Wie mein Buch auf die Welt kommt/ Digitaldruck

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Eine Druckvorlage erstellen[Bearbeiten]

Aus dem fertigen Typoskript eine druckreife Vorlage zu erstellen, ist nicht besonders schwierig. Bei der Veröffentlichung einer wissenschaftlichen Arbeit bestehen sowohl inhaltliche als auch formale Anforderungen, welche die Studentin Carmen Bischof zu beachten hat. Angewandt liefern sie ein einfaches, aber professionelles Ergebnis. Durch eine schlechte Form wird eine inhaltlich gute Arbeit abgewertet und fließt in die Note mit ein. Mit dem Einsatz einer Textverarbeitung ist die Studentin sowohl Autorin als auch Setzerin. Sie wird ein ansprechendes Layout festlegen und ihre Textdatei dementsprechend formatieren. Anschließend wird sie sich ein geeignetes Design für den Buchumschlag überlegen, denn er ist der primäre Blickfänger.

Layout[Bearbeiten]

Nun wird sich die Studentin Gedanken über das Layout ihres Buches machen und sich dabei folgende Fragen stellen:

  • Welches Format hat mein Buch?
  • Wie sieht der Satzspiegel aus?
  • Welche Schriftart und Schriftgröße wähle ich?
  • Welches Cover bekommt das Buch?

Im Bewusstsein dieser Kriterien könnte ein professionelles Layoutprogramm wie QuarkXPress oder Adobe InDesign für die Erstellung der fertigen Druckvorlage zum Einsatz kommen. Die Autorin entschied sich aber bewusst für den frei verfügbaren LibreOffice Writer, um herauszufinden, ob dieser geeignet sei, ein Buchprojekt umzusetzen und als semi-professionelles Produkt zu gestalten.

Darst. 17: LibreOffice 4.2.4.2 unter Microsoft Windows 7: Screenshot der definierten Formatvorlagen

Dokumentvorlage[Bearbeiten]

LibreOffice bietet für die Erstellung einer Druckvorlage mit einer Dokumentvorlage einen Weg an, der doppelte Arbeit vermeidet und Autorinnen/Autoren dabei unterstützt, ein einheitlich erscheinendes Dokument zu erstellen. Bei der Dokumentvorlage (engl. template) handelt es sich um eine Datei, mit der sich Dokumente erzeugen lassen, die in Bezug auf die inhaltlichen Teile und das Layout konsistent sind. Sich wiederholende Strukturelemente wie Absätze, Überschriften, Bildunterschriften, Tabellen u.ä. werden einmal zentral festgelegt. Sie lassen sich dann einfach und zügig formatieren. Außerdem können dokumentübergreifende Modifizierungen leicht bewerkstelligt werden, indem einfach die Formatvorlage abgeändert wird. Die Dokumentvorlage kann unter folgender Adresse heruntergeladen werden:

Downloadlink der Dokumentenvorlage_für ein A5-Buchformat https://dl.dropboxusercontent.com/u/9189934/A5_typoscript_template.ott

Alle auf dieser Seite erwähnten Einstellungen für die Seiten- und Absatzformate sind in der Vorlage definiert. Mit ihr lässt sich aus einem fertigen Typoskript auf einfache Art eine Druckvorlage im A5-Format erstellen (LibreOffice Writer 4.1.4.2).

Darst. 18 LibreOffice 4.2.4.2 unter Microsoft Windows 7: Screenshot der Einstellungen in der Seitenvorlage für linke Seiten

Seitenformat und Satzspiegel[Bearbeiten]

Der erste Schritt bei den Überlegungen zum Print-Layout ist die Wahl des Buchformats. Die Studentin entscheidet sich für einen zweifachen Weg, da für eine gebundene Masterarbeit sehr spezifische Formalkriterien gelten, währenddessen die Publikation für eine breitere Öffentlichkeit mehr gestalterische Freiheiten bietet.

