Computerhardware: RAM: Aufrüstung
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[Bearbeiten] Arbeitsspeicher aufrüsten
Die Größe des Arbeitsspeichers beeinflusst stark die Geschwindigkeit des Rechners. Wenn der Arbeitsspeicher knapp wird, muss das Betriebssystem prognostizieren, welche Programmkomponenten demnächst vermutlich nicht benötigt werden und diese auf die (vieltausendmal langsamere) Festplatte auslagern. Wenn Sie einen vom Betriebssystem nicht vorausgeahnten Klick machen, muss das Betriebssystem ganz schnell irgend ein ungenutztes Programmteil auslagern, um das von Ihnen gewünschte Programmteil laden zu können. Zu wenig Arbeitsspeicher bremst deshalb auch den schnellsten PC aus.
Komplettsysteme sind mit RAM eher knapp ausgestattet, um einen günstigen Preis zu erreichen. Für ein wenig Surfen, Musik und Videos betrachten reicht das auch. Wenn es angeboten wird, sollte man sich schon beim Kauf für eine bessere RAM-Ausstattung entscheiden.
Selbst wenn Ihr PC gleich nach dem Kauf schnell genug ist, wird er im Laufe der Monate und Jahre immer langsamer werden. Wieso?
- Im Laufe der Zeit werden immer mehr Programme installiert. Vergleichen sie mal die heutige Anzahl der installierten Programme mit dem Stand kurz nach dem Kauf!
- Nicht nur die Programme belegen mehr Platz. Immer mehr Daten sammeln sich an. Fotos, Musik und Videos belegen viel Platz. Die Magnetköpfe der Festplatte müssen immer längere Wege zurücklegen, um die benötigten Daten heranzuschaffen.
- Das Antivirenprogramm lädt fast jeden Tag eine Liste von neuen Bedrohungen herunter. Je umfangreicher diese Liste, desto länger dauert das Scannen jeder einzelnen Datei.
- Im Laufe der Zeit werden sowohl Windows als auch die installierten Programme durch Updates sowohl umfangreicher als auch langsamer. Ein Beispiel: Im Juni 2007 wurde Windows XP Professional in der Version mit Servicepack 2 auf CDs mit dem Aufdruck „Version 2002“ verkauft. Installiert man Windows von dieser CD, bietet Microsoft anschließend jede Menge Updates an. Im Juni 2007 waren es 85 Updates, die in drei Etappen (2 + 80 + 3) installiert werden mussten. Dadurch wird die Festplatte wesentlich voller:
| Stand der Installation (Windows XP) | belegte Kapazität | Anzahl Dateien | Anzahl Verzeichnisse |
|---|---|---|---|
| Frisch installiert, ohne Extras: | 3,24 GB | 11.766 | 812 |
| Nach 83 Updates (Stand: Juni 2007) | 4,32 GB | 17.554 | 1685 |
Allerdings wird nicht nur die Festplatte voller, sondern die neuen, größeren Systemdateien belegen mehr Arbeitsspeicher.
Warum sollte man über die Aufrüstung (die Vergrößerung) des Arbeitsspeichers nachdenken?
Die RAM-Preise sinken ständig, etwa 40% pro Jahr. Nach 12 bis 18 Monaten können Sie passende RAM-Module billig nachkaufen. Wesentlich länger als zwei Jahre zu warten ist riskant, weil dann die einzig passende RAM-Sorte möglicherweise nicht mehr hergestellt wird. Mit einer Vergrößerung des Arbeitsspeichers erzielt man ein sehr günstiges Verhältnis zwischen Preis und Leistungszuwachs. Mehr Leistung kann man auch durch das Auswechseln der CPU erreichen (falls das geht). Aber eine solche Investition ist teuer (weil Sie die ausgebaute CPU nicht weiterverwenden können) und bringt ein vermutlich bescheidenes Resultat.
