Schachendspiele/ Turmendspiele/ Turm und 2 verbundene Bauern gegen Turm

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Im Allgemeinen bereitet der Sieg mit zwei verbundenen Mehr- und Freibauern keine Probleme. Das charakteristische Verfahren wird in den beiden ersten Stellungen gezeigt. Schwierigkeiten gibt es, wenn der Turm der stärkeren Seite schlecht steht oder der König von seinen Bauern getrennt ist.

Chess zhor 22.png
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a8 b8 c8 d8 e8 f8 g8 h8
a7 b7 c7 d7 e7 f7 g7 h7
a6 b6 c6 d6 e6 f6 g6 h6
a5 b5 c5 d5 e5 f5 g5 h5
a4 b4 c4 d4 e4 f4 g4 h4
a3 b3 c3 d3 e3 f3 g3 h3
a2 b2 c2 d2 e2 f2 g2 h2
a1 b1 c1 d1 e1 f1 g1 h1
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Weiß am Zug gewinnt


1.a4-a5

Am Einfachsten. Der König schafft sich ein Schlupfloch auf a4, von dem er den weiteren Vormarsch der Bauern optimal unterstützen kann. 1.b4-b5 gewinnt auch, kompliziert die Stellung aber unnötig. Schwarz hat zwei Verteidigungspläne:


1. Deckung von der Seite:

1...Th6-g6 2.Kb3-a4 Tg6-g7 Oder 2...Tg6-g4 3.Td5-d6+ Ka6-b7 4.a5-a6+ Kb7-a7 5.Ka4-a5 Tg4-g5+ 6.b4-b5

3.b4-b5+ Ka6-a7 4.a5-a6! Nach 4.b5-b6+?! wird es schon sehr schwierig: Ka7-a6 5.Td5-d8 Ka6-b7 6.Ka4-b4 Tg7-h7 7.Kb4-c5 Th7-g7 8.a6+ Kb7xa6 9.Td8-a8+ Ka6-b7 10.Ta8-a7+ und gewinnt den Turm

4...Ka7-b6 5.Td5-d6+ Kb6-a7 6.Ka4-a5 Tg7-g8 7.b5-b6+ Ka7-a8 8.a6-a7 Ka8-b7 9.Td6-d7+ Kb7-c6 10.Td7-c7+ Kc6-d6 11.Ka5-a6 mit Gewinn


2. Angriff von hinten:

1...Th6-h1 2.Td5-d6+ Ka6-a7 3.Kb3-c4 Th1-e1 4.Kc4-c5! Wer hier 4.b4-b5?! zieht, muss nach 4...Te1-c1+ 5.Kc4-d5 Tc1-d1+ den Zug 6.Kd5-e6! finden, denn 6.Kd5-c6!? Td1-c1+ 7.Kc6-d7?? Tc1-c5!! führt zum Remis

4...Te1-c1+ 5.Kc5-b5 Tc1-c7 6.a5-a6 Tc7-h7 7.Kb5-a5 und weiter wie oben.


Ein Beispiel mit zwei Mittelbauern, weil nach der vorangegangenen Stellung noch nicht gesagt werden kann, ob Randbauern in diesem Endspieltyp ein Vor- oder ein Nachteil sind und ob deshalb die Bewertung bei Mittelbauern einen andere ist.

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a8 b8 c8 d8 e8 f8 g8 h8
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a2 b2 c2 d2 e2 f2 g2 h2
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Weiß am Zug gewinnt


1.Kd3-c4 Auch hier werden wieder zwei Alternativen für Schwarz untersucht:


1. Schwarz versucht einen Angriff von hinten:

1...Th6-h1 2.e4-e5+ Kd6-e6 3.d4-d5+ Ke6-e7 4.Tg5-g7+ Ke7-f8 5.Tg7-a7 Th1-c1+ 6.Kc4-d4 Tc1-d1+ 7.Kd4-c5 Td1-c1+ 8.Kc5-d6 mit Gewinn.


Schwarz verhält sich passiv:

1...Kd6-d7 2.e4-e5 Kd7-e6 3.d4-d5+ Ke6-f7 4.Kc4-c5 Th6-a6 5.Tg5-f5+ Kf7-e7 6.d5-d6+ Ke7-e6 7.Tf5-f6+ Ke6xe5 8.d6-d7 mit Gewinn. Allerdings ist hier die Kenntnis des Endspiels Dame gegen Turm unabdingbar.


