Die Herren von Romrod: Die Aufzeichnungen von Hofrath Steiner

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Zur Geschichte der Herren von Romrod[Bearbeiten]

Aus dem Nachlasse des verstorbenen Großherzoglich. Historiographen, Geheimen Raths und Prälaten etc. Dr. Schmidt. Mitgetheilet von Hofrath Dr. Steiner. (Mit einer Stammtafel).

Archiv für Hessische Geschichte und Altertumskunde, Bd. 3 (1842).[Bearbeiten]

Den Namen der Burg Romrod kommt erst in den letzten Jahren des zwölften Jahrhunderts vor. Sie ist vermuthlich erst in diesem Jahrhundert errichtet worden. Ueberhaupt scheint sich die Kultur erst von jener Zeit an mehr über diese Gegend verbreitet zu haben; wenigstens wird Gegend erst von dieser Zeit an in der Geschichte bekannter. Dagegen kommt in dem nächstfolgenden Jahrhundert hier eine solche Menge von Ortschaften zum Vorschein, von welchen sich früher keine Spur zeigt und die größtentheils nachher wieder eingegangen sind, daß man durch ihre Anzahl in Befremden gesetzt wird.[1] Allein, man darf es nicht vergessen, daß die meisten dieser Ortschaften blos in einzelnen Höfen bestanden, so wie denn auch manche noch jetzt als Höfe fortdauern, z. B. Greifenhayn und Weizendorf, welche sich bei Heidelbach wieder finden. Der Namen eines Dorfes wurde damals in der weiten Bedeutung gebraucht, in welcher er noch jetzt in manchen Gegenden, z. B. im Herzogthum Westphalen üblich ist, und es darf daher keinen Anstoß erregen, wenn selbst diese Ortschaften in Urkunden ausdrücklich als Dörfer angegeben werden.

Die Burg Romrod gehörte damals als Allodium einer Familie, die sich nach ihr benannte, und außerdem auch noch andere ansehnliche Besitzungen hatte. Dazu gehörten die Gerichte Hopfgarten und Gethürms, Theile der Gerichte zu Kirtorf und Zelle, Güter zu Billertshausen, Angerode, Leusel, Eif, Alsfeld, das Dorf Dotzelrode, mehrere Dörfer und Güter in dem Riedeselischen und in der Gegend von Grebenau, etc. Die eine Linie dieses Hauses besaß auch das Schloß Herzberg. Wären alle diese Besitzungen vereinigt geblieben, so hätte sich diese Familie dem höheren Adel anschließen können; allein durch Theilungen wurde dies verhindert. Nur eine Linie dieses Hauses erscheint eine Zeitlang im Glanze, man findet die von Storndorf, die von Ehringshausen u. s. f. unter ihren Burgmännern, man sieht sie durch Heirathen mit Häusern von höherem Adel verbunden, u. dgl. mehr.

Der erste dieses Hauses ist Ludwig der im Jahr 1197 vorkommt.[2] Auf ihn folgt Hermann, der sich in den Jahren 1231 und 1234 zeigt.[3] Beide werden blos als Zeugen genannt. Etwas später erscheinen schon zwei Linien dieses Hauses. Zu der einen gehören drei Brüder, Heinrich, Albert und Ludwig, zu der anderen zwei Brüder, Heinrich und Hulderich.[4] Jene waren von den Grafen von Ziegenhayn mit der einen, diese mit der anderen Hälfte des Zehntens zu Salmshausen bei Ziegenhayn beliehen. Jene verkauften im Jahr 1270 ihren Antheil an das Kloster Haina. Beide trugen dagegen den Grafen ihre Güter zu Göringen zu Lehen auf.[5] Die Gebrüder Heinrich und Hulderich sinken hier schon ins Dunkel. Ein in den Jahren 1289 und 1290 vorkommender Hermann scheint der Sohn, und ein im Jahr 1315 als Canonicus in Fritzlar erscheinender Werner etwa der Enkel des einen derselben gewesen zu sein.[6] Aber weiter läßt sich von ihrer Nachkommenschaft nichts entdecken. Die Gebrüder Heinrich, Albert und Ludwig sind dagegen bekannter. Jeder wurde der Stifter einer neuen Linie des Romrodischen Hauses.

