Tarot/ Die einzelnen Karten/ Die Kleine Arcana

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Die Kleine Arcana[Bearbeiten]

Wie schon angedeutet, sind die Karten der kleinen Arcana viel weniger präzise definiert als die Karten der Großen Arcana, und es gibt keine grundlegenden und allgemein verbindlichen Regeln, nach denen man die Kleine Arcana interpretieren muss. Deswegen würde es auch keinen Sinn machen, die Karten genau so ausgiebig zu besprechen wie die der Großen Arcana, und so bleiben wir bei der eingebürgerten Tradition, nur kurze Stichworte zu den einzelnen Karten zu geben. Beschäftigt man sich kabbalistisch und nicht divinatorisch mit dem Tarot, so ergeben sich die Deutungen der einzelnen Karten aus dem Element und der Zahl (Sephira), also wäre z.B. das Ass der Stäbe das Feuer in Kether, die Sechs der Kelche wiederum wäre das Wasser in Tipheret usw. Für die divinatorische Beschäftigung aber ist der intuitive Zugang besser geeignet und gerade beim Rider-Waite-Spiel mit seiner illustrierten Kleinen Arcana ergeben sich dadurch oft sehr persönlich gefärbte Interpretationen, die aber oft treffender sind, als wenn man sich nach starren Deutungsformeln richten würde.

Stäbe[Bearbeiten]

  • Ass: Erfolg, Durchsetzungsvermögen, leidenschaftliche Phase, etwas Neues beginnen, Kreativität
  • 2: Planungsphase, man sollte die Dinge gelassen und mit Bedacht angehen, aber nicht vom Ziel ablassen, Durchhaltevermögen
  • 3: Solides Fundament, das Hinwenden zu neuen Zielen, positiver Blick auf die Zukunft
  • 4: Frieden, eine freudige Zeit, festliche Aktiviäten, Stabilität
  • 5: Herausforderungen, hitzige Zeit, man muss sich gegen Widerstände durchsetzen
  • 6: Sieg, Ruhm, man hat trotz Widerständen etwas erreicht, Genießen von Popularität
  • 7: Heftige Widerstände, man hat mit viel Gegnerschaft zu tun und muss sich ständig verteidigen
  • 8: Eine Veränderung liegt in der Luft, ein Ereignis steht bevor, Veränderung zum Guten
  • 9: Widrige Umstände, Sorgen, Angst um die Existenz, Tapferkeit
  • 10: Bedrückung, Sorgen, man trägt eine große Last, fühlt sich gebeugt


  • Bube der Stäbe: Leidenschaftliche Person, die sich aber nicht gerne binden lässt, jugendlicher Übermut, notorischer Herzensbrecher, abenteuerlustig, aber nicht bereit, ein allzu großes Risiko einzugehen, Eitelkeit, Selbstverliebtheit
  • Ritter der Stäbe: Kämpferische Person, stürmt gerne nach Vorne, braucht Widerstand, um sich in seinem Element zu fühlen, sucht den Konflikt, oft etwas hart gegenüber Gegnern, kann aber auch sehr gemütlich sein, jedoch ist der weiche Kern hinter einer harten Schale verborgen
  • Königin der Stäbe: sehr selbstbewusste Person, die gerne den Ton angibt, setzt sich für Familie und Bekannte ein, wenn diese in Schwierigkeiten stecken, wenn man ihren Geltungsanspruch akzeptiert, wird sie einem stets zur Seite stehen und einen unterstützen, hat man sie enttäuscht, kann sie sehr rachsüchtig sein
  • König der Stäbe: Herrschaftliche Person, vornehmes Verhalten und gute Sitten, kann aber im Falle einer Gegnerschaft alle Menschlichkeit und jeden Anstand vergessen, starkes Durchsetzungsvermögen, oft sehr tolerant, aber wenn gegen seine Ideale verstoßen wird, kennt er keine Gnade

Kelche[Bearbeiten]

  • Ass: Glück, Liebe, Gefühl von Allverbundenheit, Gnade
  • 2: Liebe: die Zeit ist reif für eine neue Liebe; Große Zuneigung und Begegnung mit einem Gleichgesinnten, Beginn einer Freundschaft oder Liebe. Sie steht oft am Beginn einer neuen Beziehung, neue Bekanntschaft, das Beenden von Streitigkeiten, liebevolle Zuwendung
  • 3: Unbeschwertheit, Feierlichkeiten, Fröhlichkeit, man hat allen Grund zu feiern und tut das auch
  • 4: Eine neue Chance, die noch nicht wahrgenommen wurde, Nichtbeachten von Gutem, das einem widerfährt, zu starkes Verharren auf dem, was man schon hat
  • 5: Verlust, Melancholie, Schmerz, Trauer
  • 6: Die Freude zu teilen, kindliche Freude, Offenheit gegenüber anderen Menschen ohne Hintergedanken
  • 7: Illusionen, Leben in einer Traumwelt, große Phantasie, gutes Vorstellungsvermögen
  • 8: Alles hinter sich lassen, spirituelle Suche, Aufbruch ins Unbekannte, Richtungswechsel im Leben
  • 9: Protzerei, Gier, Besitzdenken, Knauserigkeit
  • 10: Gemeinsames Glück, Hoffnungsvolle Zukunft, alles läuft "wie geschmiert"


