Traktorenlexikon: Fendt Favorit 622 LS/LSA

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Fendt Favorit 622 LS
Fendt Favorit 622 LS
Basisdaten
Hersteller/Marke: Fendt
Modellreihe: Favorit 600
Modell: Favorit 622 LS
Bauweise: Rahmenbauweise
Produktionszeitraum: 1979–1982
Stückzahl: 15 (19 STÜCK - 4 Umbau nach 626)
Maße
Eigengewicht: 9575 kg
Länge: 5600 mm
Breite: 2450 mm
Höhe: 3080 mm
Radstand: 2750 mm
Bodenfreiheit: 500 mm
Spurweite: vorne: 1900 mm
hinten: 1870 mm
Wenderadius mit Lenkbremse: 5900 mm
Wenderadius ohne Lenkbremse: 7000 mm
Standardbereifung: vorne: 18.4 R 30
hinten: 20.8 R 42
Motor
Nennleistung: 155 kW, 211 PS
Nenndrehzahl: 2200/min
Zylinderanzahl: 6
Hubraum: 11.400 cm³
Drehmomentanstieg: 18 %
Kraftstoff: Diesel
Kühlsystem: Wasserkühlung
Antrieb
Antriebstyp: Allrad
Getriebe: 18/6-Lastschalt- oder 16/16-Vollsynchrongetriebe
Höchstgeschwindigkeit: 39–39,5 km/h

Der 211 PS starke Fendt-Großtraktor Favorit 622 LS (interne Typenbezeichnung FWA 291) wurde 1980 vorgestellt. Bis auf den fehlenden Abgasturbolader ist er baugleich mit seinem großen Bruder, dem Favorit 626 LS. Von den ursprünglich 19 gebauten 622ern wurde schon ab Werk ein Teil (4 Stück)auf den 626 umgebaut.

Die aufgelöste Transaxle-Bauweise des 622 LS führt zu einer günstigen Gewichtsverteilung von 50 % auf die Vorderachse und 50 % auf die Hinterachse. Entsprechend großdimensionierte Reifen mit Multipass-Effekt gestatten es, ein Höchstmaß an Zugkraft am Boden abzustützen.

Alle 622er hatten ein grün lackiertes Dach.

Der letzte 622er wurde im Mai 1982 montiert.


Motor[Bearbeiten]

  • Technische Bezeichnung = T 291.210
  • großvolumiger und wassergekühlter Sechszylinder-Diesel-Saugmotor von MAN, Typ D 2566 ME 3313
  • Bohrung: 125 mm, Hub: 155 mm
  • maximales Drehmoment: 828 Nm bei 1500/min
  • M-Direkt-Einspritzverfahren, Reiheneinspritzpumpe
  • Motor ist schwingungsfrei auf Gummielementen gelagert und befindet sich vor der Vorderachse (in einem stabilen Plattenrahmen aufgehängt). Diese Anordnung gewährleistet einen günstigen Radstand und einen Wendekreisradius, der mit Lenkbremse unter 7 m liegt.
  • siebenfach gelagerte Kurbelwelle
  • Piclon-Trockenluftfilter mit Vorabscheider und Sicherheitspatrone.
  • Der Kühler befindet sich zwischen Motor und Kabine, hinter dem Motor.

Kupplung[Bearbeiten]

Fendt Favorit 626 LS, quasi baugleich zum 622 LS
  • Turbomatik, Fahrkupplung, separate Zapfwellenkupplung

Getriebe[Bearbeiten]

zwei Möglichkeiten , beides ZF (ZP) Typ T 6636:

  • Tri-Power-Getriebe , Turbomatik und Lastschalt-Vollsynchrongetriebe mit 18 Vorwärts- und 6 Rückwärtsgängen, 3-Stufenschaltung, elektrohydraulisch lastschaltbarer Differentialsperre hinten, Ölkühler
  • Vollsynchron-Wendegetriebe, Turbomatik und vollsynchronisiertes Feinstufengetriebe mit 16 Vorwärts- und 16 Rückwärtsgängen, Overdrive
  • Getriebeölkühler

Geschwindigkeiten vor- und rückwärts[Bearbeiten]

Tri-Power-Getriebe
Geschwindigkeiten in km/h
Gang L (langsam)
vorwärts
N (normal)
vor-/rückwärts
S (schnell)
vorwärts
1. Gang 2,7 3,5 4,4
2. Gang 5,0 6,3 8,0
3. Gang 6,8 8,6 10,9
4. Gang 9,5 12,0 15,2
5. Gang 14,9 18,8 23,8
6. Gang 24,3 30,7 39,0
Vollsynchrongetriebe
Geschwindigkeiten in km/h
Gang L (langsam)
vor-/rückwärts
S (schnell)
vor-/rückwärts
1. Gang 0,9 1,4
2. Gang 2,0 3,0
3. Gang 3,8 4,5
4. Gang 5,8 6,9
5. Gang 8,1 9,6
6. Gang 12,0 14,5
7. Gang 20,5 24,5
8. Gang 33,5 39,5

Zapfwelle[Bearbeiten]

  • elektrohydraulisch lastschaltbar über eine Lamellenkupplung
  • 1 3/4 Zoll Evolventenprofil
  • vollkommen unabhängige 1000er Zapfwelle
  • Drehzahl: 1080/min bei einer Motordrehzahl von 2200/min
  • zulässige Abtriebsleistung = maximale Motorleistung

