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Internet: Sicherheit: Antivirenprogramme

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Dass man das Internet nicht ohne ein Antivirenprogramm benutzen sollte, hat sich weitgehend herumgesprochen. Sie haben die Wahl zwischen zahlreichen Kaufprogrammen, meist in der Preislage um 20 € pro Jahr, oder kostenlosen Programmen. Ist ein kostenloses Programm zu empfehlen? Betrachten wir das recht weit verbreitete Programm „Avira“, welches in der Basisversion für Privatkunden kostenlos ist. Was bietet Avira?

  • Weder AntiPhishing noch AntiSpyware
  • E-Mails werden nicht überprüft
  • Einmal täglich Werbung

Die Werbung für „Avira AntiVir Premium“ (19,95 € pro Jahr) verspricht Ihnen das, was der kostenlosen Version fehlt:

  • WebGuard und AntiDrive-by blockieren schädliche Inhalte im web,
  • AntiPhishing und AntiSpyware schützen Ihre sensiblen Daten,
  • MailGuard schützt Ihren E-Mail-Verkehr,
  • ProAktiv und AHeaD Technologie erkennen Bedrohungen durch Verhaltensanalyse,
  • Optimierte Performance damit der Schutz den PC nicht bremst und
  • Premium Updates für zusätzliche und schnelle Sicherheitsupdates.

Außerdem reicht der Schutz nicht aus, wenn Sie nur ein Antivirenprogramm installiert haben. Für einen brauchbaren Schutz benötigen Sie:

  1. Antivirenprogramm
  2. Firewall
  3. Anti-Spyware
  4. Spam-Schutz
  5. Phishing-Schutz

und vielleicht noch eine Kindersicherung.

Auch von diesen Schutzkomponenten gibt es Gratis-Versionen. Bedenken Sie aber: Jede dieser Schutzkomponenten muss regelmäßig aktualisiert werden, möglichst mehrmals täglich, denn die Bedrohungslage wechselt schnell. Ein halbes Dutzend Programme, das in kurzen Abständen nachschaut, ob es etwas Neues gibt, bremst die Internetverbindung. Übrigens: Microsoft liefert einige Schutzkomponenten mit, z. B. eine Einwege-Firewall. Microsofts „Tool zum Entfernen schädlicher Software“ wird nur einmal monatlich aktualisiert.

Typischerweise erscheinen im Abstand weniger Monate neue Versionen von jedem der Teilprogramme. Sie sollten regelmäßig nachsehen, ob es Updates gibt, und diese zeitnah installieren.

Es besteht die Gefahr, dass sich die Programme gegenseitig behindern, dass beispielsweise die Firewall vom Antivirenprogramm für einen Schädling gehalten wird. Eine andere Art der Behinderung ist aber völlig sicher: Eine hohe Systembelastung. Ein gutes Sicherheitspaket bremst den PC etwa um 10 bis 20%. Wenn aber jede Datei oder jedes Datenpaket statt von einem Programm von mehreren Programmen nacheinander untersucht werden müssen, bleibt weniger Systemleistung übrig. Außerdem beanspruchen mehrere, ständig aktive Programme einen größeren Anteil vom Arbeitsspeicher als ein einzelnes Sicherheitspaket, so dass weniger Arbeitsspeicher für Anwendungen übrig bleibt.

Übrigens: Ein Sicherheitspaket kostet typischerweise 20 bis 30 € pro Jahr für einen einzelnen PC, das sind pro Tag sechs bis acht Cent. Eine Lizenz für zwei oder drei Computer kostet kaum mehr als eine Einzellizenz, so dass es pro PC noch günstiger wird. Andererseits - einen verseuchten PC zu desinfizieren oder neu zu installieren kostet Sie mindestens einen Arbeitstag oder einen Hunderter, falls Sie einen Fachhändler beauftragen müssen. Sparen Sie nicht an der falschen Stelle!