  • Bube der Kelche: Geistreiche Person, er kann Herzen im Sturm erobern, gut im Flirten, aber seine Gefühle sind oft ohne Tiefgang, musisch begabt, aber es fehlt der letzte Schliff, entzieht sich der Verantwortung
  • Ritter der Kelche: Romantische Person, liebt große Gesten, ein aufrichtiges Herz, ein Idealist, tut alles für die Menschen, die er liebt, kann aber auch sehr eifersüchtig sein
  • Königin der Kelche: Einfühlende Person, kann gut zuhören, hat Verständnis, ist in sich ruhend, echte Religiosität
  • König der Kelche: Tief denkende Person, der Philosophie und Kunst zugetan, Religiosität ohne Dogmatismus, ein Fels in der Brandung, große Lebenserfahrung, aber keine Verbitterung, glaubt uneingeschränkt an das Gute im Menschen und lässt Gnade vor Recht ergehen

Schwerter[Bearbeiten]

  • Ass: Klarheit, Einsicht, Verständnis, analytischer Verstand, Gerechtigkeitssinn
  • 2: Zweifel, Unsicherheit, kann keine Entscheidung treffen, Erkennen der Grenzen des Intellekts
  • 3: Schmerzhafte Erfahrung, Liebeskummer, Fehlentscheidungen, schlechtes Gewissen, Schuldgefühle
  • 4: Stillstand, Stagnation, Rückzug aus dem Leben um Nachzusinnen, Meditation
  • 5: Hinterhältigkeit, Gerissenheit, Boshaftigkeit, Tiefschläge
  • 6: Unfreiwilliger Aufbruch ins Unbekannte, Sorge, ungewisse Zukunft
  • 7: Betrug, Tücke, Schliche, die Fähigkeit, Gegner in Sicherheit zu wiegen, um sie zu hintergehen, Angst vor einer offenen Konfrontation
  • 8: Hemmungen, sich nur in eng umrissenen Mustern wohlfühlen, Durchreglemetierung des Lebens, Angst, ein Risiko einzugehen, Einigelungstaktik
  • 9: Albträume, ungelöste Probleme, schlaflose Nächte, man wird von etwas bedrückt, Sorgen
  • 10: Optimismus, obwohl alles dagegen spricht, unzerstörbare Hoffung, Neuanfang nach einem schmerzhaften Ende
  • Bube der Schwerter: herausfordernde Person, liebt es zu provozieren, zeigt gern sein Können, aber schreckt vor ernsthafter Konfrontation zurück, ein Showkämpfer, oberflächlich sehr geistreich, aber ohne tiefe Gedanken
  • Ritter der Schwerter: ungestüme Person, Himmelsstürmer, kämpferisch, ist nicht zu bremsen, mag harte Auseinandersetzung, kann sehr zynisch sein, kämpft verbissen, geht mit dem Kopf durch die Wand, wobei die Wand meist seinem Ansturm nicht standhält
  • Königin der Schwerter: Umsichtige Person, handelt bedächtig, fällt weise Entscheidungen und entscheidet sich erst, wenn sie ein Problem von allen Seiten betrachtet hat, hat einen hohen Gerechtigkeitssinn, entscheidet nicht aufgrund von Sympathie, sondern aufgrund der Faktenlage
  • König der Schwerter: Scharfsinnige Person, hat einen geschliffenen, schnellen Verstand, gute Argumente, liebt geistreiche und auch hitzige Diskussionen, kann oft durch Witz die erhitzten Gemüter kühlen

Scheiben (Münzen)[Bearbeiten]

  • Ass: Sichtbarer Erfolg, materielles Wohlbefinden, Reichtum und Fülle
  • 2: Beweglichkeit, anpassungsfähig, mit der Wechselhaftigkeit des Lebens keine Probleme haben, Kompromissbereitschaft, Spaß am Handeln
  • 3: Erfolgreiche Prüfung, Anerkennung, Stolz auf das Werk der eigenen Hände, das Erreichen einer höheren Stufe
  • 4: Abschottung, übertriebenes Sicherheitsbedürfnis, Schroffheit, Leben in einem goldenen Käfig
  • 5: Krisen, Armut, auf die Wohltätigkeit anderer angewiesen sein, Verlust
  • 6: Großmut, Toleranz, Gerechtigkeit und Hilfsbereitschaft, Güte, Bereitschaft zu teilen
  • 7: Geduld, gemächliches, dafür nachhaltiges Wachstum, bedachte Entscheidungen
  • 8: Aufbauphase, das Erarbeiten eines soliden Grundsteins
  • 9: Plötzlicher Glücksfall, unerwarteter Reichtum, Überfülle
  • 10: Reichtum, Fülle, Stabilität, der Lohn der Arbeit


