Fendt Farmer Turbomatik mit FrontladerFendt Kühler-Logo
Fendt ist ein deutscher Traktorenhersteller mit Sitz in Marktoberdorf im Allgäu und seit Ende der 1990er Jahre eine Marke des US-amerikanischen Konzerns AGCO. Produktionsstandorte befinden sich in Marktoberdorf (Allgäu), Asbach-Bäumenheim und Hohenmölsen.
Als Johann Georg Fendt begann, in seiner Mechanikerwerkstatt Traktoren zu bauen, ahnte er noch wenig von den großen Veränderungen, die die Traktorentechnik in diesem Jahrhundert durchlaufen sollte. Die Richtung stand von Anfang an fest: Die Kunden durch neue technische Lösungen, Wirtschaftlichkeit und Zuverlässigkeit zu überzeugen.
Am 9. Dezember 1933 starb Joh. Georg Fendt. Firmeninhaberin wurde seine Witwe Kreszentia Fendt, Betriebsleiter sein ältester Sohn Xaver, der 1934 auch die Meisterprüfung ablegte. Die Xaver Fendt & Co. wurde am 31. Dezember 1937 in das Handelsregister in Kempten mit den Gesellschaftern Kreszentia, Xaver und Hermann Fendt eingetragen.
1927 Es entstand zunächst ein Kleinschlepper mit einem Benzinmotor, aber bereits einem fahrunabhängigen Mähwerk.
1928 Der erste europäische Dieselkleinschlepper mit 6 PS, Anbaupflug und fahrunabhängigem Mähwerk.
1930 wurden die ersten Schlepper verkauft.
1933 legte Joh. Georg Fendt die erste Serie auf und stellte auf der Landwirtschaftsausstellung in München aus. Erstmals konnten es sich auch klein- und mittelbäuerliche Betriebe wirtschaftlich leisten, das Pferd zu ersetzen. Sein Name war Programm: Fendt-Dieselroß
1937 Das Dieselross F 18 (16 PS) konnte mit einer fahrunabhängigen und lastschaltbaren Zapfwelle ausgestattet werden.
1938 wurde der 1000ste Dieselroß-Traktor, ein F 18 mit 16 PS, fertiggestellt. Die Form des Dieselross F 22 (22 PS) erregte mit dem stehenden Motor und Kühler-Ventilator Aufsehen bei den Landwirten. Das Dieselroß F 22 hatte schon eine Reihe von Merkmalen der Traktoren der 1950er-Jahre: Zweizylinder-Motor, stehender Kühler und 4-Gang-Getriebe.
Fendt Grasmäher, 4 PS (1928)1942 führte Dieselöl-Knappheit und das Verbot des Einsatzes von Dieselschleppern zur Entwicklung des Holzgasgenerator-Schleppers mit 25 PS.
Nach dem Zweiten Weltkrieg expandierte das Unternehmen unter der Leitung Xaver Fendts und seiner jüngeren Brüder Hermann und Paul Fendt ungewöhnlich rasch.
Fendt Dieselross F 17 WG von 1959, im Jahr 2012 noch bei der Pflege von öffentlichen Anlagen im Einsatz
1949 Vom Dieselross F 18 (18 PS) wurden monatlich 20 Stück produziert.
1952 wurde das 12 PS starke Dieselroß F 12 L vorgestellt, das ab 1953 in Großserie ging. Im Jahre
1953 kam der 12 PS starke Fendt-Geräteträger mit vier Anbauräumen auf den Markt, dem 1959 für sein geniales Einmann-System die höchste DLG-Anerkennung verliehen wurde.
1957 wurde mit der Serienfertigung des Geräteträgers begonnen.
1958 hat man das aktuelle Programm durch die neue "ff"-Reihe mit den Typen Fix, Farmer und Favorit abgelöst. Dabei wurde das Design geändert, und die Motorleistung von 15 bis 80 PS angeboten. Der Favorit 1 war richtungweisend in Form und technischer Ausstattung, wie zum Beispiel der 40 PS-Motor und das Vielgang-Feinstufengetriebe.
1961 konnte bereits der 100.000ste Fendt, ein "Farmer 2" mit 35 PS, fertiggestellt werden. Besonders erfolgreich entwickelten sich die Geräteträger, ein Mechanisierungssystem von der Saat bis zur Ernte, von denen bisher rund 60.000 Stück abgesetzt werden konnten.
1962 Der erste selbstfahrende Rübenvollernter auf der Basis des Fendt-GT-Einmann-Systems wurde mit der höchsten DLG-Auszeichnung prämiert.
1968 Farmer 3 S (48 PS) mit stufenloser Anfahrautomatik (Turbomatik) – seine Technik wurde zum Vorbild.
1971 Mit dem Universaltransporter und Erntefahrzeug Agrobil S stellte Fendt 1971 eine landtechnische Neuheit vor.
1975 Spezialtraktoren für Wein-, Hopfen- und Obstbau (42, 50 und 65 PS).
1976 Ein neues Marktsegment eröffneten die vorgestellten Favorit-Großtraktoren mit bis zu 150 PS.
1980 brachte Fendt die Farmer 300er-Reihe auf den Markt, die mit technischen Pionierleistungen wie 40 km/h und gummigelagerter Kabine maßgeblich zu den Markterfolgen der letzten Jahre beigetragen hat.
„Wer besser sieht, kann besser arbeiten“ – nach diesem Motto hat Fendt den 380 GTA als Original-Freisicht-Traktor ohne Motorhaube im Jahre 1984 realisiert. Sein Geheimnis ist das geniale Konzept mit Unterflurmotor.
1985 wird Fendt erstmals Marktführer in Deutschland.
1987 High-Tech in kompakter Dimension zeichnete die 200er Baureihe von 40 bis 75 PS aus. Als Standard- oder Spezialtraktor für den Wein- und Obstbau.
1993 Die 800er sind die ersten Großtraktoren der Welt mit Turboshift, hydropneumatischer Kabinen- und Vorderachsfederung und 50 km/h. Die leistungsstärkste Maschine: Favorit 824 mit 230 PS.
1994 Die Favorit 500 C-Baureihe (94 bis 140 PS) - integriert die Erfolgsmerkmale wie 50 km/h, Federung und Turboshift in der Mittelklasse; Kunden und Fachwelt sind begeistert.
1995 Das wegweisende Systemfahrzeug Xylon (110 bis 140 PS) kommt auf den Markt. Ein universell einsetzbares Fahrzeug für Landwirtschaft, Landschaftspflege und Kommunen.
1996 Meilenstein: Vario 926 mit 260 PS, der erste Großtraktor der Welt mit dem stufenlosen Fendt-Vario-Getriebe. Eine Revolution im Getriebebau.
Als führende High-Tech- und Qualitätsmarke wird Fendt 1997 Teil des weltweit agierenden AGCO-Konzerns.
1997 Einführung der neuen Traktorengeneration Farmer 300 C von 75 bis 95 PS. Fendt präsentiert mit der Baureihe Favorit das Vario-Programm von 170 bis 260 PS mit stufenloser Antriebstechnik. Mit der Vorstellung der neuen Vario-Baureihe Favorit 700 mit 140 und 160 PS setzt Fendt 1998 erneut Maßstäbe für die Zukunft. Das innovative Bediensystem, die Fendt-Variotronic, wird anschließend international ausgezeichnet.
1998 Der 380 GTA-Turbo mit 95 PS und der 370 GMT mit 75 PS - die Original-Freisichtschlepper
1999 Mit Vario 2000 präsentiert Fendt ein komplettes Programm von 86–286 PS. Dieses Programm überträgt die Vario-Vorteile erstmals in die untere Mittelklasse bis 86 PS.
Farmer 400 Vario von 86 bis 110 PS, die neue Dimension in der Mittelklasse
Baureihe Favorit 700 Vario mit neuer Technik und ergänzt um die Modelle 711 (115 PS) und 712 (125 PS)
Favorit 900 Vario, die neue Generation für schwerste Einsätze im Leistungssegment 180 bis 270 PS. Der neue Slogan: „Wer führt, fährt Vario!“
2001 Neu im Fendt- Programm ist der 300 C von 75 bis 100 PS, sowie der 412 Vario mit 120 PS
2002 Farmer 200 V/P von 65 bis 94 PS
800 Vario TMS von 168 bis 195 PS
900 Vario TMS von 198 bis 310 PS
Fendt-Mähdrescher
Fendt-Rund- und Quaderballenpressen
2004 sorgen zwei Innovationen für Aufmerksamkeit: die niveaugeregelte Vorderachsfederung für Schmalspurtraktoren und das GPS-gestützte Spurführungssystem Auto-Guide-System.
2005 Vom 6-PS-Dieselross zum 900 Vario TMS mit bis zu 310 PS in 75 Jahren – dieses Jubiläum feierte Marktoberdorf gemeinsam mit Fendtlern aus aller Welt.
936 Vario TMS mit einer max. Leistung von 358 PS und als erster Standardtraktor mit 60-km/h-Getriebe.
Fendt Dieselross F1 6 PSFendt Dieselross F15 G6Fendt Dieselross F40
Das Fendt Dieselross ist die legendäre Ursprungsbaureihe, mit der das Unternehmen Fendt ab den 1930er Jahren den Grundstein für seinen Aufstieg zum führenden Traktorenhersteller legte. Der Name wurde 1930 mit dem ersten europäischen Kleinschlepper mit 6 PS Dieselmotor, dem F1, geprägt und stand über Jahrzehnte als Synonym für Zuverlässigkeit und technischen Fortschritt in der Landwirtschaft. Die Serie entwickelte sich von einfachen Einzylinder-Maschinen hin zu leistungsstarken Mehrzylindern und deckte bis zum Ende der Produktion im Jahr 1958 ein breites Spektrum für klein- und mittelbäuerliche Betriebe ab.