Wissenschaftliche Arbeiten werden grundsätzlich einseitig und einspaltig im DIN A4-Hochformat ausgedruckt[1] und zeichnen sich durch eine einheitliche Seitengestaltung aus. Im Interesse der besseren Lesbarkeit und damit Korrekturen möglich sind, empfiehlt der ,Leitfaden für schriftliche Arbeiten‘ des Dudenverlags folgende Satzspiegeleinstellungen:

Darst. 19: Satzspiegelkonstruktion einer A4-Doppelseite nach Empfehlung von Duden[2]

DIN A4-Hochformat Rand (mm)
Bundsteg 35
Kopfsteg 25
Außensteg 15
Fußsteg 20
Satzspiegelbreite 170
Satzspiegelhöhe 252
Fließtextgröße 12 Punkt
Zeilenabstand 16-18 Punkt

Für ihre öffentliche Printbuch-Ausgabe wählt die Studentin ein DIN A5-Hochformat, weil Bücher unterhalb des DIN A4-Formates deutlich günstiger als DIN A4-Formate sind (Digitaldruckanbieter arbeiten selten mit Papierformaten größer als DIN A3+). Zudem ist es ähnlich handlich wie das gängige Taschenbuchformat von 12,5 x 20 cm, aber es bietet mehr Platz für Grafiken und Bilder. Hier kann Carmen Bischof einen harmonischeren Satzspiegel festlegen, der sich an den Goldenen Schnitt und die Fibonacci-Folge 2:3:4:5 anlehnt.[3]

Darst. 20: Satzspiegelkonstruktion einer A5-Doppelseite

DIN A5-Hochformat Rand (mm)
Bundsteg 15,5
Kopfsteg 23
Außensteg 31
Fußsteg 39
Satzspiegelbreite 100
Satzspiegelhöhe 148
Fließtextgröße 9 Punkt
Zeilenabstand 120 %

Darst. 21 LibreOffice 4.2.4.2 unter Microsoft Windows 7: Screenshot der Einstellungen in der Absatzvorlage Textkörper für die Schrift

Darst. 22 LibreOffice 4.2.4.2 unter Microsoft Windows 7: Screenshot der Einstellungen in der Absatzvorlage Textkörper für den Textfluss

Darst. 23 LibreOffice 4.2.4.2 unter Microsoft Windows 7: Screenshot der Einstellungen in der Absatzvorlage Textkörper für Einzüge und Abstände

Schriften[Bearbeiten]

Ein weitere bedeutsame Entscheidung ist die Wahl der Grundschrift und ihrer Größe. Sie bestimmt, wieviel Raum für den Text zur Verfügung steht. Gleichzeitig kann man damit den optischen Gesamteindruck der Seite beeinflussen. Es wird allgemein angenommen, dass Serifenschriften die Lesbarkeit von Texten verbessern, weil durch die Serifen (das sind feine Linien, welche einen Buchstaben am Ende quer zu seiner Grundrichtung abschließen) die Grund- und Mittellinie einer Schrift betont werden.[4]

Für beide Formatversionen ihres Buches wählt die Studentin mit der serifenbetonten Garamond die gleiche Grundschrift: 11 pt im A5-Format und 12 pt im A4-Format. Wegen der Vorgaben der Fachhochschule verwendet sie die Garamond gleich für alle Arten von Schriftauszeichnungen. Beim A5-Format zieht sie jedoch mit Myriad (alternativ Helvetica Neue) eine serifenlose Schrift für die Überschriften vor. Endnoten, Fußzeilen, Beschriftungen sowie Glossar und Verzeichnisse werden 1 bis 2 pt kleiner als die Grundschrift gesetzt.

Darst. 24: Übersicht der verwendeten Schriftauszeichnungen

Schriftauszeichnung A4-Format A5-Format
Grundschrift Garamond 12 pt Garamond 11 pt
Zitat Garamond 12 pt kursiv Garamond 11 pt kursiv
Fußzeile Garamond 10 pt Garamond 9 pt
Beschriftungen Garamond 10 pt kursiv Garamond 9 pt kursiv
Kapitelüberschriften Garamond 14 – 16 – 18 – 20 pt Helvetica 11 – 12 – 13 – 14,5 – 16 pt
Quellenverzeichnis Garamond 10 pt Garamond 10 pt

Zeilenabstand[Bearbeiten]

Für die Lesbarkeit eines Textes ist der Zeilenabstand einer der entscheidenden Faktoren. Ist er zu klein, gerät man leicht in eine falsche Zeile. Bei zu großem Abstand entsteht leicht der Eindruck, dass die Zeilen nicht zu einem gemeinsamen Absatz gehören. Für die Masterarbeit im A4-Format ist ein Zeilenabstand von 1,5 gefordert. Für das Buch im A5-Format experimentiert Carmen Bischof mit verschiedenen Zeilenabständen und entscheidet sich dann für einen Zeilendurchschuss von 2 pt.

