Wie mein Buch auf die Welt kommt/ Kurzreferat

Aus Wikibooks
Zur Navigation springen Zur Suche springen


Wie mein Buch auf die Welt kommt

Die Symbiose des analogen und digitalen Publizierens


Digitale Medien sind auf dem Vormarsch. Sie bringen traditionelle Buchverlage sowie Zeitungs- und Zeitschriftenherausgeberinnen/Herausgeber in Bedrängnis. Obwohl die technische Möglichkeit, selbst Verleger/Verleger zu werden, mit Desktop-Publishing schon in den 1980er-Jahren aufkam, fehlten dem elektronischen Buch (E-Book) zwei wichtige Bedingungen für den Durchbruch, wie wir ihn heute erleben können. Zum einen ist es das Internet als weltweiter Vertriebskanal und zum anderen die miniaturisierte Version eines Computers, welchem wir heute in Form der E-Book-Reader, Tablets und Smartphones begegnen. Den Autorinnen/Autoren bieten sich im 21. Jahrhundert ungeahnte Möglichkeiten, ihre Geschichten und Gedanken unter einer interessierten Leserschaft zu verbreiten. Und das viel schneller und günstiger, als Verlage dies leisten können.

Bis vor kurzem waren Verlage die Hürde, die alle Autorinnen/Autoren nehmen mussten, wenn sie mit einem Buch oder Artikel an die Öffentlichkeit treten wollten. Natürlich ist nicht jede Person, die sich Herausgeberin/Herausgeber nennt, gleichzeitig eine gute Autorin/ein guter Autor, aber immer öfter entscheidet das der Markt und nicht länger der Verlag. Wie bei jeder größeren technischen Revolution treffen die euphorischen Erwartungen auf den Widerstand und die Klagen derjenigen, welche darin eine Bedrohung ihres Status wahrnehmen. Dabei war das Buch zur Zeit Gutenbergs selbst Auslöser heftiger Bedenken und Kritik. Es konnte schneller und günstiger hergestellt werden als die handschriftlich angefertigten Bücher. Zudem stellte es die Kontrolle der Mächtigen über die Informationsspeicherung in Frage und ermöglichte durch massenhafte Verbreitung weiteren Schichten der Bevölkerung einen leichteren Zugang.

Die bisherigen Überlegungen erfolgten hauptsächlich aus Sicht der Verlage und des Buchhandels. Wie wird die Zukunft des Buches von Leserinnen/Lesern gesehen, die es nutzen? Wird dieses Medium mit einer großen Vergangenheit eine Zukunft haben? Und wie wird sie aussehen?

Es gilt, das Buch zu durchleuchten und den Beziehungen sowie Unterschieden nachzuspüren, die zwischen der analogen und digitalen Buchform bestehen. Auf eine Skizzierung der Herausforderungen durch die Digitalisierung folgt eine Beschreibung beobachtbarer Innovations- und Substitutionsprozesse. Zwei Autorinnen aus Vorarlberg und zwei Autoren aus dem deutschsprachigen Ausland wurden befragt, wie sie zum Medium Buch stehen und dessen Zukunft sehen. In einer Fallstudie wird analysiert, ob es möglich ist, ein Buchprojekt mit freier Software umzusetzen und welche Prozesse ablaufen, um eine fertige Vorlage für den Digitaldruck sowie verschiedene E-Book-Formate zu generieren. Die gesammelten Hinweise münden in eine Umsetzungsrichtlinie, die beschreibt, wie ein Buchprojekt angegangen werden kann, ohne sich Wege zu verbauen. In der Schlussbetrachtung erfolgt ein differenzierter Ausblick auf die Zukunft des Publizierens.

Für den praktischen Teil wird die Master-Arbeit in Anwendung des theoretischen Teils in fünf verschiedenen Buchformen realisiert: als Softcover für das analoge Buch sowie als E-BOOK (Epub und Mobi), PDF und WIKIBOOK als Varianten des digitalen Buches.