser Idee. […] Die Bibel lehrt, dass die Frau Sünde und Tod in die Welt gebracht hat, den Fall des Menschengeschlechts herbeigeführt hat, dass sie vor dem Richterstuhl des Himmels angeklagt, abgeurteilt und bestraft wurde. Die Ehe sollte für sie ein Zustand der Knechtschaft sein, Mutterschaft eine Zeit des Leidens und der Qual sein, und in Schweigen und Unterordnung sollte sie die Rolle einer von des Mannes Großzügigkeit Abhängigen spielen, und für all die Information die sie über die wesentlichen aktuellen Fragen wünschen mag befahl man ihr zu Hause ihren Mann zu fragen. Dies ist die biblische Position der Frau in Kürze zusammengefasst. Diejenigen, die die göttliche Einsicht haben, dieses traurige und bemitleidenswerte Objekt in eine erhabene und würdevolle Persönlichkeit übersetzen, tauschen und verklären wollen, die es wert ist Mutter unseres Geschlechts zu sein, muss man beglückwünschen zu ihrer Teilhabe an der okkulten mystischen Kraft der östlichen Mahatmas. Das gewöhnliche Englisch für den normalen Verstand erlaubt keine solch freie Interpretation. Die ungeschminkten Texte sprechen für sich selbst. Das kanonische Gesetz, Kirchenriten und Schriften sind homogen, und alle spiegeln den gleichen Geist und die gleichen Empfindungen.“; Eigene Übersetzung aus der Einleitung von The Woman’s Bible
  45.  Katechismus der Katholischen Kirche Nr. 119
  46. Dies war bei bibelkritischen Werken der Aufklärung und davor häufig der Fall. Beispiele sind Werke von d'Holbach, Voltaire oder Reimarus.
  47. Z. B. das Testament des Abbé Meslier
  48. So z. B. das bibelkritische Werk des Kelsos, das heute nur noch über die Erwiderung des Origenes erhalten ist.
  49. Wo diese Grenzen zu setzen sind, ist immer wieder Gegenstand öffentlicher Auseinandersetzungen wie auch der Paragraph selbst: Von einigen wird seine Verschärfung gefordert (u. a. von der  CSU-Landesregierung von Bayern [1]), von anderen seine Abschaffung: beispielsweise vom Parlamentarischen Geschäftsführer der Grünen, Volker Beck (Quelle:  Die Welt vom 30.11.2006)
  50. Siehe z. B. Robert Green Ingersoll: A Few Reasons for Doubting the Inspiration of the Bible. (auf Englisch)
  51.  Arno Schmidt: „Die Theologen wollen mit Gewalt aus der Bibel ein Buch machen, worin kein Menschenverstand ist. Die Haare stehen einem zu Berge, wenn man bedenkt, was für Mühe auf ihre Erklärung gewendet worden ist; und was war am Ende, nach Jahrtausenden, der jedem Unbefangenen von vornherein selbstverständliche Preis all der Bemühungen? Kein anderer als der: Die Bibel ist ein Buch, von Menschen geschrieben, wie alle Bücher.“; aus:  Atheist ? : Allerdings !
  52. Johannes Vogel, Breckerfeld; in: idea-Pressedienst 46/004
  53. zitiert nach: idea-Pressedienst 25/2003
  54. z. B. Eta Linnemann, Original oder Fälschung, Historisch-kritische Theologie im Licht der Bibel.
  55. Ein bekanntes Beispiel für einen Streit darüber, ob eine bestimmte Bibelstelle eher wörtlich oder eher symbolisch zu verstehen sei, ist der  evangelische Abendmahlsstreit
  56. KKK Nr. 107
  57. Albert: Traktat über Kritische Vernunft, S. 133
  58. Albert: Traktat über Kritische Vernunft, S. 134f
  59. Dietrich Bonhoeffer: Widerstand und Ergebung, hg. von Eberhard Bethge; Brief an E. Bethge vom 5. Mai 1944; München, Hamburg: 1970

Literatur[Bearbeiten]

Allgemeines zum Thema Bibel[Bearbeiten]

  • Die Bibel. Eine Biografie
    • von Martin Urban
      • Aus ihrer Entstehungsgeschichte wird die Bibel neu interpretiert. Sehr lesenswert.
  • Der grosse Boss: Das Alte Testament unverschämt fromm neu-erzählt
    • Fred Denger
      • lesbare Version des alten Testamentes

Bibelkritische Literatur[Bearbeiten]

