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Traktorenlexikon: Bautz

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Traktorenlexikon Hersteller-/Markenübersicht

Der Landmaschinenhersteller Josef Bautz AG mit Sitz im oberschwäbischen Saulgau in Baden-Württemberg nahm 1949 nach dem Erwerb der Konstruktionsunterlagen des Traktorprototyps M1 von Zanker in Großauheim, einem Stadtteil der hessischen Stadt Hanau, die Traktorenfertigung auf. In den folgenden Jahren wurde die Modellpalette schrittweise um Fahrzeuge mit einer Leistung von bis zu 25 PS erweitert. Nach Kooperationen mit Nuffield und Hanomag stellte Bautz 1962 nach rund 25.000 produzierten Traktoren die Traktorfertigung ein.

Geschichte

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Die Firma Bautz wurde um 1900 als Erntemaschinenfabrik in Saulgau in Oberschwaben gegründet. Zunächst beschränkte sich die Produktpalette auf Maschinen zur Grasbearbeitung. Durch die Übernahme der Konstruktionsunterlagen des von der Firma Zanker konstruierten Schleppers mit der Typenbezeichnung M1 konnte die Firma Bautz 1949 ihren ersten Traktor, den AS 120, vorstellen.
Ende der 50er, Anfang der 60er Jahre des 20. Jahrhunderts begann eine bewegte Zeit bei den Traktorenherstellern in Deutschland. Der Markt an "Kleintraktoren" war langsam gesättigt und man musste neue Geschäftsmodelle entwickeln.

Bautz vertrieb HELA-Traktoren in Frankreich und den Benelux-Staaten

Bautz entschied sich Ende der 1950er Jahre, keine eigenen Schlepper mit 30 bis 40 PS zu bauen, sondern bot Nuffield Traktoren an, die für den deutschen Markt optimiert und angepasst wurden. Etwa 1961/62 beendete man den Vertrieb von Nuffield-Traktoren und kooperierte mit Hanomag unter der Hanomag-Bautz Vertriebs-Union, die aber nach der Einstellung des Traktorenbaus nur von kurzer Dauer war und schon 1962 wieder beendet wurde. 1963 begann eine Vertriebsgemeinschaft mit HELA für Frankreich und die Benelux-Staaten.[1] Bautz stellte den Traktorenbau 1962 zugunsten der erfolgreicheren Land -und Erntemaschinenproduktion ein.
1969 wurde Bautz von der Firma Claas aus Harsewinkel übernommen und heißt seither Claas Saulgau GmbH. Die Firma Bien-Ries AG aus Hanau kauft 2018 das Bautz-Gelände und macht Pläne für ein Wohnbebauung.[2]

Typen

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1949-1950 Zanker Schlepper

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Vertrieb des Zanker M1 unter der Marke Bautz

1950–1956: AS-Reihe

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1950 wurde der überarbeitete AS 14 als AS 120 vorgestellt. Er war mit einem MWM-Motor sowie einem Bautz-Getriebe ausgestattet und bildete die Basis für die weitere Entwicklung der AS-Reihe.

  • AS 120 12–14 PS, Bauzeit 1950–1956

Im Frühjahr 1952 folgten die Modelle AS 170 und AS 220, die mit Güldner-Motoren und dem ZF-A8-Getriebe ausgerüstet waren.

  • AS 170 17 PS, Bauzeit 1952–1955
  • AS 220 22 PS, Bauzeit 1952–1955

Um der steigenden Nachfrage nach luftgekühlten Motoren gerecht zu werden, wurde 1953 der AS 122 auf Basis des AS 120 eingeführt.

  • AS 122 12 PS, Bauzeit 1953–1956

1954 erhielt dieses Modell einen Zwischenachsrahmen und wurde als Hackschlepper AS 121 vermarktet.

  • AS 121 (anlegen) 12 PS, Bauzeit 1954–1956

Ab 1954 wurde der AS 170 mit einem MWM-Motor ausgestattet und unter der Bezeichnung AS 171 vertrieben.

  • AS 171 18 PS, Bauzeit 1954–1955

1955 erhielt dieses Modell ein Getriebe aus eigener Fertigung und wurde als AS 180 bezeichnet.

  • AS 180 18 PS, Bauzeit 1955–1956

Ebenfalls 1955 wurde der AS 220 mit einem MWM-Motor sowie einem Getriebe aus eigener Fertigung ausgestattet und als AS 240 vermarktet.

  • AS 240 24 PS, Bauzeit 1955–1956

Als Ergänzung zum AS 121 erschien 1956 ein weiterer Hackschlepper mit wassergekühltem Motor.

  • AS 151 (anlegen) 14 PS, Baujahr 1956

1956-1961 AL AW

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Neu Typenbezeichnungen um Modelle mit wassergekühlten und luftgekühlten Motoren besser unterscheiden zu können

Der Bautz AL350 und AW350 lösten 1959 die Bautz AL240 und AW240 Schlepper ab. Es waren keine neuen Konstruktionen, sonder es wurden nur geringfügige Änderungen durchgeführt. Durch die Union mit Hanomag war schon Ende 1961 nach nur 374 Exemplaren wieder Schluss. Sie wurden durch den Hanomag Perfekt ersetzt.

1958-1961 Fremdfabrikat Nuffield

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Im Oktober 1958 ergänzte Bautz seine Programm mit zwei Traktoren von Nuffield. Dafür erhielt Bautz das alleinige Vertriebsrecht für diese Traktoren in Deutschland. Durch die Union mit Hanomag Ende 1961 wurden diese Typen durch die Hanomag-Traktoren Gigant und Brillant ersetzt.

1959-1963 Serie 200 - 300

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Die letzten beiden Schleppermodelle, die von Bautz gefertigt wurden, war der Typ 200 und der Typ 300. Die Hydraulik beider Modelle war weitgehend gleich.

Diese beiden Modelle waren in verschiedenen Farbvarianten lieferbar. Mir bekannt waren, ein grauer Motorblock mit grauen Felgentellern. Die Motorhaube, die Kotflügel und die Felgen aussen, gab es in rot, blutorange, blau oder grün.


Eigentlich war noch ein stärkerer Typ 350 in Planung, aber in Absprache mit der Hanomag, wurde auf eine Fertigung verzichtet. Somit bildeten die Typen 200 und 300, in der ab 1961 gemeinsam vereinbarten Vertriebsallianz die unteren Einstiegsmodelle. Wo hingegen die Hanomag Ihrerseits auf eine Fertigung von Schleppertypen in diesen PS-Klassen verzichtete.

  • 200 (1959-1963)
  • 300 (1959-1963)

ab 1963

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Ab 1963 hat Bautz in Zusammenarbeit mit HELA Traktoren in den Benelux und Frankreich HELA Traktoren verkauft. Unterlagen gibt es zu den D45 und den D438, teilweise für den Export mit etwas mehr Leistung versehen. Etwa bis Ende der 1960er, da noch die modifizierte HELA-Motorhaube verkauft wurde.

Literatur

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  • Matthias Metzler: Die große Bautz Chronik. 1. Auflage. DLG-Verlags-GmbH, Frankfurt am Main 2004, ISBN 3-7690-0620-8.
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Wikipedia: Bautz – enzyklopädische Informationen
 Commons: Bautz-Traktoren – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. Bautz HELA Vertrieb in: hela-diesel.de
  2. Wohnbebauung des des Bautz Werksgeländes in: BUWOG Bauträger GmbH
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