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Gitarre: Saiten aufziehen

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Neue Saiten aufziehen

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Allgemeines

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Wenn einmal eine Saite reißt, ist es beruhigend zu wissen, dass man immer einen Satz (zur Not auch alter) Saiten zum Wechseln bei sich hat. Sobald deutliche Abnutzungserscheinungen auftreten, empfiehlt es sich den ganzen Satz zu wechseln und die noch einigermaßen brauchbaren Saiten für Notfälle aufzubewahren. Wie oft ein Satz Saiten gewechselt werden muss, hängt sehr stark von der Art und Weise ab, wie man auf denen spielt. Nylonsaiten, die nur mit den Fingern gespielt werden, halten erfahrungsgemäß am längsten. Saiten von Westerngitarren, die mit Plectrum gespielt werden, müssen häufiger gewechselt werden. E-Gitarren-Saiten sind normalerweise dünner als die für Westerngitarren und nutzen sich daher schneller ab. Wann man die Saiten wechselt, hängt letztlich von deren tatsächlichem Zustand ab. Saiten sollten auf alle Fälle gewechselt werden, wenn sich der umsponnene Draht löst, sie verrostet oder sehr rau sind. Der Klang der Saiten ändert sich, je länger sie aufgespannt sind und je länger sie bespielt werden. Das können bei Nylonsaiten mehrere Monate sein. Bei E-Gitarren-Saiten kommt es nicht selten vor, dass man sie alle paar Wochen wechselt; je nach dem, wie stark sie beansprucht werden. Gitarristen in einer Band wechseln mitunter die Saiten nach jedem Auftritt. Aber für einen Anfänger gilt: Solange der Klang den eigenen Ansprüchen genügt, können sie drauf bleiben. Man sollte also immer ein bis zwei Sätze neuer Saiten als Reserve haben.

Tipps

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  • Die Saiten laufen leichter über die entsprechende Nut des Sattels, wenn man diese mit dem Graphit eines weichen Bleistifts (Stärke: BB) "geschmiert" hat. Beim Stimmen bewegt sich die Saite in der Nut.
  • In den ersten Tagen verstimmen sich neu aufgezogene Saiten noch sehr schnell. Wenn man den kompletten Satz Saiten wechseln möchte, ist es unter Umständen ratsam, zuerst nur eine Hälfte (beispielsweise die Basssaiten) auszutauschen und die andere Hälfte ein paar Tage später, wenn sich die oberen Saiten nicht mehr verstimmen. Damit stellt man sicher, dass man immer eine Hälfte der Saiten hat, die richtig gestimmt sind und die sich nicht so schnell verziehen. Diese dienen so als Orientierung für die neuen Saiten.
  • Zudem sollte man die Saiten nach dem ersten Stimmen immer noch mal kräftig etwa in der Mitte der Gitarre ein paar Zentimeter anheben. Der Ton der Saiten wird dadurch wieder tiefer, also muss man diese Saiten noch einmal nachstimmen. Man wiederholt den Vorgang so lange, bis sich die Saiten nach dem Hochziehen nicht mehr verstimmen. Dadurch verstimmen die Saiten am Anfang nicht so schnell und die Stimmung hält mitunter auch zwei oder drei Lieder lang. Aber man darf sich nicht wundern, wenn man eine Gitarre anfangs mehrfach am Tag stimmen muss. Dieses gibt sich nach ein paar Tagen. Danach reicht es, die Gitarre nur einmal am Tag zu überprüfen und gegebenenfalls mal ein oder zwei Saiten nachzustimmen.
  • Wenn alle Saiten gewechselt werden, ist übrigens ein guter Zeitpunkt auch mal die Gitarre zu reinigen und zu pflegen.

Übliche Anordnung der Saiten bei Standard-Stimmung

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(Saitenstärke für Konzertgitarrensaiten 'Classic', Nylon: E1 0.71 mm/0.028", B2 0,81 mm/0.032", G3 1.02 mm/0.040", D4 0.79 mm/0.031", A5 0.86 mm/0.034", E6 1.09 mm/0.043")

Siehe auch * Stimmen - Stimmen der Gitarre

Konzertgitarre (engl. 'Classical Guitar')