[Bearbeiten] Mindestausstattung
Wollen Sie wissen, wie knapp Ihr Arbeitsspeicher ist? Halten Sie die Tasten Strg und Alt gedrückt und tippen Sie kurz auf die Taste Entf. Klicken Sie auf Task-Manager und wählen Sie die Registerkarte Systemleistung . Im unteren Teil des Fensters sehen Sie die Statistik. Im Abschnitt „Realer Speicher“ (oder „Physikalischer Speicher“) sehen Sie
- „Insgesamt“: die Kapazität der Speichermodule in Ihrem PC
- „Verfügbar“: Wenn dieser Wert im Leerlauf (gleich nach dem Hochfahren vor dem Start einer Anwendung) unter 100 000 fällt, brauchen Sie sich nicht wundern, warum Ihr PC wie eine Schnecke läuft und häufig abstürzt.
Wie viel Arbeitsspeicher Sie brauchen, hängt von der Version des Betriebssystems und den Anwendungen ab. Jede neue Windows-Version braucht etwa doppelt so viel Speicher wie die Vorgängerversion, um vernünftig zu arbeiten. Auch für Anwendungsprogramme gilt: Eine neue Version braucht mehr RAM. Als grobe Orientierung für eine sinnvolle Mindestausstattung gilt:
- 128 MB für Windows 98 und Windows ME
- 256 MB für Windows 2000
- 512 MB für Windows XP
- 1024 MB = 1 GB für Windows Vista.
Um effektiv zu arbeiten, sollte die Speicherausstattung verdoppelt werden. Aus dieser Liste folgt noch etwas Anderes: Wenn Sie der Werbung glauben, das neueste Betriebssystem unbedingt haben zu müssen, sollten Sie gleichzeitig den Arbeitsspeicher verdoppeln oder einen neuen PC kaufen, andernfalls werden Sie schwer enttäuscht sein. Im Umkehrschluss gilt: Wenn Ihnen der PC zu langsam ist, wechseln Sie zu einer früheren Windows-Version. Noch besser wäre ein Wechsel zu einer Linux-Version: Linux ist sehr effektiv programmiert und kommt auch mit wenig Rechenleistung und wenig RAM bestens zurecht.
[Bearbeiten] Maximalausstattung
Eine 32-Bit-CPU kann nicht mehr als 4 GB Speicher adressieren. Wegen diverser Besonderheiten von Hard- und Software sind von 4 GB nur etwa 3,5 GB verfügbar. Eine 64-Bit-CPU hat diese Beschränkung nicht.
Windows XP Professional kann maximal 2 GB pro CPU-Kern verwenden [1]. Mit einer Doppelkern-CPU können auch mehr als 2 GB RAM verwendet werden. Mehr als 2 GB RAM sind nur sinnvoll,
- entweder wenn Sie einen Core-Duo-Prozessor von Intel oder einen AMD Athlon 64 haben
- oder wenn Sie ein 64-Bit-Betriebssystem benutzen (Vista oder Windows 7).
Viele Hauptplatinen lassen nur eine begrenzte Speicherausstattung zu, um die Produktionskosten niedrig zu halten. Jede Steckfassung mehr kostet Geld. Sehen Sie im Handbuch zur Hauptplatine nach, wie viel RAM möglich ist und welche Kombination von Speichermodulen zulässig ist.
[Bearbeiten] Welche Sorte RAM muss ich kaufen?
Es gibt viele Bauformen. Aus Angaben wie „meine CPU hat 2.000 MHz“ kann der Verkäufer nicht ermitteln, was Sie brauchen. Am besten nehmen Sie das Handbuch der Hauptplatine zum Einkauf mit. Ersatzweise können Sie auch die vorhandenen RAM-Bausteine ausbauen und als Muster mitnehmen bzw. einen davon, wenn sie identisch sind.
[Bearbeiten] SDRAM
Wenn Sie einen Pentium III Prozessor haben (Taktfrequenz bis 1.300 MHz), benötigen Sie wahrscheinlich SDRAM-Module. Sehen Sie im Handbuch nach,
- wie schnell die Module mindestens sein müssen (Mit „PC133“ Modulen machen Sie nichts falsch, es sind die schnellsten.)