Technisch waren die Dieselross-Modelle Vorreiter in vielen Bereichen. Während die frühen Typen wie das F12, F15 oder F18 noch mit Verdampferkühlung oder einfacher Luftkühlung arbeiteten, führte Fendt später moderne wassergekühlte Aggregate und innovative Getriebekonstruktionen ein. Ein Meilenstein war die Einführung der gefederten Vorderachse und der motorabhängigen Zapfwelle, die das Dieselross zu einem universell einsetzbaren Arbeitsgerät machten. Die Motoren stammten überwiegend von MWM oder wurden in Kooperation entwickelt. Charakteristisch für diese Ära war das markante Design mit der hohen, schmalen Kühlermaske und dem tiefen, oft unverkennbaren Klang der Ein- und Zweizylinder-Dieselmotoren.
Die Baureihe unterteilte sich in zahlreiche Varianten, von den leichten Modellen für den Gartenbau bis hin zu den schweren Ackerschleppern wie dem F40. Mit dem Übergang zur Farmer- und Favorit-Serie Ende der 1950er Jahre wurde der Markenname Dieselross offiziell abgelöst, blieb jedoch als Ehrentitel auf den Motorhauben der frühen Farmer-Modelle erhalten. Heute gelten die Dieselross-Schlepper als die begehrtesten Sammlerobjekte der deutschen Traktorengeschichte und werden für ihre robuste Mechanik und ihre Bedeutung für die Motorisierung der Landwirtschaft geschätzt.
1953 wurde erstmals der Geräteträger F 12 GT der Öffentlichkeit auf der DLG-Ausstellung vorgestellt. Die für den Einmannbetrieb konstruierte selbstfahrende Arbeitsmaschine hatte vier Anbauräume: vor, unter, auf und hinter dem Schlepper. Durch das Fendt-Einmannsystem waren alle Anbauten ohne einen zweiten Mann möglich, und durch Vorführungen und Ausbildungskurse konnten Bauern für dieses System so begeistert werden, dass Fendt als einziger Gerätehersteller der Durchbruch in wirtschaftliche interessante Stückzahlen gelang. Hermann Fendt verwendete eine Konstruktion, die im Gegensatz zu allen anderen Herstellern nur einen Längsträger zum Anbau von Geräten hatte. Dieser Längsträger war starr mit der Vorderachse sowie drehbar mit der Schlepperhinterachse verbunden. Dadurch war es möglich, dass die angebauten Werkzeuge den Pendelbewegungen der Vorderachse folgten. 1957 wurde dieser erste Geräteträger dann zur Produktion freigegeben. Da die Motorisierung nicht ausreichte, wurde 1958 der F 220 GT vorgestellt, der einer Motorleistung von 19 PS hatte.
Da Fendt immer noch die schlechte Sicht auf die Anbaugeräte störte, wurde mit der Entwicklung eines Schleppers mit Unterflurmotor begonnen. Mit dem F 250 GT stellte man dann den ersten Schlepper mit Unterflurmotor vor. Er hatte den Motor unter dem Fahrerstand, und somit freie Sicht auf die Anbaugeräte an der Zwischenachse, da keine störende Motorhaube mehr im Sichtfeld war.
In den 1970er Jahren folgten der F 255 GT und der F 275 GT, die dann eine feste Kabine besaßen. Diese gab es wahlweise mit langem Holm (GT) oder kurzem Holm (GTF). Im Jahr 1984 wurden sie dann durch die 300er Baureihe abgelöst. Der erste war der F 380 GTA (Geräteträger Allrad), und es folgte der F 360 GT/GTA sowie weitere Modelle von 50 bis 115 PS.
Folgende Abkürzungen wurden verwendet:
GT: Geräteträger mit langen Holm
GTF: Geräteträger kurzer Holm (auch Kompakt GT oder Futterernte-Geräteträger genannt)
GTH: Geräteträger mit langen Holm und Hochradversion, dadurch mehr Bodenfreiheit
GTA: Allradgeräteträger
GHA: Allradgeräteträger in Hochradversion
GKA: Allradgeräteträger in Kommunalausführung (teilweise mit Großraumkabine des 390 GTA)
Die Geräteträger werden heute nicht mehr produziert, da die Firma AGCO in Marktoberdorf im Jahr 2004 beschlossen hat, die Produktion der Geräteträger nach 40 Jahren aus wirtschaftlichen Gründen einzustellen.
Die Fendt Fix Baureihe war eine Serie von Kleinschleppern, die ab Ende der 1950er Jahre als Einstiegssegment unterhalb der Farmer-Baureihe produziert wurde. Die Serie richtete sich an kleinere landwirtschaftliche Betriebe sowie an Nebenerwerbslandwirte und zeichnete sich durch eine einfache, robuste Technik aus. Zu den bekanntesten Modellen zählen der Fix 1 und der Fix 2, die in verschiedenen Varianten wie der luftgekühlten (FL) oder wassergekühlten (FW) Ausführung sowie als weiterentwickelte Versionen wie der Fix 16, Fix 2D oder Fix 2E erschienen.
Technisch setzten die Fix-Traktoren überwiegend auf Motoren des Herstellers MWM (Motorenwerke Mannheim). Die Leistung der 1- und 2-Zylinder-Dieselaggregate reichte von etwa 10 kW (14 PS) beim Fix 1 bis zu 16 kW (22 PS) beim Fix 2E. Die Kraftübertragung erfolgte über ein Fendt-Gruppenschaltgetriebe mit serienmäßig sechs Vorwärts- und zwei Rückwärtsgängen, wobei für einige Modelle optional Superkriechgänge verfügbar waren. Ein markantes Merkmal war das geringe Eigengewicht von rund 1.250 kg, was die Maschinen besonders wendig machte. Die Ausstattung umfasste in der Regel eine Getriebezapfwelle, eine Differentialsperre und auf Wunsch die damals moderne Fendt-Blockhydraulik mit Raddruckverstärker zur Erhöhung der Zugkraft. Gegen Ende der 1960er Jahre wurde die Produktion der Fix-Reihe eingestellt, da der Markt für Kleinstschlepper rückläufig war und Fendt sein Portfolio mit Modellen wie dem Farmer 1E nach unten abrundete.
Nachdem Fendt die Weichen in Richtung Zukunft gestellt hat, und 1958 mit dem Kleinschlepper Fix und dem Großschlepper Favorit schon den Einstieg in die neue Schlepper-Generation vollzogen hatte, wurde mit der neuen Farmer-Modellreihe die Schlepper-Familie vervollständigt. Hierbei fand die neu gestylte Motorhaube mit integrierten Scheinwerfern Verwendung, und mit einer Leistung ab 25 PS hatte der Fendt Farmer genau die richtige Dimensionierung, um die Gruppe von mittelgroßen Familienbetrieben zu erreichen.
Der Farmer wurde von Fendt technisch sehr modern gestaltet, so ist der Farmer 3 S 1966 der erste Fendt-Schlepper, der mit einer ölhydraulischen Kupplung ausgestattet wurde, welche später unter den Namen 'Turbomatik' zum Markenzeichen von Fendt wurde. Der 3 S ist der erste Schlepper dieser Serie, der einen MWM-Vierzylinder-Motor erhält, es ist der leicht gedrosselte Motor aus dem Favorit 3. 1968 erhält er zur DLG-Ausstellung in München die eckige Motorhaube, die die Produktdesigner nunmehr für der Zeit angemessener halten.
Die Fendt Farmer 100 Serie wurde Ende der 1960er Jahre eingeführt und bildete bis in die frühen 1980er Jahre das Rückgrat des Fendt-Programms im mittleren Leistungssegment. Sie löste die erfolgreiche Farmer 1- bis 5-Reihe ab und war die erste Baureihe, die das moderne, kantige Erscheinungsbild der Marke mit der markanten, flachen Motorhaube und den eckigen Doppelscheinwerfern im Grill etablierte. Die Serie deckte mit Modellen wie dem Farmer 102 bis zum Farmer 108 ein Leistungsspektrum von etwa 31 kW (42 PS) bis 55 kW (75 PS) ab und war sowohl mit Hinterrad- als auch mit Allradantrieb erhältlich.
Technisch setzten diese Schlepper Maßstäbe durch die flächendeckende Einführung der Turbomatik (Flüssigkeitskupplung) in der S-Ausführung, die ein ruckfreies Anfahren und hohen Schutz für Motor und Getriebe bot. Als Antrieb dienten überwiegend wassergekühlte Drei- und Vierzylinder-Dieselmotoren von MWM, die für ihre Sparsamkeit und Zuverlässigkeit bekannt waren. Das Getriebe verfügte in der Regel über ein Gruppenkonzept mit 13 Vorwärts- und 4 Rückwärtsgängen, was eine für die damalige Zeit sehr feine Abstimmung ermöglichte. Ein besonderes Merkmal war die Vielseitigkeit der Serie: Sie war als robuster Ackerschlepper konzipiert, eignete sich aber aufgrund ihrer kompakten Maße und Wendigkeit ebenso für Hof- und Pflegearbeiten. Die Farmer 100 Serie festigte Fendts Ruf als Premiumhersteller und legte die technische Basis für die 1980 folgende, legendäre Farmer 300 Serie.
Die Fendt Farmer 200 Serie wurde ab 1974 als spezialisierte Baureihe für Betriebe mit begrenzten Platzverhältnissen sowie für den Einsatz im Grünland und im Nebenerwerb eingeführt. Sie besetzte die Nische zwischen den Kleinschleppern der Fix-Reihe und den größeren Modellen der Farmer 300 Serie und zeichnete sich durch eine besonders kompakte Bauweise, eine niedrige Gesamthöhe und eine hohe Wendigkeit aus. Technisch unterschieden sich die frühen Modelle, wie der Farmer 200 S bis 205 P, durch den Einsatz von luftgekühlten Deutz-Motoren, was eine kompaktere Konstruktion ermöglichte. Im Gegensatz zur größeren 300er-Serie wurde in der 200er-Reihe zunächst auf die Turbomatik verzichtet, um Bauraum und Gewicht zu sparen, wobei das Getriebekonzept speziell auf die Anforderungen im alpinen Raum und in Sonderkulturen abgestimmt war.
