Traktorenlexikon: Hanomag C 115 Greif

Aus Wikibooks
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Traktorenlexikon GreenButton LeftArrow.svg Hersteller-/Markenübersicht GreenButton LeftArrow.svg Kapitel „Hanomag“
Hanomag C 115 Greif
Hanomag C 115 Greif
Basisdaten
Hersteller/Marke: Hanomag
Modellreihe: C
Modell: C 115 Greif
Bauweise: rahmenlose Blockbauweise
Produktionszeitraum: 1960–1962
Stückzahl: ca. 900 [1]
Maße
Eigengewicht: 945 kg
Länge: 2700 mm
Breite: 1450 mm
Höhe: 1530 mm
Radstand: 1700 mm
Bodenfreiheit: 400 mm
Spurweite: verstellbar: 1250/1500 mm vorne: 1250/1375/1500 mm
hinten: 1250/1375/1500 mm
Wenderadius mit Lenkbremse: 2750 mm
Wenderadius ohne Lenkbremse: 3200 mm
Standardbereifung: vorne: 4.00-16, 4.50-16
hinten: 7-30, 8-24, 8-28
Motor
Nennleistung: 10,2 kW, 14 PS
Nenndrehzahl: 2350 U/min./min
Zylinderanzahl: 1
Hubraum: 511 cm³
Drehmoment: 44 Nm
Kraftstoff: Diesel
Kühlsystem: Wasserkühlung
Antrieb
Antriebstyp: Hinterradantrieb
Getriebe: 6/2-Getriebe
Höchstgeschwindigkeit: 20 km/h

Der Hanomag C 115 Greif wurde ab 1960 als letztes noch verbliebenes Zweitaktmodell der untersten Leistungsklasse produziert. Die Konstruktion als Tragschlepper ermöglichte die Montage von Anbaugeräte zwischen den Achsen bei dem kleinen Traktor. Konstruiert als rahmenlose Blockbauweise unterschied er sich grundlegen von seinen Vorgängern R12 & C112, die mit einem Tragrahmen versehen waren. Diese Bauart auch „Wespentaille“ genannt, kennzeichnete alle Tragschlepper als Konstruktionsmerkmal, egal welchen Herstellers. Beim C 115 Greif wurde auch, nach langer Zeit wieder ein zugekauftes Getriebe bei einem Hanomag-Schlepper verwendet. Das von der Zahnradfabrik Passau gefertigte ZF A-4. Von den ca. 900 gebauten Exemplaren existieren heute (~2010) noch ungefähr 300.

Motor[Bearbeiten]

Der C 115 Greif hat einen 535ccm 1-Zylinder-/2-Takt-Wirbelkammer-Dieselmotor Typ D 611C 115 N mit Schlitzsteuerung und Gebläsespülung (durch das sogenannte Rootsgebläse).

Die Schmierung erfolgt bei Zweitakt-Dieselmotoren wie bei Viertakt-Dieselmotoren mit Motorenöl, welches mit einer Ölpumpe verteilt wird. Bei allen Hanomag-Zweitakt-Dieselmotoren wurde ein Rootsgebläse verbaut, welches die Frischluft mit erhöhtem Druck in das Kurbelgehäuse bläst. Dieser besagte Druck beträgt bis zu 1 Bar. Das Rootsgebläse wird über einen Keilriemen angetrieben, welcher über die Kurbelwelle angetrieben wird. Auch bei großen Lkw wurden Rootsgebläse eingebaut, um mit Überdruck die Verbrennungsgase zum Gasauslass in den Abgastrakt zu befördern. Es gibt Rootsgebläse mit zwei, drei oder mehr Flügeln. Diese befördern die Luft zwischen ihren Zwischenräumen und dem Außengehäuse. Dadurch wird die Luft verdichtet und von der Saugseite zur Druckseite befördert. Der Zwischenraum zwischen den Flügen wird durch Ineinanderlaufen der Flügel abgedichtet. Bei dem Motor D611, verbaut im R 12, C 112 und mit leichter Leistungssteigerung im Greif, wurden zweiflüglige Gebläse verwendet.