Heinrich war 1270 schon todt, wie bereits bemerkt wurde. Er hatte einen Sohn namens Albert, dem spätherhin der Beinamen des Älteren gegeben wurde.[7] Bei dieser Linie zeigt sich keine Spur eines Antheils an Romrod. Dagegen besaß sie einen Hof, der den Namen Romrod führte, und bei Lauterbach gelegen war.[8] Albert hatte 1305 mit den Johannitern zu Grebenau deshalb Streit. Bei dieser Gelegenheit erfährt man auch, daß seine Gemahlin Jutta hieß, und daß er fünf Söhne, Johann, Hermann, Godbert, Albert und Friedrich, hatte. Albert heißt übrigens nie anders als Ritter, er hatte kein eigenes Siegel, er erscheint überhaupt nirgends als ein Mann von besonderem Ansehen.[9] Von seinen Söhnen kommen Godbert und Friedrich nicht weiter vor.[10] Hermann trat in den Johanniter Orden. Er war im Jahr 1328 Comthur zu Grebenau.[11] Albert wählte den geistlichen Stand und erscheint als Archipresbyter oder Landdechant.[12] Johann endlich wurde im Jahr 1322 Burgmann zu Lauterbach, wo er 1358 einen Albert zum Nachfolger hatte, den man als seinen Sohn ansehen darf.[13] Hier sinkt die Geschichte dieser Linie ins Dunkel;[14] allein höchst wahrscheinlich dauert sie noch in den jetzigen Romrodischen Hause fort, wenn man dasselbe nicht lieber von einer ehemaligen Burgmännischen Familie zu Romrod ableiten will. Albert der Stifter einer zweiten Linie, kommt zuerst 1259 vor.[15] Im Jahr 1727 war er bereits todt.[16] Er besaß manche Güter mit seinem Bruder Ludwig gemeinschaftlich und verkaufte mehrere derselben, namentlich das Dorf Reimerode (Reynmarod) bei Grebenau an das Kloster Haina.[17] Seine Gemahlin war Adelheid von Schlitz. Er hinterließ zwei Söhne Heinrich und Albert, und drei Töchter Elisabeth, Gisela und Adelheid.[18] Von den letzteren war die eine an Werner von Westerburg vermählt.[19]

