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Diskussion:Lehren, Lernen und Bildung metaphorisch verstehen/ Denkwerkzeuge/ Lerntheorien/ Konstruktivismus

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Schrödingers Katze ;o)[Bearbeiten]

Die Geschichte mit dem Gedankenexperiment zu Schrödingers Katze ist da doch ziemlich falsch verstanden. Was dazu dort steht, ist schlichtweg unsinnig und unzutreffend. Es taugt in diesem Zusammenhang des Lernens vermutlich gar nicht als Beispiel oder eben in ganz anderer Weise. Der gute Herr Schrödinger hatte auch niemals die Absicht, die übrigens tatsächlich einmal vorhandene Katze solch einem Experiment zu unterziehen ;o) Da geht es nicht darum, daß die Kiste luftdicht ist. Abgeschlossen bedeutet in dem Falle nicht nur luftdicht, sondern eine komplette Abkopplung von der Außenwelt. In der Kiste geht es darum, daß eine makroskopische Observable (Katze) mit einem Quantenobjekt verschränkt wird (bei Schrödinger war das glaube ich ein radioaktiver Zerfall, der über einen Mechanismus bewirkt, daß die Katze vergiftet wird, wenn er eintritt, sonst eben nicht). Gerade die Abgeschlossenheit des Systems stellt hier bei geeignetem experimentellen Aufbau sicher, daß sich der Zustand der 'Katze' durch nichts anderes ändert als durch die Änderung des Zustandes des Quantenobjektes. Die Ankopplung des verschränkten Zustandes von Katze und Quantenobjekt an eine klassische Messung (Öffnen der Kiste), führt dazu, daß das Quantenobjekt in einen klassisch meßbaren Zustand projeziert wird. Solange man nicht mißt, die Kiste nicht aufmacht, kann man (richtige Durchführung vorausgesetzt) also nicht nur nicht wissen, ob der zufällige radioaktive Zerfall stattgefunden hat oder nicht, ob die Katze also noch lebt oder nicht, die Verschränkung bewirkt vielmehr, daß der Zustand (tot oder lebendig) erst im Moment der Messung festgelegt wird, das Quantenobjekt ist vor der Messung in einem Superpositionszustand, also in keinem Eigenzustand, wie er durch die Messung eingenommen wird. Da die Katze selbst zweifellos ein klassisches Objekt ist, stellt Schrödinger bei diesem Experiment gerade die Frage, ab wann oder durch welchen Umstand einer Messung eine Quantenobservable zu einem klassisch meßbaren Zustand kollabiert, welche Objekte taugen also noch, um sie über eine passable Zeit an einen Quantenzustand zu koppeln und wie zerfällt nun diese Kopplung im Laufe der Zeit (Quantensprung oder doch allmählich etc).

Tatsächlich kann man ähnliche Experimente mit Atomen oder Molekülen, teils auch etwas größeren Objekten statt der Katze in diesem Jahrhundert durchaus durchführen und da bekommt man aus den durchaus komplizierteren Ergebnissen sehr gute Informationen darüber, was man über die Quantenwelt lernen kann oder wie diese genau an die klassische Welt ankoppelt. Die untersuchbaren Strukturen, die die Katze dabei vertreten oder repräsentieren, werden mit den Jahren immer größer, also makroskopischen, klassischen Objekten ähnlicher. Tatsächlich ist das also ein berühmtes Beispiel dafür, wie man tatsächlich etwas über 'die Wirklichkeit' lernt, indem man die Ideen und Fiktionen im Kopf mit Experimenten prüft und gegebenenfalls widerlegt.

Von daher ist das Experiment zu Schrödingers Katze hier wohl falsch verstanden und zeigt richtig verstanden etwas ganz anderes, eher das Gegenteil von dem, was eigentlich in diesem Text beabsichtigt ist, denn dem angeblich so isolierten Ich bietet sich mit solchen Experimenten gerade die Gelegenheit, etwas Neues und Prüfbares über 'die Wirklichkeit' zu lernen und offenbar falsche Vorstellungen davon über Bord zu werfen. Wirklich durchgeführte Experimente erlauben es, die inneren Vorstellungen etwas besser an 'die Wirklichkeit' anzupassen. Doktorchen 18:20, 15. Jun. 2015 (CEST)Beantworten