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Traktorenlexikon: Kramer KL 400

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Traktorenlexikon Hersteller-/Markenübersicht Kapitel „Kramer“
Kramer KL 400
Kramer KL400
Kramer KL400
Basisdaten
Hersteller/Marke: Kramer
Modellreihe: KL-Reihe
Modell: KL 400
Bauweise: rahmenlose Blockbauweise
Produktionszeitraum: 12/1960–7/1967
Stückzahl: 2269
Maße
Eigengewicht: 1790/1950 kg
Länge: 3150/3325 mm
Breite: 1590 mm
Höhe: 1600 mm
Radstand: 1960/2050 mm
Bodenfreiheit: 400 mm
Spurweite: 1250–1500 mm
Standardbereifung: vorne: 6.00-16
hinten: 10-28
Motor
Nennleistung: 27,8–29,3 kW, 38–40 PS
Nenndrehzahl: 2300/min
Zylinderanzahl: 3
Hubraum: 2552 cm³
Kraftstoff: Diesel
Kühlsystem: Luftkühlung
Antrieb
Antriebstyp: Hinterradantrieb
Getriebe: 10/2-Getriebe
Höchstgeschwindigkeit: 20–27,4 km/h

Der KL 400 ist ein in den 1960er Jahren gebauter Schlepper aus der KL-Reihe von Kramer. Auch dieser Schlepper konnte als Schnellgang-Ausführung bestellt werden. Mit Auslaufen des Ferguson-Patents im Jahr 1962 konnte der KL 400 auch mit einer Regelhydraulik geordert werden. Allerdings entfiel dabei die drückende Funktion des Kramer-Krafthebers. Zudem wurden dem KL 400 in seiner Bauzeit drei Leistungssteigerungen mit drei unterschiedlichen Motoren zuteil. Der Kramer KL 400 war im übrigen einer der ersten deutschen Schlepper, der auf dem Prüffeld der Universität von Nebraska getestet wurde.

Motor

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  • Stehender, luftgekühlter Dreizylinder-Viertakt-Reihen-Dieselmotor mit Wirbelkammer-Einspritzverfahren, zwei hängende Ventile pro Zylinder, untenliegende Nockenwelle, vierfach-gelagerte Kurbelwelle, Druckumlaufschmierung, Bosch-Kraftstoffsystem, Bosch-Drehzahlregler, Ölbadluftfilter und Axial-Kühl-Gebläse.


12/1960 bis 2/1964 = KHD, Typ: F3L 712


  • Nennleistung = 38 PS
  • Bohrung = 95 mm, Hub = 120 mm
  • Verdichtung = 20:1
  • Max. Drehmoment = 12,7 mkg bei 1700 U/min.
  • Leerlaufdrehzahl = 650 U/min.
  • Max. Einspritzdruck = 125 atü


  • Bosch-Einspritzpumpe, Typ: PE 3 A 70 B 410 RS 321/19
  • Oder: PE 3 A 70 B 410 RS 1043 und PE 3 A 70 B 410/3 RS 1096
  • Bosch-Drehzahlregler, Typ: EP/RSV 300...1150 A 8 A 85 D oder A 85 DL
  • Bosch-Düse, Typ: DN 0 SD 211
  • Bosch-Düsen-Halter, Typ: KD 45 SDA 60/13
  • Bosch-Kraftstofffilter, Typ: FJ/AF 11/3 oder auch MANN BF811
  • Ölfilter MANN PF815
  • Keilriemen: Hydraulik: 17x900 Gebläse: 12,7/11x1300 bzw. 12,7/11x1075


4/1964 bis 12/1966 = KHD, Typ: F3L 812/S


  • Nennleistung = 40 PS
  • Bohrung = 95 mm, Hub = 120 mm
  • Verdichtung = 20:1
  • Max. Drehmoment = 13,2 mkg bei 1800 U/min.
  • Leerlaufdrehzahl = 650 U/min.
  • Max. Einspritzdruck = 125 atü


  • Bosch-Einspritzpumpe, Typ: PE 3 A 70 C 410 RS 1117
  • Bosch-Drehzahlregler, Typ: EP/RSV 300... 1150 A 8 B 188 DL
  • Bosch-Düse, Typ: DN 0 SD 211
  • Bosch-Düsen-Halter, Typ: KD 45 SD 76/13 oder SD 77/13
  • Bosch-Kraftstofffilter, Typ: FJ/KBW 1/6/1


1/1967 bis 8/1967 = KHD, Typ: F3L 812/D mit Direkt-Einspritzverfahren


  • Nennleistung = 42 PS
  • Bohrung = 95 mm, Hub = 120 mm
  • Verdichtung = 17:1
  • Max. Drehmoment = 14,5 mkg bei 1600 U/min.
  • Leerlaufdrehzahl = 650 U/min.
  • Effektivdruck = 7,0 bar
  • Max. Einspritzdruck = 175 atü