  •  Franz Buggle: Denn sie wissen nicht, was sie glauben. Alibri, Aschaffenburg 2004, ISBN 3-932710-77-0.
  • Israel Finkelstein, Neil Asher Silberman: Keine Posaunen vor Jericho. Die archäologische Wahrheit über die Bibel. Beck, München 2002, ISBN 3-406-49321-1.
  •  Karlheinz Deschner:  Kriminalgeschichte des Christentums, Bd. 1, Die Frühzeit. Von den Ursprüngen im Alten Testament bis zum Tod des hl. Augustinus (430), Reinbek 1986: Rowohlt, ISBN 3-499-19969-6
  • Norbert Rohde: Abschied von der Bibel. Books on Demand, Norderstedt 2004, ISBN 3-8334-1577-0.
  • Johannes Maria Lehner: Und die Bibel hat doch NICHT Recht. Historia, Ulm 2005.
  • Hartmut Krauss (Hrsg.): Das Testament des Abbé Meslier. Hintergrund Verlag, Osnabrück 2005, ISBN 3-00-015292-X.
  • W. Stewart Ross: Jehova's gesammelte Werke. Eine kritische Untersuchung des jüdisch-christlichen Religionsgebäudes auf Grund der Bibelforschung. 2. revidierte Auflage. Verlag von Wolfgang Schaumburg, Zürich.
  •  Voltaire: La Bible enfin expliquée. (um 1776)
  • William Henry Burr: Self-Contradictions of the Bible. Prometheus Books, Amherst, ISBN 1-57392-233-1.
  • C. Dennis McKinsey: The Encyclopedia of Biblical Errancy. Prometheus Books, Amherst 1995, ISBN 0-87975-926-7.
  • Walter-Jörg Langbein: Lexikon der biblischen Irrtümer. Von A wie Auferstehung Christi bis Z wie Zeugen Jehovas. Langen/Müller, München 2003, ISBN 378442922X.
  • Walter-Jörg Langbein: Lexikon der Irrtümer des Neuen Testaments. Langen/Müller, München 2004, ISBN 3784429750.
  •  Heinz-Werner Kubitza: Der Jesuswahn. Wie die Christen sich ihren Gott erschufen. Die Entzauberung einer Weltreligion durch die wissenschaftliche Forschung,  Tectum Verlag Marburg 2011, ISBN 978-3-8288-2435-5
  • Heinz-Werner Kubitza: Verführte Jugend. Eine Kritik am Jugendkatechismus Youcat, Tectum Verlag Marburg 2012, ISBN 978-3-8288-2800-1
  • Heinz-Werner Kubitza: Der Dogmenwahn, Tectum Verlag Marburg 2015, ISBN 978-3-8288-3500-9
  • Günther Rudolf: Das vergessene Gebot. Die Kirche unterdrückt und diskriminiert die Frauen, Engelsdorfer Verlag 2011, ISBN 978-3-86268-230-0

Verteidigungsschriften[Bearbeiten]

  • Craig Blomberg: Die historische Zuverlässigkeit der Evangelien; 1998; ISBN 3-933372-16-X
  • Josh McDowell: Die Bibel im Test. Tatsachen für die Wahrheit der Bibel;  CLV: Bielefeld 20029; ISBN 3-89397-490-3 (online, PDF)
  • Josh McDowell: Die Fakten des Glaubens. Die Bibel im Test. Fundierte Antworten auf herausfordende Fragen an das Wort Gottes; Hänssler, Neuhausen-Stuttgart 2002; ISBN 3-7751-1869-1
  •  Werner Gitt: So steht’s geschrieben. Zur Wahrhaftigkeit der Bibel; 4. Auflage; ISBN 3-7751-1703-2
  • Stephan Holthaus,  Karl-Heinz Vanheiden (Hrsg.): Die Unfehlbarkeit und Irrtumslosigkeit der Bibel; ISBN 3-933372-38-0
  •  Eta Linnemann: Gibt es ein synoptisches Problem? VTR, Nürnberg 1999; ISBN 3-933372-15-1
  • Eta Linnemann: Bibelkritik auf dem Prüfstand; VTR Verlag für Theologie und Religionswissenschaft, Nürnberg 20012; ISBN 3-933372-19-4 (Zusammenfassung)
  • Eta Linnemann: Original oder Fälschung. Historisch-kritische Theologie im Licht der Bibel; Bielefeld: CLV-Verlag, [1994]; ISBN 3-89397-754-6 (pdf-Download)
  • Vittorio Messori: Gelitten unter Pontius Pilatus? Eine Untersuchung über das Leiden und Sterben Jesu; Adamas-Verlag, 1997; ISBN 3925746722
  • Ralph O. Muncaster: Prüfe die Beweise: Wissenschaft – war die Bibel ihrer Zeit voraus? Hamburg 2003; ISBN 3-931188-55-8 (Buch eines ehemaligen Bibelkritikers)
  • Alfons Sarrach: Jahrhundert-Skandal. Von der unhaltbaren Kritik an den Evangelien; Miriam, Jestetten 2003; ISBN 3-87449-323-7
  • D. Rhoton: Die Logik des Glaubens: Argumente, Denkanstöße; Hänssler, Neuhausen-Stuttgart 19939; ISBN 3-7751-1174-3 (mit Abschnitten zur Kritik an den Wundern Jesu, seiner Auferstehung, der Genauigkeit der Bibel usw.)
  •  Wachtturm Bibel- und Traktat-Gesellschaft: Die Bibel – Gottes oder Menschenwort; 1989
  • Uwe Zerbst, Peter van der Veen (Hrsg.): Keine Posaunen vor Jericho? Beiträge zur Archäologie der Landnahme; Hänssler-Verlag, Holzgerlingen, 2005; ISBN 3775144196 (Inhaltsverzeichnis und Leseprobe)