Die Serie unterteilte sich in verschiedene spezialisierte Ausführungen, darunter die Standard-Versionen für den allgemeinen landwirtschaftlichen Einsatz sowie die Schmalspur-Varianten V und P für den Wein- und Obstbau. In den 1980er und 1990er Jahren folgte eine kontinuierliche Modernisierung, bei der die Motorhauben optisch an das Design der größeren Baureihen angepasst wurden und vermehrt wassergekühlte Aggregate Einzug hielten. Trotz der geringeren Abmessungen bot die 200er Serie eine vollwertige Ausstattung mit Zapfwellen und leistungsfähiger Hydraulik, was sie zum idealen Werkzeug für spezialisierte Betriebe machte. Im Jahr 2003 endete die Ära der klassischen Farmer 200 Serie mit der Einführung des Fendt 200 Vario, der als weltweit erster Spezialtraktor mit stufenlosem Getriebe die Tradition der kompakten Hochleistungsschlepper fortsetzte.
Die Fendt Farmer Schmalspurtraktoren wurden speziell für den Einsatz in Sonderkulturen wie Wein-, Obst- und Hopfenbau entwickelt, wo extrem schmale Fahrgassen eine minimale Außenbreite der Maschine erfordern. Die Baureihe wurde ab den 1970er Jahren parallel zur Standard-200er-Serie geführt und durch die Kennbuchstaben V (Vineyard/Weinbau) und P (Plantage/Obstbau) unterschieden. Während die V-Modelle mit einer Außenbreite von teilweise unter einem Meter für engste Rebanlagen optimiert waren, boten die etwas breiteren P-Modelle mehr Standfestigkeit für Arbeiten in Obstplantagen oder im Hopfenanbau.
Technisch basierten die Schmalspurschlepper zunächst auf luftgekühlten Deutz-Motoren, um die kompakten Abmessungen und die erforderliche Wendigkeit zu realisieren. Ein wesentliches Merkmal war der extrem enge Radstand und die spezielle Vorderachskonstruktion, die einen hohen Lenkeinschlag ermöglichte. Trotz der geringen Größe waren die Maschinen voll ausgestattete Traktoren mit leistungsfähiger Hydraulik, mehreren Zapfwellengeschwindigkeiten und – in späteren Generationen – komfortablen, schmalen Kabinen inklusive Filteranlagen für den Pflanzenschutz. In den 1990er Jahren wurden auch in diesem Segment wassergekühlte Motoren und modernere Getriebe zum Standard, bevor die Baureihe 2009 durch den 200 Vario V/F/P ersetzt wurde, der als erster Schmalspurtraktor der Welt mit einem stufenlosen Getriebe die Marktführerschaft in diesem spezialisierten Segment festigte.
Die Fendt Farmer 300 Serie gilt als eine der erfolgreichsten und prägendsten Traktorenbaureihen der europäischen Landtechnikgeschichte. Eingeführt im Jahr 1980, blieb die Baureihe in verschiedenen Evolutionsstufen über einen Zeitraum von fast drei Jahrzehnten in Produktion und deckte als vielseitiger Allrounder das mittlere Leistungssegment ab. Ein zentrales technisches Merkmal war die Integration der Fendt-Turbomatik, einer Flüssigkeitskupplung, die ein verschleißfreies Anfahren ermöglichte und den Antriebsstrang schonte. In der ersten Generation, den LS- und LSA-Modellen, wurden überwiegend wassergekühlte 3-, 4- und 6-Zylinder-Motoren von MWM verbaut, die ein Leistungsspektrum von etwa 43 kW (58 PS) bis 92 kW (125 PS) abdeckten.
Im Laufe der Jahre wurde die Serie kontinuierlich modernisiert, wobei insbesondere die Einführung der 40-km/h-Varianten mit serienmäßiger Vierradbremse und gefederter Vorderachse Maßstäbe in der Mittelklasse setzte. Mit der umfassenden Modellpflege im Jahr 1993 erhielten die Schlepper eine deutlich leisere und ergonomisch optimierte Kabine sowie eine abgerundete Motorhaube. Das Getriebe wurde stetig weiterentwickelt, von den klassischen 21/6-Gang-Varianten bis hin zu Versionen mit elektrohydraulischer Wendeschaltung. In der finalen Phase der Baureihe, den C- und Ci-Modellen ab Ende der 1990er Jahre, kamen verstärkt Motoren von Deutz zum Einsatz. Aufgrund ihrer extremen Robustheit, der hohen Wertbeständigkeit und der einfachen Handhabung ist die Farmer 300 Serie bis heute auf vielen Betrieben im aktiven Einsatz. Erst im Jahr 2006 wurde die Baureihe durch den technologisch völlig neu konzipierten Fendt 300 Vario mit stufenlosem Antrieb abgelöst.
Fendt Farmer 305 LS
Die Bezeichnung LS steht für „Luxus-Standard“ und kennzeichnete innerhalb der Farmer 300-Serie die Modelle mit Hinterradantrieb. Diese Ausführung wurde vor allem für Betriebe konzipiert, die einen wendigen und leichten Schlepper für Pflegearbeiten, leichte Transportaufgaben oder den Einsatz im Grünland benötigten, bei denen die zusätzliche Zugkraft eines Allradantriebs nicht zwingend erforderlich war. Trotz des fehlenden Allradantriebs bot die LS-Variante den vollen Komfort der neu entwickelten, gummigelagerten Sicherheitskabine, die den Lärmpegel für den Fahrer massiv senkte. Technisch waren diese Maschinen mit der bewährten Turbomatik-Flüssigkeitskupplung und dem feingestuften 21/6-Gang-Getriebe ausgestattet. Durch das geringere Eigengewicht an der Vorderachse und den größeren Einschlagwinkel der Vorderräder war die LS-Version in ihrer Manövrierfähigkeit den Allradmodellen überlegen, was sie zu einer beliebten Wahl für Hof- und Stallarbeiten machte.
Das Kürzel LSA steht für „Luxus-Standard-Allrad“ und markierte den technologischen Standard für leistungsstarke Universaltraktoren ab den 1980er Jahren. Im Gegensatz zur LS-Variante verfügten diese Modelle über einen optimierten Allradantrieb, der durch eine zentrale Gelenkwelle und ein unter Last zuschaltbares Lamellendifferential an der Vorderachse bestach. Die LSA-Modelle wurden schnell zum Rückgrat der mittelständischen Landwirtschaft, da sie die Motorleistung der 3-, 4- und 6-Zylinder-MWM-Motoren auch unter schwierigen Bedingungen effizient in Zugkraft umsetzen konnten. Neben der markanten Turbomatik und der komfortablen Kabine waren die LSA-Versionen häufig die Vorreiter für technische Neuerungen wie die 40-km/h-Zulassung und die elektronische Hubwerksregelung (EHR). Aufgrund ihrer Vielseitigkeit und der hohen Standfestigkeit bei schweren Acker- und Frontladerarbeiten entwickelten sich die LSA-Modelle zu den meistverkauften Varianten der Farmer-Reihe und gelten heute als Inbegriff des klassischen Fendt-Schleppers dieser Ära.
In der Periode von 1993 bis 1996 erlebte die Fendt Farmer 300 Serie (modellspezifisch die Typen 307 bis 312) ihre technisch und optisch ausgereifteste Phase, bevor die Baureihe in die C- und Ci-Generationen aufgeteilt wurde. Diese Jahre markierten den Höhepunkt der klassischen 300er-Reihe, die nun serienmäßig das neue, abgerundete Design der Motorhaube und die markante, nach oben gezogene Frontscheibe erhielt.
Technisch setzten diese Modelle weiterhin auf die bewährten wassergekühlten MWM-Motoren, die für ihre Langlebigkeit bekannt waren. Ein entscheidender Fortschritt dieser Jahre war die Einführung der elektrohydraulischen Wendeschaltung (EHS) und der verbesserten Komfortkabine, die mit einem Geräuschpegel von nur 72 dB(A) zu den leisesten auf dem Markt gehörte. Zudem wurde in diesem Zeitraum die gefederte Vorderachse für die größeren Modelle verfügbar, was in Kombination mit der 40-km/h-Zulassung und der echten Vierradbremse den Fahrkomfort erheblich steigerte. Diese Generation gilt heute als besonders begehrt, da sie die robuste, weitgehend mechanische Technik der Turbomatik-Ära mit einem modernen Bedienkomfort vereinte, der bereits viele Merkmale der späteren High-Tech-Schlepper vorwegnahm.
Die Farmer 300 C-Serie wurde Ende der 1990er Jahre als technisch vereinfachte, aber moderne Alternative eingeführt. Sie sollte die Lücke schließen, die durch die zunehmende Komplexität der größeren Baureihen entstand. Ein markanter Unterschied war der Wechsel der Motorenlieferanten: Statt MWM kamen nun kompakte Deutz-Motoren zum Einsatz. Die C-Serie verzichtete auf einige elektronische Features der High-End-Modelle, bot jedoch mit der 40-km/h-Zulassung und einer kompakten Bauweise ideale Voraussetzungen für Grünlandbetriebe und Hofarbeiten.
Die Farmer 300 Ci-Serie stellte ab 2003 die finale Evolutionsstufe der Farmer-Reihe mit klassischem Schaltgetriebe dar. Sie basierte auf der C-Serie, wurde jedoch technisch nochmals verfeinert, um strengere Abgasnormen zu erfüllen und den Bedienkomfort (z. B. durch eine verbesserte Kabinenergonomie) zu steigern. Mit Modellen wie dem 309 Ci blieb Fendt der mechanischen Kraftübertragung treu, während größere Serien bereits auf Vario-Getriebe umgestellt wurden. Die Produktion endete 2008, womit die Ära der „Farmer“-Baureihe nach über 50 Jahren zugunsten der rein stufenlosen 300 Vario-Modelle abgeschlossen wurde.
