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Traktorenlexikon: Dechentreiter

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Die Lely-Dechentreiter Maschinenfabrik GmbH fertigt in Asbach-Bäumenheim ab Mitte der 60er Jahre Ladetraktoren und war ein Pionier im Bereich der Ladewagen. Im Jahre 1970 wurde Lely-Dechentreiter von Fendt übernommen. Fendt entwickelte auf Grundlage dieser Ladetraktoren das Agrobil S.

Geschichte

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Josef Dechentreiter (*1872) übernahm 1896[1] von seinen Eltern die Reparaturwerkstatt und den Lohndrusch. In den 20er Jahren begann er dann, eine Kleindreschmaschine zu entwickeln, die elektrisch angetrieben werden konnte. Die Nachfrage war so groß, dass er ab 1928 mit der Serienfertigung von Dreschmaschinen begann. In den 30er Jahren wurde mit der Entwicklung eines Mähdreschers begonnen, welche jedoch kriegsbedingt nicht abgeschlossen wurde[2]. Nach dem Krieg wurde neben den Dreschmaschinen auch Mähdrescher gefertigt. Zur Produktpalette kamen dann noch Ladewagen hinzu. Ende der 50er Jahre gingen die Absatzzahlen stark zurück und das Unternehmen geriet in finanzielle Schwierigkeiten. 1963 kaufte der holländische Landmaschinenhersteller Lely die überwiegenden Anteile von Dechentreiter. Von nun an firmierte das Unternehmen unter Lely-Dechentreiter Maschinenfabrik GmbH. Um die Fertigung wieder auszulasten, schloss man mit dem Ingenieursbüro Leben in Berg am Starnberger See einen Lizenzvertrag zur Fertigung von Pistenwalzen[3]. Auch mit der Fertigung von Wohnwagen wurde begonnen. Mitte der 60er Jahre kam dann der Lely-Trac auf den Markt. Auf Grund langjähriger Patentrechtsprozesse von Cornelis van der Ley geriet das Unternehmen gegen Ende des Jahres 1969 in wirtschaftliche Schwierigkeiten. Da es um rund 1000 Arbeitsplätze ging, kam es auf Initiative des Staatssekretär Anton Jaumann zu Kaufverhandlungen mit Fendt. Am 01.09.1970 erfolgte dann die Übernahme des Werkes samt den Mitarbeitern durch Fendt. Die Fertigung von Ladewagen und Mähdreschern wurde eingestellt. Auf Grundlagen des Lely-Trac wurde das Fendt Agrobil S entwickelt. Die Wohnwagen und Pistenraupen wurden ins Fendt-Programm aufgenommen. Bis heute werden im Werk 3 in Bäumenheim Teile für Fendt-Traktoren gefertigt[4].

Zu den Mähdreschern noch der Hinweis, dass diese schon Ende der 1960er Jahre Klappschneidwerke hatten. Der Lohnunternehmer Rudolf Selge aus Hennen, heute Iserlohn, hatte in den 70er Jahren bis zu 6 von diesen Dreschern mit 3,6 oder 4,2 m Schneidwerkbreite und weniger als 3 m auf der Strasse gleichzeitig im Einsatz. Die Lizenzen der Drescher sollten noch verkauft worden sein an eine britische Firma?

Typen

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Es wurden Ladetraktoren mit folgenden Typenbezeichnungen vertrieben:

Kurz vor der Übernahme durch Fendt wurde noch ein Traktor-Prototyp mit Unterflurmotor, Allradantrieb, gleichgroßen Rädern und etwa 65 bis 70 PS gebaut. Die Räder waren etwa so groß wie bei gleichstarken Unimogs. Die Kabine war schwenkbar von etwa der Mitte des Fahrzeugs nach (rechts?) vorn. Wurde die Kabine vorn positioniert, hatte man dahinter Platz für Aufsattelgeräte. Ein Heckhubwerk und ein Zapfwellenantrieb waren auch in Planung.

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Einzelnachweise

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  1. Chronik Asbach Bäumenheim: Die Firma Dechentreiter
  2. Augsburger Allgemeine: Das Auf und Ab von Lely-Dechentreiter hielt den Ort jahrzehntelang in Atem
  3. Fendt-Prospekte: Pistenraupen
  4. Fendt-Prospekte: Werke
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