Albert, der nach einer vorhandenen Urkunde im Jahre 1279 majorenn wurde, nennt sich in derselben einen Schüler.[20] Man sieht also, daß er sich dem geistlichen Stand widmete, und er ist daher auch ohne Zweifel, der im Jahr 1317 als Pfarrer zu Schlitz auftritt.[21] Heinrich endlich zeichnet am meisten sich dadurch aus, daß er als Marschall von Hessen erscheint.[22] Dieses Amt war damals allen Umständen nach noch nicht erblich und blieb daher auch nicht bei diesem Hause, sondern kam nachher an die Herrn von Eisenbach.[23] Diesen Heinrich findet man auch im Besitz des Schlosses Herzberg, das er nebst seiner Gemahlin Sophie dem Landgraf Heinrich im Jahr 1298 zu Lehen auftrug.[24] Wie er zu diesem Schlosse gekommen war, ist noch unerforscht; allein, da die übrigen Romröder keinen Antheil an demselben besaßen, so ist’s am wahrscheinlichsten, daß er dasselbe durch Heirath erlangt habe, Im Besitz dieses Schlosses folgte ihm Friedrich, der auch im Jahr 1318 den Lehensauftrag erneuerte,[25] und demnach sein Sohn gewesen sein muß. Friedrich nannte sich gewöhnlich auch „vom Herzberg“. Er kommt zuerst 1300 vor, und war damals mit Margarethe oder Metze, einer Tochter Friedrichs von Altenburg vermählt.[26] Bei dem erwähnten Lehensauftrag erscheint indessen eine andere Gemahlin Namens Sophie an seiner Seite. Er wird gewöhnlich in den Urkunden unter dem Titel eines Herrn aufgeführt, er hatte Burgmänner zu Romrod die zum Theil aus angesehenen adeligen Familien der Gegend waren,[27] und seine Tochter Metze vermählte sich an Berthold Herrn von Lisberg.[28] Im Jahr 1343 kommt er zum letztenmahle vor.[29] Die erwähnte Metze war seine einzige Tochter, und da er keine Söhne hinterließ, so fielen dieser die Güter zu. Im Jahr 1344 empfing sie von Landgraf Heinrich die Belehnung mit den Lehen, die ihr verstorbener Vater innegehabt hatte.[30] Wir wenden uns jetzt rückwärts um die Geschichte der Linie, die von Ludwig herrührt, ebenfalls zu verfolgen. Ludwig ist blos durch einige Güterverkäufe bekannt, deren schon oben Erwähnung geschehen ist. Später als 1273 kommt er nicht vor.[31] Er hatte eine Tochter Elisabeth und einen Sohn Rikolf.[32] Erstere war an Conrad von Waldenstein vermählt und findet sich 1317 als Wittwe.[33] Letzterer, dessen Gemahlin Gisela hieß, kommt blos in den Urkunden seines Vaters - und außerdem als Zeuge und Bürge in einigen wenigen anderen vor. Etwas später, nämlich im Jahr 1303 findet man vier Brüder, die zwar nicht als Rikolfs Söhne angegeben werden, allein es allen Umständen nach gewesen sein müssen, weil sie in keine andere Linie des Romrödischen Hauses gezogen werden können. Sie hießen Albert der Jüngere, Ludwig, Heinrich, und Friedrich. Letzterer war damals Ritter des Johanniterordens und schenkte dem Orden einen Hof in Eife (Ybin), wozu Albert seine Einwilligung gab.[34] Er nahm auch im Jahr 1328 an einer Schenkung des Comthur Hermanns an den Orden Theil.[35] Heinrich wurde von dem Graf Gottfried von Nidda umgebracht.[36] Ludwig muß frühe und kinderlos gestorben sein, sei Namen findet man nicht weiter. Albert kommt noch im Jahr 1344 vor.[37] Mit seiner Gemahlin Sophie hatte er eine Tochter Namens Agnes, die an Werner von Westerburg vermählt war und einen Sohn Namens Ludwig. Mit diesem Ludwig ging auch hier der Mannesstamm aus. Er war zwar mit einer Tochter Johanns von Eisenbach vermählt, die Ehe scheint aber unfruchtbar geblieben zu sein, denn nach seinem Tode fielen die Güter an seine Schwester. Vorher hatte er schon im Jahr 1350 seinem Schwiegervater einen Theil derselben für 300 Pfund Heller verpfändet, nämlich das Gericht Hopfgarten, einige Vogteyen im jetzigen Riedeselischen und die Hälfte von Dotzelrode.[38]

Jetzt war nur der größte Theil der Romrödischen Güter selbst im Besitz der Metze von Lisberg und der Agnes von Westerburg, allein sie suchten dieselben zu veräußern. Metze machte den Anfang. Sie verkaufte, jedoch indem sie sich den Wiederkauf vorbehielt, ihren Theil von Romrod mit Einwilligung ihrer Söhne Rikolf und Friedrich im Jahr 1358 für 200 und einige Pfund an die von Erfe.[39] Agnes von Westerburg überließ ihren Theil an dieser Burg den Landgrafen Heinrich und Otto.[40]


Stammtafel der Herrn von Romrod nach Dr. Steiner

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Ludwig, 1197
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Hermann, 1231-1234
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Brüder °
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Heinrich, † 1270
weiter s. u.
 