- wieviel Gesamtspeicherkapazität von der Hauptplatine unterstützt wird
- ob einseitige, doppelseitige oder beide Sorten Module zulässig sind.
| Tipp: |
Lassen Sie den RAM vom Händler einbauen oder lassen Sie sich eine Rückgabemöglichkeit zusichern. Es gibt mehrere Varianten der internen Beschaltung der RAM-Module (Mapping), und das BIOS der Hauptplatine muss diese erkennen und unterstützen. Manchmal werden RAM nicht erkannt, oder es wird nur die halbe Kapazität erkannt. Niemand kann mit völliger Sicherheit vorhersagen, ob der neue RAM in Ihrem PC funktionieren wird! |
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Übrigens ist der veraltete SDRAM deutlich teurer als der moderne DDR-RAM. Bevor Sie viel Geld für eine Speicheraufrüstung mit SDRAM ausgeben, überlegen Sie mal, ob nicht eine Investition in eine Aufrüstung von Hauptplatine und Prozessor und die Verwendung von DDR-RAM langfristig besser ist.
[Bearbeiten] DDR-RAM
Wenn Sie eine CPU mit mindestens 2.000 MHz haben, benötigen Sie DDR-RAM. DDR bedeutet „Doppelte Daten-Rate“: Anders als bei den Vorgängern werden zweimal pro Takt die Daten übertragen. Die DDR-Speichermodule sind viel besser genormt, Überraschungen sind seltener. Meist muss eine Obergrenze für einzelne Module und die Gesamtkapazität beachtet werden.
Die erste Generation DDR-RAM wird mit 2,5 Volt betrieben (der Vorgänger SDRAM benötigte 3,3 Volt).
[Bearbeiten] DDR2-RAM
DDR-RAM wurde zum DDR2-RAM weiterentwickelt. Die Betriebsspannung wurde von 2,5 Volt beim DDR-RAM auf 1,8 Volt verringert. Dadurch verringerte sich auch die Stromaufnahme. Die Hersteller haben zwei Möglichkeiten, das auszunutzen:
- Bei gleicher Frequenz verringert sich die Wärmeentwicklung und die Leistungsaufnahme etwa auf die Hälfte. Das ist prima für die Akkulaufzeit von Notebooks!
- Je höher die Taktfrequenz, desto höher die Wärmeentwicklung. Die Taktfrequenz von DDR2-RAM kann etwa um die Hälfte erhöht werden, wobei nicht mehr Hitze als bei DDR-RAM entsteht.
Damit DDR2-RAM nicht versehentlich in DDR-RAM-Steckplätze gesteckt werden kann, befindet sich die Einkerbung in der Steckleiste an anderer Stelle.
[Bearbeiten] DDR3-RAM
Die Betriebsspannung wurde noch weiter gesenkt, von 1,8 auf 1,5 Volt. In Notebooks bringt das eine deutlich höhere Akkulaufzeit. Die erreichbare Geschwindigkeit liegt höher, gegenwärtig ist DDR-3 aber nur etwa 5% schneller als DDR-2. Diese RAM werden bereits hergestellt, sind aber noch selten im Einsatz.
[Bearbeiten] Paarweise Verwendung
Nach dem Lesen von Daten braucht RAM eine Weile, bis er für den nächsten Lesevorgang bereit ist. Fast alle neuen Hauptplatinen bieten die Möglichkeit, die Steckplätze paarweise zu bestücken. Die Daten werden abwechselnd auf beide Module verteilt. Wenn aufeinanderfolgende Daten benötigt werden, kann die CPU bereits mit dem Lesen der Daten aus dem zweiten Modul beginnen, während der erste Modul noch nicht wieder bereit ist. Das klappt in der Regel nur dann, wenn die RAM-Module als Paar gekauft werden. Wenn man einfach nur zwei RAM des gleichen Herstellers aus der gleichen Charge kauft, sind sie nur selten ähnlich genug.
Quellen
