Klassifikation der Expressionen und Ausdrucksverhalten/ Grundlagen der KEA/ Grundkonzept der Expressionen

Aus Wikibooks
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Zur Übersicht zum diesem Buch


Theoretische Grundlagen


Grundkonzept der Expressionen


in der Klassifikation der Expressionen und Ausdrucksverhalten




Grundkonzept der Expressionen[Bearbeiten]

'Merke: Expressionen sind ein wichtiges Ordnungsprinzip in der KEA. Sie repräsentieren die inhaltsbedeutende Ordnung, d.h. geben an, was ein Ausdrucksverhalten inhaltlich bedeutet und mit welchen weiteren Ausdrucksverhalten er völlig oder nahezu redundant ist.

Der folgende Abschnitt begründet, warum Expressionen als Klassen eingeführt werden, woraus sie sich ableiten lassen und wozu sie verwendet werden können.

     Mit diesem klassifikatorischen Konzept steht ein weiteres Konzept in sehr enger Verbindung, nämlich das des [Klassifikation der Expressionen und Ausdrucksverhalten/ Grundlagen der KEA/ Grundkonzept der Prozessklassen[#Psychischer Hintergrund|Psychischen Hintergrunds]]. Der Psychische Hintergrund (PH) eines Ausdrucksmusters ist in fast allen Fällen nicht eindeutig bekannt und es gibt in der Literatur sehr unterschiedliche Vorstellungen darüber. Deshalb kann in der KEA auch noch nach einem zweiten, rein physiologisch ausgerichteten Prinzip geordnet werden, das die Annahmen der Expressionen bewußt vernachlässigt und die Ausdrucksmuster lediglich nominal durchnummeriert.

     Die inhaltliche Interpretation ist eine sehr kontrovers diskutierte Angelegenheit. Expressionen sind nur von jenem Leser als Ordnungsprinzip verwendbar, der von der inhaltlichen Interpretierbarkeit von Ausdrücken ausgeht und sich den hier anhand der Literatur vorgenommenen Interpretationen anschließt. Wenn Sie nicht davon ausgehen, dass Ausdrücken bereits heute Inhaltsbedeutungen zugeordnet werden können oder die hier vorgeschlagenen allgemeinen Interpretationen ablehnen, können Sie die KEA trotzdem verwenden, indem Sie die inhaltlich neutralen Beschreibungen der Ausdrucksmuster mit dem FACS benutzen.

Definition der Expression[Bearbeiten]

Allgemeine Definition der Expression[Bearbeiten]

Expressionen sind ein wichtiges Ordnungsprinzip in der KEA. Sie sind definiert als Gruppen von Ausdrücken, die eine gemeinsame oder ähnliche inhaltliche Bedeutung haben.

     Expressionen vertreten einen Angenommenen Psychischen Hintergrund (APH), der dem Ausdrucksmuster zugrunde liegen könnte. Über das Verhältnis von Ausdrucksmuster und Psychischem Hintergrund gibt es viel zu sagen und es ist die Aufgabe der Ausdruckspsychologie, dieses Verhältnis aufzuklären und wissenschaftlich zu beleuchten.

     Expressionen repräsentieren eine provisorische inhaltsbedeutende Ordnung, d.h. geben an, was ein Ausdrucksverhalten inhaltlich bedeuten könnte und mit welchen weiteren Ausdrucksverhalten es völlig oder nahezu redundant sein könnte. Die KEA ist flexibel genug, Änderungen an dieser Ordnung zuzulassen und ist darauf ausgelegt, sich in dieser Hinsicht ständig weiter entwickeln zu können.

Spezielle Definition für Kommunikationspsychologen[Bearbeiten]

Hauptartikel: Kontroverse Ausdruckspsychologie vs Kommunikationspsychologie

Aus Sicht der Kommunikationspsychologie kann die Expression auch auf eine andere Weise definiert werden, die ein Spezialfall der allgemeinen Definition ist.

