Supply-Chain-Management/ Logistik Ladungsträger

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Ladungsträger – Arten und Einsatzmöglichkeiten[Bearbeiten]

Als Ladungsträger werden alle Verpackungen bezeichnet, die kleinere Packeinheiten aufnehmen. Sie haben damit eine Zusammenfassungs- und Transportfunktion sowie eine Schutzfunktion gegen etwaige Beschädigungen. Durch die Möglichkeit, mehrere kleine Packstücke zu größeren Einheiten zusammenfassen zu können, haben Ladungsträger ein enormes Einsparpotential bei Lagerung und Transport von Gütern. Durch die Anpassung der Ladungsträger an verschiedene Transportmittel wie Gabelstapler, Frachtflugzeuge oder Lagerhauseinrichtungen werden nicht zu unterschätzende Handlungsvorteile erreicht. Zudem können Ladungsträger auch für verschiedene Transportgegebenheiten wie z. B. Transport per Flugzeug, Schiff oder multimodale Umschlagsprozesse angepasst werden.

Die Arten der Ladungsträger können grob eingeteilt werden in:

  • Kisten,
  • Kartons,
  • Paletten,
  • Behälter
  • Container und
  • sonstige Ladungsträger.

Auf diese Ladungsträgerarten soll in den folgenden Abschnitten genauer eingegangen werden.

Kisten[Bearbeiten]

Auch heutzutage werden noch viele Kisten aus Holz hergestellt. Vor allem kleinere Maschinen und Maschinenteile werden in Holzkisten verschickt. Manche ausländische Empfänger schreiben diese Art der Verpackung sogar vor. In anderen Ländern wie – u. a. Australien und die USA – sind solche Verpackungen wiederum verboten, wenn das Holz nicht speziell gegen Insekten behandelt wurde. Bei den Kisten wird unterschieden in Inlandskiste und Seekiste.

Kisten aus Kunststoff finden hauptsächlich in der Automobilindustrie Verwendung. Diese KLTs (Kleinladungsträger) sind in verschiedenen Normgrößen erhältlich und bieten eine Aufnahme u. a. für standardisierte VDA- oder Odette-Etiketten.

Inlandskiste[Bearbeiten]

Die Inlandskiste hat Verstärkerleisten an den Längsseiten, auch Ringleisten genannt. Sie sollen zum einen den Zusammenhalt der einzelnen Bretter stärken, zum anderen ergibt sich bei entsprechender Stärke der Leisten eine Bodenfreiheit, die es ermöglicht, die Kiste mit einem Flurförderfahrzeug zu unterfahren und zu transportieren.

Seekiste[Bearbeiten]

Die Seekiste unterscheidet sich von der Inlandskiste dadurch, dass nur die Stirnseiten durch Leisten verstärkt sind, die sogenannten Rahmenkopfleisten. Bei längeren Kisten sind die Rahmenkopfleisten innerhalb der Kiste angebracht. Der Grund für die unterschiedliche Ausführung der Kisten liegt in der Berechnung der Fracht.

Solange eine bestimmte Größe nicht überschritten wird, dient beim Transport per LKW oder Bahn nur das Transportgewicht als Berechnungsgrundlage. Beim Transport per Luft- oder Seefracht wird hingegen neben dem Gewicht der Rauminhalt zur Berechnung des Frachttarifs herangezogen. Das bedeutet, daß der Versender bei der Verwendung einer Inlandskiste auch die Luft zwischen den Verstärkerhölzern als Frachtgebühr bezahlen müsste, da die äußeren Maße für die Berechnung zu Grunde gelegt werden. Da die Seekiste keine Ringleisten hat, ist der Raum, den sie einnimmt geringer und damit in der Frachtberechnung günstiger.