Weblinks[Bearbeiten]

Bibelkritische Links[Bearbeiten]

Englischsprachig:

Reaktionen auf Bibelkritik[Bearbeiten]

Bekennende und berühmte Christen[Bearbeiten]

Justin Bieber[Bearbeiten]

Sonntag, 08. Januar 2012 Jesus auf der Wade Justin Bieber hat sich auf seine Wade das Gesicht von Jesus tätowieren lassen. Es gebe ihm Kraft, "um jeden Tag alles geben zu können".: "Ohne Jesus wäre diese Welt ein verlorener Ort. Ich bin stolz, Christ zu sein."

Bruce Springsteen[Bearbeiten]

...

Anthony Hamilton[Bearbeiten]

Der Soulsänger  Anthony Hamilton ist bekennender Christ. Oh ja, natürlich. Ich bin Christ, mit voller Überzeugung. Jesus Christus, unser Gott und Erretter, ist mir sehr wichtig. Und die, die ihn genauso lieben wie ich, spüren das aus meiner Musik heraus. Siehe http://www.zueritipp.ch/home/home/gott-sei-dank/story/16333384/

Christliche Fundamentalisten und Hardliner[Bearbeiten]

Piusbrüder[Bearbeiten]

Die  Piusbrüder lehnen ab

 Richard Williamson[Bearbeiten]

Er ist ein prominenter Bischof der Piusbrüder und Holocaustleugner. Er nennt die antisemitische Schrift  Die Weisen von Zion ein Geschenk Gottes. 2001 vertrat er die Ansicht, Mädchen bzw. Frauen sollten nicht an Universitäten studieren dürfen.

Siehe http://www.tagesanzeiger.ch/ausland/europa/Papst-begnadigt-notorischen-HolcaustLeugner/story/21815945

IRA[Bearbeiten]

Jahrzehntelanger religiös motivierter Terrorismus.

Oranier Orden[Bearbeiten]

Evangelischer Gegenspieler der IRA Siehe auch  Ulster Defence Association

Zitate[Bearbeiten]

Besucht man im Abendland unsere wunderschönen kirchlichen Prachtbauten, in Köln etwa oder Mailand, dann erkennt man schon bald, daß all die dort ausgestellten kunstvollen Gemälde Bilder des Leidens sind. Irgendwo fließt immer Blut, entweder aus dem Herzen, aus den Füßen oder Händen. Die Köpfe sind geneigt, der Blick ergeben nach oben gerichtet. Da ist kein Lachen in den Gesichtern, keine Freude, nichts. Im Grunde wird der Gläubige allein schon durch die Bilder belastet, die er auf sich wirken lassen muß, wenn er zur Kirche geht.  Tilmann Waldthaler

Die orthodoxe Kirche?Jetzt kann ich mit diesem Worte keine andere Vorstellung mehr verbinden, als die von einer Anzahl ungeschorener, sehr selbstbewusster, verirrter und wenig gebildeter Leute, die in Samt und Seide, mit brillantenverzierten Brustbildern von Heiligen einhergehen und Erzbischöfe oder Metropoliten genannt werden, und von tausend anderen ungeschorenen Menschen, die sich in einer schrecklichen, sklavischen Abhängigkeit von diesem Dutzend befinden […]. Die Farbe meiner Hosen darf ich frei wählen, eine Frau darf ich mir nach meinem Geschmack aussuchen, aber bei allem anderen, wodurch ich mich als Mensch fühle, habe ich sie um Erlaubnis zu bitten – um die Erlaubnis dieser müßigen Betrüger, dieser unwissenden Menschen. […] Wenn diese Menschen befehlen, ich solle meine Brüder für verflucht halten, so soll auch ich den Fluch über sie aussprechen. Wenn sie mir befehlen, hinzugehen und aus einem Löffel Wein zu trinken und dabei zu schwören, dass das nicht Wein, sondern Fleisch und Blut sei, so muss ich das tun. Zitat von  Leo Tolstoi Für tolstoi war die Vernunft ein wichtiger Hinweis für die Existenz Gottes, gleichzeitig wandte er sich vehement gegen alles Widervernünftige in der Religion.

Literatur[Bearbeiten]

  • Warum ich kein Christ bin: Bericht und Argumentation
    •  Kurt Flasch
      • 280 Seiten Verlag: C.H.Beck; Auflage: 1 (26. August 2013)


Links[Bearbeiten]