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GIMP/ Grundlegende Bildbearbeitung/ Bilder verwalten/ Bilder speichern und exportieren

Aus Wikibooks

Vorbemerkungen

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Das Menü Datei ausgeklappt

Wenn Bilder bearbeitet wurden, muss das Resultat natürlich abgespeichert werden können. Dies geschieht in der Regel in der Menüleiste, und zwar im Menü Datei. Wie das geht und welche Optionen GIMP dafür bietet, ist der Inhalt dieser Seite. Wer das Programm oder vergleichbare Software noch überhaupt nicht kennt, ist möglicherweise etwas überrascht, dass so etwas scheinbar Simples überhaupt thematisiert werden muss. Das ist aber für Einsteiger tatsächlich nötig oder zumindest sinnvoll, weil sich dieses Abspeichern doch etwas vom Vorgehen in anderen Programmen (etwa bei einem Textverarbeitungsprogramm) unterscheidet. Der Grund für diese Zusatzkomplexität ist einfach der: Bilddateien sind insgesamt doch ein ganzes Stück komplexer als (zum Beispiel) Textdateien. Sie enthalten wesentlich mehr und wesentlich komplexere Informationen; auch für Laien ist das sofort ersichtlich, wenn man die Dateigrössen von Bilddateien mit der von Textdateien vergleicht. Allerdings ist die höhere Komplexität nicht in erster Linie eine quantitative Frage (dann wäre das Abspeichern nichts anders als bei Textdateien); vielmehr ist eine Bilddatei auch qualitativ anspruchsvoller. Sie enthält nicht einfach nur "mehr" Informationen, sondern auch jede Menge Anweisungen, wie denn die Informationen des Bildes dargestellt und bearbeitet werden können. Es ist nicht der Sinn einer Einführung in die digitale Bildbearbeitung mit GIMP, dieses weitläufige Thema hier zu vertiefen. Aus den gemachten Feststellungen folgt aber jedenfalls, dass das Dateiformat bei Bilddateien eine sehr grosse Rolle spielt. Dateiformate sind durchaus auch bei anderen Programmen ein wichtiges Thema, aber die angesprochene Komplexität von Bilddateien erhöht die Bedeutung dieses Aspekts.

Das grundsätzliche Problem der digitalen Bildbearbeitung ist nun, dass durch den Bearbeitungsvorgang, der unter Umständen sehr tief in die zu bearbeitende Bilddatei eingreifen kann, an sich möglichst keine Informationen (oder jedenfalls so wenige wie möglich) "versehentlich" verloren gehen sollen. Informationsverlust ist beim Bearbeiten von Dateien eigentlich überhaupt nie ein Ziel per se; manchmal wird er "kontrolliert" bis zu einem gewissen Grad in Kauf genommen, zum Beispiel wenn eine Datei aus irgendwelchen Gründen "verkleinert" werden soll. Unkontrollierter Informationsverlust hat aber überhaupt nur Nachteile, denn dadurch wird direkt die Qualität der Datei verschlechtert. Gerade bei relativ komplexen Dateien wie Bilddateien ist es deshalb ein wichtiges technisches Anliegen des Bearbeitungsprogramms, das zu vermeiden, da Qualitätsverluste wortwörtlich rasch sichtbar sind.

Unerwünschte Informationsverluste können zunächst durch bestimmte Bearbeitungsvorgänge verursacht werden; das betrifft nicht das Thema dieser Seite und wird hier nicht weiter vertieft. Daneben entstehen solche Verluste aber insbesondere beim Konvertieren von Dateien, das heisst beim Ändern des Dateiformats. Es hängt von den Spezifikationen der beiden Dateiformate (Format der Quelldatei und Format der Zieldatei) ab, wie viele Informationen verloren gehen. Aus dieser Tatsache folgt insbesondere, dass in der Regel vermieden werden muss, eine (Bild-)Datei mehrmals zu konvertieren. Die Lösung, die Bildbearbeitungsprogramme wie GIMP haben, um dieses Risiko zu vermindern, ist auf den ersten Blick für Einsteiger etwas überraschend: GIMP verwendet nämlich ein eigenes Dateiformat; bearbeitete Bilder werden in dem abgespeichert. Dieser Vorgang wird Bilder speichern genannt. Das Konvertieren in ein "geläufiges" Dateiformat nach Abschluss der Bildbearbeitung heisst dagegen Bilder exportieren.