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Knoten zum Befestigen der Saite am Steg. Gitarrendecke, Steg, Stegeinlage
  1. Zuerst wird durch Drehen des entsprechenden Flügels die Spannung der alten Saite gelöst, sodass sie lose hängt.
  2. Danach wird die Saite aus der Achse der Mechanik gezogen und am Steg der Knoten gelöst: die alte Saite wird entfernt.
  3. Am Steg wird die neue Saite vom Schallloch aus in das entsprechende Loch gesteckt.
  4. Das lose Ende wird einmal um die Saite geschlagen und dann zweimal durch die Schlaufe gezogen. Dieser Knoten zieht sich unter Belastung zu, lässt sich aber sehr einfach lösen, wenn das Ende locker ist. Wenn die Saite ein Ende hat, das etwas lockerer umsponnen ist, lässt sich dieses leichter bewerkstelligen. Wichtig: Es ist darauf zu achten, dass das Saitenende hinter die Kante vom Steg kommt! Die Saite wird dadurch zusätzlich eingeklemmt. Sonst fangen besonders die durchsichtigen Nylonsaiten 1, 2 und 3 an zu rutschen, wenn mit dem Stimmen begonnen wird! Es ist außerdem hilfreich, wenn man eine Saite nach der anderen auswechselt, und nicht alle gleichzeitig entfernt. Dann muss man nicht so lange überlegen, an welchem Wirbel die neue Saite wieder befestigt werden muss. Andererseits lässt sich die Gitarre besser reinigen, wenn alle Saiten entfernt wurden.
  5. Der entsprechende Wirbel am Gitarrenkopf wird so gedreht, dass das Loch gut erreichbar ist.
  6. Das lose Ende der Saite wird zwei Mal („obenherum“) locker um die Achse der Mechanik gewickelt.
  7. Dann wird das lose Ende der Saite zwischen den Wicklungen durch das Loch in der Achse der Mechanik gesteckt und nicht zu fest gezogen. (Links unten ist abgebildet, wie eine Saite vor dem Festziehen am besten über die Achse der Mechanik zu legen ist. Zunächst werden also maximal zwei Windungen um die Achse gewickelt - wer's schon kann kommt auch mit einer Wicklung aus - und erst dann die Saite durchs Loch gesteckt!)
  8. Das andere (bereits „feste“) Ende wird beim Aufwickeln – solange die Saite nicht zu straff gespannt ist – über die beiden Wicklungen gelegt (siehe Abbildung unten).
  9. Jetzt kann ohne weiteres sofort gestimmt werden.


Mechanik (Flügel, Schneckengetriebe, Achse), Saite, Finger

So wird es beim Stimmen immer fester angezogen: die Saite kann sich so nicht lösen. Auch werden auf diese Weise nie zuviele Wicklungen auf der Achse sein und so der Aufwand für den nächsten Saitenwechsel minimiert. Und: sie ist dadurch früher nach dem Saitenwechsel stimmstabil. Dann eventuell das Ende (nicht zu knapp!) kürzen.

Die Drehrichtung der Achse beachten! Als Eselsbrücke: Eine Drehung der Flügel der Mechanik nach Art, in der ein Flaschendeckel zugeschraubt würde, lockert die Saite (sie wird tiefer gestimmt); Eine entgegengesetzte Drehung spannt die Saite (sie wird höher gestimmt).

Neue Saiten dehnen sich nach dem Aufziehen und Stimmen zum Teil erheblich. Sie werden deshalb nach dem ersten Stimmen in der Mitte zwischen Daumen und Zeigefinger genommen und etwa zwei daumenbreit angehoben. Danach wird weiter gestimmt. Der gesamte Vorgang kann bis zu einer Stunde dauern.

Tipp

Es lohnt sich, das Schneckengetriebe der Mechanik bei Schwergängigkeit mal zu ölen! Dadurch hält es auch länger. Die Reibung in der Nut des Sattels kann durch Graphit (z.B. von einem weichen Bleistift, Kennung BB) oder Talkum verringert werden. Die Saiten laufen dann besser darin.

Westerngitarre (engl. 'Acoustic')

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  1. Löse die Spannung der alten Saite, so dass diese lose hängt.
  2. Ziehe das kleine Plastikstück (bridge pin) aus dem Ende des Stegs und entferne die alte Saite.
  3. Fädel das Ende der neuen Saite mit dem Metallbällchen in das Loch ein.
  4. Setze das Plastikstück (bridge pin) wieder ein, sodass die neue Saite davon festgehalten wird.
  5. Suche den entsprechenden Wirbel am Gitarrenkopf.
  6. Fädel das Ende der Saite in das Loch, sodass ca. 10-14 cm der Saite herausschaut und die Saite lose hängt.
  7. Knicke die Saite unten am Loch.
  8. Drücke deinen Finger an den Bundstab des ersten Bundes und drehe den Wirbel von dir weg, um den oberen Teil zu spannen.
  9. Stimme die Saite.
  10. Beachte die eingangs genannten Tipps.

