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Wie mein Buch auf die Welt kommt/ Publizieren - aber wie?

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Fallstudien typischer Produktionsprozesse
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Grundlage Typoskript


Buch auf Bestellung[Bearbeiten]

Schon seit den Neunzigerjahren kann die Autorin/der Autor ein Publikationsverfahren wählen, das sich Buch-auf-Bestellung bzw. Book-on-Demand oder Print-on-Demand nennt. Es genügt, wenn dem Anbieter dieser Dienstleistung eine digitale Druckvorlage übermittelt wird. Auf diese Weise lässt sich auch eine kleine Auflage des Buches kostengünstig im Selbstverlag publizieren.[1] Die niedrige Einstiegs- und Hemmschwelle machen diesen neuen Vertriebsweg außergewöhnlich attraktiv: „Null Grundkosten, keine Mindestlaufzeit, keine Kündigungsfristen, keine Abtretung der Nutzungsrechte. Text hochladen – fertig.”[2]

Noch einfacher ist es, wenn auf die Druckversion verzichtet und das Werk als E-Book herausgebracht wird. Die digitale Ausgabe eines Buches ist prädestiniert für das Lesen auf einem E-Book-Reader. Möglich ist das auch auf jedem Personal Computer, Tablet-Computer oder Smartphone, vorausgesetzt diese verfügen über ein geeignetes Programm zur Anzeige der verschiedenen Dateiformate.

Die Möglichkeiten, Inhalte zu publizieren, werden zunehmend billiger, besser und einfacher. Im Verlagswesen ziehen damit dunkle Wolken auf. Es kommt zu Verwerfungen zwischen den traditionellen Verlagshäusern und Online-Versandhändlern wie Amazon oder Barnes & Nobles. Für Prof. Clay Shirky, Berater und Lehrer für die sozialen und ökonomischen Auswirkungen der Internettechnologien an der Universität New York, ist die Ursache klar: “Publishing is not evolving. Publishing is going away. Because the word “publishing” means a cadre of professionals who are taking on the incredible difficulty and complexity and expense of making something public. That’s not a job anymore. That’s a button. There’s a button that says “publish,” and when you press it, it’s done.”[3]

Selbst publizieren[Bearbeiten]

Wenn ,Indie-Autorinnen/Autoren‘ (independent authors) ihr Buch im Selbstverlag herausbringen, stellen sie damit das genaue Gegenteil zum eigentlichen Verlagswesen dar. Sie nutzen die freie Wahlmöglichkeit, wie sie ihr Werk publizieren wollen. Sie nehmen damit allerdings auch in Kauf, neben dem Schreiben auch für das Lektorat, das Umschlag-Design sowie die Öffentlichkeitsarbeit und den Vertrieb verantwortlich zu sein. Das ist einer der Hauptgründe, warum Verlage bislang die wichtigsten Filter sowohl für gedruckte als auch elektronische Bücher sind.

Damit stellt sich die Frage, wie man vom Manuskript zur publikationsreifen Druckvorlage oder zum E-Book kommt. Um es gleich klar zu sagen: Es gibt keinen Königsweg. Jede Autorin/jeder Autor entwickelt bestimmte Arbeitsweisen und Vorlieben. Anhand eines fiktiven Beispiels wird nun beschrieben, wie man dieses Ziel erreichen kann.

Fiktive Autorin[Bearbeiten]

Carmen Bischof, eine Studentin an der Fachhochschule Vorarlberg, möchte ihre Hausarbeit publizieren und sich dafür alle Wege offen halten. Um eine fertige Vorlage für den Digitaldruck sowie verschiedene E-Book-Formate zu generieren, nutzt sie nur frei verfügbare Software. Sie möchte ihr Buch über einen Print-on-Demand-Dienstleister als Softcover (Broschur) veröffentlichen. Dies ermöglicht eine kostengünstige Umsetzung ihres Buchprojektes. Da Carmen Bischof außerdem die Open-Source-Bewegung unterstützt, nutzt sie die Möglichkeit, ihr Werk bei Wikibooks online verfügbar zu machen. Sie erlaubt der Öffentlichkeit im Rahmen einer freien Lizenz (Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Unported [„CC-BY-SA] die kostenlose Nutzung und Weiterverbreitung ihres Buches.[4]

Quellen

  1. Vgl. Kirschner 2003, S. 65
  2. Gerben 2014, o. S.
  3. Sariya 2012, o. S.
  4. Vgl. Wikimediafoundation 2014, o. S.