 
 
 
 
Albert,
1256-1264, † vor 1272; ∞ Adelheid v. Schlitz, 1272-1274
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Ludwig,
1256-1276
 
Heinrich 1275
 
Hulderich, 1275
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Heinrich, Marschall von Hessen; Herzberg; ∞ Sophie
 
Albert, 1272 majorenn. 1279 Pfarrer in Schlitz
 
Elisabeth*,
1272/74
 
Adelheid*,
1274
 
Gisela*,
1274
 
Elisabeth 1272, ∞ v. Waldenstein
 
Rikolf,
1264-1278; &infini; Gisela
 
Hermann,
1289-1290
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Friedrich gen. vom Herzberg, 1300-1340, † vor 1344;∞ I. Metze v. Altenburg 1300, II. Sophie 1318
 
Albert d. J., 1301-1344 ∞ Sophie
 
Ludwig,
1303-11
 
Heinrich, 1303, † vor 1310 in dem ihn Graf G.v.Nidda tötete
 
Friedrich, 1303-1323, Ritter des Johanniterordens
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Werner, Canonicus in Fritzlar 1315-1290
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Metze; ∞  Berthold v. Lisberg 1332, Witwe 1349, lebt noch 1381. Sie besaß die eine Hälfte von Romrod und verk. diese an die v. Erfe
 
Agnes**;
∞ Werner v. Westerberg
 
Ludwig**,
1350, † vor 1372; ∞ eine Tochter von Johs. v. Eisenbach, kinderlos
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

* Eine dieser 3 war an Werner v. Westerburg vermählt;** Beide besaßen die andere Hälfte von Romrod und Agnes verkaufte dieselbe an Landgraf Heinrich; Eine gestrichelte Linie bedeutet: ohne erkennbaren verwandtschaftlichen Bezug. Werner gehört zur Löwenstein-Romrod-Linie. Möglicherweise auch Heinrich, Hulderich, Hermann.


Es muß dies vor 1366 geschehen sein, indem der letztere in diesem Jahr schon starb. Im Jahr 1372 schlossen die von Erfe mit den Landgrafen Heinrich und Hermann einen Burgfrieden ab[41] und im Jahr 1374 machte sich Friedrich von Lisberg verbindlich, falls die Landgrafen denen von Erfe mehr als 600 Mark geben müßten, so wolle er sie entschädigen.[42] Es war nämlich diese Hälfte, wie schon bemerkt wurde, wiederkäuflich verkauft, und wegen der ganerbschaftlichen Verbindung mußte daher den Landgrafen als Eigenthümern der anderen Hälfte das Wiederkaufrecht zustehen.

Dieselben haben sich auch nachher dieses Rechts bedient; der Zeitpunkt aber, wo dies geschehen, ist bis jetzt noch unbekannt. Außer der Hälfte von Romrod erkauften aber die Landgrafen damals zugleich auch von Agnes von Westerburg die meisten übrigen Romrödischen Güter. Dazu gehörten: Das Gericht Hopfgarten ganz (das also damals wieder eingelöset war), ein Theil des Gerichts zu Kirtorf, ein Theil des Gerichts zu Zelle. Ausgenommen wurden ein Hof in der Stadt Alsfeld, einige Wiesen und Mühlen an der Eife, ein Weiher vor Alsfeld u. so fort. Das landgräfliche Haus hatte dadurch auch das Einlösungsrecht auf die ehedem an Johann von Eisenbach versetzten Güter erhalten. In einer Urkunde von 1402 gesteht daher Rörich von Eisenbach dem Landgraf Hermann dieses auch zu, so wie alles Recht, das der verstorbene Ludwig von Romrod an dem Dorf Schlirf gehabt habe und welches zu dem Schloß Romrod gehöre.[43]


Stammtafel Steiner, Fortsetzung von Heinrich, s. o.