  • Bosch-Einspritzpumpe, Typ: PE 3 A 75 C 410 RS
  • Bosch-Drehzahlregler, Typ: EP/RSV 325-1150
  • Bosch-Mehrloch-Düse, Typ: DLLA 153 S 308

Kupplung

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  • Doppelkupplung von Fichtel & Sachs, Typ: DO 250/225

Getriebe

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  • Im Ölbad laufendes Kramer-Zehn-Gang-Getriebe mit Zwischenschaltung der Baugruppe II
  • Grundgetriebe mit fünf Vorwärts-und einem Rückwärtsgang
  • Pedal betätigte Zwischenschaltung mit der man einen "halben" Gang herauf-bzw. heruntergeschaltet werden
  • Sieben Geschwindigkeiten im Hauptarbeitsbereich
  • 10 Vorwärts-und 2 Rückwärtsgänge


  • Es gibt eine Variante mit Schnellgang. Dieser wird mit einem anderen Kegelrad und Tellerrad realisiert. Den Schnellgang erkennt man im Getriebe an der Zähnezahl der Vorgelegewelle. Diese hat beim Schnellgang 12 Zähne.

Übersicht Zähnezahlen beim Baugruppe 2 Getriebe:

Hauptwelle X Tellerrad X Hauptvorgelegewelle X Stirnrad

7 Z X 30 Z 10 Z X 59 Z Hochrad 20 kmh 7 Z X 30 Z 11 Z X 58 Z normal 20 kmh 9 Z X 31 Z 12 Z X 59 Z Schnellgang


Die Zwischengänge wurden mittels eines Doppelwippedal mit dem rechten Fuß geschaltet.

Geschwindigkeiten vor- und rückwärts

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  • Höchstgeschwindigkeit vorwärts: 20 km/h, mit Schnellganggetriebe ca. 30 km/h

Ohne Schnellgang:

  • 5 Hauptgänge 2,1 – 4,4 – 7,1 – 11 – 20 km/h
  • 5 Zwischengänge 0,6 – 1,5 – 3,3 – 5,5 – 8,2 – 14,2 km/h
  • 2 Rückwärtsgänge 4,4 – 7 km/h

Mit Schnellgang:

Zapfwelle

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  • Fahrkupplung unabhängige Motorzapfwelle mit genormten Profil
  • 585 U/min. mit Nenndrehzahl


  • Seitliche Riemenscheibe einschließlich Mähantrieb, mit 160 mm Durchmesser und 100 mm Breite
  • Drehzahl = 1245 U/min.


  • Optional Riemenscheibe hinten mit 200 mm Durchmesser und 120 mm Breite
  • Drehzahl = 1430 U/min.


  • Optional mit gangabhängiger Zapfwelle ( Wegzapfwelle )
  • Zapfwellen-Drehzahl = 330-710 U/min.


  • Optional separater Mähantrieb mit Rutschkupplung und automatischer Abschaltung


Bremsen

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  • Pedal betätigte Trommelbremse auf die Hinterräder wirkend
  • Handhebel betätigte Feststellbremse als doppeltwirkende Getriebebremse ausgebildet
  • Automatische Steuerrad-Lenkbremse


  • Optional mit Pedal betätigte Einzelrad-Lenkbremse
  • Optional mit Druckluft-Anhängerbremse


Die Bremsen wurden durch ein Pedal gleichzeitig gebremst, und durch weites einschlagen der Lenkung wurde das Kurven innere Rad bis zum Stillstand abgebremst. (Automatische Lenkbremse)

Achsen

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  • Pendelnd aufgehängte Kramer-Starrachse mit Einzelradfederung
  • Feststellbare Differentialsperre


Zul. Achslast

  • Vorne = 1050 kg
  • Hinten = 1900 kg

Lenkung

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  • Kramer-Einzelrad-Lenkung mit feststellbarem Lenkrad
  • Achsschenkellenkung (vorne)

Besonderheit: jedes Vorderrad wird von einer eigenen Schubstange direkt vom Lenkgetriebe angesteuert, keine querverlaufende Spurstange.

