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LaTeX/ Einleitung

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Was ist TeX?

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TeX (ausgesprochen Tech) ist eine Markup-Sprache, die von Donald Knuth entwickelt wurde, um Dokumente mit einem schöneren und konsistenteren Layout zu erstellen. Es enthält Konstrukte einer Programmiersprache (if-else) und kann Berechnungen bei der Kompilierung des Dokumentes ausführen, ist aber nur für Textsatz gedacht und bietet darüber hinaus kaum Unterstützung. Durch TeX hat der Nutzer ein mächtiges Werkzeug in der Hand, das ihm sehr feine Kontrolle ermöglicht. Durch die vielfältigen Möglichkeiten ist TeX aber auch teilweise schwierig zu verstehen und verlangt viel Übung.

Knuth begann 1977 damit, das Textsatzsystem TeX zu schreiben, da die Druckqualität der von ihm geschriebenen Buchreihe „The Art of Computer Programming“ immer mehr in Qualität nachließ. Er wollte diesem Problem entgegenwirken, indem er ein System schuf, das eine hohe Qualität des Textsatzes garantierte und auf verschiedenen Druckertypen lief. TeX, wie es heute benutzt wird, wurde bereits 1982 veröffentlicht. 1989 erschien eine leicht verbesserte Version, welche die Unterstützung von 8-bit Zeichen und multipler Sprachen unterstützte. TeX ist bekannt dafür, dass es extrem stabil und nahezu fehlerfrei ist. Außerdem läuft es auf einer großen Anzahl an Computern.

Die Versionsnummer von TeX nähert sich an; derzeit steht sie bei 3.1415926. Mit jeder neuen Ausgabe wird der Versionsnummer eine Ziffer angehängt.

Der Name ist von dem griechischen Wort „τεχνολογία“ (technología) abgeleitet, das man mit Technologie übersetzen kann. Die erste Silbe „τεχ“ sieht TeX im lateinischen Alphabet sehr ähnlich. Eine andere Erklärung nimmt das griechische Wort „τέχνη“ (techni, dt.: Kunst) als Ausgangspunkt. Auch hier lautet die erste Silbe "τεχ".

Was ist LaTeX?

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LaTeX („Lah-tech“ oder „Lay-tech“) ist ein Makropaket, das auf TeX aufsetzt. Entwickelt wurde es von Leslie Lamport. Der Sinn von LaTeX ist es, den Textsatz von TeX zu vereinfachen, speziell im Bereich mathematische Formeln. Zur Zeit wird es vom LaTeX3 project weiterentwickelt. Viele unabhängige Autoren haben Erweiterungen in Form von Paketen oder Stilvorlagen beigesteuert. Einige davon sind in den meisten TeX/LaTeX-Distributionen enthalten. Das Comprehensive TeX Archive Network (CTAN) bietet diese und viele andere Pakete zum Download an.

Da LaTeX aus einer Gruppe von TeX-Kommandos besteht, ist das Verarbeiten von LaTeX-Dokumenten im Grunde ein Programmiervorgang. Man erstellt eine Textdatei, die Text in LaTeX Markup enthält. Diese wird von einem LaTeX-Makro gelesen, das daraus das endgültige Dokument erstellt.

Verglichen mit WYSIWYG-Programmen (What You See Is What You Get) wie Openoffice.org Writer oder Microsoft Word hat diese Vorgehensweise natürlich Nachteile:

  • Das Aussehen des endgültigen Dokumentes ist nicht sofort ersichtlich.
  • Man muss die benötigten Kommandos der LaTeX Markup-Sprache kennen.
  • Manchmal ist es schwierig, ein ganz bestimmtes Aussehen zu erhalten.

Selbstverständlich hat die Markupsprachen-Arbeitsweise auch ihre Vorteile:

  • Das Layout, Aussehen der Schriften und Tabellen usw. ist im ganzen Dokument gleich.
  • Es ist sehr einfach, mathematische Formeln zu schreiben.
  • Indizes, Fußnoten und Referenzen können leicht erstellt werden.
  • LaTeX zwingt den Autor dazu, das Dokument korrekt zu strukturieren.

LaTeX arbeitet nach dem Prinzip WYSIWYAF (What You See Is What You Asked For). Die häufig gebrauchten Abkürzungen WYSIWYM/WYGIWYM (What You See Is What You Mean/What You Get Is What You Mean) beziehen sich auf das Erstellen von LaTeX-Dokumenten mit geeigneten Editoren wie LyX, Kile usw. (eine Liste kann auf der Seite Installation gefunden werden). Die Bedeutung dieser Prinzipien lässt sich kurz zusammenfassen: Der Autor sieht während der Bearbeitung nicht das endgültige Aussehen des Dokumentes, sondern stattdessen wird nur dessen Struktur angezeigt. LaTeX nimmt die Formatierung des Dokumentes zum Großteil dem Autor aus den Händen.

Ein LaTeX-Dokument ist ein reines Textdokument, welches den eigentlichen Inhalt mit zusätzlichen Markups enthält. Wenn die Datei vom Makro Paket verarbeitet wird, können Dokumente in verschiedenen Formaten entstehen. Das erste Format, das TeX (und damit auch LaTeX) unterstützte, war DVI. Daneben wird auch die Erstellung von PDF-Dokumenten nativ unterstützt. Durch die Verwendung weiterer Software können aber auch PostScript-Dokumente, PNG- oder JPG-Grafiken und Vieles mehr erzeugt werden.