Die Sinnhaftigkeit dieser Lösung besteht zunächst darin, dass Speichervorgänge während der Bearbeitung eines Bildes verlustfrei erfolgen, da ja dann gerade kein Konvertieren erfolgt. Weiter ist das von GIMP verwendete eigene Dateiformat natürlich technisch so spezifiziert, dass beim Konvertieren von Bildern aus nahezu jedem halbwegs geläufigen Format ins GIMP-eigene Format nur sehr geringe Informationsverluste auftreten. Wie gross der Informationsverlust beim Exportieren des fertig bearbeiteten Bildes ist, hängt dann im Wesentlichen vom Dateiformat der Zieldatei ab; sofern das derzeit Mass gebende Format für Rastergrafiken verwendet wird, was nahezu immer (sowieso für Einsteiger) zu empfehlen ist, dann ist der Informationsverlust wiederum gering.

Das GIMP-eigene Dateiformat wird allgemein (und auch in diesem Buch) xcf-Format genannt. xcf ist die Dateiendung, die das Betriebssystem Windows den GIMP-eigenen Dateien gibt. Es sei erwähnt, dass andere Betriebssysteme für die korrekte Erkennung von Dateien nicht (oder nicht derart ausschliesslich) auf die Dateiendung angewiesen sind wie Windows. Es ist aber üblich und zu empfehlen, GIMP-eigene Dateien auch z. B. unter Linux mit der Dateiendung .xcf zu benennen, auch wenn der direkte Zusammenhang zwischen der Dateiendung als Teil des Dateinamens und dem Dateiformat an sich nur eine Eigenheit von Windows ist. Die Verwendung von "Dateiendungen" als Teil des Dateinamens verstösst jedoch auch bei anderen Betriebssystemen nicht gegen deren Konventionen von Dateinamen, weshalb es sich eingebürgert hat, (auch) unter Windows nutzbare Dateien mit den "Windows-Dateiendungen" zu benennen (bzw. solche Benennungen nicht zu ändern), auch wenn das technisch gar nicht nötig wäre.

Bilder speichern

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Wie die meisten komplexeren Programme unterscheidet GIMP zwei Arten des Speicherns, nämlich das Speichern der Datei bei gleichzeitiger Wahl des Speicherorts und des Dateinamens (oder beides), und das Speichern ohne solche Wahl. Das Zweite ist eigentlich ein Überschreiben einer schon vorhandenen Version der Datei und setzt deshalb voraus, dass die Datei schon existiert. Soll der Speicherort oder der Dateiname erst festgelegt werden, muss GIMP sich dazu natürlich mit dem Standard-Dateimanager des Betriebssystems verbinden (bei Windows ist das der Windows Explorer). Genau das macht der Befehl Speichern unter... im Menü Datei (der achte von oben). Die drei Auslassungspunkte nach dem Menübefehl sagen bereits, dass bei der Wahl des Befehls nicht direkt eine Aktion ausgelöst wird, sondern zuerst ein Programmfenster - hier eben der Dateimanager - erscheint. Bei der Wahl des Dateinamens schlägt GIMP den Namen vor, denn die zu speichernde Datei schon hat, allerdings mit der Endung .xcf. Diese Dateiendung sollte auf keinen Fall geändert werden, unabhängig vom verwendeten Betriebssystem.

Der Dateinamen kann natürlich beliebig angepasst werden; Schranken setzen hier nur die Konventionen für Dateinamen, die sich unter den Betriebssystemen etwas unterscheiden. Abgesehen von diesen Konventionen gibt es im Sinne von Best Practice gewisse Empfehlungen zur Wahl sinnvoller Dateinamen. So ist zu empfehlen, "sprechende" Namen zu wählen, die minimal angeben, was auf dem Bild zu sehen ist (etwa neueshaus2013.xcf, grillparty.xcf, weniger gut: thdhdhslh.xcf). Sonderzeichen in Dateinamen werden besser auch dann vermieden, wenn das verwendete Betriebssystem sie an sich zulässt (besser menuealacarte.xcf als menüàlacarte.xcf). Leerzeichen in Dateinamen sollten auch unter Windows, wo das an sich zulässig ist, vermieden werden (meinhaus.xcf, nicht mein haus.xcf). Grossbuchstaben sind besser zu vermeiden (meinhaus.xcf, nicht meinHaus.xcf). Zahlen sollten wenn überhaupt nur am Ende des Dateinamens verwendet werden, nicht mittendrin und auf keinen Fall am Anfang. Der Tiefstrich ist nicht geeignet, statt dessen sollte ggf. der Trennstrich verwendet werden (mein-haus.xcf, nicht mein_haus.xcf). Überlange Dateinamen sind nicht zu empfehlen. Die Beachtung dieser Empfehlungen stellt sicher, dass die gewählten Dateinamen auf allen (Betriebs-)Systemen und in allen Sprachen lesbar und darstellbar sind.

Wenn nur Änderungen einer schon bestehenden xcf-Datei gespeichert werden sollen, ohne dass der Dateiname oder der Speicherort geändert werden sollen, ist der Befehl Speichern im Menü Datei (der siebte von oben) die richtige Wahl. Dieser Befehl führt die Speicheraktion direkt durch, ohne Aufruf des Dateimanagers.