E-Gitarre

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Bei E-Gitarren sind durch die verschiedenen Bauformen auch unterschiedliche Lösungsansätze bei der Saitenbefestigung gefunden worden. Dabei kann man hauptsächlich drei Typen unterscheiden:

  • Les Paul-Bauart: Fester Steg (einteilig oder bestehend aus Brücke und Saitenhalter), einfacher Sattel und geleimter Hals mit 2 × 3 Wirbeln,
  • Fender-Bauart: einfaches Tremolosystem, einfacher Sattel und geschraubter Hals mit sechs Wirbeln in Reihe,
  • Gitarren mit Floyd Rose Tremolo: Stimmstabiles Tremolosystem, das auf vielen verschiedenen Gitarren zu finden ist, zumeist in Kombination mit einem Sattel, der das Fixieren der Saiten mit Hilfe einer Klemmvorrichtung erlaubt (Klemmsattel).

Jede E-Gitarren-Bauform hat spezifische Vor- und Nachteile sowie unterschiedliche Handgriffe für einen Saitenwechsel.

Beim Saitenaufziehen geht man üblicherweise folgendermaßen vor:

  1. Man entfernt die vorhandenen Saiten. Tipp: Bei einer Les Paul-artigen Stegkonstruktion kann man vorerst eine Saite auf der Gitarre belassen – dies verhindert, dass sich die Brücke und der Saitenhalter (auch „Stop-Tail-Piece“) ungewollt aus dem Staub machen und Kratzer im Instrument verursachen. Auch behält man so ganz einfach die Einstellung der Saitenhöhe.
  2. Zeit für Pflege und Reinigung! Ohne Saiten lässt es sich einfach besser saubermachen.
  3. Man nimmt eine Saite, fädelt sie durch den Saitenhalter und führt sie über die Brücke und den Sattel zu den Mechaniken hin.
  4. Nun knickt man die Saite ca. 3 cm oberhalb der entsprechenden Mechanik ab. Tipp: Bei Gitarren mit zwei gegenüberliegenden Reihen von Mechaniken (z. B. Les Paul) entsprechen die gewünschten 3 cm in etwa dem Abstand der Wirbel innerhalb einer Reihe. Bei Fender-artigen Gitarren, wo alle Wirbel hintereinander liegen, die Saite in etwa auf Höhe der Mitte zwischen dem jeweils nächsten und übernächsten Wirbel abknicken.
  5. Die Saite wird nun bis zum Knick in die Mechanik eingefädelt.
  6. Nun dreht man an dem Stimmflügel der Mechanik, um die Saite auf Spannung zu bringen. Dabei sollte man darauf achten, dass die Saite gleichmäßig, ohne sich zu überkreuzen in Richtung Kopfplatte gewickelt wird. Auch sollten die Saiten bei einer Les Paul-artigen Kopfplatte immer von innen gesehen auf die Mechanik gewickelt sein. Bei Fender-artigen Kopfplatten immer von unten (Gitarre in Spielhaltung).
  7. Das überstehende Stück Saite kann nun mit einem Seitenschneider abgezwickt werden.
  8. Punkt 3 bis 7 bei allen Saiten wiederholen. (Auch die letzte alte Saite kann jetzt entfernt werden)
  9. Gitarre grob in Stimmung bringen.
  10. Damit sich die neu bespannte Gitarre nicht gleich wieder verstimmt, muss noch der Saiten-Schlupf an den Mechanikachsen „herausgezogen“ werden. Man dehnt dazu jede Saite indem man sie ca. 2 cm vom Griffbrett (12. Bund) wegzieht.
  11. Gitarre stimmen.
  12. Punkt 10 bis 11 ein paarmal wiederholen bis die Saite die Stimmung hält. (3–5 mal, nicht übertreiben, sonst kommt man gar nicht mehr zum Spielen)

Aufziehen bei festem Steg

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Gitarre mit festem Steg (hier einteilig)

Bei E-Gitarren ohne Tremolohebel ist das Saitenaufziehen wesentlich einfacher als bei Gitarren mit Tremolo-Mechanik, da hier die Saiten nur durch die Stegkonstruktion gefädelt werden müssen, um sie anschließend an den Stimmwirbeln zu befestigen.