Der Motor leistet 14PS bei maximal 2350U/min, die Leerlaufdrehzahl liegt bei 600U/min.

  • Bohrung = 85 mm, Hub = 90 mm
  • Verdichtung = 18,5:1
  • Max. Drehmoment = 4,4 mkp bei 1500 U/min.
  • Bosch-Kraftstoffpumpe, Typ: FPIKS 22 F 817
  • Knecht-Kraftstofffilter, Typ: FB 414/1 C
  • Bosch-Einspritzpumpe = PF 1 K 50/8/11 Z
  • Bosch-Düsen, Typ: DN 12 SD 12 / Bosch-Düsenhalter, Typ: KBA 55 S 9/13
  • Max. Einspritzdruck = 150 atü

Kupplung[Bearbeiten]

Es wurde eine Einscheiben-Trockenkupplung von FICHTEL u. SACHS Typ K 10 verbaut.

Getriebe[Bearbeiten]

Das im Hanomag C 115 Greif verbaute Getriebe des Fabrikats ZF Type A-4 mit 6 Vorwärts- und 2 Rückwärtsgängen stammt ebenso wie das Lenkgetriebe von der Firma ZF.

Es ist in verschiedene Aufgabenbereiche gestaffelt, unterteilt in die normale Gangschaltung mit den Gängen 1, 2, 3 und R. Der nächste Bereich ist die Schaltung zwischen den Gängen: A=Acker und S=Schnell. Der Ackergang ist die langsamste Unterteilung. Hier entwickelt der Schlepper nur wenig Geschwindigkeit, aber erhöht dadurch die Kraft. Der Schnellgang ist das genaue Gegenteil des Ackergangs.

Die Maximalgeschwindigkeit des Schleppers beträgt 20 km/h.

Geschwindigkeit[Bearbeiten]

Mit Bereifung 7-30 AS

  • 1.Gang = 1,57 km/h; 2.Gang = 2,50 km/h; 3.Gang = 4,16 km/h; 4.Gang = 7,36 km/h; 5.Gang = 11,9 km/h; 6.Gang = 19,93 km/h.
  • 1.Rückwärtsgang = 1,09 km/h; 2.Rückwärtsgang = 5,15 km/h.

Zapfwelle[Bearbeiten]

Der Zapfwellenantrieb wurde unter der Hauptwelle hintenliegend angeordnet und arbeitet mit 540U/min. als Motorzapfwelle

Bremsen[Bearbeiten]

Die Bremse ist eine ZF-Innenbackenbremse an der Hinterachse und gleichzeitig auch als Lenkbremse verwendbar (2 Pedale die durch eine Klammer verbunden werden können, jeweils eins für Rechts und Links). Die Handbremshebel arbeitet nur rechtsseitig.

Achsen[Bearbeiten]

Ein Hanomag C 115 Greif besitzt zwei Achsen. Die hintere Achse ist die Triebachse. Die Vorderachse ist sehr einfach aufgebaut und besteht lediglich aus einem Eisenrohr, dessen Außenmantel ca. 3 mm dick ist.

  • Vorderachse als Hanomag-Faust-Pendelachse mit Spurverstellung
  • ZF-Portal-Hinterachse

Lenkung[Bearbeiten]

Die Lenkung erfolgt über ein ZF-Lenkgetriebe des Typs 8108. Dieses ist ein Schwachpunkt des Hanomag C115 Greif.

Hydrauliksystem und Kraftheber[Bearbeiten]

Die Hydraulikpumpe BOSCH-Typ Hy/ZFR1/11L2 war Sonderausrüstung und arbeitet mit 80 bar Öldruck.

Steuergeräte[Bearbeiten]

Elektrische Ausrüstung[Bearbeiten]

Der C115 Greif hat ein 12V Netz. Die elektrische Anlage besteht aus:

  • Lichtmaschine BOSCH-LJ/GLH 90/12/2400 R7
  • Regler BOSCH-RS/TBA 75 ... 90/12/1
  • Anlasser BOSCH-EGE 1,3/12 AR 14
  • Glühkerze BOSCH-Ke/GA 1/19 oder Beru 341 GL
  • Batterie 12 V, 70 Ah DIN 72 311

Maße und Abmessungen[Bearbeiten]

Das Eigengewicht des Hanomag C 115 Greif beträgt ca. 945 kg. Das zulässige Gesamtgewicht beträgt 1350 kg.