  • Bube der Scheiben: ist eine freigiebige Person, liebt das Geld, kennt aber den Wert (noch) nicht, liebt den Reichtum und die Sicherheit, muss aber (noch) lernen, was man alles dafür tun muss, um es auch zu halten und zu mehren, sonst wird er seine Ressourcen verschleudern.
  • Ritter der Scheiben: Ausdauernde Person, sehr beharrlich, weiß, was er erreichen will und ist bereit, dafür auch etwas zu geben und zu tun, plant voraus und geht haushälterisch mit den Ressourcen um. Er muss jedoch aufpassen, dass andere Bereiche des Lebens nicht zu kurz kommen.
  • Königin der Scheiben: sachliche Person, verlässlich und gutmütig, sie ist den Sinnesfreuden nicht abgewandt, aber nicht extravagant, bodenständig
  • König der Scheiben: erfolgreiche Person, tatbezogen, hat einen guten Geschäftssinn, weiß die schönen Seiten des Lebens zu schätzen, ist aber auch der Arbeit nicht abgewandt und langt auch zu, er ist hilfsbereit, lässt sich aber nicht ausnützen


Die Zahlenkarten[Bearbeiten]

Die Zahlen werden meist assoziativ interpretiert. Dabei kann die Bedeutung der einzelnen Zahlen je nach kulturellem Umfeld der Person stark variieren. Gewisse Grundbedeutungen der Zahlen geben ein breites Spektrum an Interpretationsmöglichkeiten. Eine weit verbreitete Interpretation ist, dass die Zahlen 1 bis 10 einem Entwicklungszyklus entsprechen, wobei das Ass den Beginn und die 10 die Vollendung des Zyklus darstellt. Dabei begrenzt man hier aber die Interpretation auf die Bildkarten des Rider-Decks. Andere Decks mögen einem durchaus noch den Freiraum für noch weitere Interpretationsmöglichkeiten lassen.

Asse stehen für einen (Neu-)Beginn, oder schlicht für etwas, das (als Potential) vorhanden ist. Asse fordern einen auf, sein Potential und auch seine Ressourcen zu erkennen und zu nutzen. Die Farben geben an, auf welchen Bereich man sein Augenmerk richten soll. "Münzen" im materiellen oder körperlichen Bereich. "Kelche" im emotionalen Bereich. "Schwerter" im intellektuellen Bereich, und "Stäbe" im Bereich Wille und Durchsetzungsvermögen. Asse werden im allgemeinen als positive Karten gedeutet.

Zweien stehen für Dualismus. Wie man allerdings einen Dualismus deutet, das steht einem völlig frei. Es kann genauso gut ein Gegensatzpaar gesehen werden wie auch zwei unterschiedliche Sachen, die sich zu etwas neuem ergänzen. Münzen stellen die Sicherheit des Wandels dar. Sie fordern einen auf, in guten Zeiten für schlechte Zeiten vorzusorgen, erst etwas zu investieren, bevor man etwas einnehmen kann, oder bei schlechten Situationen die aussieht, dass es auch besser werden kann. "Kelche" zeigen einem, dass man auch immer den anderen berücksichtigen soll, dass zwei Personen sich zu etwas Neuem vereinigen können, "Stäbe" stellen einem die Spannung zwischen dem Soll und dem Ist vor Augen, und die "Schwerter" weisen einen darauf hin, dass man unterscheiden und richten muss, mitunter nur nach dem, was vor Augen ist (ohne alle Hintergründe zu kennen). Die Spannung des Dualismus ist oft der Motor eines Neubeginns.

Drei ist die Zahl der Einheit und auch der Stabilität. Der Analogie des Entwicklungszyklus folgend kann es nur eine erste Stabilität sein. "Kelche" zeigen, dass eine Freundschaft geschlossen wurde, deren Bestand sich aber erst noch erweisen muss. "Stäbe" zeigen, dass ein Projekt in Gang gesetzt wurde und am Laufen ist. Auf das Ergebnis muss allerdings noch gewartet werden. Die Münzen zeigen an, dass eine Arbeit begonnen worden ist und nun die Fortschritte überprüft werden. Bei den "Schwertern" wundert es nicht, dass mit dem Einsetzen eines neuen Zustandes die Sorgen anfangen (wobei die Sorgen nicht immer negativ zu deuten sind, sondern einfach als "Fürsorge" verstanden werden können.)