Aus diesem Grund erfreuen sich die einfacheren Gitarren ohne Tremolosystem auch heute noch großer Beliebtheit, denn für den größten Teil aller Stücke ist ein Tremolosystem gar nicht erforderlich. Zudem sind Gitarren mit fester Stegkonstruktion auch viel stimmfester und obendrein auch noch viel einfacher einzustellen. Außerdem läuft man mit feststehendem Steg nicht Gefahr, dass sich die Gitarre durch einen Saitenriss vollständig verstimmt (wie bei schwebend gelagerten Tremolosystemen).

Ein weiterer Vorteil von festen Stegen ist natürlich auch der viel einfachere Wechsel auf andere Saitenstärken, da hier nur sehr selten Einstellungsänderungen an der Gitarre notwendig werden, wenn der Saitenzug durch andere Saitensätze verändert wird.

  1. Lösen Sie die Spannung der alten Saite, so dass diese lose hängt.
  2. Entfernen sie die alte Saite durch Abwickeln vom Wirbel.
  3. Befestigen Sie das Ende der neuen Saite mit dem Metallbällchen am Steg. (Bei zweiteiliger Stegkonstruktion aus Saitenhalter und Brücke werden die Saiten durch das Loch im Saitenhalter und dann über die entsprechende Kerbe (Saitenreiter) der Brücke geführt. Im Falle von Einteilern ist zu beachten, dass hier bei manchen Konstruktionen die Saite von der Halsseite durch das Loch gesteckt und dann über die Oberseite des Stegs zurückgeführt werden muss. Bei Telecaster-ähnlichen Stegen werden die Saiten unter Umständen von der Rückseite der Gitarre aus durch eine Bohrung im Korpus gefädelt (String-Through-Body-Konstruktion)).
  4. Suchen Sie den entsprechenden Wirbel am Gitarrenkopf.
  5. Fädeln Sie das Ende der Saite durch das Loch im Wirbel.
  6. Ziehen Sie die Saite durch das Loch und lassen Sie so viel dabei übrig, dass man etwa 3-4 Windungen auf den Wirbel bekommt (siehe dazu auch Punkt 4 im vorigen Abschnitt).
  7. Knicken sie das über den Wirbel stehende Ende der Saite am Wirbelloch nach oben.
  8. Drehen Sie den Wirbel von sich weg, um die Saite zu spannen.
  9. Nach erfolgtem Aufziehen den Saitenrest am Wirbel mit Seitenschneider entfernen.

Aufziehen bei Gitarren nach Fender-Art

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Wirbelmechanik bei Fender-artigen Gitarren

Viele E-Gitarren haben einen Hals, der eigentlich für Fender-Gitarren typisch ist. Bei der klassischen Form dieser Mechanik fällt auf, dass die Saiten der Reihenfolge nach aufgespannt werden. Bei diesen Gitarren ist unbedingt darauf zu achten, dass die Saite geradeaus auf den Wirbel zuläuft und nicht von der Seite (wenn dies der Fall ist, sind die Saiten falschherum auf den Wirbel gedreht)!

Mit dem Saitenwechsel beginnt man am besten, wie üblich, mit der tiefsten Saite und arbeitet sich Saite für Saite nach oben. Bei vielen Fender-artigen Hälsen sind Klammern (häufig bei den hohen Saiten) vor den Wirbeln angebracht, um die Saiten niederzuhalten. Sie sollen dafür sorgen, dass bei einem Tremoloeinsatz die Saite nicht aus dem Steg springt.

Fender Tremolomechanik: der Tremolohebel ist hier abgeschraubt

Das Fender-Tremolo lässt ein recht einfaches Saitenaufziehen zu, da die Saiten nur von der Rückseite des Korpus durchgezogen werden. Ein Vorteil des Fender-typischen Tremolos ist zweifellos der einfache Saitenwechsel, da hier keine geschraubten Klemmen zum Befestigen der Saiten verwendet werden.

