Segelflug: Gleitflug und Aufwinde

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Da in der Regel ein Segelflugzeug keinen eigenen Motor besitzt, und keinen statischen Auftrieb (Auftrieb durch Gas geringerer Dichte als der Umgebungsluft) hat, muss es seine Auftriebsenergie von außen beschaffen.

Gleitflug[Bearbeiten]

Die Tragflächen eines Schul-Segelflugzeuges sind, unter anderem wegen der häufig anzutreffende Gemischtbauweise, so konzipiert, dass es leicht zu Steuern ist, jedoch mit dem Kompromiss eines höheren Luftwiderstandes. Daher haben sie ein "schlechtes" Gleitverhältnis.

Zum Beispiel 1:20. Dieses Verhältnis bedeutet, dass man mit diesem Flugzeug aus einem Kilometer Höhe 20 Kilometer weit kommt. Die tatsächliche Reichweite mit einem Kilometer Höhe variiert sehr stark, je nach Windverhältnissen und Nutzlast. Von daher bekommt man im Laufe der Segelflugausbildung allmählich ein Gefühl des Abschätzens, wie weit man noch kommt.

Bei diesem Anliegen hat die Entwicklung der Bordcomputer keinen Halt gemacht. So kann man mithilfe von GPS-Koordinaten und Kurskreisel die lokalen Windverhältnisse berechnen. Es müssen noch die Parameter für Gleitverhältnis(kurve) eingegeben werden. Eine gängige Konfiguration ist, periodisch zu überprüfen, ob man mit der aktuellen Höhe bis 300m AGL über den nächst gelegenen Flugplatz kommt.

Das Gleitverhältnis ist für jedes Muster spezifisch. Es ist abhängig von dem Tragflächenprofil und dem Profil des Flugzeuges insgesamt. Nicht zuletzt wirken auch verschieden starke Kräfte auf die Flächen bei den verschiedenen Geschwindigkeiten. So gibt es in jedem Flugzeughandbuch Diagramme oder Tabellen, die das Gleitverhältnis bei verschiedenen Geschwindigkeiten angibt.

Normalerweise korrelieren sehr langsamen Geschwindigkeiten eine hohen Sinkraten (Sackflug). Wird sehr schnell geflogen, so ist der Widerstand beträchtlich und resultiert ebenda in ein schlechtes Gleitverhältnis. Es gibt also irgendwo dazwischen eine Geschwindigkeit des minimalsten Sinkens. An manchen Variometern sind dafür MacCready-Ringe angebracht. Zur Benutzung derer später mehr.

Auftrieb[Bearbeiten]

Hangaufwinde[Bearbeiten]

Man nehme einen Föhn und eine A4 Pappe. Schalte den Föhn ein und halte die Pappe im 45-Grad-Winkel zur Parallelen des Luftstromes hinein. Der Wind wird umgelenkt. Das gleiche passiert auch an den Bergen, nur eben in groß und mit so viel Kraft, wenn es windig genug ist, dass darin ein Segelflugzeug steigen kann. Der Berg darf natürlich nicht zu flach sein.

Für die windzugewandte Seite eines Objektes gibt es den Begriff Luv. Das Lee ist die windabgewandte Seite.

"Spuckst du ins Lee, geht’s in die See. Spuckst Du ins Luv, kommt’s wieder ruff."

Leewellen usw.

Thermik[Bearbeiten]

Thermik entsteht durch das Erwärmen des Luft über dem Boden. Diese steigt aufgrund der geringeren Dichte irgendwann mal auf. Laut den berühmten Segelflieger und Autoren Kassera und Reichmann gäbe es sogenannte Ablösepunkte, an denen Thermik entsteht. Die zunächst vom Boden erwärmte Luft (Luft wird nicht direkt von den Sonnenstrahlen erwärmt sondern diese Erhitzen den Boden, der schließlich seine Wärme an die Luft weitergibt) bildet eine Art Luftblase, die aufgrund der kalten Luft, die die "Blase" runter drückt, noch nicht aufsteigt. Erst ein Ablösepunkt (z. B. Waldkanten, Hänge) und ein leichter Wind sorgen für die nötige Verwirbelung, die dazu führt, dass das warme Luftpaket aufsteigt.