Die Fendt Farmer 400 Vario Serie wurde im Jahr 1999 als kompakte Ergänzung zur größeren 700er-Serie eingeführt und markierte den Einzug der stufenlosen Getriebetechnik in das Segment der mittleren Kompaktschlepper. Sie löste die leistungsstärkeren Modelle der Farmer 300 Serie ab und umfasste die Typen 409, 410, 411 und 412 Vario, die einen Leistungsbereich von 70 kW (95 PS) bis 92 kW (125 PS) abdeckten. Damit war die 400er-Reihe die erste Baureihe unterhalb der 100-PS-Grenze, die weltweit mit einem stufenlosen Antrieb ausgestattet wurde.
Das technische Herzstück war das ML-75-Vario-Getriebe, das ein vollkommen ruckfreies Fahren und Arbeiten von 0,02 bis 50 km/h ermöglichte. Als Kraftquelle dienten wassergekühlte 4-Zylinder-Turbomotoren von Deutz mit 3,8 Litern Hubraum und Ladeluftkühlung, die sich durch eine kompakte Bauweise und hohe Spritzigkeit auszeichneten. Trotz der geringen Abmessungen verfügte die Serie über die vollwertige High-Tech-Ausstattung der größeren Modelle, einschließlich des Varioterminals zur Steuerung von Hydraulik und Getriebemanagement sowie der optionalen Variotronic für das Vorgewendemanagement.
Ein besonderes Merkmal der Farmer 400 Vario Serie war ihre enorme Wendigkeit bei gleichzeitig hohem Komfortniveau, das durch die serienmäßige Vorderachsfederung und eine komfortable Kabinenfederung erreicht wurde. Durch den kurzen Radstand und das relativ geringe Eigengewicht war sie prädestiniert für Frontladerarbeiten, den Einsatz im Grünland und als Pflegeschlepper in Ackerbaubetrieben. Mit der Überarbeitung im Jahr 2006 entfiel der Name „Farmer“, und die Serie wurde als Fendt 400 Vario (mit Leistungen bis 155 PS) weitergeführt, bis sie schließlich durch die 500 Vario Serie ersetzt wurde. Aufgrund ihrer Zuverlässigkeit und universellen Einsetzbarkeit gilt die 400er-Reihe heute als einer der wertstabilsten Gebrauchtschlepper ihrer Klasse.
Die Fendt Favorit Serie bildete über Jahrzehnte das technologische Flaggschiff des Allgäuer Herstellers und repräsentierte das Segment der schweren Großtraktoren. Die Baureihe wurde bereits in den 1950er Jahren als leistungsstarke Ergänzung zu den kleineren Dieselross- und Farmer-Modellen eingeführt und durchlief eine bemerkenswerte technische Evolution von der mechanischen Ära bis hin zur Hochleistungselektronik. Während die frühen Generationen wie der Favorit 1, 2 und 3 ab 1958 vor allem durch Robustheit und Motoren von MWM im Bereich von 30 bis 40 kW (40–55 PS) überzeugten, setzten die späteren Generationen völlig neue Branchenstandards.
Ein Meilenstein war die 1976 eingeführte Serie 600 (LS/LSA), die mit Leistungen bis zu 136 kW (185 PS) und der serienmäßigen Turbomatik-Flüssigkeitskupplung die Oberklasse dominierte. Diese Sechszylindermaschinen galten aufgrund ihrer massiven Bauweise und enormen Zugkraft als unzerstörbar. In den 1990er Jahren folgte mit der Baureihe 800 und 900 der Sprung in die moderne Hochleistungstechnik. Besonders der 1993 vorgestellte Favorit 800 und der 1996 erschienene Favorit 900 Vario schrieben Technikgeschichte; letzterer war der weltweit erste Großtraktor mit dem stufenlosen Vario-Getriebe, das die Art der Kraftübertragung in der Landwirtschaft revolutionierte.
In ihrer finalen Phase zeichnete sich die Favorit-Serie durch Merkmale wie die gefederte Vorderachse, Kabinenfederung und eine umfassende elektronische Steuerung aus. Die Modelle, allen voran der legendäre 926 Vario, festigten den Ruf von Fendt als Premiummarke im Profisegment. Mit der vollständigen Umstellung des gesamten Portfolios auf den stufenlosen Antrieb entfiel die Zusatzbezeichnung „Favorit“ schließlich in den frühen 2000er Jahren, wobei die Leistungsmerkmale und die Positionierung als High-End-Großtraktor direkt in den heutigen Fendt 800 und 900 Vario Serien fortgeführt wurden.
Die erste Serie der Fendt Favorit-Baureihe markierte ab dem Jahr 1958 den Einstieg des Herstellers in das Segment der schweren Ackerschlepper. Sie wurde als leistungsstarke Ergänzung zu den kleineren Dieselross- und Farmer-Modellen konzipiert, um den steigenden Anforderungen größerer landwirtschaftlicher Betriebe gerecht zu werden. Die Baureihe startete mit dem Favorit 1 (Typ FW 140), der von einem wassergekühlten MWM-Dreizylinder-Dieselmotor mit einer Leistung von 29 kW (40 PS) angetrieben wurde. Kurz darauf folgten die Modelle Favorit 2 mit 33 kW (45 PS) und schließlich der Favorit 3, der ab 1964 mit einem Vierzylindermotor und einer Leistung von bis zu 38 kW (52 PS) die Baureihe nach oben abrundete.
Ein technisches Kernstück dieser ersten Generation war das ZF-Gruppengetriebe (Zahnradfabrik Friedrichshafen), das in der Regel über zehn Vorwärts- und zwei Rückwärtsgänge verfügte und eine präzise Abstimmung der Arbeitsgeschwindigkeit ermöglichte. Das Design der ersten Favorit-Schlepper war durch eine markante, langgezogene Motorhaube und die damals für Fendt typische grüne Lackierung mit roten Felgen geprägt. Zur Ausstattung gehörten bereits eine moderne Motorzapfwelle sowie eine leistungsfähige Hydraulik, die den Einsatz schwerer Anbaugeräte erlaubte. Besonders der Favorit 3 setzte mit seiner robusten Bauweise und der optionalen Allradversion Maßstäbe in Sachen Zugkraft und Zuverlässigkeit. Diese erste Serie legte den Grundstein für den exzellenten Ruf der Favorit-Reihe als Hochleistungstraktoren und ebnete den Weg für die späteren Sechszylinder-Großschlepper der 600er Serie.
Die Fendt Favorit 500 Serie wurde 1993 eingeführt und gilt bis heute als eine der fortschrittlichsten und vielseitigsten Traktorengenerationen, die Fendt je produziert hat. Sie schloss die Lücke zwischen der kompakten Farmer 300 Serie und den Großschleppern der Favorit 800 Serie. Mit einem Leistungsspektrum von 70 kW (95 PS) beim Favorit 509 C bis zu 110 kW (150 PS) beim Favorit 515 C vereinte die Baureihe erstmals die Wendigkeit eines Mittelklasseschleppers mit der Technik und Leistungsfähigkeit der Oberklasse.
Technisch basierte die Serie auf wassergekühlten 4- und 6-Zylinder-Turbomotoren von MWM, die für ihre hohe Durchzugskraft bekannt waren. Ein herausragendes Merkmal war das Turboshift-Getriebe, das in Kombination mit der bewährten Turbomatik-Flüssigkeitskupplung ein extrem komfortables Fahren ermöglichte. Das Getriebe verfügte über vier Lastschaltstufen und eine elektrohydraulische Wendeschaltung, was insgesamt 44 Vorwärts- und 44 Rückwärtsgänge ergab. Damit waren die Traktoren bereits serienmäßig für eine Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h ausgelegt. Zudem war die Serie 500 ein Pionier in Sachen Federungskomfort: Die Kombination aus gefederter Vorderachse und einer dreifach gummigelagerten Komfortkabine setzte neue Maßstäbe in der Branche.
Die Kabine selbst bot eine moderne Ergonomie mit einer übersichtlichen Seitenkonsole, auf der viele Funktionen elektrohydraulisch gesteuert werden konnten. Dank der leistungsstarken Hydraulikanlage und der hohen Hubkraft waren die 500er-Modelle sowohl für schwere Ackerarbeiten als auch für Transport- und Frontladeraufgaben prädestiniert. Aufgrund ihrer enormen Vielseitigkeit und der robusten, langlebigen Technik erzielen gebrauchte Modelle der Favorit 500 Serie heute noch außergewöhnlich hohe Wiederverkaufswerte. Die Baureihe wurde Ende der 1990er Jahre schließlich durch die ersten stufenlosen Modelle der 700 Vario Serie ersetzt.
Die Fendt Favorit 600 Serie (insbesondere die LS- und LSA-Modelle) war die dominierende Großtraktorenbaureihe von Fendt in den 1970er, 80er und frühen 90er Jahren. Sie festigte den Ruf der Marke als Premiumhersteller im schweren Leistungssegment und war für ihre enorme Zugkraft sowie die hohe technische Zuverlässigkeit bekannt. Die Baureihe umfasste eine Vielzahl von Modellen, angefangen beim 600 LS (85 PS) bis hin zum legendären Spitzenmodell 615 LSA, das in seiner letzten Ausbaustufe bis zu 136 kW (185 PS) leistete. Eine technische Besonderheit und ein Alleinstellungsmerkmal in dieser Klasse war die serienmäßige Turbomatik-Flüssigkeitskupplung, die ein verschleißfreies Anfahren ermöglichte und den gesamten Antriebsstrang vor Überlastung schützte.
Technisch setzten die 600er-Modelle konsequent auf wassergekühlte Sechszylinder-Dieselmotoren von MWM, die ab Mitte der 1980er Jahre in den größeren Modellen serienmäßig mit Turboladern ausgestattet waren. Die Kraftübertragung erfolgte über robuste ZF-Getriebe, die im Laufe der Produktion von 12/5-Gängen bis hin zu hochmodernen 20/9-Gang-Vollsynchrongetrieben weiterentwickelt wurden. Diese ermöglichten bereits frühzeitig eine Höchstgeschwindigkeit von 40 km/h. Mit der Einführung der LSA-Ausführung (Luxus-Standard-Allrad) wurde zudem die Kabine grundlegend modernisiert; die gummigelagerte Sicherheitskabine bot eine für die damalige Zeit exzellente Schalldämmung und hohen Bedienkomfort. Ein technologischer Exot der Serie war der Favorit 626 LS, der mit über 250 PS und einer speziellen Transaxle-Bauweise für schwerste Bodenbearbeitung konzipiert wurde. Aufgrund ihrer massiven Blockbauweise und der weitgehenden Abwesenheit störanfälliger Elektronik gelten die Traktoren der Favorit 600 Serie bis heute als gesuchte Klassiker, die oft noch im harten Praxiseinsatz zu finden sind.