Vier steht für die vier Himmelsrichtungen. Sie steht daher für Sicherheit. Es handelt sich um die erste Stabilität, die einem Luft gibt, sich zu regenerieren, das Vergangene Revue passieren zu lassen und zu überdenken. "Stäbe" weisen einen darauf hin, dass man auch mal das Zwischenergebnis feiern sollte (Richtfest?). Vielleicht sollte man die Arbeiter bei Laune halten. Die "Kelche" stehen für die Wünsche und Emotionen, und fragen einen, ob es das war, was man eigentlich will. Die "Münzen" führen einem vor Augen, wie einen der materielle oder berufliche Status bestimmt, und wie weit man von ihm bestimmt wird. Die "Schwerter" lassen einen Bilanz ziehen. Was hat man (noch nicht) eingesetzt, was verloren. Insgesamt fordern die Vieren einen auf, noch mal tief Luft zu holen, und alle Aspekte (vier Himmelsrichtungen) noch einmal zu überdenken.

...

die Hofkarten[Bearbeiten]

Die Hofkarten sind Buben, Ritter, Königin und König. Sie stehen für reelle Personen oder für Wesenheiten und Charakterzüge der Personen, um die es bei der Frage geht. Eine Deutungshilfe kann es sein, wenn man jeder Figur einen Lebensabschnitt zuordnet.

Die Buben würden für Kinder und Jugendliche und Lehrlinge stehen (Die Buben sind noch nicht im allgemeinen noch nicht im heiratsfähigem Alter, daher kann man diese Karten ohne Probleme auch für Mädchen anwenden.) Sie stehen für einen Anfang und einen Neubeginn. Sie müssen etwas lernen und Erfahrungen (leider auch negative) sammeln. Sowohl ihre unbekümmerte Herangehensweise als auch ihre Unsicherheit kommen aus ihrer Unerfahrenheit. Chancen und Risiken stehen gleichermaßen gegenüber, wobei jedoch das Potential der Hauptaspekt darstellt. Damit korrelieren die Buben sowohl mit dem Narren, als auch mit den Assen.

Die Ritter stehen für junge Erwachsene und Gesellen. Sie haben ausgelernt und können ihr Wissen gezielt einsetzen. Sie werden vor Anforderungen gestellt, die sie durch ihre Erfahrungen auch meistern sollten. Es gilt, das was man gelernt hat anzuwenden und einzusetzen. Das Soll und Ist stehen hier gegenüber, wobei das vertrauen in die eingene Stärke der Hauptaspekt darstellt. Die Ritter korrelieren mit dem Magier, und allen Karten, die mit Arbeiten und Planen zu tun haben.

Die Königin steht für eine erwachsene Frau. Ihr wird die Mutterrolle zugewiesen. Dabei wird von einem idealisierten klassischen Frauenbild ausgegangen. Dabei ist das eigentliche Rollenbild unwesendlich. Die Königin kümmert sich um das Haus, das Private, das Persönliche und das Interne und kann eine Person sein, die einem den Rücken freihalten kann. Sie steht für alle Dienstleistungsberufe und natürlich für die Mutterrolle. Sie ist die wichtige Schlüsselperson in zweiter Reihe. Königinnen kümmern (und sorgen) sich um die Personen, die ihnen Anvertraut sind. Mütterlich und fürsorglich. Ihr Temprament (Farbe) kann ihr dabei helfen, oder auch im Wege stehen. Sie stehen für das, was einem von zu Hause aus mitgegeben worden ist, und was man gelernt hat. Natürlich korrelieren sie mit allen "Frauenkarten" wie "die Herscherin", "die Hohenpristerin".

Die Könige stehen für erwachsene Männer. Ihnen wird die Vaterrolle zugewiesen. Dabei wird auch hier von einem idealisierten klassischen Vaterbild ausgegangen. Könige übernehmen und tragen die Verantwortung nach außen hin. Sie stehen der Öffentlichkeit gegenüber. Sie stehen vor allem für Leitungspositionen den Beruf und nicht zuletzt für die Vaterrolle. Bei den Königen ist der Aufgabenbereich wichtig, der einem vor die Füße gelegt worden ist. Die Farben geben an, auf welchem Aspekt man besonders achten soll. (Stäbe: Durchsetzungsvermögen zeigen, Münzen: die wirtschaftlichen und gesundheitlichen Verhältnisse und Möglichkeiten im Auge behalten. Schwerter: Urteilen, Pläne schmieden, unterscheiden, Kommunikation, Gespräche. Kelche: Emotionales Aufbauen der Mitarbeiter, fürsorglich sein, die ihm Verantwortenden in Schutz nehmen... ) Die Könige korrelieren mit "dem Herrscher", "Dem Hohenpriester".