Traktorenlexikon: Fendt Farmer 2

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Fendt Farmer 2
Fendt Farmer 2 (Baujahr 1960)
Basisdaten
Hersteller/Marke: Fendt
Modellreihe: Farmer (2)
Modell: Farmer 2
Bauweise: rahmenlose Blockbauweise
Produktionszeitraum: 1960–1967
Stückzahl: 20.002
Maße
Eigengewicht: 1735 kg
Länge: 3264 mm
Breite: 1562 mm
Höhe: 1507 mm
Radstand: 1968 mm
Bodenfreiheit: 405 mm
Spurweite: 1250 mm
Wenderadius mit Lenkbremse: 3360 mm
Wenderadius ohne Lenkbremse: 3710 mm
Standardbereifung: vorne: 6.00-16 AS
hinten: 12.4-32 AS
Motor
Nennleistung: 25-26 kW, 34-35 PS
Nenndrehzahl: 2600/min
Zylinderanzahl: 3
Hubraum: 2004 cm³
Kraftstoff: Diesel
Kühlsystem: Wasserkühlung
Antrieb
Antriebstyp: Hinterradantrieb
Getriebe: 8/4-Halbsynchrongetriebe
Höchstgeschwindigkeit: 20–30 km/h

Der Fendt Farmer 2 (FW 139) ist das erste, ab 1960 gebaute und namengebende Modell der Farmer-2-Reihe. Im laufe seiner Produktionszeit erhöhte sich die Motorleistung auf 35 PS, später sogar auf 38 PS. Es war auch 1961 ein Farmer 2, der als 100.000 Fendt-Schlepper vom Band lief. Ab 1961 wurde der Farmer 2 durch den Farmer 2 D mit reduzierter Motorleistung ergänzt. 1968 wurden dann neue Farmer-2-Modelle mit eckiger Motorhaube („E“) eingeführt (Farmer 2 E, Farmer 2 DE sowie Fendt Farmer 2 S/SA).

Motor[Bearbeiten]

  • wassergekühlter Dreizylinder-Viertakt-Dieselmotor von MWM, unterschiedliche Motortypen:
    • 1960 bis 1962: Typ KD 10,5 D mit Gleichdruck-Vorkammer-Verbrennungsverfahren, 1990 cm³ Hubraum und 34 PS Leistung
    • 1962 bis 1967: Typ KD 110,5 D mit Gleichdruck-Vorkammer-Verbrennungsverfahren, 2004 cm³ Hubraum und 35 PS Leistung
    • 1967: Typ D 208-3 mit Direkteinspritzung, 2232 cm³ Hubraum und 38 (?) PS Leistung
  • Bohrung: 90 mm, Hub: 105 mm (beim D 208-3: 95mm/105mm)
  • Verdichtungsverhältnis: 1:21 (beim D 208-3: 1/17)
  • Bosch-Fliehkraftverstellregler RSV, Geregelter Drehzahlbereich = 600/min-3120 U/min.
  • Öldruck = 2,5-3,0 bar bei Nenndrehzahl
  • Bosch-Einspritzpumpe, Typ: PES 3 A 65 B 320/3 RS
  • Bosch-Einspritzdüsen, Typ: DN OSD 126
  • Max. Einspritzdruck = 120 kg/cm²
  • Kraftstofffilter, Typ: Bosch FJ/DF 5/3 oder Typ: Knecht FB 502/1 RM

Kupplung[Bearbeiten]

  • Fichtel & Sachs, Tornado-Duplex-Kupplung, Typ: DO 250/225 K ( 22/16 K )

Getriebe[Bearbeiten]

  • ZF-Stiftschalt-Gruppengetriebe, Typ: A-210
  • Drei Gruppen mit je vier Gängen ( Acker-, Straße-und Rückwärts )
  • Erster Gang durch Veränderung der Drehzahl, als Kriechgang verwendbar
  • halbsynchronisiertes Getriebe mit 8 Vorwärts- und 4 Rückwärtsgängen
  • Betätigung der Differentialsperre über Stiftkupplung, durch Hand-oder Fußbetätigung
  • Optional als Schnellgangausführung ( 30 km/h.)

