Traktorenlexikon: Entwicklung: Glühkopfmotor

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Geschichtliches[Bearbeiten]

Der Glühkopfmotor wurde von dem Engländer Herbert Akroyd Stuart erfunden. Die ersten Patente stammen von 1886, aber das wichtigste Patent ist von 1890. Der von Akroyd Stuart erfundene Glühkopfmotor wurde seit 1891 von Richard Hornsby & Sons in Grantham hergestellt.

In Deutschland bekannt wurde der Glühkopfmotor durch den Bulldog der Firma Heinrich Lanz in Mannheim. Die englische Firma Hornsby war 1896 die erste, die einen Schlepper mit einem 20 PS starken lizenzierten Akroyd-Glühkopfmotor gebaut hatte. Es war auch Hornsby, die den ersten Raupenschlepper mit Glühkopfmotor baute. Dazu hatte man im Jahr 1905 Glühkopf-Radschlepper mit Raupen ausgerüstet. Die schlechte Verbrennung dieses Motors brachten im Traktor-Betrieb ein besonderes Problem mit sich: So mancher Lanz-Bulldog soll mit dem Funkenflug in den Abgasen Felder und Scheunen in Brand gesteckt haben. Dem Problem kam man mit nachträglich geänderten Auspuffanlagen bei.

Die russische Firma Mamin hatte seit 1903 Glühkopfmotoren gebaut und fing 1912 an, Ackerschlepper mit Glühkopfmotoren zu produzieren. Im gleichen Jahr begann die schwedische Firma J.V. Svensons Motorfabrik in Augustendal Motorpflüge mit Glühkopfmotor zu produzieren. 1913 kam ein anderer schwedischer Hersteller, Munktells Mekaniska Värkstads AB, in Eskilstuna mit einem großen 8,3 Tonnen schweren Zweizylinder-Glühkopf-Ackerschlepper auf den Markt. Der erste Lanz Bulldog, der Lanz HL, war erst ab 1921 erhältlich.

Die erste Lokomotive mit Glühkopfmotor stammte auch von Hornsby und wurde dort seit 1896 gebaut. Sie war mit einem 10 PS starken Hornsby-Akroyd-Glühkopfmotor ausgerüstet.

Die Ära der Glühkopfmotoren begann Ende des 19. Jahrhunderts, das Interesse wurde reduziert als gegen Ende der 1920er Jahre kleine Dieselmotoren mit Vor- oder Wirbelkammer (ohne Kompressor zum Einblasen des Kraftstoffs) aufkamen, aber Glühkopfmotoren wurden bis zum Ende der 1950er Jahre gefertigt. Der Vorteil gegenüber Ottomotoren war die Einfachheit des Systems und die einfachere Lagerung der Kraftstoffe, die zudem ungefährlicher waren als Benzin. Zudem waren die Anforderungen an die Kraftstoffe und damit zugleich die Kosten wesentlich geringer. Schiffsmotoren etwa konnten außer Schweröl verbrauchtes Motorenöl verbrennen, andere liefen mit leicht gereinigtem Rohöl. Bekannte Hersteller von Glühkopfmotoren sind oder waren Bolinder-Munktell, Schlüter, Landini, Lanz, Ursus, Pampa Bulldog.

Aufbau[Bearbeiten]

Der Glühkopfmotor ist ein Verbrennungsmotor mit innerer Gemischbildung und niedriger Verdichtung. In ihm wird während des Verdichtungstaktes der Brennstoff auf eine ungekühlte, glühende Wandung (Glühkopf) gespritzt, wobei der Brennstoff sich entzündet. Er arbeitet meist Zweitakter-Prinzip mit Kurbelkasten-Vorverdichtung.

Traktoren mit Glühkopfmotoren[Bearbeiten]

Glühkopfmotoren wurden in Traktoren verschiedener Hersteller verbaut. Beispielsweise wurden diese in den Traktoren von Lanz , Landini , Pampa ,Ursus einbaut.

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