Spanisch/ Verneinung

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Spanische Verneinung (negación española)[Bearbeiten]

Die spanische Verneinung ist im Großen und Ganzen ganz simpel: Sie wird mit dem Wort no gebildet. No steht immer vor dem Verb. Die Tücke liegt aber im Detail → Stolpersteine.

Einfache Verneinung mit no[Bearbeiten]

  • Yo sé. – Ich weiß (es).
Verneinung: Yo no sé. – Ich weiß (es) nicht.
  • Tengo dieciocho años. – Ich bin achtzehn Jahre alt.
Verneinung: No tengo dieciocho años. – Ich bin nicht 18 Jahre alt.
  • José es mi hermano. – José ist mein Bruder.
Verneinung: José no es mi hermano. – José ist nicht mein Bruder.

Bei zusammengesetzten Zeiten steht no vor dem Hilfsverb:

  • No he leído el libro. – Ich habe das Buch nicht gelesen.

Es rutscht noch weiter nach vorne, wenn unbetonte Dativ-, Akkusativ- oder Reflexivpronomen auftauchen.

  • No le he dicho aún que no voy a venir. – Ich habe ihm/ihr noch nicht gesagt, dass ich nicht kommen werde.
  • No se han duchado. – Sie haben sich nicht geduscht.

Es steht hinter betonten Personalpronomen:

  • A mí no me gusta el coche. – Mir gefällt das Auto nicht.

No wird nicht zur Verneinung benutzt, wenn „kein“ direkt beim Subjekt steht:

  • Ninguna pelicula me gustó. – Kein Film gefiel mir.

Doppelte Verneinung mit no + Verb + verneinendes Wort[Bearbeiten]

  • no ... todavía – noch nicht:
    • No he comido todavía. – Ich habe noch nicht gegessen.
  • no ... ni – nicht einmal:
    • No tengo ni carro. – Ich habe nicht mal ein Auto.
  • ni siquiera – nicht einmal:
    • Ni siquiera nos miraban. – Sie haben uns nicht einmal angesehen.
  • no ... ni ... ni – weder ... noch:
    • No me gustan ni los guapos ni los ricos. – Mir gefallen weder die Schönen noch die Reichen.

Weitere Verneinungsformen[Bearbeiten]

Bei den folgenden Verneinungen können die verneinenden Wörter vor oder nach dem Verb stehen. Falls davor, entfällt das no.

  • (no) ...nunca – nie/niemals
  • (no) ... nada – nichts
  • (no) ... tampoco – auch nicht (wörtlich: ebenso wenig)
  • (no) ... (a) nadie – niemand(-en/-em)
  • (no) ... ninguno/-a – keiner/-e
  • (no) ... de ninguna manera – keinesfalls (wörtlich: auf keine Weise)

Beispiele:

  • No han estado nunca en Torremolinos. oder: Nunca han estado en Torremolinos. – Sie waren noch nie in Torremolinos.
  • Nada me interesa. oder: No me interesa nada. – Mich interessiert nichts.
  • Tampoco lo he hecho. oder: No lo he hecho tampoco. – Ich habe es auch nicht gemacht.
  • Nadie nos ha ayudado. oder: No nos ha ayudado nadie. – Niemand hat uns geholfen.
  • No he visto a nadie. – Ich habe niemanden gesehen.
  • Ningún empleado ha trabajado. oder: No ha trabajado ningún empleado. – Kein Angestellter hat gearbeitet.
  • No me gusta de ninguna manera.. – Das gefällt mir nicht im Geringsten.

Verneinte Antworten[Bearbeiten]

Bei verneinten Antworten kommt noch ein durch Komma bzw. eine kurze Sprechpause getrenntes no dazu:

  • ¿Has comido ya? – Hast du schon gegessen?
No, no he comido todavía. – Nein, ich habe noch nicht gegessen.

Dieses doppelte no am Satzanfang ist vor allem bei einfach verneinten Sätzen wichtig. Zum Beispiel:

  • ¿Te gusta? – Gefällt es dir?
No, no me gusta mucho. – Nein, es gefällt mir nicht sehr.

Ohne das doppelte no hängt die Bedeutung eventuell nur noch vom Komma bzw. einer kurzen Pause nach dem no ab:

  • No me gusta mucho. – Es gefällt mir nicht sehr.

bedeutet etwas ganz anderes als:

  • No, me gusta mucho. – Nein, es gefällt mir sehr.

Verneinende Präfixe[Bearbeiten]

Die Vorsilben a-, an-, des-, dis-, i-, im-, in-, und ir- haben verneinende Wirkung:

  • anormal – abnorm, analfabeto – Analphabet, desbordar – hinausgehen (wörtlich: entgrenzen), disculpar – entschuldigen, ilegal – illegal, imperdonable – unverzeihlich, inconfundible – unverwechselbar

Stolpersteine[Bearbeiten]

Die größte Falle für deutsche Spanischlernende ist, dass im Spanischen in verneinten Sätzen ausschließlich Negationswörter verwendet werden dürfen.

  • No dije nunca nada a nadie. – Ich sagte niemals nichts zu niemandem. (= Ich habe niemals jemandem etwas gesagt.)

Einige Negationswörter bekommen im Komparativ eine positive Bedeutung.

  • Ayer comí más que nunca. – Gestern aß ich mehr als nie (= mehr als sonst irgendwann).
  • Los alemanes se quejan más que nadie. – Die Deutschen beschweren sich mehr als niemand (= mehr als sonst jemand).


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