Geschwindigkeiten vor- und rückwärts[Bearbeiten]

Fahrgeschwindigkeiten in km/h bei Bereifung 11-28 AS
Normalgangmaschinen Schnellgangmaschinen
Schaltgruppe L S R L S R
1. Gang 0,4–1,2 4,4 2,2 1,7 6,3 3,1
2. Gang 2,1 7,5 3,7 3,0 10,7 5,4
3. Gang 3,4 12,3 6,2 5,0 17,6 8,8
4. Gang 5,5 20,0 10,0 8,0 28,5 14,2

Zapfwelle[Bearbeiten]

  • Motorzapfwelle als schnelle und langsame Zapfwelle, Antrieb von Fahrkupplung unabhängig
  • Drehzahlen: 553/min (Normdrehzahl), 1106/min (schnelle Zapfwelle), Leistung = 32,6 PS
  • Keilwellenprofil nach DIN 9611
  • höchstzulässiges Drehmoment am Zapfwellenstummel: 71 mkp ( bei verstärkter Zapfwelle: 90 mkg )
  • Optional als Wegzapfwelle schaltbar
  • Drehzahl = 7,65-8,1 Umdrehungen pro Fahrmeter


  • Optional, Riemenscheibe mit Winkelantrieb, 226 mm Durchmesser und 150 mm Breite
  • Drehzahl = 1383 U/min. bei Nenndrehzahl ( Leistung = 25 PS )
  • Riemengeschwindigkeit = 16,36 m/s
  • Mähantrieb = 1100 U/min. bei Nenndrehzahl

Bremsen[Bearbeiten]

  • Betriebsbremse 180x50: fußhebelbetätigte Zweibackenbremse, mechanisch über Portaltrieb auf Hinterräder wirkend, als Lenkbremse verwendbar
  • Feststellbremse 192x20: 2 Außenbandbremsen durch einen gemeinsamen Handhebel betätigt, über Portaltrieb auf Hinterräder
  • Optional mit hydraulisch betätigter Vierradbremse

Achsen[Bearbeiten]

  • Fendt-Vorderachse als blattgefederte, ausziehbare Schwingachse in Kastenprofil, mit zwei Spurweiten durch Radumschlag ( 1250/1500 mm )
  • Optional mit Verstellfelgen, Spurweiten von 1250-1726 mm
  • Starre Hinterachse mit zwei Spurweiten durch Radumschlag ( 1250/1500 mm )
  • Hand-oder fußbetätigtes Kegelrad-Differential mit Sperre
  • Achslast vorne = 695 kg, hinten = 1211 kg

Lenkung[Bearbeiten]

Fendt Farmer 2
  • ZF-Gemmerlenkung, Typ: GD 38 organisch im Kupplungsgehäuse eingebaut

Hydrauliksystem und Kraftheber[Bearbeiten]

  • Fendt-Blockhydraulik, Typ: 86.05 mit Hydro-Drucksystem und Dreipunktaufhängung
  • Dreipunktaufhängung Kat. I ( bei Radspur 1500 mm = Kat. II )
  • Kupplungsunabhängiger Bosch-Pumpenantrieb, Typ: HY/ZFR 1/16 R 2
  • Kraftheber mit automatischer Regelhydraulik:
    • Arbeitsdruck: 175 atü
    • Arbeitsvermögen: 1220 mkp
    • Hubkraft an der Ackerschiene bei Hubbeginn 1550 kp, bei Hubbeendigung 1940 kp
  • Kraftheber mit Handregelhydraulik:
  • Hubzylinder mit 86 mm Kolbendurchmesser und 122,5 mm Kolbenweg
    • Arbeitsdruck: 150 atü
    • Arbeitsvermögen: 1045 mkp
    • Hubkraft an der Ackerschiene bei Hubbeginn 1275 kp, bei Hubbeendigung 1350 kp

Steuergeräte[Bearbeiten]

Je nach Austattung

  • Regelhydraulik
  • Einhebelsteuergerät umschaltbar für Frontlader und Kipperanschluß

Elektrische Ausrüstung[Bearbeiten]

Armaturenbrett eines Fendt Farmer 2 (Warnblinker nachgerüstet)

Der Farmer 2 hat eine 12-Volt-Anlage mit Batterie (88 Ah), eine 90-W-Lichtmaschine, Anlasser, Vorglühanlage mit einpoligen Stabglühkerzen, Horn (Hupe), Steckdose für Anhängerbeleuchtung, Scheinwerfer für Biluxabblendung, Brems-, Schluss- und Kennzeichenbeleuchtung sowie Positionsleuchten nach StVZO und eine Blinklichtanlage für 1- und 2-Hänger-Betrieb nach StVZO.

  • Glühkerzen je nach Einschraubbohrung = Beru 170 M, Beru 111 M und Bosch KE/GSA 10/8


Vom Armaturenbrett aus werden die wichtigen Funktionen bedient: Ein Blinkerschalter für rechts und links, ein Warnblinkschalter, ein Glühüberwacher zum Überprüfen der richtigen Vorglühzeit, ein Ablagefach zum Verstauen kleinerer Dinge (gemäß der original Bedienungsanleitung: Zigarrenfach, passend zu Steckdose für Zigarrenanzünder, siehe Elektrische Ausrüstung), Traktormeter mit Drehzahl-, Geschwindigkeits- und Betriebsstundenmesser, ein Fernthermometer zum Überprüfen der Kühltemperatur, ein Zündschloss mit Stand-, Abblend-, und Fernlichtbedienung und zu allem passende Kontrolleuchten. Außerdem eine 12V 2-polige Steckdose zum anschließen von elektrischen Anlagen wie z.B. Scheibenwischer, (Radio - gab es damals noch nicht und hören könnte man bei dem Geräuschpegel ohnehin nichts, in der Bedienungsanleitung steht Zigarrenazünder) oder Suchscheinwerfer.

