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Wikijunior Wie Dinge funktionieren/ Bleistift

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Wer erfand ihn?

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Die vermutlich einfachste Form des Stifts ist der Griffel. Dieser war ein dünnes Stück Metall, das oft aus Blei gemacht wurde. Im alten Rom wurden die Buchstaben in Wachs geritzt, welches von einem Holzrahmen umgeben war. Erfunden wurde der Griffel aber vermutlich in Mesopotamien. Dort wurden Sie verwendet um die Buchstaben in Steinplatten zu ritzen. Das Wort Griffel entstand aus dem lateinischen Wort graphium, was Schreibgerät bedeutet.

Manchmal wurde auch Papyrus anstatt Wachs verwendet. Papyrus ist eine frühe Form von Papier. Dadurch, dass Blei sehr weich ist, konnte man damit auf Papyrus schreiben. Das ist ähnlich wie bei Wachsmalkreide. Wenn man mit Wachsmalkreide auf Papier malt, bleiben kleine Stücke am Papier hängen und es entsteht ein Strich.

Wie funktioniert er?

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Das Graphit (Du sprichst das: Graffitt; eine andere Form von Kohle, die Du zum Beispiel vom Grillen mit Deinen Eltern kennst), was in Bleistiften benutzt wird, hinterlässt auf die gleiche Weise eine Spur auf Papier wie das Wachs aus dem letzten Absatz. Das passiert, weil kleine Teile der Spitze von der rauhen Oberfläche des Papiers abgerieben werden und auf dem Papier haften bleiben. Papier scheint für uns glatt zu sein, aber für die Mine des Bleistiftes ist es rauh genug, dass die Mine sich daran abnutzt und Staub hinterlässt. Dass es nur Staub ist, kannst Du auch ausprobieren: Du kannst mit Deiner Hand Bleistiftstriche verwischen (Dies tun Künstler häufig auch gezielt, es gibt sogar Werkzeug dafür). Das Graphit ist immer mit ein wenig Ton im Ofen gebacken, um die Bleistiftmine härter zu machen.

Woraus besteht er?

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HB Bleistift (mittlere Härte)

Alle Bleistifte bestehen aus folgenden beiden Teilen:

  • Schaft, der Halter für die Mine: Der Schaft besteht normalerweise aus Holz, gelegentlich und je nach Art des Bleistiftes auch aus Ton, recyceltem Papier, Metall oder Kunststoff. Er ist der größte und schwerste Teil des Bleistiftes und sorgt dafür, dass Du die Mine halten kannst und sie nicht bricht.
  • Blei, die Mine selbst: Das "Blei" des Bleistiftes wird so genannt, weil das Graphit (eine Form von Kohle) des Stiftes früher aufgrund seines Aussehens und seiner Härte mit Blei verwechselt wurde. Es wird vermutet, dass Blei tatsächlich früher zum Schreiben auf altem Papier benutzt wurde.

Versuch: Den Effekt kannst Du selber ausprobieren: Bitte Deine Eltern mit Dir folgenden Versuch zu machen: Nehme Lötzinn aus der Werkstatt Deiner Eltern und ziehe dieses mit Druck über ein Blatt Papier. Lötzinn enthält übrigens häufig tatsächlich Blei, deswegen ist es wichtig, dass Du Dir hinterher die Hände wäscht, denn Blei ist giftig, wenn es an Dir haften bleibt. Schmeiße danach auch lieber das Stück Papier weg.

Einige Bleistifte haben eine zweite Seite, den:

  • Radierer, an der Rückseite: Mit dem Radierer kannst Du Bleistiftstriche mit etwas Kraft löschen. Dafür reibst Du mit dem Gummi des Radierers mit etwas Druck über die Stellen die Du entfernen möchtest. Es gibt Radierer einzeln, aber auch direkt an der Rückseite des Bleistiftes mit einem Stück Metall befestigt. Dieses Stück Metall nennt man eine Presshülse und diese Erfindung ist über 150 Jahre alt (1858 von Hymen Lipman).

Gibt es unterschiedliche Arten von Bleistiften?