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Heinrich, † 1270
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Albert d. Ä.,
1270-1305;
∞ Jutta
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Johann, 1305, Burgmann
zu Lauterbach 1322
 
Hermann, 1305, Comthur
zu Grebenau 1328
 
Godbert, 1305
 
Albert, 1305, Dechant
zu Lauterbach 1335
 
Friedrich, 1305
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Albert, Burgmann
zu Lauterbach 1358
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Hier sinkt das Geschlecht dieser Linie ins Dunkel.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 


Einen andern Theil ihrer ererbten Güter verkaufte Metze von Lisberg im Jahre 1369, jedoch ebenfalls wiederkäuflich, an Adelheid, die Wittwe Ludwigs von Schrecksbach. Hierzu gehörte das Gericht zu Gethürms nebst Gütern und Gülten zu Billertshausen, Angerode und Leusel.[44] Auch diese scheinen die Landgrafen bald nachher gleichfalls durch Wiederkauf an sich gebracht zu haben.[45] - So blieb unseres Wissens nichts von den Romrodischen Gütern in den Händen der Erbinnen, ausgenommen das Schloß Herzberg, das auf Friedrich von Lisberg kam und zur Zeit des Sternerbundes der vereinten Macht zweier Landgrafen trotzte.[46]

So schließt demnach hier die Romrodische Geschichte, und es ist nur noch zu bemerken, daß diese Herrn von Romrod in ihren Siegeln eine Burg mit Thürmen führten, garade so, wie man es in dem Wappen der noch fortdauernden Familie von Romrod antrifft.[47]


Anmerkungen und Quellen[Bearbeiten]