Die Fendt Favorit 700 Vario Serie markierte bei ihrer Einführung im Jahr 1998 einen technologischen Wendepunkt, da sie die erste Mittelklasse-Baureihe weltweit war, die mit dem stufenlosen Vario-Getriebe ausgestattet wurde. Sie löste die erfolgreiche Favorit 500 Serie ab und übernahm deren Konzept des vielseitigen Hochleistungstraktors, ergänzt um die revolutionäre Antriebstechnik des größeren Favorit 900. Die Baureihe umfasste Modelle vom 711 Vario mit 85 kW (115 PS) bis zum Topmodell 716 Vario, das eine Maximalleistung von 118 kW (160 PS) erreichte.
Technisch setzten die 700er-Modelle auf wassergekühlte 6-Zylinder-Turbomotoren von Deutz mit einem Hubraum von 6,1 Litern. Das Herzstück war jedoch das ML-160-Vario-Getriebe, das ein vollkommen stufenloses Fahren von 0 bis 50 km/h ermöglichte, ohne dass Schaltvorgänge unterbrochen werden mussten. Ein weiteres Novum war das Varioterminal, über welches der Fahrer die Hydraulik, die Zapfwelle und das Getriebemanagement zentral steuern konnte. In Kombination mit dem Vorgewendemanagement „Variotronic“ bot die Serie einen Automatisierungsgrad, der zuvor nur in der absoluten Oberklasse zu finden war.
Der Fahrkomfort wurde durch die Kombination aus gefederter Vorderachse und einer pneumatischen Kabinenfederung auf ein neues Niveau gehoben. Dank ihrer kompakten Abmessungen bei gleichzeitig hoher Motorleistung entwickelte sich die 700er Serie schnell zum Standard für Lohnunternehmer und größere landwirtschaftliche Betriebe. Mit der Überarbeitung zur zweiten Generation und dem Wegfall der Bezeichnung „Favorit“ in der Namensgebung der frühen 2000er Jahre wurde die Serie als Fendt 700 Vario fortgeführt. Sie gilt bis heute als eine der meistverkauften und wertstabilsten Baureihen im Fendt-Portfolio.
Die Fendt Favorit 800 Serie wurde 1993 als neue Hochleistungsklasse oberhalb der 600er-Serie eingeführt und markierte für Fendt den Übergang zum modernen Großtraktoren-Design. Die Baureihe umfasste die Modelle 816, 818, 822 und 824 mit einem Leistungsspektrum von 118 kW (160 PS) bis 176 kW (240 PS). Ziel der Entwicklung war es, die enorme Zugkraft der schweren Sechszylindermodelle mit modernstem Bedienkomfort und einer höheren Transportgeschwindigkeit zu kombinieren.
Technisch basierte die Serie auf wassergekühlten 6-Zylinder-Turbomotoren von MAN mit 6,9 Litern Hubraum und Ladeluftkühlung. Als Kraftübertragung diente das ZF-Turboshift-Getriebe, das über sechs Gänge und vier Lastschaltstufen verfügte, was in Kombination mit der Kriechgruppe insgesamt 44 Vorwärts- und 44 Rückwärtsgänge ergab. Ein herausragendes Merkmal war die serienmäßige Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h sowie die für diese Zeit revolutionäre gefederte Vorderachse, die in Verbindung mit der bewährten Turbomatik-Flüssigkeitskupplung für einen im Großtraktorensegment unerreichten Fahrkomfort sorgte.
Die Kabine der 800er-Serie bot durch ihre großzügige Verglasung und die ergonomische Anordnung der Bedienelemente auf der Seitenkonsole einen modernen Arbeitsplatz. Mit der Einführung der Baureihe wurden auch Funktionen wie die elektrohydraulische Hubwerksregelung (EHR) und ein umfassendes Überwachungssystem zum Standard. Aufgrund ihrer massiven Bauweise und der hohen Zuverlässigkeit bei schwerster Bodenbearbeitung genießen die Modelle der 800er-Serie (insbesondere der 824) heute einen legendären Ruf und erzielen auf dem Gebrauchtmarkt Spitzenpreise. Ab 1996 wurde die Serie durch die ersten 900 Vario Modelle nach oben ergänzt, blieb aber aufgrund ihres bewährten Lastschaltgetriebes bis zur Produktionseinstellung im Jahr 2003 eine beliebte Wahl für Großbetriebe und Lohnunternehmen.
Fendt Favorit 926 Vario (eckige Haube)Fendt Favorit 926 Vario (runde Haube)
Die Fendt Favorit 900 Vario Serie markierte bei ihrer Vorstellung im Jahr 1996 eine Zäsur in der Landtechnikgeschichte, da sie als weltweit erste Großtraktorenbaureihe mit einem stufenlosen Getriebe ausgestattet war. Mit dem Flaggschiff-Modell 926 Vario setzte Fendt einen neuen Industriestandard für schwere Schlepper, die maximale Zugkraft mit präziser Geschwindigkeitskontrolle kombinierten. Die Baureihe umfasste in der ersten Generation Leistungen von 118 kW (160 PS) bis 191 kW (260 PS) und löste die Position der Serie 800 als technologische Speerspitze ab.
Das Herzstück der Serie war das ML-200-Vario-Getriebe, eine leistungsverzweigte Einheit, die es ermöglichte, vollkommen ohne Schaltstufen von 0,02 km/h bis zu einer Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h zu fahren. Als Antrieb dienten wassergekühlte 6-Zylinder-Turbomotoren von MAN mit 6,9 Litern Hubraum, die für ihr hohes Drehmoment und ihre Effizienz bekannt waren. Ein wesentliches Merkmal war die Integration des Varioterminals, das erstmals eine zentrale, digitale Steuerung aller Maschinenfunktionen sowie ein automatisiertes Vorgewendemanagement ermöglichte.
Zusätzlich zum innovativen Antrieb bot die 900er Serie einen überragenden Fahrkomfort durch die serienmäßige Vorderachsfederung und eine pneumatische Kabinenfederung, die Vibrationen bei schweren Ackerarbeiten und schnellen Straßenfahrten effektiv minimierten. Das Design war geprägt von einer bulligen Erscheinung und der charakteristischen, geräumigen Kabine, die eine exzellente Rundumsicht bot. Durch den Erfolg des stufenlosen Konzepts wurde der Name „Vario“ zum Markenzeichen von Fendt. In den frühen 2000er Jahren entfiel der Namenszusatz „Favorit“, und die Serie wurde als Fendt 900 Vario kontinuierlich weiterentwickelt (bis hin zu Modellen mit über 400 PS), wobei sie bis heute die technologische Referenz im Bereich der Standard-Großtraktoren darstellt.
Der Fendt Xylon wurde 1994 als innovatives Systemfahrzeug eingeführt und stellte eine radikale Weiterentwicklung des klassischen Geräteträger-Konzepts dar. Er wurde entwickelt, um als universelle Arbeitsmaschine in der Landwirtschaft, im Kommunaldienst und in der Forstwirtschaft zu fungieren. Im Gegensatz zum herkömmlichen Standardtraktor zeichnete sich der Xylon durch seine Bauweise mit vier Anbauräumen (Front, Heck, Aufbauraum über der Hinterachse und Frontladeranbau) sowie eine mittig angeordnete, großzügige Kabine aus, die eine hervorragende Rundumsicht auf alle Arbeitsbereiche bot.
Technisch basierte der Xylon auf der bewährten Antriebstechnik der Favorit 500 Serie. Er war mit wassergekühlten 4-Zylinder-Turbomotoren von MAN ausgestattet, die Leistungen von 88 kW (120 PS) beim Modell 520 bis zu 108 kW (147 PS) beim Modell 524 erbrachten. Als Getriebe diente das ZF-Turboshift-Getriebe mit 44 Vorwärts- und 44 Rückwärtsgängen inklusive der Turbomatik-Flüssigkeitskupplung, was dem Fahrzeug eine Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h ermöglichte. Ein besonderes technisches Merkmal war die gefederte Vorderachse mit Niveauregulierung, die zusammen mit der zentralen Kabinenposition für einen überdurchschnittlichen Fahrkomfort und eine optimale Gewichtsverteilung sorgte.
Trotz seiner enormen Vielseitigkeit und der Fähigkeit, komplexe Gerätekombinationen in einem Arbeitsgang zu führen, blieb der Xylon ein Nischenfahrzeug. Die aufwendige Konstruktion und die damit verbundenen hohen Anschaffungskosten sowie der Trend zu noch leistungsstärkeren Standardtraktoren mit stufenlosem Getriebe führten dazu, dass die Produktion im Jahr 2004 eingestellt wurde. Dennoch genießt der Xylon heute aufgrund seines einzigartigen Konzepts und seiner Robustheit einen besonderen Status und ist insbesondere im kommunalen Winterdienst und bei spezialisierten Lohnunternehmen weiterhin im Einsatz.
Die Fendt Vario Modelle repräsentieren seit ihrer Markteinführung im Jahr 1995 die technologische Speerspitze der Marke und markieren den vollständigen Übergang zum stufenlosen Antrieb in allen Leistungsklassen. Das Herzstück dieser Traktoren ist das Vario-Getriebe, ein leistungsverzweigtes, hydrostatisch-mechanisches Getriebe, das es ermöglicht, jede Geschwindigkeit von 20 Metern pro Stunde bis zu 60 km/h ohne Schaltstufen und ohne Zugkraftunterbrechung zu erreichen. Dieses System revolutionierte die Branche, da es die Motorleistung stets im optimalen Bereich hielt und den Bedienkomfort durch die Steuerung via Fahrhebel oder Fahrpedal radikal vereinfachte.