Fazit: Mit Mittelbauern fällt der Gewinn leichter als mit Randbauern, weil der weiße König mehr Möglichkeiten hat, Schachgeboten auszuweichen.

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a8 b8 c8 d8 e8 f8 g8 h8
a7 b7 c7 d7 e7 f7 g7 h7
a6 b6 c6 d6 e6 f6 g6 h6
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a2 b2 c2 d2 e2 f2 g2 h2
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Weiß am Zug gewinnt


Der weiße König ist von seinen Bauern getrennt. Das Vorrücken der Bauern ohne seine Unterstützung führt nur zum Remis. Statt dessen gibt es zwei unterschiedliche Gewinnwege. Beim ersten versucht Weiß, auf die 8.Reihe zu gelangen. Beim zweiten erfolgt der Durchbruch über die g/h-Linie.


Nur zum Remis führt der Versuch, ohne den König zu gewinnen:

1.Th7-f7+? Kf6-g5 2.Tf7-f8 Oder 2.g6-g7 Kg5xh5 3.Kd4-e5 Kh5-h6 4.Ke5-f6 Tg1-g6+ Remis

2...Tg1-g4+! Einziger Zug, nach 2...Kg5xh5? gewinnt Weiß: 3.Tf8-h8+ Kh5-g5 4.g6-g7

3.Kd4-e5 Kg5xh5 4.Ke5-f6 Tg4-f4+ Remis


1. Gewinnweg, Weiß bricht nach oben durch

1.Kd4-d5! Tg1-g2 2.Kd5-d6 Tg2-d2+ 3.Kd6-c6 Td2-g2 Der Turm muss zurückkehren, weil nach 3...Td2-d1 die Bauern vorrücken können: 4.Th7-f7+ Kf6-g5 (4...Kf6-e6 5.h5-h6) 5.g6-g7

4.Kc6-d7 Tg2-a2 Schwarz stellt seinen Turm auf die 8.Reihe, weil Weiß ansonsten mit seinem König durchbricht und elementar gewinnt: 4...Tg2-d2+ 5.Kd7-e8 Td2-a2 6.Th7-f7+ Kf6-g5 7.Ke8-f8 Ta2-a8+ 8.Kf8-g7 Kg5xh5 9.Tf5+ Kh5-g4 10.Tf5-b5

5.Th7-f7+ Kf6-g5 6.g6-g7 Ta2-a8 7.Kd7-e6 Kg5-h6 8.Tf7-e7 Ta8-g8 9.Ke6-f6 Kh7 10.h5-h6 Tg8-a8 Oder 10...Kh7xh6? 11.Te7-e1!

11.Kf6-f7 Ta8-b8 12.Te7-e8 mit Gewinn


2. Gewinnweg, Weiß bricht seitlich durch

Der zweite Gewinnweg ist kürzer, aber schwerer zu verstehen.

1.Kd4-e3 Tg1-g4 2.Ke3-f3 Tg4-g1 3.Kf3-f4 Es droht Th7-f7+, wonach der schwarze König von den Bauern abgedrängt wird.

3...Tg1-f1+ 4.Kf4-g4 Tf1-g1+ 5.Kg4-h3 Tg1-h1+ 6.Kh3-g2 Th1-h4 7.Kg2-g3 Th4-h1

Der Sinn dieses Manövers erschließt sich wahrscheinlich erst am Schluss der Variante, aber soeben hat Weiß das entscheidende Tempo gewonnen:

8.Th7-f7+ Kf6-g5 9.g6-g7 Kg5xh5 10.Kg3-g2! Der schwarze Turm kann die g-Linie nicht mehr bewachen, der Bauer ist durch.

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a8 b8 c8 d8 e8 f8 g8 h8
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Weiß am Zug gewinnt


Der schwarze König blockiert die Bauern, der schwarze Turm hält den weißen König ab. Trotzdem gibt es zwei verschiedene Pläne, mit denen Weiß gewinnen kann. Ich persönlich finde den zweiten einfacher.