Bremsen[Bearbeiten]

  • Scheibenbremse hinten: hydraulisch, selbstnachstellend, mit 2 Zylindern
  • Scheibenbremsanlage vorn, am Allradantrieb
  • Druckluftbeschaffungsanlage: kombinierte Ein- und Zweileitungsanlage
  • Feststellbremse: Zweileitungsanlage, Federspeicher

Achsen[Bearbeiten]

  • Vorderachse: ZF APL 5051 (bei manchen Vorserienmodellen), ab 1980 ZF APL 5052
  • Allradachse mit Planeten-Endantrieb
  • elektrohydraulisch lastschaltbar
  • Selbstsperrdifferential „Lokomatic“

Lenkung[Bearbeiten]

  • separate Flügelzellenpumpe, 40 l/min
  • hydrostatische, gestängelose Lenkung
  • 2 Lenkzylinder
  • neigungsverstellbares Lenkrad

Hydrauliksystem und Kraftheber[Bearbeiten]

  • elektronischer Fendt-Regelkraftheber
  • Zugwiderstands-, Lage- und stufenlose Mischregelung. Impulsgebung über Unterlenker.
  • Hubkraft 81 kN (8260 kp)
  • Schnellkuppler Kat. 3
  • Oberlenker Fanghaken Gr.3
  • Hydraulikpumpe: Zahnrad-Buchsenpumpe, 175 bar, 56 l/min
  • FZLM-Unterlenkerregelung
  • hydraulischer Hubbegrenzer

Steuergeräte[Bearbeiten]

  • 1 einfachwirkendes Steuergerät und 2 doppelwirkende Steuergeräte mit hydraulischen Anschlüssen

Elektrische Ausrüstung[Bearbeiten]

  • 12-V-Anlage
  • Drehstromlichtmaschine: 14 V, 55 A, 770 W
  • Batterie 2 × 143 Ah
  • Anlasser: 5 kW (7 PS)

Maße und Abmessungen[Bearbeiten]

  • zulässiges Gesamtgewicht: 11.540 kg

Bereifung[Bearbeiten]

z.B.:

  • vorne 600/65 R 34 und hinten 710/70 R 42
  • vorne 18.4/15 R 34 (10 PR) und hinten 20.8 R 42 AS (12 PR)
  • vorne 18.4 R 30 und hinten 20.8 R 42

Füllmengen[Bearbeiten]

  • Kraftstofftank: 350 Liter
  • Getriebeöl: 90 Liter (Tri-Power) oder 70 Liter (Vollsynchron)
  • Motoröl: 21 Liter
  • Kühlwasser: 30 Liter
  • Hydrauliköl: 50 Liter

Verbrauch[Bearbeiten]

  • optimaler Kraftstoffverbrauch: 220 g/kWh bzw. 162 g/PSh
  • Verbrauch bei Maximalleistung: 233 g/kWh bzw. 177 g/PSh

Kabine[Bearbeiten]

Die integrierte Kabine des 622 LS ist zur Entlastung des Fahrers mit serienmäßiger Vollklimaanlage und mit moderner Elektronik ausgestattet.

  • Fendt-Komfort-Fahrerhaus exklusiv
  • getönte Scheiben
  • schall- und schwingungsgedämmt
  • hydraulisch kippbar
  • ausstellbare Front- und Heckscheibe
  • Komfortfahrersitz mit Armlehnen, 5-fach verstell- und drehbar
  • Radiovorbereitung

Sonderausrüstung[Bearbeiten]

  • Scheibenwischer und Waschanlage Heckfenster
  • Rückfahreinrichtung mit hydrostat. Lenkung
  • Zugpendel
  • Zusatzgewicht vorne, 42 kg
  • Zwillingsbereifung
  • CB-Funk

Sonstiges[Bearbeiten]

  • Im Dezember 1980 betrug der Neupreis 198.202,- DM (incl. 13 % MWSt). Im Grundpreis enthalten waren Klimaanlage, Anhängeschiene, 3 einfachwirkende Zusatzsteuergeräte, Druckluftbeschaffungsanlage und 2 Zusatzscheinwerfer vorne. Je nach weiterer Ausrüstung erhöhte sich der Preis entsprechend.

Favorit 600 LS/LSA Baureihe (FWA291 - FWA292)[Bearbeiten]

  • Das "L" wie "Luxus" steht für die in den mitte 70ern eingeführte Vollglaskabine mit ihren Zusätzen (verbesserter Sattelsitz, Heizung, usw.).
  • Das "S" steht für den 1968 eingeführten neuen "Standard" bei Fendt. Wesentlichstes Merkmal war die Turbokupplung.
  • Das "A" steht für Allrad (ab 1984)
  • LSA = Luxus Standard Allrad
* 620 ( 1 x gebaut) : MAN D 2565 ME ; Fünfzylinder-Saugmotor  ;  9510 cm3; 185 PS
* 622 (15 x gebaut) : MAN D 2566 ME ; Sechszylinder-Saugmotor ; 11413 cm3; 211 PS
* 626 (66 x gebaut) : MAN D 2566 MTE; Sechszylinder-Turbomotor; 11413 cm3; 252 PS
  • Insgesamt wurden 82 Nasenbären gebaut.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

  • oeni
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