Technisch zeichnen sich die Vario-Modelle durch eine tiefgreifende Integration von Elektronik und Mechanik aus, die im Varioterminal zusammenläuft. Dieses zentrale Steuerungssystem ermöglicht die präzise Kontrolle über das Getriebemanagement (TMS), die Hydraulik, die Zapfwellen und moderne Spurführungssysteme. Über die Jahrzehnte wurde das Vario-Konzept auf das gesamte Portfolio ausgeweitet – vom kompakten 200 Vario für Sonderkulturen über die Allrounder der 300er, 500er und 700er Serien bis hin zu den Großtraktoren der 900er und 1000er Vario Serien mit bis zu 517 PS. Die Vario-Technologie hat Fendt weltweit als Innovationsführer etabliert und sorgt durch die hohe Effizienz und den enormen Wiederverkaufswert für eine Sonderstellung auf dem Landmaschinenmarkt.
Bei allen Modellen wird TMS nicht in der Bezeichnung aufgeführt.
Die Fendt 200 V/F/P Vario Serie stellt die spezialisierte Antwort auf die extremen Anforderungen im Wein-, Obst- und Hopfenbau dar und brachte 2009 als erste Spezialtraktoren-Baureihe weltweit das stufenlose Getriebe in dieses Segment. Die drei Buchstaben definieren dabei die Einsatzschwerpunkte: V (Vineyard) steht für den klassischen, schmalen Weinbauschlepper (ab 1,07 m Außenbreite), F für die etwas breitere Ausführung mit komfortablerer Kabine (ab 1,32 m) und P (Plantage) für den Spezialtraktor mit breiteren Achsen und höheren Hubkräften (ab 1,59 m) für den Obst- oder Hopfenanbau.
Das technische Kernstück ist das für diese Größe optimierte Vario-Getriebe ML 70, das ein völlig ruckfreies Arbeiten und exaktes Manövrieren von 0,02 bis 40 km/h ermöglicht – ein entscheidender Vorteil bei Pflegearbeiten in engen Sonderkulturen. Als Antrieb dienen kompakte 3-Zylinder-Motoren von AGCO Power mit 3,3 Litern Hubraum, die in der aktuellen Generation (Gen3) durch das Mehrleistungskonzept DynamicPerformance beim Spitzenmodell 211 Vario bis zu 91 kW (124 PS) freisetzen.
In der neuesten Ausbaustufe wurde die Baureihe durch das FendtONE-Bedienkonzept grundlegend digitalisiert. Die Kabine ist nun als 4-Pfosten-Einheit konzipiert, verzichtet auf einen störenden Getriebetunnel und bietet eine optionale Kat.-4-Filteranlage zum Schutz des Fahrers bei Pflanzenschutzarbeiten. Mit Features wie der gefederten Vorderachse inklusive Wankabstützung und einer leistungsstarken Load-Sensing-Hydraulik (bis zu 119 l/min) kombinieren diese kompakten Maschinen die High-Tech-Standards der Großtraktoren mit der nötigen Wendigkeit für spezialisierte Kulturen. Durch die drei Ausstattungslinien Power, Profi und Profi+ lässt sich die Serie zudem präzise auf die Bedürfnisse von Sonderkulturbetrieben oder kommunalen Einsätzen zuschneiden.
Die Fendt 200 Vario Serie (Standardausführung) wurde 2009 eingeführt und brachte das stufenlose Getriebe erstmals in das Segment der kompakten Standardschlepper. Sie löste die klassische Farmer 200 Serie ab und deckt den Leistungsbereich von etwa 57 kW (77 PS) bis 82 kW (111 PS) ab. Während die V/F/P-Varianten für Sonderkulturen optimiert sind, ist der Standard-200er als wendiger Allrounder für Grünlandbetriebe, die Hofwirtschaft und als Pflegeschlepper konzipiert.
Technisch basiert die Serie auf einem kompakten 3-Zylinder-Motor von AGCO Power, der durch seine Spritzigkeit und die platzsparende Bauweise überzeugt. Das Vario-Getriebe ML 70 ermöglicht ein stufenloses Fahren von 20 Metern pro Stunde bis zu einer Höchstgeschwindigkeit von 40 km/h bei abgesenkter Motordrehzahl. Ein wesentlicher Vorteil gegenüber der vorangegangenen Generation ist der ebene Kabinenboden, der durch den Wegfall des Getriebetunnels realisiert wurde und in dieser Größenklasse eine herausragende Ergonomie und Bewegungsfreiheit bietet.
In der aktuellen Generation wurde auch dieser Baureihe das FendtONE-Bedienkonzept spendiert, welches ein digitales Dashboard und eine neue Seitenkonsole mit Multifunktions-Joystick umfasst. Mit Ausstattungsmerkmalen wie der Vorderachsfederung, einer leistungsstarken Hydraulik und der optionalen Rückfahreinrichtung vereint der 200 Vario die Technologie der Großtraktoren mit der Kompaktheit eines mittleren Schleppers. Aufgrund seines geringen Eigengewichts und der hohen Wendigkeit ist er besonders bei Betrieben in Bergregionen sowie für Frontladerarbeiten hochgradig geschätzt.
Die Fendt 300 Vario Serie markierte im Jahr 2006 einen historischen Wendepunkt, indem sie die über Jahrzehnte erfolgreiche Farmer-300-Baureihe endgültig in das Zeitalter des stufenlosen Antriebs überführte. Als kompakter Standardschlepper deckt er heute ein Leistungsspektrum von etwa 100 bis 152 PS ab und gilt als eines der meistverkauften Modelle im Fendt-Portfolio. Sein Erfolg basiert auf der Kombination aus einem geringen Eigengewicht von rund 5 Tonnen und einer hohen Nutzlast, was ihn zum idealen Allrounder für Grünlandbetriebe, den Ackerbau und professionelle Frontladerarbeiten macht.
Technisch wird die Serie in der aktuellen Generation von einem 4,4-Liter-AGCO-Power-Motor angetrieben, der durch das innovative Mehrleistungskonzept DynamicPerformance (DP) bedarfsabhängig zusätzliche Kraft freisetzt, sobald Nebenverbraucher wie die Klimaanlage oder die Zapfwelle Energie beanspruchen. Das bewährte Vario-Getriebe ML 75 sorgt für eine stufenlose Beschleunigung von 20 Metern pro Stunde bis zur Höchstgeschwindigkeit von 40 km/h bei reduzierter Motordrehzahl, was Kraftstoff spart und das Geräuschniveau in der Kabine senkt. Mit der Einführung der vierten Generation (Gen4) hielt zudem das FendtONE-Bedienkonzept Einzug, welches die Steuerung im Traktor über ein digitales Dashboard und eine moderne Multifunktionsarmlehne mit dem Büroarbeitsplatz vernetzt.
Die Baureihe ist modular in den Ausstattungslinien Power, Profi und Profi+ aufgebaut, wodurch sie sich präzise an unterschiedliche Anforderungen anpassen lässt – von der einfachen Basismaschine für den Hofbetrieb bis hin zur High-Tech-Variante mit Spurführung und ISOBUS-Steuerung für den Präzisionsackerbau. Ein besonderes Merkmal ist die hohe Bodenfreiheit von bis zu 500 mm und die integrierte Vorderachsfederung, die zusammen mit der VisioPlus-Kabine für eine überlegene Sicht und hohen Fahrkomfort sorgt. Durch ihre enorme Wertstabilität und Vielseitigkeit setzt die 300er-Vario-Serie die Tradition des „Farmer“ als universelles Arbeitspferd der modernen Landwirtschaft fort.
Die Fendt 400 Vario Serie markierte bei ihrer Einführung im Jahr 1999 einen historischen Wendepunkt in der Modellpolitik von Fendt, da sie die weltweit erste Baureihe war, die das stufenlose Getriebe in das Segment der kompakten Vierzylinder-Traktoren brachte. Sie bildete die Brücke zwischen der kompakten 300er-Klasse und der größeren 700er-Serie und deckte ein Leistungsspektrum von etwa 95 PS bis 125 PS ab. Mit ihrem kurzen Radstand und der hohen Leistungsdichte war sie primär als wendiger Allrounder für Frontladerarbeiten, den Grünlandeinsatz und schwere Pflegearbeiten konzipiert.
Ein entscheidender Einschnitt erfolgte mit der umfassenden Modellpflege im Jahr 2006: In diesem Zuge wurde die traditionsreiche Bezeichnung „Farmer“ offiziell gestrichen. Während die erste Generation noch als „Farmer 400 Vario“ vermarktet wurde, firmierte die überarbeitete Baureihe fortan schlicht als Fendt 400 Vario. Dieser Namenswechsel symbolisierte den endgültigen Übergang von der klassischen Mechanik-Ära hin zur reinen High-Tech-Marke, bei der das stufenlose Vario-Getriebe nun zum alleinigen Standard geworden war.
Technisch basierte die Serie auf spritzigen 4-Zylinder-Motoren von Deutz, die in Kombination mit dem Vario-Getriebe ML 75 ein völlig ruckfreies Arbeiten von 0,02 bis 50 km/h ermöglichten. Trotz des Wegfalls des Namenszusatzes blieb der 400er ein würdiger Nachfolger der Farmer-Tradition, bot jedoch High-Tech-Komponenten der Oberklasse, wie das Varioterminal und die elektronische Hubwerksregelung (EHR). Die Leistung der Topmodelle, wie dem 415 Vario, stieg in der Ära ohne den „Farmer“-Schriftzug auf bis zu 155 PS an. Heute gilt diese Baureihe als einer der wertstabilsten Klassiker auf dem Gebrauchtmarkt, da sie die Kompaktheit der alten Farmer-Serie mit der modernen Leistungsfähigkeit der Vario-Technik vereint.
