Shibari/ Vorwort
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| Shibari |
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Vorwort |
Dieses Buch befasst sich mit der erotisch künstlerischen Variante der japanischen Fesselungskunst, Shibari, deren Quellen sich bis zur traditionellen japanischen Militärfesselkunst, Hojojutsu, zurückverfolgen lassen. Der Wunsch an einem solchen Buch zu schreiben entstand dadurch, dass ich im Internet zu diesen Thema oft nur auf Seiten mit "kapitalistischen" Hintergedanken kam, wodurch es mir schwer fiel, mich sachlich mit diesem Thema beschäftigen zu können.
Im SM Bereich nimmt Shibari wie auch westliche Bondagetechniken eine Sonderstellung ein. Während viele SMler die Fesselung mit Leder- oder Metallschellen als einfache Fixierung des passiven Parts vornehmen, ist beim Shibari und beim Bondage die Fesselung selbst unter Umständen bereits Teil oder Hauptinhalt des "Spiels". Seilfesselungen als solche können für den empfangenden Partner bereits sehr unangenehm bis schmerzhaft, das Wissen um die Wehrlosigkeit des passiven Parts für den dominanten Partner bereits befriedigend sein. Dennoch geht es bei Shibari nicht vordergründig darum, dem Passiven Schmerzen zuzufügen, sondern eher um Hingabe, Wehrlosigkeit, Sich-Fallenlassen und die Schönheit des meist weiblichen Opfers.
Das Seil wird nicht nur der Fixierung und des Spieles wegen verwendet, sondern auch, um den Körper des Gefesselten in Szene zu setzen. So kann ein geschickter Nawashi (siehe Begriffslexikon) Problemzonen des passiven Partners mit dem Seil in den Hintergrund stellen und andere, schönere Proportionen seines (des gefesselten) Körpers in das Augenmerk des Betrachters rücken.
Shibari ist mehr als die Kunst, jemanden mit einigen Metern Seil zur Bewegungsunfähigkeit zu verschnüren, es geht auch um formende Kunst. In der Aktfotografie wird Shibari, wie auch Bondage gern benutzt.
ACHTUNG!!!
Auch wenn es viel Literatur zum Thema gibt, und mancher sich denken mag, dass es ja nicht so schwer sein kann, jemanden mit wenigen Metern Seil einzuschnüren, sollte trotzdem jeder, der sich mit der Thematik Bondage oder Shibari auseinandersetzen möchte, einen Workshop bei einem erfahrenen Bondage- oder Shibarikünstler besuchen. Das muss nicht unbedingt einer der großen Meister sein, sollte jedoch in jedem Fall jemand sein, der sich wirklich gut auskennt.
Die Kapitel des Buches: Shibari - Vorwort - Einführung - Geschichtliches - Sicherheit - Materialkunde - Knotenkunde - Fesselungen - Begriffslexikon - Bekannte Künstler - Index - Quellen