     Man kann die Expression dann definieren als eine inhaltliche Bedeutung, die mittels verschiedener Ausdrucksmuster zwischen Individuen transportiert werden kann. Auch dann ist eine Expression immer eine Gruppe, welche verschiedene Ausdrucksmuster zusammenfasst, die gleiche oder sehr ähnliche Bedeutungsinhalte vertreten. Dies ist allerdings nur so lange so, wie der Expression genau ein angenommener psychischer Hintergrundprozeß AHP zugeordnet wird.

     Sobald man erkennt, dass unter kommunikationspsychologischen Aspekten eine Expressions-Gruppe mehrere Bedeutungen umfasst, sollte diese Gruppe in zwei neue gespalten bzw. mit anderen Gruppen zusammen in eine neue gelegt werden. Sollen neue Expressionsgruppen eröffnet werden, die speziell auf kommunikationspsychologische Verwendung ausgelegt sind, schlage ich eine Ansiedlung der neuen Expressionsschlüssel zwischen der 6000er und 7000er Grenze vor.

Spezielle Definition für Emotionspsychologen[Bearbeiten]

Hauptartikel: Kontroverse Ausdruckspsychologie vs Emotionspsychologie

In dieser Arbeit wird explizit davon ausgegangen, dass es (a) in der Evolutionsgeschichte mehrere Phasen gab, in denen sich musterhafte Verhaltensweisen heraus gebildet haben, (b) die dabei entstehenden Verhaltens- und Verstehensmuster auch nach Abschluss der Phasen divergent weiter entwickelt haben und (c) nicht jedes Ausdrucksmuster emotional ist.

     Wie im Hauptartikel zur Kontroverse zwischen Ausdrucks- und Emotionspsychologie eläutert, geht der Hauptautor dieser Arbeit davon aus, dass es viele Muster gibt, die von Emotonspsychologen emotionalen Prozessen zugeordnet werden, die sich aber bei genauerem Hinsehen unmöglich als emotionalen Ursprungs erweisen können. Deshalb werden hier viele Ausdrucksmuster (siehe die Musterschlüssel) nicht in emotionale Expressionen geordnet. Natürlich steht Ihnen frei, Expressionsgruppen zu definieren und dort beliebige viele Ausdrucksmuster hinein zu sortieren. Dafür schlage ich vor, diese Expressionen mit Schlüsseln oberhalb der 7000-er Genze zu benennen.

Klassifikatorische Darstellung von Expressionen[Bearbeiten]

Expressionen sind Gruppen von Ausdrücken und sollen mit einem vierstelligen nominalskalierten Expressionsschlüssel sowie einer verbalen Bezeichnung benannt werden. Beispiele:

  • Expression 0001 Anspannung
  • Expression 0009 Erheiterung

     In die Expressionen werden Ausdrucksmuster einsortiert, die von Autoren in der Literatur mit den beschriebenen AHP oft oder plausibel genug in Verbindung gebracht wurden. Die Ausdrucksmuster selbst, die das betrifft, werden mit einem Musterschlüssel bezeichnet. Die Spanne zwischen zwischen 0000 und 1000 ist für die historisch unterschiedenen Gruppen vorgesehen.

     Die verbale Bezeichnung ist keine konstituierende Bezeichnung und nicht identisch damit, was sich ein einzelner Leser unter dem Wort vorstellen könnte. Die verbale Bezeichnung dient nur der kurzen Handhabung und ihr muss auf der jeweiligen Beschreibungsseite der Expression ausdrücklich ein Inhalt zugeordnet werden. Auf dieser Seite sollten auch detaillierte weiterführende Begründungen und eventuell vorhandene Forschungsergebnisse verlinkt werden. Beispiele:

(Die vorliegende Arbeit befindet sich derzeit in der Materialsammungsphase und Sie finden diese beispielhaft angeführten Seiten unter Umständen noch nicht in einem zufriedenstellenden Zustand.)

Siehe auch[Bearbeiten]