Die Fendt 500 Vario Serie wurde im Jahr 2012 als direkter Nachfolger der erfolgreichen 400er-Baureihe eingeführt und vollendete den strategischen Verzicht auf den Namen „Farmer“. Während die Vorgängermodelle noch die historische Brücke zur Mittelklasse schlugen, wurde die 500er-Serie konsequent als kompakter Hochleistungsschlepper positioniert, der die Technik der Großtraktoren in eine handlichere Bauform transferierte. Sie deckt ein Leistungsspektrum von etwa 125 PS bis 165 PS ab und besetzt damit die wichtige Lücke zwischen dem 300 Vario und dem 6-Zylinder-Modell 700 Vario.
Technisch markierte der 500 Vario einen deutlichen Sprung, da er erstmals die VisioPlus-Kabine der größeren Baureihen in diese Klasse brachte. Mit der tief heruntergezogenen Frontscheibe und dem modernen Bedienkonzept bot er eine Ergonomie, die weit über das Maß früherer Kompaktschlepper hinausging. Angetrieben wird die Serie von einem 4,04-Liter-Vierzylindermotor von Deutz, der in Kombination mit dem stufenlosen Vario-Getriebe ML 90 eine Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h bei reduzierter Motordrehzahl ermöglicht. Diese Kombination macht den 500er zu einer extrem vielseitigen Maschine, die sowohl im schweren Frontladereinsatz als auch bei Transportarbeiten und im Ackerbau überzeugt.
Mit der Einführung der neuesten Generation wurde auch hier das FendtONE-System implementiert, welches die Vernetzung zwischen der Maschine und dem Büroarbeitsplatz ins Zentrum rückt. Trotz des Fehlens des Namens „Farmer“ führt der 500 Vario dessen Erbe als universelles Arbeitspferd fort, jedoch auf einem technologischen Niveau, das Funktionen wie vollautomatisches Lenken, ISOBUS-Gerätesteuerung und präzise Spurführung zum Standard macht. Durch sein günstiges Leistungsgewicht und die kompakten Abmessungen bleibt er die erste Wahl für Betriebe, die maximale Schlagkraft bei hoher Wendigkeit fordern.
Die Fendt 600 Vario Serie wurde im Jahr 2023 als komplett neu entwickelte Baureihe vorgestellt und besetzt das Segment der leistungsstarken Vierzylinder-Traktoren im Bereich von 150 bis 224 PS. Mit dieser Serie belebte Fendt die legendäre „600er“-Nummerierung wieder, die historisch für die schweren Favorit-Modelle stand, verzichtete jedoch konsequent auf jegliche Zusatzbezeichnungen wie „Farmer“ oder „Favorit“. Die Serie schließt die Lücke zwischen dem kompakten 500 Vario und dem großen 6-Zylinder-Modell 700 Vario und richtet sich an Betriebe, die maximale Leistung bei hoher Wendigkeit und geringem Bodendruck suchen.
Das technische Herzstück ist der neu entwickelte AGCO Power Core50 Motor mit 5 Litern Hubraum, der speziell für das Niedrigdrehzahlkonzept Fendt iD konstruiert wurde. Damit erreicht der Traktor sein maximales Drehmoment bereits bei 1.350 U/min, was ihn besonders kraftstoffeffizient macht. Eine Besonderheit in dieser Leistungsklasse ist das Spitzenmodell 620 Vario, das durch das Mehrleistungskonzept DynamicPerformance (DP) bis zu 224 PS freisetzt. Kraftübertragung und Antrieb werden über den neuen VarioDrive-Fahrantrieb geregelt, der die Vorder- und Hinterachse unabhängig voneinander ansteuert, wodurch der „Pull-in-turn“-Effekt für einen extrem kleinen Wendekreis sorgt.
Die 600er-Serie übernimmt die großräumige VisioPlus-Kabine und ist vollständig in das digitale Ökosystem FendtONE integriert. Dies ermöglicht eine lückenlose Vernetzung von der Maschine bis in das Büro und unterstützt Funktionen für den Präzisionsackerbau. Trotz des Verzichts auf die historischen Namen zeigt die Serie durch ihre Robustheit und das universelle Einsatzspektrum – vom schweren Zugbetrieb über Transportaufgaben bis hin zu Zapfwellenarbeiten –, dass sie die Tradition der vielseitigen Allrounder in die moderne, digitale Landwirtschaft überführt. Mit einem zulässigen Gesamtgewicht von bis zu 13,5 Tonnen bietet der 600 Vario zudem eine Nutzlast, die ihn für professionelle Lohnunternehmen und Großbetriebe prädestiniert.
Die Fendt 700 Vario Serie wurde im Jahr 1998 eingeführt und markierte den endgültigen Verzicht auf die traditionsreichen Namen „Farmer“ und „Favorit“ im mittleren bis oberen Leistungssegment. Als Nachfolger der Favorit 500er-Serie konzipiert, wurde sie schnell zum Herzstück des Fendt-Programms und gilt heute als der meistverkaufte Universaltraktor in Deutschland. Mit der rein numerischen Bezeichnung signalisierte Fendt den Aufbruch in eine neue Ära, in der die Vario-Technik zum Standard für professionelle Allround-Maschinen wurde.
Technisch setzte der 700 Vario Maßstäbe durch die Kombination aus kompakten Abmessungen und leistungsstarken 6-Zylinder-Motoren von Deutz. Das Vario-Getriebe ML 140 (beziehungsweise ML 180 bei den größeren Modellen) ermöglichte ein stufenloses Fahren bis zu 50 km/h und später sogar 60 km/h. Die Serie deckte ursprünglich einen Bereich von 115 bis 160 PS ab, hat sich jedoch über sieben Generationen hinweg kontinuierlich weiterentwickelt. In der aktuellen Generation Gen7 erreicht das Spitzenmodell 728 Vario dank des AGCO Power Core75 Motors und des Mehrleistungskonzepts DynamicPerformance (DP) eine Maximalleistung von bis zu 303 PS.
Ein wesentliches Merkmal des 700 Vario ist seine enorme Vielseitigkeit: Er ist schwer genug für die Bodenbearbeitung, aber gleichzeitig wendig und leicht genug für den Frontladereinsatz und die Grünlandarbeit. Mit der Einführung der VisioPlus-Kabine und dem digitalen Bedienkonzept FendtONE wurde die Serie zudem zum Vorreiter in Sachen Smart Farming und Ergonomie. Trotz des Fehlens der Bezeichnung „Favorit“ führt der 700 Vario dessen Erbe als technologisch führender Mehrzweckschlepper fort und ist heute weltweit der Standard für mittlere bis große landwirtschaftliche Betriebe sowie Lohnunternehmen.
Die Fendt 800 Vario Serie markierte im Jahr 2003 eine Zäsur in der Modellstrategie, da mit ihrer Einführung die traditionsreiche Bezeichnung „Favorit“ endgültig abgelegt wurde. Fortan firmierte die Baureihe als rein numerische Serie, was den strategischen Fokus vollständig auf das technologische Alleinstellungsmerkmal, das stufenlose Vario-Getriebe, rückte. Dieser Namenswechsel signalisierte den Aufbruch in eine Ära, in der High-Tech-Komponenten nicht mehr als Zusatzoption, sondern als integraler Standard der Marke definiert wurden.
Technisch präsentierte sich die Serie ab 2003 zunächst mit den Modellen 815, 817 und 818 Vario TMS, die eine Brücke zwischen der kompakten Mittelklasse und den schweren Großtraktoren schlugen. Ausgestattet mit spritzigen 6-Zylinder-Motoren von Deutz und dem Vario-Getriebe ML 160, boten diese Maschinen Leistungen von bis zu 190 PS in einer für diese Kraftklasse ungewöhnlich kompakten Bauform. Ein zentrales Merkmal war das serienmäßige Tractor Management System (TMS), das die elektronische Vernetzung von Motor und Getriebe übernahm, um stets im wirtschaftlichen Optimum zu arbeiten und den Fahrer massiv zu entlasten.
Über die Jahre entwickelte sich die 800 Vario Serie zu einem Synonym für hocheffiziente Transport- und Ackerleistung. In späteren Ausbaustufen, wie der 800 Vario SCR ab 2010, stieg die Leistung der Topmodelle auf bis zu 287 PS an. Trotz dieser enormen Kraftentfaltung blieb die Serie ihrem Ruf als wendiger Großtraktor treu, der durch Features wie die 60 km/h Höchstgeschwindigkeit, die leistungsstarke Hydraulik und das moderne Varioterminal bestach. Heute gelten insbesondere die frühen Modelle ab 2003 aufgrund ihrer Robustheit und der wegweisenden Bedienlogik als gesuchte Klassiker, die den Grundstein für das heutige, rein numerische Produktsortiment von Fendt legten.
Die Fendt 900 Vario Serie markierte im Jahr 2005 einen entscheidenden Wendepunkt in der Geschichte der Großtraktoren, als mit der Einführung der dritten Generation (Modelle 922 bis 936 Vario) die traditionsreiche Bezeichnung „Favorit“ endgültig gestrichen wurde. Während der erste Vario der Welt im Jahr 1995 noch als „Favorit 926 Vario“ firmierte, wurde die Baureihe ab 2005 als rein numerische Serie geführt. Dieser Verzicht auf den Namen „Favorit“ unterstrich den Anspruch, das Vario-Getriebe nicht mehr als technologische Besonderheit, sondern als das fundamentale Markenzeichen aller Fendt-Großschlepper zu etablieren.
Technisch setzte die 900er-Serie ab 2005 neue Maßstäbe im schweren Ackerbau und im schnellen Transport. Ausgestattet mit 6-Zylinder-Deutz-Motoren und einem Hubraum von 7,1 Litern, deckten die Maschinen einen Leistungsbereich von 220 PS bis hin zum damaligen Spitzenmodell 936 Vario mit 360 PS ab. Das Herzstück war das Vario-Getriebe ML 260, das eine Höchstgeschwindigkeit von 60 km/h ermöglichte. Ein technologischer Meilenstein war die Einführung der unabhängigen Vorderachsfederung mit Niveauregulierung sowie die Integration des Varioterminals, das die Kontrolle über Getriebe, Hydraulik und ISOBUS-Geräte zentralisierte.
