Traktorenlexikon: Deutz-Fahr Agrotron 80

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Same-Deutz-Fahr Agrotron 80
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Basisdaten
Hersteller/Marke: Same-Deutz-Fahr
Modellreihe: Agrotron MK 2
Modell: Agrotron 80
Bauweise: Blockbauweise
Produktionszeitraum: 1997–2001
Maße
Eigengewicht: 3.970 kg
Länge: 4.005 mm
Breite: 2.060 mm
Höhe: 2.720 mm
Radstand: 2.419 mm
Bodenfreiheit: 475 mm
Spurweite: 1.600 oder 1.700 mm
Wenderadius ohne Lenkbremse: 4.700 mm
Standardbereifung: vorne: 13.6 R 24 AS
hinten: 16.9 R 34 AS
Motor
Nennleistung: 55,2 kW, 75 PS
Nenndrehzahl: 2.300/min
Zylinderanzahl: 4
Hubraum: 3.192 cm³
Drehmomentanstieg: 32 %
Kraftstoff: Diesel/Biodiesel
Kühlsystem: Wasserkühlung
Antrieb
Antriebstyp: Allradantrieb
Getriebe: 21V/7 oder 24V/8R
Höchstgeschwindigkeit: 30 oder 40 km/h

Die Einführung der zweiten Agrotron-Generation 1997 führte zur Ablösung des Agrotron 4.80 durch den Agrotron 80. Bei der zweiten Generation wurden die Kinderkrankheiten aus der ersten Generation beseitigt. Neben zahlreichen Verbesserungen konnte mit der Powershuttle-Variante eine weitere Triebwerks-Ausführung angeboten werden. Dafür entfiel mangels Nachfrage die "Ökonomie"-Ausstattungslinie. Die Produktion des Agrotron 4.70 war eingestellt worden, somit wurde der Agrotron 80 zum kleinsten Modell der MK 2-Reihe.

Motor[Bearbeiten]

  • Deutz, Typ: BF4M 1012 E, stehender wassergekühlter Viertakt-Vierzylinder-Reihen-Dieselmotor mit mechanischer Heinzmann-Motorregelung, Pumpe-Leitung-Düse-Prinzip, Bosch-Einzel-Einspritzpumpen, Direkteinspritzung, hängenden Ventilen, Trockenluftfilter, Dreiring-Leichtmetall-Kolben, integrierte Schmierölkühlung, Bosch-Fünf-Loch-Düsen, Grauguss-Zylinderköpfe, Massenausgleichsgetriebe, Kolbenkühlung, Zwangsvorschubschmierung mittels Zahnradpumpe, Dreistoff Kurbelwellenlager, thermostatisch-geregeltem Kühlgebläse und Schwitzer-Turbolader


  • Bohrung = 94 mm, Hub = 115 mm
  • Verdichtung = 17,5:1
  • Mittlerer Effektivdruck = 9,93 bar
  • Max. Drehmoment = 28,4 mkg bei 1.380-1.725 U/min.
  • Leerlaufdrehzahl = 650 bis 700 U/min.
  • Mittlere Kolbengeschwindigkeit = 9,58 m/s
  • Konstantleistung = 17 %
  • Drehmomentanstieg = 32 % bei 40 % Drehzahlabfall
  • Einspritzdruck = 1.000 bar
  • Öffnungsdruck = 250 bar


  • Bosch-Einspritzpumpen, Typ: PFM 1 P 90 S 1003
  • Bosch-Mehrloch-Düsen, Typ: DLLA 147 P 360
  • Schwitzer-Turbolader, Typ: S 1 BS 010 D

Kupplung[Bearbeiten]

  • Pedal-betätigte, trockene Einscheibenkupplung der Lamellen & Kupplungsbau GmbH, Typ: LuK 330 mit Sintermetallbelag bei der Synchronsplit-Variante
  • Elektrohydraulisch-betätigte, nasse ZF-Lamellenkupplung bei Powershift- bzw. Powershuttle-Variante

Getriebe[Bearbeiten]