Etwas ungewöhnlich ist, dass GIMP noch einen dritten Befehl zum Speichern von Bilden hat, nämlich Kopie speichern... (den neunten von oben im Menü Datei). Der Befehl wirkt sehr ähnlich wie Speichern unter...; insbesondere wird auch dadurch zuerst der Dateimanager aufgerufen, wo dann der Dateiname und der Speicherort festgelegt bzw. geändert werden können. Es gibt allerdings folgenden Unterschied zwischen den beiden Befehlen: Bei Kopie speichern... wird zusätzlich auch die so genannte Versionshistorie der abzuspeichernden Datei gespeichert, was bei allen anderen Speicherarten nicht der Fall ist. Die Versionshistorie enthält alle Bearbeitungsschritte seit dem letzten Öffnen der Datei. In alten Versionen von GIMP war das die einzige Möglichkeit Zugriff auf die Versionshistorie zu haben und die fragliche Datei trotzdem (vorübergehend) zu speichern. Heute hat GIMP allerdings weit mächtigere Instrumente zum Protokollieren von Bearbeitungsschritten, insbesondere das so genannte Journal. Es ist hier nicht der Ort das zu vertiefen; jedenfalls aber wird Kopie speichern... heute kaum noch verwendet. So gespeicherte Dateien bleiben übrigens nur bis zum Schliessen von GIMP gespeichert; dann fragt GIMP, ob solche Dateien endgültig (aber unter Verlust der Versionshistorie) gespeichert werden sollen, oder ob sie gar nicht gespeichert werden sollen.

Bilder exportieren

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Ist die Bearbeitung eines Bildes abgeschlossen, muss die Bilddatei in der Regel exportiert werden. Das ist eine qualifizierte Form des Speicherns, bei der nicht nur die Datei gespeichert wird, sondern vorher zusätzlich eine Konvertierung in ein "gängiges" Dateiformat erfolgt. Natürlich ist es theoretisch möglich, eine bearbeitete Datei einfach im GIMP-eigenen Dateiformat xcf zu belassen. Das Problem ist allerdings, dass dieses Dateiformat im Grunde nur von GIMP selber unterstützt wird. In dieser Absolutheit stimmt das heute zwar nicht mehr: Dank dem grossen Erfolg von GIMP kann eine recht grosse Anzahl von Viewern mittlerweile xcf-Dateien lesen. Es handelt sich aber jedenfalls nicht um ein Dateiformat, dass sich eignet, wenn die Bilddatei veröffentlicht oder weitergegeben werden soll; mit "Veröffentlichung" ist insbesondere auch jede Publikation im Internet gemeint. Browser können xcf-Dateien nicht oder jedenfalls nicht immer und oft nicht korrekt darstellen. Deshalb ist das Exportieren fertig bearbeiteter Bilddateien selbst für Einsteiger der einzige korrekte Abschluss einer Bildbearbeitung.

Ähnlich wie beim "normalen" Speichern gibt es fürs Exportieren zwei verschiedene Befehle, nämlich entweder nur Exportieren (der elfte im Menü Datei, von oben gezählt) oder Exportieren als... (der zwölfte). In der Praxis verwendet man meist Exportieren als..., denn blosses Exportieren funktioniert an sich nur, wenn das Bild schon am gewünschten Speicherort mit dem gewünschten Dateinamen und im gewünschten Dateiformat vorhanden ist. Das ist nur dann der Fall, man mit einem bearbeiteten Bild im Sinne einer "Neuauflage" eine frühere, bearbeitete Version überschreiben will. Dieses Szenario ist relativ untypisch; meist wird man eine Neufassung einer Bildbearbeitung in einer anderen Datei speichern wollen.

Wählt man Exportieren als..., verbindet sich GIMP wiederum mit dem Dateimanager. Der Dateiname und der Speicherort werden genau gleich angegeben wie bei Speichern unter... Zusätzlich muss man nun aber das gewünschte Dateiformat wählen. GIMP schlägt per Default das png-Format vor; wenn das fertig bearbeitete Bild zum Beispiel am Ende der Bearbeitung meinbearbeitetesbild.xcf heisst, schlägt GIMP vor, es als meinbearbeitetesbild.png zu exportieren (und zwar am selben Speicherort, wo die xcf-Datei liegt, was man natürlich im Dateimanager ändern kann). Um das gleich vornweg zu nehmen: Für Einsteiger und überhaupt für einen sehr grossen Teil der Benutzer ist das png-Format genau das Richtige. Es handelt sich um ein Format, das zwei sehr grosse Vorteile hat: Es gehen im Vergleich zu anderen Dateiformaten wenig Informationen beim Konvertieren verloren, und das Format wird inzwischen sehr gut unterstützt. Alle heutigen Browser können das png-Format korrekt darstellen, so dass das Format für die Publikation von Bildern im Internet sehr gut geeignet ist. Alle heutigen Viewer beherrschen png, erst recht (andere) Bildbearbeitungsprogramme. Auch sozusagen alle anderen Programme, die irgendwie mit Bildern arbeiten können (etwa Präsentationsprogramme), können dieses Format problemlos lesen.

unterer Rand des Dateimanangers nach Datei/Exportieren als...