In den darauffolgenden Generationen wurde die Serie konsequent weiterentwickelt und erreichte mit der aktuellen Baureihe (Gen7) Leistungen von bis zu 415 PS. Trotz des Fehlens der Bezeichnung „Favorit“ blieb die 900er-Serie das globale Flaggschiff für den schweren Zugbetrieb, zeichnete sich jedoch durch das innovative Niedrigdrehzahlkonzept Fendt iD und das neue VarioDrive-Antriebssystem aus, das die Vorder- und Hinterachse unabhängig voneinander ansteuert. Heute gilt der 900 Vario als einer der erfolgreichsten Großtraktoren weltweit, der die Robustheit der alten Favorit-Modelle mit modernster digitaler Vernetzung (FendtONE) und maximaler Kraftstoffeffizienz kombiniert.
Die Fendt 1000 Vario Serie wurde im Jahr 2014 als vollkommen neue Leistungsklasse vorgestellt und 2015 im Markt eingeführt. Anders als die kleineren Baureihen besaß diese Serie von Beginn an keine historische Zusatzbezeichnung wie „Farmer“ oder „Favorit“, sondern wurde direkt in das rein numerische System eingeordnet. Sie begründete das Segment der „Großstandardtraktoren“: Maschinen, welche die enorme Zugkraft von Knicklenkern oder Raupenschleppern bieten, aber gleichzeitig die Wendigkeit und Straßentauglichkeit eines Standardtraktors beibehalten.
Technisch stellt der 1000er Vario das Flaggschiff der Marke dar und deckt mit vier Modellen (1038 bis 1050) einen Leistungsbereich von 380 bis 517 PS ab. Als Kraftquelle dient ein 12,4-Liter-Sechszylindermotor von MAN, der speziell auf das Niedrigdrehzahlkonzept Fendt iD optimiert ist. Das maximale Drehmoment von bis zu 2.400 Nm liegt bereits bei 1.100 U/min an, was die Effizienz bei schwerster Bodenbearbeitung massiv steigert. Eine wesentliche Innovation ist das VarioDrive-Antriebssystem, bei dem die Vorder- und Hinterachse über zwei getrennte Hydromotoren unabhängig voneinander angetrieben werden. Dies macht eine starre Allradkupplung überflüssig und reduziert den Wendekreis durch den „Pull-in-turn“-Effekt erheblich.
Trotz seiner Größe und einem Leergewicht von rund 14 Tonnen ist der 1000 Vario für eine Höchstgeschwindigkeit von bis zu 60 km/h zugelassen und bleibt durch seine Bauweise voll straßentauglich. In der aktuellen Ausführung ist er vollständig in das FendtONE-Ökosystem integriert, was eine präzise Steuerung komplexer Arbeitsabläufe und eine lückenlose Dokumentation ermöglicht. Der 1000 Vario hat Fendt weltweit in einem Leistungssegment etabliert, das zuvor fast ausschließlich von Spezialmaschinen dominiert wurde, und gilt heute als technologische Referenz für modernste Großtraktoren-Technik.
Mit der Integration der Raupentechnologie in das Produktportfolio hat Fendt das Segment der schweren Bodenschonung und maximalen Zugkraft grundlegend transformiert. Die Basis dieser Entwicklung bildet die jahrzehntelange Erfahrung der Marke Challenger, die einst Pionierarbeit bei Gummilaufwerken leistete. Unter der Federführung von Fendt wurden diese Maschinen jedoch technisch völlig neu definiert: Der harte mechanische Antrieb der ursprünglichen Raupenschlepper wurde durch das stufenlose Vario-Getriebe ersetzt, während das moderne Bedienkonzept die Handhabung auf das Niveau der Radtraktoren hob. Heute stehen die Vario MT Modelle für eine hocheffiziente Kraftübertragung bei geringstem Bodendruck, konzipiert für professionelle Betriebe, die unter schwierigsten Bedingungen höchste Schlagkraft fordern.
Der Fendt 900 Vario MT markiert den Einstieg in die Welt der stufenlosen Raupenschlepper und deckt den Leistungsbereich von 380 bis 431 PS ab. Als technologischer Nachfolger der Challenger MT700 Serie wurde er gezielt für die Kombination aus hoher Zugleistung und modernstem Fahrkomfort entwickelt. Das Herzstück ist der 9,1-Liter-AGCO-Power-Motor, der perfekt mit dem für Raupen optimierten VarioDrive-Getriebe harmoniert.
Ein herausragendes Merkmal ist das innovative Fahrwerkskonzept: Das SmartRide-System kombiniert eine Federung des Hauptrahmens mit den ConstantTouch-Laufrollen, wodurch sich das Laufwerk wie ein Panzerkettenlaufwerk flexibel an Bodenunebenheiten anpasst. Dies sorgt für eine konstante Aufstandsfläche und verhindert das typische „Nicken“ der Maschine. In Verbindung mit der großräumigen Kabine und dem digitalen Bedienkonzept bietet der 900 Vario MT einen Komfort, der in dieser Spezialklasse zuvor nicht verfügbar war. Er ist die ideale Wahl für Betriebe, die schwere Bodenbearbeitung und Saatbettbereitung mit maximaler Bodenschonung verbinden müssen.
Als unangefochtenes Kraftpaket im Sortiment ist der Fendt 1100 Vario MT für die extremsten Anforderungen des Weltmarkts gebaut. In dieser Baureihe, die Leistungen von 511 bis zu 673 PS erreicht, wurde die einstige Challenger-Großraupentechnik vollständig mit der Fendt-Philosophie verschmolzen. Angetrieben von MAN-Sechszylindermotoren mit bis zu 16,2 Litern Hubraum, setzt die Maschine auf das Fendt iD Niedrigdrehzahlkonzept. Dies ermöglicht es, das enorme Drehmoment von bis zu 3.100 Nm bereits in einem sehr niedrigen Drehzahlbereich abzurufen und hocheffizient in Vortrieb umzusetzen.
Die technische Überlegenheit zeigt sich besonders bei der Arbeit mit extrem breiten Anbaugeräten. Durch das stufenlose Getriebe und das schwenkbare Heckzugpendel bleibt die Maschine auch unter Volllast präzise manövrierbar, ohne dass die Ketten beim Lenken den Boden übermäßig aufreißen. Mit einem Einsatzgewicht von bis zu 31 Tonnen und der Integration in das FendtONE-System für die digitale Dokumentation und Spurführung stellt der 1100 Vario MT die Spitze der modernen Landtechnik dar. Er ist spezialisiert auf den Einsatz auf weitläufigen Flächen, wo herkömmliche Radtraktoren aufgrund ihrer physischen Grenzen bei der Zugkraftübertragung und Bodenbelastung ausscheiden.
Das Fendt Agrobil markiert den Einstieg von Fendt in die Welt der spezialisierten Ernte-Selbstfahrer und ist das direkte Ergebnis der Übernahme der Maschinenfabrik Dechentreiter im Jahr 1970. Dechentreiter hatte mit dem „Lely-Trac“ bereits Pionierarbeit geleistet, doch erst unter der Führung von Fendt wurde das Konzept zur Serienreife des Agrobil S weiterentwickelt. Das Fahrzeug kombinierte die Funktionen eines Ladewagens mit einem eigenständigen Fahrgestell, um die Futterernte schneller und mobiler zu gestalten. Mit seinem markanten Design – dem vorne sitzenden Fahrerhaus und dem luftgekühlten Deutz-Motor – bot es eine für die 1970er Jahre beeindruckende Transportgeschwindigkeit von bis zu 40 km/h und eine hervorragende Übersicht bei der Aufnahme des Ernteguts. Obwohl das Agrobil aufgrund seiner spezialisierten Ausrichtung und der geringen Ganzjahresauslastung ein Nischenprodukt blieb, legte die Integration der Dechentreiter-Technik den Grundstein für den Ausbau des Standorts Bäumenheim, der heute als Kompetenzzentrum für Kabinenbau eine zentrale Rolle im Konzern spielt.
Der Fendt Trisix wurde im Jahr 2007 auf der Agritechnica als spektakuläre Konzeptstudie vorgestellt und markierte den Versuch, die Grenzen der Traktorenkonstruktion völlig neu zu definieren. Das auffälligste Merkmal dieser Maschine war das Fahrwerkkonzept mit drei Achsen (6x6-Antrieb), das speziell darauf ausgelegt war, enorme Motorleistung in maximale Zugkraft bei gleichzeitig hoher Bodenschonung und voller Straßentauglichkeit umzusetzen.
Technisch basierte der Trisix auf Komponenten der Großtraktoren-Serie, trieb diese jedoch ins Extrem. Ausgestattet mit einem MAN-Sechszylindermotor, der eine Leistung von rund 540 PS erbrachte, nutzte das Fahrzeug zwei stufenlose Vario-Getriebe, um die Kraft auf alle sechs Räder zu verteilen. Durch die drei Achsen erreichte der Trisix eine deutlich größere Aufstandsfläche als herkömmliche Standardtraktoren, was den Bodendruck massiv reduzierte. Ein technisches Highlight war die Lenkung: Die erste und die dritte Achse waren aktiv gelenkt, was dem über 7 Meter langen Gespann eine Wendigkeit verlieh, die man sonst nur von deutlich kleineren Maschinen kannte.
Trotz der beeindruckenden Leistungsdaten und des enormen öffentlichen Interesses blieb der Trisix ein reiner Technologieträger. Die Komplexität des Antriebsstrangs, das hohe Eigengewicht von rund 19 Tonnen und die damit verbundenen Produktionskosten standen einer Serienfertigung entgegen. Dennoch war das Projekt für die Entwicklung der Marke von großer Bedeutung: Viele der gewonnenen Erkenntnisse über das Niedrigdrehzahlkonzept, die Steuerung extrem hoher Drehmomente und die Optimierung der Bodenschonung flossen Jahre später direkt in die Entwicklung der 1000 Vario Serie ein. Heute gilt der Trisix als einer der bekanntesten Prototypen der Landtechnikgeschichte, der den Mut der Ingenieure verdeutlicht, radikal neue Wege in der Traktorenarchitektur zu gehen.