Kajak/ Gefahren und Risiken

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Outdoor-Aktivitäten Kajak

Es ist zu unterscheiden zwischen den akuten Gefahren – und den Auswirkungen chronischer Überlastung.

Akut[Bearbeiten]

Von den mehreren hundert Ertrinkungstoten in Deutschland gehen pro Jahr ca. zehn bis fünfzehn auf das Konto von Kanuten (Kajaks und Canadier). Eine der Hauptursachen sind Wehre, (etwa jeder dritte tödliche Kajakunfall), häufig wurde auch keine Schwimmweste getragen. Auch gefährlich sind Klemmunfälle im Wildwasser, sowie Paddeln bei Hochwasser. Neben den Pegelständen kann man Hochwasser auch an anderen Zeichen erkennen: Schlammiges, aufgewühltes Wasser, überschwemmte Ufervegetation oder mitschwimmende Äste.

Neben ausreichender Kenntnis und geeignetem Material ist der gesunde Menschenverstand zur Vermeidung gefahrengeneigter Situationen wesentlich. Zeitdruck, Müdigkeit und Selbstüberschätzung sind schlechte Ratgeber.

Chronisch[Bearbeiten]

Ähnliches gilt auch für die Überlastung. Ein häufiges Problem ist die Sehnenscheidenentzündung (Tendovaginitis) des Handgelenks. Diese ist häufig bedingt entweder durch den Fehler zu glauben bei einem e. g. rechtsgedrehtem Paddel müsse man mit der rechten Hand drehen. Dabei wird gar nicht mit der Hand gedreht.

Ein weiteres Problem ist ein zu fester Griff beim Halten des Paddels. Insbesondere wenn das Paddel vorne eingesetzt wird und mit dem unteren Ende also leicht nach vorne zeigt, wird bei schlechter Technik der Fehler gemacht, das Paddel mit der ganzen Hand zu umschließen und dabei das Handgelenk nach oben zu kippen.

Ist es tatsächlich notwendig, ständig das Paddel fest zu umschließen, dann können ergonomisch geformte Paddelschäfte helfen dies zu vermindern.

Eines der am meisten belasteten Gelenke aufgrund der Hebelwirkung des Paddels ist das Schultergelenk.

Durch eine schlechte Position der Beine im Kajak können die Schenkelstützen eventuell die Kniescheibe (Patella) nach außen drücken, oder aber der Wadenbeinnerv (Nervus peroneus) außen abgedrückt werden, was zu Taubheit und Fußheberschwäche führen kann.

Aber auch der weiter proximal gelegene Ischiasnerv (Nervus ischiadicus), der auf der hinteren Seite des Hüftgelenks überspannt und vom harten Sitz abgedrückt werden kann, ist eine mögliche Ursache von Gefühlsstörungen und Lähmungen der Beine.

Diese können auch durch die Lendenwirbelsäule verursacht sein.

Diese Lähmung der Beine wird dead legs syndrome genannt. Es ist eine temporäre Lähmung der Hauptbeinmuskulatur. Sitze mit zu geringer Länge und daher geringer Unterstützung der Schenkel sind ein Risikofaktor. Ebenso wichtig ist die Neigung des Sitzes. Auch auf die richtige Unterstützung durch die Füße sollte geachtet werden.

Umwelteinflüsse[Bearbeiten]

Wichtig ist der Umgang mit der Kälte des Wassers. Siehe dazu auch Erste Hilfe im Gelände/ Kälte

Zu unterscheiden ist die Hypothermie durch Wärmeverlust von dem akuten Kälteschock, durch plötzlichen Kontakt mit dem Wasser.

Eine Neoprenkappe vermindert die Exposition mit der Kälte und damit einerseits die Reaktion des Kälteschocks, bei Eintauchen des Kopfes ins kalte Wasser einen Atemzug nehmen zu müssen, aber auch durch die starke Durchblutung des Kopfes kann auch langfristig ungeschützt sehr viel Wärme verloren gehen. Kaltes Wasser im Ohr kann auch das Gleichgewichtsorgan stören und eine Eskimorolle unmöglich machen.

Des Weiteren kann durch ständigen Kontakt der Ohren mit kalten Wasser eine Exostosenbildung im Gehörgang begünstigt werden. Daher ist ein Schutz der Ohren bei der Gefahr des Kontaktes mit kaltem Wasser (e. g. beim Seekajaking insbesondere beim Brandungssurfen, beim Wildwasserkajaking insbesondere beim Playboating etc.) empfohlen.