  • ZF-Synchronsplit-Gruppengetriebe, Typ: T 7113 S in der 40 km/h.- Ausführung
  • Synchronisiertes Wechselgetriebe mit vier Gängen und den Fahrbereichen: Feld + Straße
  • Bei der 30 km/h.- Ausführung ist der vierte Gang der Straßengänge gesperrt
  • Synchronisiertes Gruppengetriebe mit drei Vorwärts- und einer Rückwärtsgruppe, in die Gruppen: L-M-H und R unterteilt
  • Schrägverzahntes Gruppengetriebe mit Druckumlaufschmierung


  • 24 Vorwärts- und 8 Rückwärtsgänge bei der 40 km/h.- Ausführung
  • Oder 21 Vorwärts- und 7 Rückwärtsgänge bei der 30 km/h.- Ausführung


  • Optional mit zusätzlichem Fahrbereich als Kriechgruppe ausgebildet
  • 36 Vorwärts- und 12 Rückwärtsgänge bei der 40 km/h.- Ausführung
  • Oder 33 Vorwärts- und 11 Rückwärtsgänge bei der 30 km/h.- Ausführung


"Wahlweise:"


  • ZF-Powershift- bzw. Powershuttle-Lastschaltgetriebe, Typ: T 7113 P in der 40 km/h.- Ausführung
  • Synchronisiertes Wechselgetriebe mit vier Gängen und den Fahrbereichen: Feld + Straße
  • Bei der 30 km/h.- Ausführung ist der vierte Gang der Straßengänge gesperrt
  • Dreistufige Lastschaltung mit den Vorwärtsstufen: L-M und H
  • Optional mit vierstufiger Lastschaltung mit drei Vorwärts- und einer Rückwärtsstufe (Powershuttle-Variante)
  • Rückwärtsgruppe mit Synchronshift-Schaltung
  • Wendegetriebe mit Vorwahlfunktion
  • Optional als lastschaltbare Wendeschaltung (Powershuttle-Variante)


  • 24 Vorwärts- und 8 Rückwärtsgänge bei der 40 km/h.- Ausführung
  • Oder 21 Vorwärts- und 7 Rückwärtsgänge bei der 30 km/h.- Ausführung


  • Optional mit zusätzlichem Fahrbereich, als Kriechgruppe ausgebildet
  • 36 Vorwärts- und 12 Rückwärtsgänge bei der 40 km/h.- Ausführung
  • Oder 33 Vorwärts- und 11 Rückwärtsgänge bei der 30 km/h.- Ausführung


Geschwindigkeiten vor- und rückwärts[Bearbeiten]

Geschwindigkeiten aller Ausführungen mit Bereifung 16.9 R 34 AS


  • "Feldgänge"


"Gruppe-L"

  • 1.Gang = 1,60 km/h
  • 2.Gang = 2,50 km/h
  • 3.Gang = 4,20 km/h
  • 4.Gang = 5,91 km/h

"Gruppe-M"

  • 1.Gang = 1,88 km/h
  • 2.Gang = 3,04 km/h
  • 3.Gang = 5,03 km/h
  • 4.Gang = 7,08 km/h

"Gruppe-H"

  • 1.Gang = 2,25 km/h
  • 2.Gang = 3,63 km/h
  • 3.Gang = 6,02 km/h
  • 4.Gang = 8,47 km/h

"Gruppe-R"

  • 1.Gang = 1,88 km/h
  • 2.Gang = 3,03 km/h
  • 3.Gang = 5,02 km/h
  • 4.Gang = 7,06 km/h


  • "Straßengänge"


"Gruppe-L"

  • 1.Gang = 7,44 km/h
  • 2.Gang = 12,00 km/h
  • 3.Gang = 19,90 km/h
  • 4.Gang = 28,00 km/h

"Gruppe-M"

  • 1.Gang = 8,90 km/h
  • 2.Gang = 14,38 km/h
  • 3.Gang = 23,80 km/h
  • 4.Gang = 34,00 km/h

"Gruppe-H"

  • 1.Gang = 10,65 km/h.
  • 2.Gang = 17,21 km/h
  • 3.Gang = 28,50 km/h
  • 4.Gang = 40,00 km/h

"Gruppe-R"