Leider muss beim Fender-Tremolo (wie auch bei allen anderen Systemen) die Federspannung verändert werden, wenn man die Tremolo-Mechanik schwebend gelagert hat und auf eine andere Saitenstärke wechseln möchte. Wer dies umgehen will, der kann die Mechanik auch aufliegend einstellen, so dass die Mechanik immer auf dem Korpus liegt. Dies hat unter anderem auch den Vorteil, dass sich die Gitarre bei einem Saitenriss während eines Stückes nicht verstimmt.

Der Nachteil eines aufliegenden Tremolos ist eher spieltechnischer Natur, denn so kann ein Ton mit Hilfe des Tremolos nur nach unten verändert werden. Diese Einbuße ist aber leicht zu verschmerzen, weil das Fender-Tremolo sowieso nicht das stimmstabilste System ist und man sich zweimal überlegen sollte, ob man es einsetzt oder nicht (es kann eine Gitarre bei stärkerem Einsatz gar fürchterlich verstimmen).

  1. Lösen Sie die Spannung der alten Saite, so dass diese lose hängt.
  2. Entfernen sie die alte Saite durch Abwickeln vom Wirbel und anschließendes Ausfädeln aus dem Tremolo.
  3. Ziehen Sie das Ende der neuen Saite mit dem blanken Ende nach vorne von der Rückseite des Tremolos durch die Mechanik.
  4. Suchen Sie den entsprechenden Wirbel am Gitarrenkopf.
  5. Fädeln Sie das Ende der Saite durch das Loch im Wirbel.
  6. Ziehen Sie die Saite durch das Loch und lassen Sie so viel dabei übrig, dass man etwa 3–4 Windungen auf den Wirbel bekommt (siehe dazu auch die entsprechenden Hinweise in den vorigen Abschnitten).
  7. Knicken sie das über den Wirbel stehende Ende der Saite am Wirbelloch nach oben.
  8. Drehen Sie den Wirbel von sich weg, um die Saite zu spannen.
  9. Nach erfolgtem Aufziehen den Saitenrest am Wirbel mit Seitenschneider entfernen.
  10. Jetzt einstimmen, am besten mit einem Stimmgerät und dann spielen!

Aufziehen bei Gitarren mit Floyd-Rose-Tremolo

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Floyd Rose Tremolomechanik

Damit sich die Gitarre beim Einsatz des Tremolo-Hebels nicht verstimmt, werden die Saiten bei der Floyd-Rose Bauart an der Brücke festgeschraubt. Meistens sind die Saiten auch am Sattel, der sich am Halsende vor der Stimm-Mechanik befindet, durch Schrauben gesichert (Klemmsattel).

Bei diesen Systemen wurde das Augenmerk darauf gelegt, dass die Gitarre unter allen Bedingungen stimmfest bleibt. Dies kann nur durch Festschrauben der Saiten bewerkstelligt werden, was allerdings den Saitenwechsel etwas schwieriger gestaltet.

Die Floyd-Rose-Systeme haben allerdings auch gravierende Nachteile gegenüber einfachen Steg- und Sattelkonstruktionen, denn wenn eine Saite reißt, dann verstimmt sich die komplette Gitarre und so ist ein Weiterspielen unmöglich.

Der plötzlichen Verstimmung durch Saitenriss kann durch Einbau eines Feststell-Bocks entgegengewirkt werden, allerdings wird das Tremolo-System dann außer Kraft gesetzt. Eine weitere Variante dem entgegenzutreten ist ein Anschlagsystem, das nur noch eine Tonhöhenänderung nach unten zulässt (da das Tremolosystem darauf aufliegt und somit blockiert). Damit sind nur zwei Möglichkeiten genannt, es gibt aber noch eine Vielzahl anderer Zubehörteile für Floyd-Rose-Systeme, deren Aufzählung hier aber den Rahmen dieses Kapitels sprengen würde.