Collico[Bearbeiten]

Die Firma Collico GmbH in Solingen stellt zusammenlegbare Aluminiumkisten her, die nach ihrem Hersteller benannt sind. Zwar können Collicos auch direkt von der Firma Collico erworben werden, in der Praxis ist aber das Ausleihen der Kisten bei der Deutschen Bahn AG oder bei Spediteuren gängiger. Der Rücktransport erfolgt versandkostenfrei in zusammengelegtem Zustand. Durch Verschlüsse an der Längsseite können Collicos sicher verschlossen werden - ein Umreifen mit Kunststoffbändern ist also nicht nötig. Weitere Vorteile von Collicos sind:

  • Durch ihre Stabilität können wertvolle und empfindliche Güter sicher transportiert werden.
  • Geringer Raumbedarf im zusammengelegten Zustand.
  • Mehrwegverpackung, dadurch besonders umweltfreundlich.
  • Kann als Lagerbehälter eingesetzt werden.
  • Spezialcollicos verfügbar, die wasserdicht und/oder verschließbar sind.
  • Mehr als zwanzig verschiedene Typen die auf eine Vielzahl verschiedenartiger Transportmitteln und Ladegütern abgestimmt sind.

Container[Bearbeiten]

Ein Container (vom lat. continere = enthalten, zusammenhalten) ist ein Großraumbehälter, der zur Ladung und zum Transport von Gütern dient. Es existieren verschiedene Typen, deren Abmessungen größtenteils weltweit genormt sind.

Container können auch für andere Zwecke genutzt werden wie z. B. als Wohn- oder Büroraum oder als Toilettencontainer bei Umbauten.

Man unterscheidet in Stückgut- Verladung, die sogenannten LCL-Sendungen (less than container load) und FCL-Sendungen (full container load).

Die Maßeinheit zur einheitlichen Zählung von Containern ist „TEU“. Mit dieser Einheit wird die Ladefähigkeit eines Containerschiffs beschrieben. TEU steht für „Twenty-foot Equivalent Unit“. Außerdem existiert die Einheit „FEU“, die für „Fourty-foot Equivalent Unit“ steht. Diese Einheiten beschreiben die Abmessungen der geladenen Container: 20 Fuß oder 40 Fuß.

Jeder Container verfügt über eine eigene Nummer. Diese besteht aus vier Großbuchstaben, die den Besitzer des Containers anzeigen, sechs Ziffern, sowie einer Kontrollziffer. Durch diese Kennzeichnung kann der Weg und der derzeitige Aufenthaltsort eines Containers genau bestimmt werden.

Die Bauweise eines Containers ist so stabil, dass in einem Containerschiff bis zu 13 Container übereinander gestapelt werden können.

Erfunden wurde der Container vom Amerikaner Malcolm P. McLean. Er wollte die Be- und Entladezeiten, sowie die Hafenliegezeiten verkürzen und nutzte mobile Fahrzeugwechselaufbauten für den Transport von Stückgütern. Aus diesem Denkansatz entwickelte er die Idee des Containers und transportierte 1956 die ersten Container. Seinen Durchbruch hatte der Container bei der Versorgung des US-Militärs während des Vietnamkrieges.

Der Container erleichtert den Transport und Umschlag von Gütern enorm, da durch ihn die Waren nicht mehr umgeladen werden müssen, weil der Container stets als Ganzes befördert wird. Dadurch resultieren kürzere Umschlagszeiten und bei genormten Containern ein größtenteils automatisierter Umschlag und eine verbesserte Raumausnutzung bei Lagerung, Umschlag und im Schiff, da alles optimal an die Containergrößen angepasst werden kann.


Je nach Art der zu transportierenden Waren, wird ein Container ausgewählt. Dieser muss den verschiedenen Anforderungen der Ware entsprechen. Deswegen gibt es viele Containertypen:

20‘ -(20 feet/ 20 Fuß) und 40‘- (40 feet/ 40 Fuß) Boxcontainer (Standard): Leergewicht von 2.300 kg bei 20‘, Leergewicht von 4.100 kg bei 40‘

20‘ - und 40‘- High Cube Container: für Ladungen bis maximal 2,60 m Höhe

20‘- und 40‘- Hardtop- und Open-Top-Container: mit einem abnehmbaren Stahldach (Hardtop) oder einer abnehmbaren Plane (Open-Top) für die Beladung von oben

20‘- und 40‘- Flatrack: für Schwergut und überbreite Ladungen

Ventilierter Container: für Ladungen, die eine spezielle Belüftung erfordern

Isolier- und Kühl-Container: für Ladungen, die eine konstante Temperatur erfordern

Tankcontainer: für flüssige oder gasförmige Chemikalien, hauptsächlich aber Lebensmittel

Bulk-Container: für Schüttgut wie z. B. Getreidesorten