Zum Inhalt springen

Traktorenlexikon: Bautz 200

Aus Wikibooks
Traktorenlexikon Hersteller-/Markenübersicht Kapitel „Bautz“
Bautz 200
Bautz 200 (Baujahr 1960)
Bautz 200 (Baujahr 1960)
Basisdaten
Hersteller/Marke: Bautz
Modellreihe: (200)
Modell: 200
Bauweise: rahmenlose Blockbauweise
Produktionszeitraum: 1959–1963
Stückzahl: 1955
Maße
Eigengewicht: 1035 kg
Länge: 3000 mm
Breite: 1545 mm
Höhe: 1440 mm
Radstand: 1683 mm
Spurweite: vorne: 1290–1446 mm
hinten: 1250–1500 mm
Standardbereifung: vorne: 4.50-16
hinten: 8-28, 9-24
Motor
Nennleistung: 15 PS
Nenndrehzahl: 2300/min
Zylinderanzahl: 2
Hubraum: 1004 cm³
Drehmomentanstieg: 15 %
Kraftstoff: Diesel
Kühlsystem: Luftkühlung
Antrieb
Antriebstyp: Hinterradantrieb
Getriebe: 8V + 2R
Höchstgeschwindigkeit: 20 km/h

Der Bautz 200 ist der Nachfolger des AS 120. Er ist eine komplette Neukonstruktion die von Bautz in der 15PS-Klasse ab 1959 angeboten wurde. Bei diesem Modell versuchte der Hersteller Bautz nach neusten ergonomischen und markttechnischen Gesichtspunkten einen konkurrenzfähigen Kleinschlepper auf den Markt zu bringen. Neu waren die Getriebe, die bei Getrag für den Hersteller Bautz entwickelt worden waren und im Bautz 200 verwendung fanden. Der ganze Schlepper war neu, alles an Ihm wurde von den Bautztechnikern und Ingineuren nach neusten Gesichtspunkten entworfen und entwickelt. Ein sehr zuverlässiger und fortschrittlicher Schlepper, der mit seinem luftgekühlten Motoren und den neu entwickelten Getrieben zwischen 1959 und 1963 von Bautz gefertigt wurde.

Die Fahrgestellnummer sollte auf einem Typenschild auf der rechten Seite der Kupplungsglocke zu finden sein.

Motor

[Bearbeiten]
  • Luftgekühlter 2-Zylinder-4-Takt-Vorkammer-Dieselmotor von MWM, Typ AKD 10 Z
  • Leistung 15PS bei 2300 u/min
  • Bohrung: 80 mm
  • Hub: 100 mm
  • Zum Motor abstellen: Wie bei vielen Oldies Handgas ganz nach vorn.
  • Für die Schrauber - Zylinder 1 ist der neben dem Schwungrad, also hinten.


  • Dieser Motor wurde auch bei anderen Traktor-Herstellern verbaut:
  • Bungartz T6, dort ==> 20 PS
  • Holder A20, dort mit 3000 U/min ==> 20 PS
  • Stihl S 20, dort ==> 20 PS oder auch mit Stihl 2T-Motor
  • Wahl W 90, dort ==> 16 PS

Kupplung

[Bearbeiten]
  • Einscheibentrockenkupplung

Getriebe

[Bearbeiten]
  • Getrag-Getriebe "G408"
  • eventuell gibt es eine 2. Variante des Getriebes, bei der der Rückwärtsgang in der schnellen Gruppe gesperrt ist? Siehe Schaltschema auf dem Getriebedeckel!
  • 4 Vorwärtsgänge + 1 Rückwärtsgang, in 2 Gruppen
  • insgesamt 8 Vorwärtsgänge und 2 Rückwärtsgänge
  • Der Gruppenschalthebel befindet sich auf der linken Seite des Getriebes,

dahinter ist der Schalthebel für die Zapfwellen.

Zum Schutz gegen Getriebeüberlast empfiehlt der Hersteller die Differtialsperre nur im 3. und 4. Gang sachgemäss zu nutzen!

  • Das gleiche Getrag-Getriebe wurde bei einem anderen Traktorhersteller in Kombination mit einer Voith-Kupplung von einem 20 PS Motor angetrieben.