  1. Lösen Sie die alte Saite mit dem Seitenschneider.
  2. Entfernen Sie die alte Saite vollständig durch Öffnen des Klemm-Mechanismus an der Brücke, lösen der Schrauben an den Sattelklemmen und anschließendes Abwickeln vom Wirbel.
  3. Zwicken Sie das blanke Ende der neuen Saite ein Stück ab und befestigen Sie es an der Brücke durch Festziehen der Klemme.
  4. Suchen Sie den entsprechenden Wirbel am Gitarrenkopf.
  5. Fädeln Sie das Ende der Saite durch den Klemmsattel und anschließend durch das Loch im Wirbel. Ziehen Sie die Saite dabei nicht ganz durch das Loch, sondern lassen Sie dabei so viel übrig, dass sich nach dem Spannen der Saite etwa 3–4 Wicklungen auf dem Wirbel ergeben. Tipp: Bei Fender-artigen Köpfen, bei denen alle Wirbel hintereinander liegen, kann man die optimale Länge wie folgt bestimmen: Die Saite strammziehen, über die Wirbel legen und etwa auf Höhe der Mitte zwischen dem jeweils nächsten und übernächsten Wirbel um 90 Grad abknicken. Die Saite wird dann bis zum Knick durch das Loch geführt.
  6. Knicken Sie außerdem das über den Wirbel stehende Ende der Saite hinter dem Wirbelloch nach oben.
  7. Drehen Sie den Wirbel von sich weg, um die Saite zu spannen.
  8. Drehen Sie die Feinstimmer an der Brücke bis auf ca. eine Umdrehung heraus.
  9. Nach erfolgtem Aufziehen den Saitenrest am Wirbel mit Seitenschneider entfernen.
  10. Die Gitarre stimmen (ggf. wiederholt Dehnen und Nachstimmen um die Stimmstabilität zu verbessern, s. o.).
  11. Nach erfolgtem Stimmen die Sattelklemmen wieder anziehen.
  12. Durch das Anziehen der Sattelklemmen sollte sich die Saite – wenn überhaupt – nur minimal verstimmen. Gegebenenfalls mit den Feinstimmern an der Brücke nachstimmen.

Siehe auch

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Alternative Methode für Floyd Rose

Dieser Abschnitt beschreibt eine Variante, mit der die Saiten größtenteils schlupffrei montiert werden können. so dass die Gitarre einfacher zu justieren ist.

Für ein gut eingestelltes Instrument mit Floyd Rose Tremolo System gilt es, die Grundplatte des Systems parallel zur Korpus-Oberfläche der Gitarre zu justieren. Die Justierung nach dem Prinzip "exakte Stimmung = Summe aller Saiten-Zugkräfte = Spannung der Konterfedern (rückwärtig im Korpus)" ist nur mit viel Feingefühl zu erzielen. Da die Saiten bei geöffneter Sattelklemme dem Schlupf der Wicklungen auf den Mechanikwellen unterliegen, kann man - anstatt die Kugelenden der Saiten abzukneifen - die Kugelenden in die Stimm-Mechanik einfädeln. Dazu dreht man die Welle der Mechanik mit ihrer Bohrung in Richtung des Saitenverlaufs und zieht die Saite durch das Loch in der Welle, bis das Kugelende am Loch der Welle anliegt. Anschliessend zieht man die Saite stramm und schneidet (mit ein wenig Toleranz) die Saite am gegenüberliegenden Ende des entsprechenden Saitenreiters mit dem Seitenschneider ab. Nun führt man das Saitenende in den jeweiligen Saitenreiter und schraubt es fest. Da an der Mechanik durch das Kugelende der Saite diese ebenfalls fixiert ist, lässt sich sehr schnell die Gitarre in die gewünschte Stimmung bringen. Aufgrund der üblichen Mechanik-Konstruktionen (Lochgröße in der Welle) lässt sich dieses Prinzip leider nicht für dickere Saiten (.056 und stärker) anwenden. In der Regel kann die Gitarre sogar verstimmungsfrei ohne fest geschraubte Klemmsättel verwendet werden. Zu beachten ist ebenfalls, dass aufgrund des Spannungsgefüge (Saiten <> Federn) Floyd Rose Gitarren nicht "definitv", sondern eher "relativ" zu stimmen sind. Da das Tremolo-System schwebend montiert ist, beeinflusst jede Mechanik-Bewegung (Änderung der Stimmung = Änderung des Gesamt-Saitenzuges!) die Spannung (=Stimmung) aller anderen Saiten.

Saitenniederhalter beachten

Bei vielen Gitarren kommt hinter dem Sattel ein Saitenniederhalter zum Einsatz, der dafür sorgt, dass die Saiten sich beim Festschrauben der Klemme nicht mehr verstimmen. Um dessen korrekte Position zu kontrollieren, sollte man vorher (ohne die Klemmböcken im Sattel) den Verlauf der Saiten im Sattel prüfen. Zumeist sind die Sättel leicht rund. Und nur dann, wenn die Saiten dieser Rundung folgen (also komplett aufliegen), können die Klemmen ohne Verstimmung der Saiten angezogen werden.