Blocksatz und Satzbreite[Bearbeiten]

Die Satzbreite oder Zeilenlänge ist der zweite wichtige Faktor, der die Lesbarkeit beeinflusst. Bei einem durchschnittlichen Leseabstand von 40 cm gelten 50 – 70 Anschläge als optimal.[5] Je mehr Wörter das Auge erfassen kann, umso weniger anstrengend ist der Lesevorgang. Die Wortabstände spielen eine ebenso wichtige Rolle.

Carmen Bischof ist sich bewusst, dass die Verwendung von Blocksatz in dieser Hinsicht besondere Aufmerksamkeit erfordert. Die Wortabstände dürfen gegenüber den anderen Zeilen nicht aus dem Rahmen fallen. Wenn nötig, sind die Wörter zu trennen, um ein einheitliches Schriftbild zu erreichen. Sie wendet dabei einen Tipp an, den sie im Gestaltungsbüro erfahren hat. Man hält die ausgedruckte Textseite auf dem Kopf stehend leicht schräg und schließt ein Auge. Erscheint die Textfläche gleichmäßig grau, ist der Blocksatz ausgewogen. Fallen Löcher auf, sollten diese nachbearbeitet werden.

Bilder und Tabellen[Bearbeiten]

Bilder und Tabellen erfüllen zwei unterschiedliche Aufgaben. Sie dienen als Blickfang und transportieren Inhalte, um den Text zu illustrieren und zu erläutern. Aus Textblöcken, Grafikelementen und Weißräumen sollte die harmonische Gesamtkomposition einer Seite entstehen.[6] Es ist ratsam, sich bei den Layoutüberlegungen gleich zu Beginn mit der Frage zu beschäftigen, ob Bilder und Tabellen in Farbe oder in Graustufen verwendet werden. Dies kann ein Kostenfaktor beim Drucken sein. Weiters gilt es darauf zu achten, dass die Grafik kein zu starker optischer Anziehungspunkt ist und bei der Platzierung keine unschönen Löcher entstehen. Am einfachsten ist das zentrierte Einfügen zwischen zwei Absätzen. Aus diesem Grund verzichtet die Studentin auf farbige Grafiken. Es ist Carmen Bischof auch bewusst, dass es bei Tabellen üblich ist, sie ohne Rahmenlinien zu verwenden, weil sie den Lesefluss stören. Um Bilder in guter Qualität drucken zu können, verwendet sie in ihrer Masterarbeit nur Bilder mit einer Bildauflösung von mindestens 300 DPI.

Kontrolle der fertigen Fassung[Bearbeiten]

Vor dem Abschluss der Printvorlage steht die genaue Kontrolle des erstellten Dokuments. Dieses wird am besten ausgedruckt, damit Inkonsistenzen im Layout auffallen und Fehler im Text markiert werden können. Die Konzentration und das Durchhaltevermögen beim Lesen längerer Abschnitte scheinen am Bildschirm trotz verbesserter Grafikqualität limitiert zu sein.[7] Nachdem die notwendigen Korrekturen gemacht sind, kann man die fertige Druckvorlage entweder in das Postscript- oder in das PDF-Format exportieren. Dieses wird von den meisten Book-on-Demand-Anbietern akzeptiert.

Quellen

  1. Vgl. Mayer 2010, S. 4
  2. Vgl. Niederhauser 2010, S. 17
  3. Vgl. Weiss 2013, o. S.
  4. Vgl. Indymedia.org 2003, S. 3
  5. Vgl. Koeberlin 2009, o. S.
  6. Vgl. Köhler o. J., S. 38
  7. Vgl. Schönberger 2014, o. S.