Maße und Abmessungen[Bearbeiten]

  • Eigengewicht: ca. 1735 kg (bei Bereifung 9-32AS), 1805 kg (bei Bereifung 11-32AS)
  • zulässiges Gesamtgewicht: 2280 kg (bei Bereifung 9-32AS), 2550 kg (bei Bereifung 11-32AS)
  • Länge = 3264 mm
  • Breite bei Spurweite 1250 mm = 1562 mm, bei Spurweite 1500 mm = 1800 mm ( bei Verstellfelgen mit Spurweite 1726 mm = 2030 mm )
  • Höhe bis Lenkrad = 1507 mm, mit Verdeck = 2270 mm

Bereifung[Bearbeiten]

  • Standardbereifung vorne = 5.50-16 ASF, hinten = 9-32 AS

Optional:

  • vorne: 6.50-16 ASF (6PR) oder 7.50-15 LASF (6PR)
  • hinten: 9.5/9-36 AS, 11-28 AS, 11-32 AS und 12.4-32 AS (6PR)

Füllmengen[Bearbeiten]

  • Kraftstofftank: 40 l Diesel
  • Kühlsystem: 12,5 l weiches, kalkarmes Wasser
  • Motor: 7 l Motoröl (im Sommer HD-Öl SAE20, im Winter HD-Öl SAE10)heute SAE 20W20.
  • Ölbadluftfilter: 0,75 l (im Sommer HD-Öl SAE20, im Winter HD-Öl SAE10)heute SAE 20W20.
  • Hydraulikanlage/Kraftheber: 8 l SAE10 oder SAE10 heute SAE 20W20 (bei Maschinen ohne Kraftheber 3 l SAE80 im Krafthebergehäuse)
  • Kraftheber mit Frontlader: 9,5 l SAE10 oder SAE10 heute SAE 20W20
  • Getriebe mit Achsantrieb: 14 l SAE80
  • Seitenvorgelege: je 1,9 l SAE80
  • Lenkgetriebe: 0,75 l SAE80
  • Riemenrieb: 0,5 l SAE80

Verbrauch[Bearbeiten]

KD 110,5: ca. 1,5 bis 4 Liter/h

Kabine[Bearbeiten]

  • Fahrerplattform mit gummigefederten, verstellbaren Fahrersitz und linker Kotflügelsitz
  • Optional, Allwetterverdeck, Betriebsstundenzähler, Lenkradsperre, Traktormeter und rechter Kotflügelsitz

Sonderausrüstung[Bearbeiten]

  • Allwetterverdeck mit Fronteinstieg
  • asymmetrisches Abblendlicht
  • Belastungsgewichte
  • Handlampe
  • Frontlader
  • Arbeitsgeräte für Frontlader
  • Kipperanschluss
  • Kotflügelsitz rechts und links
  • Kühlergitter
  • Kühlerschutzdecke
  • Lenkradsperre
  • Mähwerk mit hydraulischem Mähaufzug und 5'-Mähbalken
  • Mähwerk für Spur 1500 mm
  • Reifenfüllanlage
  • Riementrieb
  • Dreipunktseilwinde mit 50-m-Seil und 2500 kg Zugkraft
  • Sitzkissen für Fahrer- und Beifahrersitz
  • heizbares Sitzkissen
  • Suchscheinwerfer
  • Schnellgang
  • Rückspiegel
  • Zigarrenanzünder
  • Anhängeschienen

Sonstiges[Bearbeiten]

  • Start-O-Stop-Einrichtung: Hebel am linken Kotflügel, mit dem man Fußbremse und Kupplung bedienen kann, während der Fahrer neben dem Traktor herläuft (bei Pflegearbeiten)
  • Ein Modell der ersten Generation tritt unter anderem in der erfolgreichen Heimatserie "Neues aus Büttenwarder" des NDR als treuer Begleiter des Hauptprotagonisten Kurt Brakelmann alias Jan Fedder auf.


  • Listenpreis 1961 = 13.695,-DM

Literatur[Bearbeiten]

  • Fendt-Das Typenbuch ( A.Mößmer ), Seite 55
  • Fendt, Schlepper-Prospekte von 1930 bis 1966 ( G.Kremer ), Seite 108
  • Fendt, Typen und Daten ( G.Kremer ), Seite 222

Quellen[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

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