  • 1.Gang = 8,88 km/h
  • 2.Gang = 14,34 km/h
  • 3.Gang = 23,80 km/h
  • 4.Gang = 34,00 km/h


  • "Kriechgänge"


"Gruppe-L"

  • 1.Gang = 0,31 km/h
  • 2.Gang = 0,50 km/h
  • 3.Gang = 0,83 km/h
  • 4.Gang = 1,17 km/h

"Gruppe-M"

  • 1.Gang = 0,37 km/h
  • 2.Gang = 0,60 km/h
  • 3.Gang = 1,00 km/h
  • 4.Gang = 1,40 km/h

"Gruppe-H"

  • 1.Gang = 0,45 km/h
  • 2.Gang = 0,72 km/h
  • 3.Gang = 1,20 km/h
  • 4.Gang = 1,68 km/h

"Gruppe-R"

  • 1.Gang = 0,37 km/h
  • 2.Gang = 0,60 km/h
  • 3.Gang = 1,00 km/h
  • 4.Gang = 1,40 km/h


Zapfwelle[Bearbeiten]

  • Elektrohydraulisch-betätigte, unabhängige und lastschaltbare Zapfwelle
  • Stummel = 1 3/8"- 6 Keile (Form-1)
  • Zweifach schaltbar, 540 und 1.000 U/min.
  • Wahlweise als vierfach Zapfwelle, 540/540 E und 1.000/1.000 E U/min.


  • 540 U/min. bei 2.214 U/min.- Motordrehzahl

Oder 562 U/min. mit Nenndrehzahl

  • 1.000 U/min. bei 2.210 U/min.- Motordrehzahl

Oder 1.438 U/min. mit Nenndrehzahl


  • 540 E mit 1.544 U/min.- Motordrehzahl

Oder 772 U/min. mit Nenndrehzahl

  • 1.000 E mit 1.770 U/min.- Motordrehzahl

Oder 1.045 U/min. mit Nenndrehzahl


  • Optional mit elektrohydraulisch-schaltbarer, unabhängige und lastschaltbare Frontzapfwelle
  • 1.000 U/min. bei 2.100 U/min.- Motordrehzahl

Bremsen[Bearbeiten]

  • Hydraulisch-unterstütze, nasse Voll-Scheibenbremse an den Achstrichtern, auf die Hinterräder wirkend
  • Automatische Allradzuschaltung als Vorderradbremse
  • Pedal-betätigte Feststellbremse als Scheibenbremse ausgebildet


  • Optional mit Druckluftbremsanlage

Achsen[Bearbeiten]

  • Elektrohydraulisch-betätigte, lastschaltbare ZF-Planeten-Pendelachse, Typ: APL-2025 mit zentralem Antrieb und Lamellen-Selbstsperrdifferential

Zwei mögliche Spurweiten = 1.600 oder 1.700 mm

  • Optional mit Antriebsstrang-Management (ASM) zur automatischen Regelung des Vorderradantriebs und Differenzial, in Abhängigkeit von Geschwindigkeit, Lenkwinkel und Schlupf


  • Optional mit verstellbarer Spurweite mittels Verstellräder

Spurweiten von 1.500 bis 2.010 mm


  • Steyr-Hinterachse als Planetenachse ausgeführt

Zwei mögliche Spurweiten = 1.600 oder 1.700 mm

  • Hinterachse mit teilautomatischer Lamellen-Differentialsperre


  • Optional mit verstellbarer Spurweite mittels Verstellräder

Spurweiten von 1.500 bis 2.000 mm


  • Vorderachslast = 1.410 kg

Zul. Vorderachslast = 2.800 kg

  • Hinterachslast = 2.560 kg

Zul. Hinterachslast = 5.200 kg

Lenkung[Bearbeiten]

  • Hydrostatische Lenkung der Hydraulik-Nord, Typ: LAGCSDR 100-17,5-9
  • Teleskopier- und schwenkbare Lenksäule
  • Lenkeinschlag = 52°


  • Ölversorgung durch Hydraulik mittels Load-Sensing-Prioritätsventil

Hydrauliksystem und Kraftheber[Bearbeiten]