Geschwindigkeiten vor- und rückwärts

[Bearbeiten]
  • Vorwärts 20 km/h, mit entsprechender Bereifung bis 25 km/h
  • Aus der Bedienungsanleitung 1960:
  • Bereifung: 8 - 28 AS: 1,1; 1,5; 2,4; 3,9; 5,6; 7,8; 12,7; 19,9 km/h; R1: 4,5 km/h
  • Bereifung: 9 - 24 AS: max.: 18,85 km/h

Zapfwelle

[Bearbeiten]
  • Beim Ein- und Ausschalten jeweils die Kupplung treten <-- ist alte Schule.
  • Motordrehzahl- und Geschwindigkeitsabhängige Heckzapfwelle
  • Wegezapfwelle für alle 8 Gänge, von
  • 103 U/min im 1.Gang über
  • 533 U/min im 5. Gang bis
  • 1920 U/min im 8. Gang
  • alle bei 2300 U/min Motordrehzahl

Bremsen

[Bearbeiten]
  • Trommelbremsen
  • Laut BDA Feststellbremse wirkt auf die Betriebsbremse

Achsen

[Bearbeiten]

Lenkung

[Bearbeiten]
  • Mechanische Lenkung über Gestänge

Hydrauliksystem und Kraftheber

[Bearbeiten]
  • Zweiwegehydraulik
  • Mähwerkantrieb
  • Optional Heckkraftheber:
  • Überdruckventil auf 120 atü eingestellt
  • ergibt 550 kg Hubkraft am Unterlenkerende
  • Mit ein Zusatzteil kann man die Höhe der Ackerschiene festsetzen.

Steuergeräte

[Bearbeiten]

Elektrische Ausrüstung

[Bearbeiten]

Maße und Abmessungen

[Bearbeiten]
  • Eigengewicht ohne Hydraulik: ab 950 kg, je nach Bereifung
  • Zulässiges Gesamtgewicht: 1820 kg
  • max. Vorderachslast: 600 kg
  • max. Hinterachslast: 1220 kg <== eventuell Reifentraglast beachten.

Bereifung

[Bearbeiten]
  • vorne: 4.50-16
  • hinten: 8-28, 9-24, ab ~1970 wurden die gleichen Reifen als 8.3/8 - 28 oder 9.5/9 - 24 vermarktet
  • Für die Hinterreifen wurde 1960 empfohlen Acker: 1 atü, Strasse: 1,5 atü
  • Vorn 2 atü

Füllmengen

[Bearbeiten]
  • 24 L Diesel
  • 4,5 L Motoröl
  • 9 L Getriebeöl
  • 2 x 2 L im Vorgelege
  • 3,5 L in der Hydraulik, damals empfohlen <== Motoröl

Verbrauch

[Bearbeiten]

Sonderausrüstung

[Bearbeiten]
  • Hydraulik
  • Seitenmähwerk
  • und bei der Tragschlepper-Variante Zwischenachs-Hackgeräte u.s.w.

Sonstiges

[Bearbeiten]

Die Besonderheit bei der letzten Schlepperbaureihe von Bautz war die Lenkradschaltung. Man hatte diese letzte Baureihe unter grundlegend neuen Gesichtspunkten, wie Ergonomie und Wirtschaftlichkeit entwickelt. Um mehrere Arbeitsgänge in einem zu gewährleisten, wurde der Traktor in Blockbauweise ausgeführt, mit einem zwischen Motor und Getriebe verlängertem Mittelteil, zur Aufnahme für Zwischenachsgeräte, so das die Funktion als Tragschlepper gegeben ist. Zu der ab 1961 vereinbarten Hanomag-Bautz-Union ist noch zu ergänzen, das Bautz mit seinen beiden Schleppermodellen 200 und 300 die untersten Leistungsklassen bediente, während Hanomag in diesem Bereich keine eigenen Schlepper mehr anbot.

Literatur

[Bearbeiten]
  • OLDTIMER TRAKTOR Ausgabe 09-10/2006, Seite 8 ff.

Joachim M. Köstnick: Traktoren made in Germany, Seite 13

[Bearbeiten]
Traktorenlexikon Hersteller-/Markenübersicht Kapitel „Bautz“

http://www.fahrzeugseiten.de/Traktoren/Bautz/200/200.html http://www.schwarzimnetz.de/stuff/Bedienungsanleitung_Bautz_200c.pdf