Hydrauliksystem und Kraftheber

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  • Optional hydraulischer Kramer-Bosch-Kraftheber mit Dreipunktaufhängung
  • Unterlenker der Kategorie I, umstellbar auf Kategorie II
  • Arbeitszylinder mit 80 mm Durchmesser
  • Hebe-und Druckfunktion
  • Tiefeneinstellung, Transport-und Schwimmstellung


  • Wahlweise als Regelkraftheber mit Freigang-, Lage-,Zugkraft-und Mischregelung
  • Bosch-Pumpe, Typ: HY/ZE 16 CR 12
  • Förderleistung = 20 l/min. bei 120 atü Betriebsdruck
  • Ab Mai 1965 = 27 l/min. bei 150 atü Betriebsdruck
  • Max. Hubkraft = 1250 kg ( ab Mai 1965 = 1350 kg )

Steuergeräte

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Elektrische Ausrüstung

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  • 12 Volt-Einrichtung nach StVZO
  • Bosch-Batterie 12 V-105 AH ( ab 4/1964 = 88 Ah )


  • Bosch-Lichtmaschine, Typ: LJ/GEH 130/12/2000 AR 20
  • Regler, Typ: RS/UAA 130/12/24


  • Bosch-Anlasser, Typ: BNG 2.5/12 DR 9 Z 11 BR oder BNG 4/12 DR 9 Z 11 BR
  • Ritzel, Typ: DZR 71/10 Z mit 11 Zähnen ( ab 4/1964 = ALGT 45 E 2 Z )
  • Kohlebürsten, Typ: WSK 32 sort 1 ( ab 4/1964 = sort 5 )


  • Bosch-Glühkerze, Typ: KE/GSA 10/1 ( ab 4/1964 = KE/GSA 9/1 )
  • Beru-Glühkerze, Typ: 108 MJ
  • Bosch-Glühüberwacher, Typ: SHWJ 7 M 15 Z
  • Beru-Glühüberwacher, Typ: KOS 10/30



  • Licht vorne und hinten
  • Horn und Blinker

Maße und Abmessungen

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12/1960 bis 2/1964

  • Länge = 3150 mm
  • Breite = 1580 mm
  • Höhe bis Lenkrad = 1600 mm
  • Höhe mit Mähbalken = 2050 mm
  • Radstand = 1960 mm
  • Bodenfreiheit = 400 mm
  • Radspur = 1250/1900 mm


  • Eigengewicht = 1790 kg
  • Zul. Gesamtgewicht = 2500 kg


3/1964 bis 8/1967

  • Länge = 3325 mm
  • Breite = 1590 mm
  • Höhe bis Lenkrad = 1600 mm
  • Höhe mit Mähbalken = 2050 mm
  • Radstand = 2050 mm
  • Bodenfreiheit = 400-500 mm je nach Bereifung
  • Radspur = 1250/1500 mm


  • Eigengewicht = 1950 kg
  • Zul. Gesamtgewicht = 2650 kg

Bereifung

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Serien-Bereifung

  • Vorne = 6.00 x 16 ASF
  • Hinten = 10 x 28 AS


Optional

  • Vorne = 6.50 x 16 ASF
  • Hinten = 9 x 32, 11 x 28; 9 x 36 und 11 x 32 AS

Füllmengen

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  • Tankinhalt = 42 l
  • Motoröl = 9 l
  • Schaltgetriebe und Hinterachse = 17 l
  • Hydraulik = 4,6 l
  • Frontlader = 7 l

Verbrauch

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  • Spezifischer Kraftstoffverbrauch = 227 g/PSh bei 32,7 PS und Nenndrehzahl

Kabine

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  • Fahrerstand mit gefedertem Polstersitz, Kotflügel-Sitze, Hand-und Fußgas, Fernthermometer sowie Lade-und Öldrucklampe.
  • Optional mit Fritzmeier-Verdeck, Betriebsstundenzähler, Tachometer, Zeituhr und Rückwärts-Scheinwerfer

Sonderausrüstung

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  • Frontlader
  • Riemenscheibe hinten
  • Verdeck
  • Mähbalken und Mähantrieb einzeln
  • Zusatzgewichte
  • Einzelrad-Lenkbremse
  • Anhänger-Druckluftbremse
  • Regelhydraulik
  • Schnellgang-Getriebe
  • Rückwärts-Scheinwerfer
  • Betriebsstundenzähler
  • Tachometer und Zeituhr


Sonstiges

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Produktionszahlen:

  • Mit Deutz-Motor-F3L 712 = 1466 Exemplare
  • Mit Deutz-Motor-F3L 812/S = 753 Exemplare
  • Mit Deutz-Motor-F3L 812/D = 50 Exemplare


  • Listenpreis der Grundausstattung 12/1961 = 12.350,- DM

Literatur

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  • Kramer-Das Typenbuch (K. Tietgens) Seite 120
  • Alle Traktoren von Kramer (W. Sack) Seite 176 und 196
  • Kramer-Traktoren-Prospekte (W. Wagner) Seite 78 und 110
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 Commons: Kramer KL 400 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
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