  1. Ich setze diejenigen hierher, die ein Archidiaconatsverzeichnis des 15. Jh. in: Würdtwein, Dioec. Mogunt. T. III. p.271,284 nennt, und füge denen, die noch vorhanden sind, ihre jetzige Namen bei. Decanat von Kirdorf: Baldersdorf, Kemenadenberge (Kamberger Mühle bei Obergleen), Omesahe (Ohmes), Rode minor, Hartwartshusen, Bruckendorff, Habbertshusen, Eldenrade, Fockinshain (heute Kirchenstumpf bei Obergleen), Reissdorf, Gleyne superior (Obergleen), Rockelshusen, Lauberbach, Ingerade (Angenrode), Rulckirchen (Rulkirchen), Obenrade (Oberrode), Gunzelnrode, Eringeshusen (Ehringshausen), Oberdorf (jetzt Ortsteil von Ehringshausen), Vockenrade (Vockenrod), Gorungen (Göringen), Eynhuse, Hirtenrade, Celle (Zell), Yssenwinkel, Walen (Wahlen), Erbenhusen (Erbenhausen), Watzenrade, Heymershusen (Heimertshausen), Hemannshain, Biesenrade, Heidegershusen, Dubentail, Rummenraide (Romrod), Siboldsdorff (Seibelsdorf), Rechtensdorff, Deinrade, Heilbertshusen, , Bildershusen (Billertshausen), Gedern (Gethürms).
    Decanat von Alsfeld: Homburg (Kleiner Homberg bei Alsfeld), Aldenburg (Altenburg), Lussela (Leusel), Hoenberg majus (Großer Homberg bei Alsfeld), Heigenrade, Yffe (Eifa), Swabenrade (Schwabenrod), Hoppengarten (Hopfgarten).
    Decanat von Heidelbach: Rodichin, Geroltshain, Griffenhain (Greifenhayn), Holsburg (Holzburg), Wytzendorff, (Weizendorf).
    Man darf dabei diese Verzeichnisse nicht einmal für vollständig halten, denn mehrere Orte, die innerhalb dieser Districte liegen und hier nicht genannt sind, kommen in Urkunden vor und waren folglich damals auch schon vorhanden. Z. B. Udorff (Eudorf), Mounichens (Münchleusel), Glimenhain (Gleimenhayn), Bernhardesdorph (Bernsburg), Arnoldeshan (Arnoldshayn) u. s. f.. Die drei letzern findet man in: Guden. Cod. dipl. T. 1 p. 987 in einer Urkunde von 1287. Der beiden ersten wird in der Folge noch gedacht werden.
  2. Schannat, Hist. Fuld. Prob. p. 199
  3. Kopp, von den Hess. Gerichten Th. 1. S. 297 der Handschrift; Guden. Cod. dipl. T. IV. p. 879.
  4. Aus der in der folgenden Anmerkung aufgeführten Urkunde sieht man, daß der erste Heinrich schon1270 todt war, indeß der zweite, der mit Huldereich auftritt, im Jahr 1275 noch lebte, - daß also beide, was außerdem erlaubt scheinen könne, nicht für ein und dieselbe Person gehalthen werden dürfen.
  5. Kuchenbecker. Anal. T. XI. p. 165 ; Wenck’s Urk. Th. II. S. 203. Am letzteren Ort sind einige Schreibfehler, nicht am ersteren. So hieß das Dorf, wo die aufgetragene Güter lagen, nicht Golzingen, sondern Göringen, und von demselben hat der Göringer Grund zwischen Romrod und Schellnhausen seinen Namen.
  6. Wenck’s Urk. Th. II. S. 277; Kopp von den Herrn von Itter, S. 209; Guden. Cod. dipl. T. III. p. 113.
  7. Es heißt bei Wenck Urk. Th. II. S. 203: Ludwig von Romrod, Richolf sein Sohn und seines Bruders Heinrich's Sohn Albert.
  8. Wenck’s Urk. Th. II. S. 257: una curia que dicitur Rumerode, sita juxta Lutterenbach. Sollte dies das jetzige Rimlos sein? - Albert heißt hier: miles dictus de Rumerode. Am Ende der Urkunde steht: et quia ego Albertus miles de Rumerode predictus sigillo proprio careo etc. Die Schiedsrichter waren Berthold, Vicepleban zu Alsfeld, und Ritter Eberwin von Elkershausen, Official daselbst. Unter den Zeugen sind mehrere Alsfelder Burgmänner.
  9. Man findet ihn noch an folgenden Orten: 1278, Wenck’s Urk. Th. II. S. 213; 1279, Guden. Cod. dipl. T. IV. p. 934; 1303, Wenck am a. O. S. 252 u. a..
