Bogenbau/ Sehnenbau/ Doppelter Flämischer Spleiss

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FlaemischerSpleissZweiseitig.jpeg

Eleganter als der Bogenbauerknoten: Flämischer Spleiss an beiden Enden der Sehne. Die Sehne kann durch Eindrehen um ein paar Zentimeter gekürzt werden.

Herstellung einer zweifach flämisch gespleissten Sehne[Bearbeiten]

Die erste Seite wird ganz normal gespleisst und das Ohr an eine Türklinke oder ähnliches gehängt. Am Schluss zählt man die Anzahl Umdrehungen, im Bild mit n ausgedrückt.

Bogenbau-Flämischer-Spleiss-Zweifach-1.png

Da auf die andere Seite der Sehne auch ein flämischer Spleiss kommen soll, muss die Sehne nochmals gleich viel mal eingedreht werden wie schon beim Spleiss. Das ist die «Gegenbewegung» für den zweiten Spleiss, zusammen heben sich die Verdrehungen auf. Zusätzlich dreht man noch etwa vier weitere Male ein, damit der mittlere Teil der Sehne zumindest eine gewisse Eindrehung hat. Für eine stärker eingedrehte Sehne kann auch gut mehr, zum Beispiel 20 mal, eingedreht werden.

Das Ende fixiert man mit einer Klemme (zum Beispiel einem Foldback-Clip) oder Wäscheklammer, damit nicht alles wieder ausdreht. Denn jetzt muss der ganze restliche Faden bis zum Ende entwirrt und entdreht werden. Die Stränge sollten alle parallel laufen. Dies ist für die Stabilität nicht wichtig, aber bei der fertigen Sehne optisch ansprechender, da sie glatter aussieht.

Bogenbau-Flämischer-Spleiss-Zweifach-2.png

Wichtig ist jedoch beim Verspleissen des zweiten Öhrchens – also beim Abschnitt zwischen den beiden Öhrchen –, dass die selbe Fadengruppierung wie beim ersten Spleiss verwendet wird! (Die zwei gegeneinander verdrehten Gruppen sind in den Grafiken farblich hervorgehoben.) Ansonsten heben sich die Drehungen nicht auf, und man bekommt nun ein noch grösseres Durcheinander! Für den Anfang ist es empfehlenswert, das Garn ebenfalls zweifarbig zu wählen.

Bogenbau-Flämischer-Spleiss-Zweifach-2b.png

Die Fadengruppen müssen wie in der Grafik oben geteilt werden. Zwischen den beiden fixierten Punkten – der linke dient der Fixierung der Eindrehung, nach dem rechten Punkt wird das Auge gedreht – müssen die Fäden beieinander in der selben Gruppe bleiben (orange bei orange, blau bei blau).

Abstand Sehnenöhrchen–Nocke im ungespannten Zustand

Nach der Fixierung auf der rechten Seite kann das zweite Öhrchen angebracht werden. Achtung: Da beim Spleissen eingedreht wird, verkürzt sich die Sehne! Von Ohr zu Ohr gemessen sollte die Länge etwa gleich sein wie beim Bogen von Nocke zu Nocke gemessen minus etwa 8 Zentimeter.

Falls die Sehne zu lang ist, kann sie durch Eindrehen verkürzt werden. Falls sie zu kurz ist, ist sie zu kurz – bis auf eine gewisse Länge, um die sich Sehnen beim Einschiessen noch streckt.

Für den zweiten Spleiss geht man genau so vor wie auch beim ersten, die Drehrichtung bleibt die Selbe (zum Beispiel Uhrzeigersinn). Sobald das Ohr fertig gedreht ist, entfernt man beide zur Fixierung angebrachten Klammern, hängt das neue Ohr auch über die Türfalle und verspleisst. Die entstehende Verdrehung an der Sehne verschwindet durch die vorherige Gegenbewegung einfach!

Bogenbau-Flämischer-Spleiss-Zweifach-3.png


Zum Schluss wird die Sehne gestreckt und die vier Umdrehungen gleichmässig verteilt (falls sie verschwunden sind, war die Eindrehung beim zweiten Schritt zu wenig eng). Fertig!

Bogenbau-Flämischer-Spleiss-Zweifach-4.png


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