Voraussetzungen

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Um LaTeX-Dokumente schreiben zu können, braucht man zumindest folgende Programme:

  • Editor: Ein einfacher Texteditor wie notepad oder Notepad++ [1] genügt, aber ein spezialisierter LaTeX-Editor vereinfacht das Arbeiten erheblich.
    • Mac OS X: TexShop [2] ist ein funktionsreicher Editor welcher ebenfalls als Paket mit MacTeX [3] erhältlich ist.
    • Unixoide Systeme (inklusive Mac OS X): Emacsen und gvim bieten mächtige TeX-Umgebungen, haben aber für Anfänger eine steile Lernkurve. Für weniger erfahrene Nutzer sind daher Editoren wie Texmaker [4] und Kile [5], die Oberflächen mit hoher Benutzerfreundlichkeit bieten, eher zu empfehlen. Nutzer des GNOME-Desktops können das gedit-latex-plugin [6] für Gedit verwenden.
    • Windows: TeXnicCenter [7] ist ein verbreiteter freier und quelloffener LaTeX-Editor.
  • Die LaTeX Binärdateien und Stylesheets
    • TeXLive ist erhältlich für UNIX/Linux [8] und Mac OS X [9].
    • MiKTeX [10] ist eine populäre LaTeX-Distribution für Windows.
  • Ein DVI-Betrachter um das Ergebnis ansehen und ausdrucken zu können. Entsprechende Betrachter sind gewöhnlich bereits im Editor oder in der Distribution enthalten. Alternativ kann auch ein PDF-Betrachter verwendet werden, wenn das Dokument mit dem Kommando pdflatex (oder einer ähnlichen Funktion in der Entwicklungsumgebung) kompiliert wurde.

Eine LaTeX-Distribution mit vielen Paketen und Add-Ins, Editoren und Betrachtern für UNIX, Linux, Mac OS und Windows kann von der TeX users group [11] erhalten werden.

In einer Distribution vorhandene Programme

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Nachfolgend die Programme, die in jeder (La)TeX-Distribution enthalten sein sollten:

  • tex: der einfachste Compiler. Er erzeugt aus einer TeX-Datei eine DVI-Datei.
  • pdftex: erzeugt aus einer TeX-Datei eine PDF-Datei.
  • latex: ist vermutlich der am meisten genutzte Compiler. Er erzeugt eine DVI-Datei aus einer LaTeX-Datei.
  • pdflatex: erzeugt eine PDF-Datei aus einer LaTeX-Datei.
  • dvips: wandelt eine DVI-Datei in PostScript um.
  • dvipdf: wandelt eine DVI-Datei nach PDF um.
  • dvipdfm: wandelt eine DVI-Datei nach PDF um. Hierbei handelt es sich um eine verbesserte Version von dvipdf.

Als LaTeX geschaffen wurde, konnte es nur Dateien im DVI-Format erzeugen; PDF-Unterstützung wurde später durch pdflatex hinzugefügt. PDF-Dateien können sowohl mit pdflatex als auch mit dvipdf(m) erzeugt werden. Die Ausgabe von pdflatex nutzt die modernen Möglichkeiten von PDF wie Hyperlinks aus, welche von DVI nicht unterstützt werden. Der Weg über DVI legt also dessen Einschränkungen vor das erzeugte PDF. Manche Pakete, wie PSTricks, nutzen jedoch den Prozess der Umwandlung in DVI aus und funktionieren deshalb nicht mit pdflatex. Manche dieser Pakete verpacken Informationen in der DVI-Datei, welche beim Betrachten nicht sichtbar wird; sobald die Datei jedoch in ein moderneres Format umgewandelt wird, können diese Informationen wieder zu Tage treten.

Abhängig vom verwendeten Compiler würde das zu schreibende Dokument leichte Unterschiede aufweisen. Wie aber später gezeigt wird, kann eine Art Abstraktionsschicht hinzugefügt werden, welche die Informationen über den eigentlichen Compiler versteckt, während der Compiler die Übersetzung selbst vornimmt.

Da LaTeX nur eine Sammlung von Macros für TeX ist, ist es möglich, eine TeX-Datei mit einem LaTeX-Compiler umzuwandeln. Versucht man jedoch eine LaTeX-Datei mit einem TeX-Compiler umzuwandeln, erhält man einen Haufen Fehler.

Das folgende Diagramm zeigt die Verwandtschaften zwischen dem (La)TeX-Quellcode und den Formaten, die daraus erzeugt werden können:

Der eingerahmte rote Text repräsentiert die Dateiformate, der blaue Text bei den Pfeilen die zu verwendenden Befehle, und der kleine dunkelgrüne Text unter den Rahmen sind die jeweils unterstützten Bildformate. Jedesmal, wenn man einen Pfeil passiert, verliert man ein paar Informationen, weshalb sich die Qualität des Dokumentes verschlechtert. Deshalb sollte man, um die beste Qualität für sein Dokument zu bekommen, den kürzesten Weg zu seinem Zielformat wählen. Das ist wahrscheinlich sowieso der einfachste Weg, um an das gewünschte Format zu kommen. Beginnend mit einer LaTeX-Quelldatei ist es am besten, nur den Befehl latex für eine DVI-Datei bzw. pdflatex für eine PDF-Datei als Ausgabe zu bekommen und nur dann nach PostScript zu konvertieren, wenn es für einen Ausdruck des Dokumentes notwendig ist.

Die meisten der Programme sollten bereits in der LaTeX-Distribution enthalten sein, die anderen werden mit Ghostscript mitgeliefert, ebenfalls einer freien und plattformübergreifenden Software.

Im Kapitel In andere Formate umwandeln findet man noch weitere Informationen über das Umwandeln von LaTeX-Quelldateien in andere Formate und Beispiele dazu.

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