  10. Ein Friedrich, der 1328 im Johanniter Orden war, ist mit dem Obigen nicht zu verwechseln. Diese und der obige Hermann waren Gemagen. Wenck’s Urk. Th. II. S.309. Noch weniger darf man an Friedrich mit dem Beinamen vom Herzberg denken. Auch dieser gehört in eine andere Linie.
  11. Hermann als Comthur zu Grebenau schenkte dem Orden 1328 die Güter zu Mouniches (Münchleusel), die er von Eberwin von Altenburg erkauft hatte. Wenck’s Urk. Th. II. S. 309; Im Jahr 1330 erscheint er in Guden. Cod. dipl. T. II. p.343. Stadt Grebenau ist da irrig Grunauwe geschrieben.
  12. Retter’s Hess. Nachrichten, Th 1. S. 11. Man findet dort ein Schreiben, worin ihm Friedebert von Sassen zur Pfarrei in Bobenhausen (bei Ulrichstein) präsentirt wird.
  13. Schannat, Client. Fuld. p. 148.
  14. Ein Henno von Romrod, der 1332 Hersfeldischer Burgmann in Hattenbach war, ist wohl der obige Johann selbst. Kuchenbecker. Archiv des hess. Vereins, 3. Bd. 1. H.
  15. Anal. T. IX. p. 203. - Ein Johann von Romrod, der 1388 Comthur zu Nidda gewesen sein soll, ist etwas rätselhaft, da damals die dortige Commende längst nicht mehr bestand; Guden. Cod. dipl. T. V. p. 836.
  16. Hombergk von den Erbämtern, S. 18: Nos Ludevicus de Rumerode, Elisabet filia nostra, et natus noster Richolfus miles, et Gysela uxor cius, Adelheidis de Rumerode nobilis viri et recordationis, felicis Alberti de Rumerode, cum pueris et liberis, Henrico, Albertto et Elisabeth, ab ea genitis.
  17. Wenck’s Urk. Th. II. S. 193. Es wurden auch Güter in Racenberg und Lutzela verkauft. Der letztere Namen bezeichnet Leusel, der ertstere ist aber wahrscheinlich verschrieben und soll Katzenberg heißen.
  18. Vollständig werden die Kinder genannt in: Guden. Cod. dipl. T. IV. p. 935. Daselbst p. 934 steht auch ausdrücklich Adelheidis de Slidisse.
  19. Heinrich nennt denselben seine Schwager. Wenck’s Urk. Th. II S. 170.
  20. Guden. Cod. dipl. T. IV. p. 934. Albertus scolaris de Rumerode. Er verzichtet in der Urkunde auf Güter, die während seiner Minderjährigkeit von seiner Mutter und seinem Bruder Heinrich an den deutschen Orden verkauft worden waren.
  21. Wenck’s Urk. Th. III. S. 185. Elisabeth, Wittwe Conrads von Waldenstein, als deren avunculus (Oheim mütterlicherseits) er angegeben wird, war eine Tochter des unten vorkommenden Ludwigs von Romrod.
  22. Als Marschall kommt er in den Jahren 1296, und 1297 vor: Wenck’s Urk. Th. II. S. 241, Th. III. S. 166; Kuchenbecker von den Erbhofämtern, S. 38; Kopp von den Herrn von Itter, S. 218; Außerdem findet man ihn auch noch in den Jahren 1278, 1289, 1297 in Wenck’s Urk. Th. II. S. 213, 227; Guden. Cod. dipl. T. 1. p. 987 u. s. f..
  23. Vergl. Kuchenbecker’s und Hombergk’s bekannte Schriften. - Der nächst vorgesehene Marschall, den man kennt, hieß Gottfried.
  24. Wenck’s Urk. Th. III. S. 170.
  25. Wenck’s Urk. Th. II. S. 277.
  26. Wenck’s Urk. Th. II. S. 246. In diesem Jahr 1300 erscheint er auch als Mitbesitzer der Altenburg die an Landgraf Heinrich verkauft ward; Estor origg. p. 266.
  27. Im Jahr 1332 kommen als Burgmänner vor: Gerlach Bule, Ditmar genannt Schwein, Ludwig von Ehringshausen, Gerlach von Storndorf. Wenck’s Urk. Th. II. S. 321. Im Jahr 1343 bekennt eckard Schorbach, daß er ein Gut zu Dotzelrode als Erbburglehen auf Romrod habe. Wenck a. a. O. S. 359. - Zu den Romroder Burgmännern ist ohne Zweifel auch ein Löw von Romrod zu rechnen, dessen eine Urkunde von 1317 erwähnt, und der vermuthlich sich aus diesem Grunde von Romrod benannte: Guden. Cod. dipl. T. III. p.144.
  28. Die Vermählung scheint im Jahr 1332 vollzogen worden zu sein: Wenck’s Urk. Th. II. S. 322 und 325.
  29. Wenck’s Urk. Th. II. S. 359.