1.Ke7-d6 Tf1-d1+ Ganz schnell verliert 1...Tf1-f2? wegen 2.Te6-e8 Tf2-h2 3.Te8-g8+


1. Gewinnweg

2.Kd6-e5 Td1-d8 Nach 2...Td1-e1+ realisiert Weiß ähnliche Ideen wie in der vorhergehenden Stellung: 3.Ke5-f5 Te1-f1+ 4.Kf5-g4 Tf1-g1+ 5.Kg4-h3 Tg1-h1+ 6.Kh3-g2 Th1-h6 7.Kg2-g3 Th6-h5 8.Te6-e8 Th5-h1 9.Te8-g8+ mit Gewinn

3.Ke5-f5 Kg7-h6 4.Te6-e7 Td8-f8+ 5.Te7-f7 Tf8-a8 6.h7-h8D+ Genial! Eine Idee, die man sich merken sollte.

6...Ta8xh8 7.Kf5-f6 Wegen Matt kann Schwarz den Turm nicht wegziehen

7... Kh6-h5 8.Tf7-h7+ mit Gewinn.


2. Gewinnweg

2.Kd6-c5 Td1-c1+ 3.Kc5-d4 Tc1-d1+ 4.Kd4-c3 Td1-c1+ 5.Kc3-d2 Tc1-c8 Der Turm muss auf die 8.Reihe zurückgehen, weil Te6-e8 drohte.

6.Kd2-d3 Tc8-d8+ 7.Kc4 Tc8+ 8.Kc4-b5 Td8-b8+ 9.Kb5-c6 Tb8-a8 10.Kc6-b7 Jetzt wird die Idee deutlich: Schwarz kann den Turmtausch nicht verhindern.

10...Ta8-f8 11.Te6-c6 Tf8-e8 12.Tc6-c8 mit Gewinn.

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Weiß am Zug erreicht nur Remis


Diese Stellung unterscheidet sich von der vorhergehenden dadurch, dass die weißen Bauern noch ein Feld weiter von einer möglichen Umwandlung entfernt sind, deshalb kann Schwarz trotz guter Aufstellung der weißen Figuren Remis halten.

1.Ke6-d7 Tf1-f2 Schwarz muss abwarten, 1...Tf1-f7+? verliert: 2.Te5-e7 Tf7-f8 3.Te7-g7+ Kg6-h5 4.h6-h7 Tf8-a8 5.g5-g6 mit Gewinn.

2.Kd7-e8 Tf2-a2! Nur dieser Flankenangriff rettet die Partie. Versucht Schwarz, weiterhin die f-Linie zu blockieren, dann gewinnt Weiß, indem er einen der Bauern opfert: 2...Tf2-f1? 3.Te5-e7 Kg6xg5 4.h6-h7 Tf1-h1 5.Ke8-f8 mit Gewinn.

3.Ke8-f8 Ta2-a8+ 4.Te5-e8 Ta8-a7 5.Kf8-g8 Ta7-b7 6.Te8-e6+ Kg6-f5! Es ist schon ziemlich erstaunlich, dass sich Schwarz in dieser Stellung retten kann. 6...Kg6xg5? verliert nach 7.h6-h7 Tb7-b8+ 8.Kg8-f7 Tb8-b7+ 9.Te6-e7 Tb7-b8 10.Kf7-g7.

7.g5-g6 Kf5xe6 8.h6-h7 Oder 8.g6-g7 Tb7-b8+ 9.Kg8-h7 Ke6-f7 10.g7-g8D+ Tb8xg8 Patt

8...Ke6-f5 9.g6-g7 Kf5-g6 10.Kg8-h8 Tb7xg7 Patt

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a8 b8 c8 d8 e8 f8 g8 h8
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a4 b4 c4 d4 e4 f4 g4 h4
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Weiß am Zug erreicht nur Remis


Die weißen Figuren stehen schlecht. Deshalb kann Schwarz Remis halten.

1.Kg4-f5 Droht hh7-8D+ nebst Kf5-f6 mit gewonnenem Bauernendspiel. Schwarz muss den weißen König von allen Nachbarfeldern von f6 fernhalten.