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Es gibt verschiedene Arten von Bleistiften:

  • Graphitbleistifte: Die üblichste Art, mit Graphitmine aus Ton und Graphit und einem Holzmantel. Jeder Bleistift ist auf eine Art und Weise ein Graphitbleistift.
  • Mechanische- oder Fallminen-Bleistifte: Wir kennen diese auch als Druckbleistifte. Hier werden dünne oder dickere Minen durch eine Kraft durch einen Kanal gedrückt oder fallen gelassen. Diese Bleistifte werden üblicherweise nicht angespitzt und können mit Minen wieder aufgefüllt werden.
  • Pop-a-point Bleistifte: Vor 30 Jahren waren diese Bleistifte in der Schule sehr beliebt. Sie müssen ebenfalls nicht gespitzt werden, da sie aus einer Menge an fertigen Spitzen in einem Plastikrohr bestehen. Ist eine Spitze stumpf und abgeschrieben, zieht man sie aus dem Stift vorn heraus und drückt sie hinten zurück, was die nächste Spitze nach vorn schiebt.

Bleistifte unterscheiden sich auch in Ihrer Härte und Minendicke:

  • Die Härte findest Du häufig auf dem Bleistift aufgedruckt. Am verbreitetsten ist die Härte HB, was Du auch auf dem Bild oben sehen kannst. Sie gibt das Verhältnis von Graphit und Ton in der Mine an und man kann daran ablesen, ob der Bleistift eher dunkel schreibt (viel Graphit) oder heller (viel Ton). Für Künstler ist das wichtig, weil sie damit bessere Bilder zeichnen können. Ein HB Bleistift ist Mittel, ein B Bleistift weicher und dunkler und ein H Bleistift ist härter und heller.
  • Die Minendicke ist meistens bei Druckbleistiften wichtig, weil der Halter, durch den die Mine läuft, für eine bestimmte Dicke gebaut wurde.

Wie benutzt man einen Bleistift?

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Bleistifte können für viele Dinge benutzt werden. Du kannst natürlich damit schreiben und zeichnen, durch den Radierer ist das schnell wieder entfernbar, was ein großer Vorteil gegenüber dem Kugelschreiber oder dem Füller ist. Je nachdem wie gut die Spitze gespitzt ist, lassen sich ganz dünne aber auch sehr dicke Striche zeichnen. Dazu legt man die Seite der Spitze auf das Papier. Leider hat der Bleistift aber auch den Nachteil, dass die Worte oder die Zeichnung verwischen können.

Du kannst den Bleistift aber auch für Spiele und Zaubereien benutzen. Ein bekanntes Spiel aus früherer Zeit ist Käsekästchen , bei dem ein beliebiger Kasten auf kariertes Papier gezeichnet wird und gegenseitig Striche gesetzt werden, um den meisten Raum im Kasten zu bekommen. Auch Vektorrennen ist sehr gut mit einem Bleistift und kariertem Papier spielbar. Du kannst mit Stiften auch zaubern: Du kannst ihn zu Gummi verwandeln, indem Du ihn in der Mitte zwischen Daumen und Zeigefinger greifst und ihn schnell hoch und runter bewegst. Daraus entsteht eine optische Täuschung, die den Bleistift wirken lässt, als wäre er aus Gummi. Zugegeben, das geht auch mit anderen Stiften.

Auf einem Bleistift wird auch häufig herum gekaut, bei Tagträumereien oder Langeweile. Lass das besser sein, da die Lackfarben, mit denen der Bleistift bemalt ist, nicht gesund sind. Ein Kaputtbeißen des Stiftes ist aber wohl noch nie vorgekommen.

Ein Bleistift ist leicht, gut zu entfernen, schmiert nicht und ist für viele Zwecke zu gebrauchen, deshalb wurde er früher und auch heute noch schnell zum guten Freund von vielen Menschen. Je mehr jedoch auf dem PC oder Smartphones geschrieben wird, desto seltener wird er leider gebraucht. Es wird spannend zu sehen, wie wir über Computer-Tastaturen denken werden, wenn etwas neues daher kommt.

Ist der Bleistift gefährlich?

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Wie wir oben gelesen haben, wurde das Graphit früher mit Blei verwechselt. Wir haben außerdem gelernt, dass Blei giftig ist, zum Glück ist Graphit das nicht. Selbst wenn Du es versehentlich verschluckst, sollte nichts passieren. Eine Gefahr geht höchstens von den Farben des Schafts beim Bleistiftkauen aus oder durch eine gut gespitzte Bleistiftspitze, mit der Du Dich stechen kannst. In diesem Fall solltest Du die Wunde desinfizieren und ein Pflaster aufkleben. Die Desinfektion ist aber nicht wegen des Bleistifts nötig, sondern um Viren und Bakterien nicht in die Wunde gelangen zu lassen.