  30. Daselbst. - Es ist ohne Zweifel von der Belehnung mit dem Herzberg die Rede.
  31. Guden. Cod. dipl. T. IV. p. 935. Luovicus de Rumrod et Richolfus filius.
  32. Wenck’s Urk. Th. II. S. 193; Ludovicus de Rumerode miles, Albertus frater eius, Ricolfus filius eius et huius Gisela; Homhergk von der Erbämtern, S. 18 : Nos Ludovicus de Rumerode, Elisabeth filia nostra, et natus noster Richolfus miles, et Gysela uxor eius :
  33. Wenck’s Urk. Th. III. S. 185. - An eine andere Elisabeth, Schwester des Marschall Heinrichs, kann hier nicht gedacht werden, den diese hätte den Pfarrer zu Schlitz nicht ihren avunculus nennen können, da er ihr Bruder war. Avunculus ist demnach hier so viel als Cousin.
  34. Wenck’s Urk. Th. II. S. 252.
  35. Wenck am a. O. S. 309.
  36. Hiervon in der Niddaischen Geschichte.
  37. Wenck am a. O. S. 359.
  38. Wenck am a. O. S. 374. Die oben erwähnten Vogteyen heißen: Zu dem Engelmaß, zu dem Hauswarths und zu dem Spurkelnis. Von diesen Orten sind der erste und letzte ausgegangen, aber sie kommen unten noch vor, und man sieht, daß sie im Riedeselischen gelegen waren. Hauswarths ist das jetzige fuldische Hauswurz.
  39. Wenck’s Urk. Th. II. S. 393.
  40. Im Jahr 1393 bekennen Bertl und Werner von Westerburg, daß die genannten Landgrafen die Hälfte Romrods etc. abgekauft hätten ihren seligen Aeltern, Agnesen von Romrod und Werner von Westerburg, und daß denselben dieses auferstorben gewesen sei, von Sophien und Ludwig von Romrod, ihrer (Agnesens) Mutter und Bruder: Wenck am a. O. Th.II. S. 220 liefert die Urkunde vollständig und Th. II. S. 464 im Auszuge. Der Fasti Limburgenses bemerken bei dem Jahr 1336: Der Landgraf habe die Herrschaft Rürmond bei Alsfeld gekauft. Daß hier Romrod gemeint und der Name blos verschrieben sei, ist nicht wohl zu bezweifeln. Allein der Zeitpunkt ist sicher nicht richtig. Gerstenberger hat diese Nachricht der Limburger Chronik nicht aufgenommen. Vermuthlich weil ihm dieselbe verdächtig schien.
  41. Wenck’s Urk. Th. II. S. 445.
  42. Wenck am a. O. S. 448.
  43. Wenck’s Urk. Th. II. S. 473. - Da dort die Namen der Dörfer äußerst entstellt sind, so setze ich sie hier berichtigt her: Lantzenhain, Richolffe, Spurgliss, zu deme Zugkmantel, zu dem Engilmars. Blos die beiden ersteren sind noch vorhanden, Richolffe ist nämlich Rudlos. Spurgliss und Engilmars kamen bereits oben vor. Zu denselben kommt hier nur noch Zugkmantel. Diese Orte sind nicht mehr vorhanden; allein aus den beiden erstern sieht man wenigstens, wo sie ungefähr gelegen waren. - Über das Dorf Altenschlirf steht noch jetzo den Landgrafen die Schutzgerechtigkeit zu. Lantzenhayn (im Gericht Engelrode) und die Hälfte von Rudlos (in der Cent Lauterbach) sind der Hessischen Landeshoheit unterworfen.
  44. Wenck’s Urk. Th. II. S. 438.
  45. Angerode, ehedem Ingerode, soll nach dem Verfasser der Chronik und altes Herkommen (Senkenberg Selct. T. III. p. 424) um das Jahr 1453 von Landgraf Ludewig I. an Henne Noding zur Belohnung, daß dieser den Kauf über die Hälfte von Schmalkalden zu Stande gebracht, gegeben worden zu sein. Allein, ob gleich Angerode allerdings erst späterhin im Besitze der Nodinge erscheint, so kann doch jene Nachricht nicht geradezu angenommen werden, in dem die eine Hälfte von Schmalkalden schon früher, nämlich 1360 unter Heinrich II. erkauft wurde, die andere aber später, nämlich 1583 bei Ausgang des Hennebergischen Hauses an Hessen fiel.
  46. Hiervon in der Lisbergischen Geschichte
  47. Hombergk von den Erbämtern, S. 18, beschreibt das Siegel, dessen sich im Jahr 1272 Ludwig von Romrod bediente.