1...Ta8-a5+ 2.Kf5-e6 Ta5-a6+ 3.Ke6-d7 Ta6-a7+ 4.Kd7-c6 Ta7-a8 5.Th1-g1 Ta8-f8 6.Kc6-d6 Tf8-f6+ 7.Kd6-e5 Tf6-a6 8.Tg1-g4

Weiß hat ein Tempo gewonnen und den Turm nach g4 gestellt. Er möchte gerne den Turm auf der h-Linie hinter dem Turm verstecken. Steht dann der König auf h5 und der Turm auf der 5. Reihe, dann kann Weiß auf der 7. Reihe Schach geben und die Blockade durch den schwarzen König aufbrechen.

8...Ta6-a5+ 9.Ke5-f4 Ta5-h5! Der einzige Zug, 9...Ta5-a4+ verliert, weil Weiß dann seine bereits erwähnte Idee realisieren kann: 10.Kf4-g5 Ta4-a5+ 11.Kg5-h4 Ta5-a8 12.Kh4-h5 Ta8-a5+ 13.Tg4-g5 Ta5-a8 14.Tg5-b5 Ta8-a7 15.Tb5-f5 Ta7-b7 16.Tf7+ mit Gewinn.

10.Kf4-g3 Th5-h6 11.Kg3-g2 Th6-h5 Obwohl es bei flüchtigem Hinsehen nicht so aussieht, ist diese Stellung Remis, da Weiß seine Stellung nicht verstärken kann.

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In dieser Stellung steht der Turm auf h7 sehr ungünstig. Auch wenn Weiß am Zug ist, kann er seine Stellung nicht verbessern, ohne wenigstens einen Bauern (mit folgendem Remis) einzubüßen.

1.Kf4-g5 Th1-g1+ 2.Kg5-f6 Tg1-f1+ 3.Kf6-e7 Tf1-e1+ 4.Ke7-d7 Te1-d1+! Es wäre keine gute Idee, die Abwesenheit des weißen Königs zu einem Angriff auf die Bauern auszunutzen: 4...Te1-g1? 5.Th7-g7+ Kg8-h8 6.Kd7-e8 Tg1-e1+ 7.Tg7-e7 Te1-g1 8.g6-g7+ Kh8-g8 9.h6-h7+ Kg8xh7 10.Ke8-f8 mit Gewinn.

5.Kd7-e8 Td1-d6 Schwarz greift die Bauern jetzt von der Seite an.

6.Th7-g7+ Kg8-h8 7.Ke8-f8 Td6-d8+ 8.Kf8-e7 Td8-d7+! Das ist die Idee! Der schwarze König steht wegen der unglücklichen Aufstellung des weißen Turms auf Patt und wird deshalb den schwarzen Selbstmörderturm nicht mehr los. Remis.

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Weiß am Zug gewinnt

Schwarz am Zug hält Remis


Weiß am Zug gewinnt

Ist in dieser Stellung Weiß am Zug, dann verbessert er die Stellung seines Turms, wonach die Stellung leicht gewonnen ist:

1.Tg5-d5 Tc1-g1+ 2.Kg3-f4 Tg1-f1+ 3.Kf4-e5 Tf1-g1 4.Td5-d6+ Kh6-g7 5.Ke5-f5 mit Gewinn


Schwarz am Zug hält Remis

1...Tc1-c3+ Das Remis ist nur möglich, weil zwischen schwarzem Turm und weißen Bauern 3 Linien liegen. Hätte der Turm auf d1 gestanden, dann würde Weiß gewinnen. Falsch ist übrigens 1...Tc1-g1+? weil danach 2.Kg3-h2 das fehlende Tempo gewinnt, das Weiß zur Verbesserung seiner Turmstellung benötigt.

2.Kg3-f4 Tc3-c4+ 3.Kf4-f5 Tc4-c5+ 4.Kf5-f6 Vorsicht ist geboten, der schwarze König steht auf Matt.

4... Tc5-c6+ 5.Kf6-f7 Tc6-c7+ 6.Kf7-e6 Tc7-c4 Hier erkennt man die Grundidee: Wenn der weiße König entfernt von seinen Bauern ist, greift der schwarze Turm den Bauern von der Seite an, sodass Weiß seine Turmstellung nicht verbessern kann. Befindet sich der weiße König in der Nähe seiner Bauern, wird er mit Schachgeboten beschäftigt.

7.Tg5-g8 Kh6-h7 8.Tg8-g5 Kh7-h6 Weiß bekommt seinen Turm nicht frei, deshalb Remis.