  • Radstand 1700mm
  • Bodenfreiheit Vorderachse 400mm
  • Mitte oberes Zugmaul bis Erdboden 700mm
  • Kleinster Spurkreisdurchmesser nach DIN 70 020 6,4m
  • Kleinster Spurkreisdurchmesser mit Einzelradbremse 5,5m
  • Länge über alles (Vorderkante, Zugvorrichtung bis Hinterkante) Ackerschiene 2840mm
  • Breite über alles: schmale Spur, vorn 1470 mm, hinten 1530 mm; breite Spur, vorn 1670 mm, hinten 1685 mm
  • Höhe bis Oberkante Lenkrad 1560mm
  • Höhe bis Oberkante Sitzmuschel 1320mm
  • Zulässiges Gesamtgewicht 1350kg (1410kg Sonder bei 8-24 AS)
  • Zapfwelle bis Erdboden 525mm

Bereifung[Bearbeiten]

Felgengröße

  • vorn 3.00 D x l6 oder 3.00 D x l5
  • hinten W 6 x 30 oder W 7 x 24 (Sonder)

Reifengröße

  • vorn 4.00 x 16 AS Front oder 4.00 x 15 AS Front (Sonder)
  • hinten 7x30 AS oder 8-24 AS (Sonder)

Füllmengen[Bearbeiten]

  • Inhalt des Kraftstoffbehälters 18,5 Liter Dieselkraftstoff
  • Kühlsystem 4,0 Liter Wasser
  • Motor 3,3 Liter HD-Dieselmotorenöl
  • Hauptgetriebe 7,5 Liter Getriebeöl
  • Seitenvorgelege bei Normalspur je 1,3 Liter Getriebeöl
  • Riemenantrieb 0,75 Liter Getriebeöl
  • Lenkgehäuse 0,25 Liter Getriebeöl
  • Ölbadluftfilter 0,5 Liter Motorenöl
  • Hydraulische Anlage 3,8 Liter Motorenöl

Verbrauch[Bearbeiten]

Kabine[Bearbeiten]

  • Hanomag Allwetterverdeck, der Vorgängertypen mit 2-Taktmotoren, ausgeführt als Blechdachkonstruktion mit Seitenplanen.

Sonderausrüstung[Bearbeiten]

  • Frontlader
  • Mähwerk
  • Zwischenachsgeräte
  • Hanomag Allwetterverdeck (Blechdachkonstruktion)

Sonstiges[Bearbeiten]

Der Hanomag C115 Greif konnte auf Wunsch mit dem Allwetterverdeck (Blechdach), ähnlich der vorherigen Zweitaktmodelle ausgerüstet werden. Auch Fahrerverdecke verschiedener Hersteller z. B. Fritzmeier oder Peko konnten durch die ortsansässigen Landmaschinenhändler und Werkstätten verbaut werden, dafür gab es aber keine angepassten Bausätze.

Literatur[Bearbeiten]

  • A. Mößmer: Hanomag - Das Typenbuch
  • Friesischer Acker-Trabbi. Zweitakter von Hanomag. In: Tractor Classic Ausgabe 02/2014 S. 32ff.
  • Matthias Meiburg: Typenkompass Hanomag. Schlepper 1912–1971. Motorbuch, Stuttgart 2003, ISBN 3-61302-340-7.
  • Klaus Tietgens: Alle Traktoren von Hanomag. Rabe, Köln 2003, ISBN 3-926071-25-7.
  1. * Friesischer Acker-Trabbi. Zweitakter von Hanomag. In: Tractor Classic Ausgabe 02/2014 S. 33.

Weblinks[Bearbeiten]

Traktorenlexikon GreenButton LeftArrow.svg Hersteller-/Markenübersicht GreenButton LeftArrow.svg Kapitel „Hanomag“