Selbstverständlich gibt es ausser png sehr viele andere Dateiformate für Bilder, und GIMP kann Bilddateien in eine beträchtliche Zahl davon exportieren - nämlich aktuell (ohne Einsatz von Plugins) in satte 39 Formate. Selbst Profis kennen kaum alle. Viele Formate sind nur für ganz spezielle Verwendungsweisen geeignet, andere sind stark bis sehr stark veraltet. Wegen seiner immer noch sehr grossen Verbreitung sei ein Format ausser png noch erwähnt, nämlich das jpg-Format. Dieses ist punkto Kompatibilität ebenso gut wie png (bis vor ein paar Jahren sogar besser, das ist aber vorbei). Wer in die Bildbearbeitung einsteigt, wird mit Sicherheit auf Bilddateien im jpg-Format stossen, mitunter immer noch häufiger als auf png-Dateien. Während das (natürlich sowieso völlig unproblematische) Öffnen von jpg-Dateien in GIMP keiner Bemerkung bedarf, ist insgesamt inzwischen doch klar davon abzuraten Bilder in dieses Format zu exportieren. Der Informationsverlust ist nämlich erheblich grösser als bei png, und jpg ist auch in anderer Hinsicht png ganz erheblich unterlegen. Deshalb empfiehlt heute die gesamte Fachliteratur die Verwendung des png-Formats, solange keine besonderen Gründe ein anderes Format erfordern.

Einstellungsfenster zum Exportieren von Dateien nach png

Wenn Exportieren als... gewählt wurde, hat das erscheinende Fenster, das den Dateimanager enthält (bzw. technisch gesehen zu ihm verbindet) unten rechts die Schaltfläche Exportieren, die gedrückt werden muss, wenn man (auch) mit dem eingestellten Dateiformat einverstanden ist. Ist man damit nicht einverstanden, muss man links den kleinen Button (Symbol: + ) neben Dateityp: Nach Endung anklicken. Dann erscheinen alle Dateiformate, in die GIMP Bilder exportieren kann, und zwar alphabetisch sortiert. Hat man das gewünschte gewählt, kann man die Schaltfläche Exportieren anwählen.

GIMP bietet für jedes Dateiformat, in das Bilder exportiert werden können, zusätzliche Optionen an, und zwar in einem neuen Fenster, das erscheint, sobald die Schaltfläche Exportieren angeklickt wurde. Bei manchen Dateiformaten kann man sehr wenig wählen, bei manchen aber sehr viel. Es ist hier nicht der Ort, zu erklären, was all diese Optionen bei den 39 Dateiformaten bewirken. Als Grundsatz gilt: Ein Einsteiger liegt in der Regel nicht falsch, wenn er die Default-Einstellungen unverändert lässt. Das gilt gerade auch fürs empfohlene Dateiformat png. In diesem neuen Einstellungs-Fenster muss nochmals eine Schaltfläche Exportieren angeklickt werden, und danach erstellt GIMP die neue Datei im gewählten Dateiformat (und mit den allenfalls gewählten Einstellungen).

Einsatz von Tastenkürzeln

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Vier der fünf Befehle fürs Speichern und Exportieren von Bildern können auch per Tastenkürzel ausgeführt werden. Nur Datei/Kopie speichern... hat standardmässig kein Tastenkürzel zugeordnet; dieser Befehl wird aber wie gesagt kaum noch verwendet.

Einfaches Datei/Speichern erfolgt mit Ctrl + S. Datei/Speichern unter... dagegen erfordert Shift + Ctrl + S. Einfaches Datei/Exportieren erfolgt mit Ctrl + E. Datei/Exportieren als... dagegen erfordert Shift + Ctrl + E.

Kleine Aufgaben

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  • Öffnen Sie ein Bild Ihrer Wahl, das nicht im GIMP-Format xcf vorliegt, und speichern Sie es unter einem frei gewählten Namen am Speicherort Ihrer Wahl im GIMP-Format xcf.
  • Exportieren Sie eine xcf-Datei ins pgn-Format, wobei Sie ihr einen anderen Dateinamen geben.
  • Führen Sie die beiden obigen Aufgaben mit anderen Bildern statt per Menü mit Tastaturkürzeln aus.