  • Agrotronic-Regelhydraulik in aufgelöster Bauweise mit elektronischer Bosch-Unterlenkerregelung (EHR bzw. EHR-D)
  • Zwei Hubzylinder mit 80 mm Durchmesser
  • Dreipunktkupplung der Kategorie II mit Schnellkuppler


Zwei Ausführungen zur Wahl:


  • Agrotronic-h mit Lage-, Zugkraft- und Mischregelung incl. Schwimmstellung
  • Agrotronic-hD zusätzlich mit Schwingungsdämpfung und Schlupfregelung


  • Open center in Verbindung mit Konstant-Zahnradpumpe
  • Fördermenge = 66 l/min. bei 200 bar und Nenndrehzahl
  • Max. Hubkraft an den Koppelpunkten = 6.220 kg


  • Optional mit Sauter-Fronthubwerk
  • Dreipunktkupplung der Kategorie I
  • Max. Hubkraft an den Koppelpunkten = 3.200 kg

Steuergeräte[Bearbeiten]

  • Serienmäßig vier doppeltwirkende, mengenregulierbare, ventilgedichtete und für Load Sensing ausgelegte Zusatzsteuergeräte mit jeweils vier Grundfunktionen
  • Auf Wunsch mit zwei Zusatz-Steuergeräten mittels Kreuzhebel bedienbar

Elektrische Ausrüstung[Bearbeiten]

  • 12 Volt-Einrichtung nach StVZO
  • Batterie, 12 V-143 Ah
  • Bosch-Anlasser, Typ: 001 230 014 (12 V-3 kW)
  • Bosch-Lichtmaschine, 12 V-95 A
  • Beru-Glühkerze, Typ: 823 11 V

Maße und Abmessungen[Bearbeiten]

  • Länge über alles = 4.005 mm
  • Breite über alles = 2.060 mm
  • Höhe über Kabine = 2.720 mm
  • Radstand = 2.419 mm
  • Bodenfreiheit unter dem Differential = 475 mm


  • Leergewicht = 3.970 kg
  • Zul. Gesamtgewicht = 6.500 kg

Bereifung[Bearbeiten]

Standardbereifung:

  • Vorne = 13.6 R 24 oder 380/70 R 24 AS
  • Hinten = 16.9 R 34 oder 480/70 R 34 AS

Optional:

  • Vorne = 11.2 R 24 oder 320/70 R 24, 480/65 R 24 und 405/70 R 20 AS
  • Hinten = 600/65 R 34 und 16.9 R 30 AS


Füllmengen[Bearbeiten]

  • Tankinhalt = 190 l
  • Motoröl incl. Filter = 10 l
  • Triebwerk incl. Hydraulik = 38 liter
  • Endantriebe je 6 l

Verbrauch[Bearbeiten]

Kabine[Bearbeiten]

  • Vollverglaste, staub- und schallisolierte Deutz-Fahr-Kabine, Typ: TTK 2 mit zwei Türen, ebenen Boden, Warmwasserheizung, dreistufen Belüftungsgebläse, Komfort-Fahrersitz, linkem Beifahrersitz, Dachluke, Front-, Seiten- und Heckscheibe ausstellbar, Facettenfluter am Kabinendach
  • Optional mit Klimaanlage und Zusatz-Arbeitsscheinwerfer

Sonderausrüstung[Bearbeiten]

  • Frontlader
  • Frontzapfwelle
  • Fronthubwerk
  • Rad- und Frontgewichte
  • Druckluftbremsanlage
  • Kriechgruppe
  • ASM
  • Vordere und hintere Verstellräder
  • Klimaanlage
  • Zusatz-Arbeitsscheinwerfer
  • Zusatz-Steuerventile
  • Elektronische Motorregelung (EMR)
  • Powershift- oder Powershuttle-Triebwerk
  • Vierfach Zapfwelle

Literatur[Bearbeiten]

  • Alle Traktoren von Deutz-Fahr, Band II (Karel Vermoesen/Michael Bruse) Seite 968
  • Vom MTH zum Agrotron (Bernd Ertl)

Quellen[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

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