Ratgeber für Hobbyfilmer: Aufbau eines Camcorders

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Dieses Kapitel bzw. dieser Abschnitt wird durch intensive Zusammenarbeit sicher schnell besser. Der Hauptautor freut sich über jeden, der mitmacht. Versucht dich vielleicht nur an den schon vorgegebenen Inhalt und an die Form (bei Listen z.B.) anzupassen. Aber wenn etwas nicht passt, rührt sich der Hauptautor bestimmt. Kaputtmachen kannst du nicht viel – also sei mutig. Danke.

Bildstabilisator[Bearbeiten]

Ein Bildstabilisator versucht kleinere Wackler und Unruhen, die etwa durch den Pulsschlag des Filmers verursacht werden, zu eliminieren. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen optischen und elektronischen Bildstabilisatoren.

Elektronische Bildstabilisatoren sind zwar minderwertiger als optische, kosten dafür auch deutlich weniger. Sie verwenden einen Teil der ungenutzten Fläche auf dem bildwandelnden Chip (CCD), um leichte Wackler auszugleichen. Dabei verschlechtert sich jedoch die Auflösung etwas und es können Nebenwirkungen wie Schlieren entstehen.

Bildschirm[Bearbeiten]

Der Bildschirm zeigt das gefilmte Bild und je nach Einstellung auch Zusatzinformationen über Belichtung, Lautstärke, usw. an. Bei direktem Sonnenlicht ist es schwierig, auf dem Bildschirm noch alles gut zu erkennen. Eine ausreichend große Sonnenblende kann dir hier Abhilfe schaffen. Du kannst sie dir sogar mit dunklem Karton (oder aufwändiger: Kunststoff) sehr leicht selbst bauen.

Gerade wenn du die Belichtung gelegentlich manuell korrigierst, solltest du dein Display einmal bei verschiedenen Lichtverhältnissen testen. Die Helligkeit, sowie die abgesoffenen oder überzeichneten Bereiche variieren sich zuweilen stark je nach Beleuchtungssituation auf deinem Camcorder- oder Computerbildschirm.

Zum Schutz vor Kratzern und bleibenden Verunreinigungen kannst du eine Bildschirmschutzfolie aufkleben.

Sucher[Bearbeiten]

Grundsätzlich hat jede Kamera einen Sucher. Dabei handelt es sich nicht wie bei einer Spiegelreflexkamera um einen optischen Sucher (Bild wird in den Sucher reflektiert), sondern fast immer um ein Bildschirmchen (Kopie vom Sensor aufgenommenes Bild). In der Anfangszeit war dieser selbst bei Farbkameras schwarzweiß. Der Sucher zeichnet sich insbesondere durch eine seperate Augenmuschel aus, die störendes Licht zur Beurteilung des Bildes fernhalten. Durch einen weiteren Ansatzpunkt der Kamera am Körper, wird die Kamera weiter stabilisiert. Nachteilig ist die reduzierte Bewegungsfreiheit und mangelnde Wahrnehmung der Umgebung (droht eine Person ins Bild zu geraten, die es eigentlich nicht soll).

Speichermedienslot[Bearbeiten]

In den meisten Fällen werden es SD-Karten sein, auf das deine Kamera aufzeichnet oder bei Mobiltelefonen Micro-SD-Karten. Bei Profi-Kameras sind es manchmal aber auch CF-Karten oder SSD. Bei älteren Modellen, die nach wie vor im Einsatz sind, sind es oft Kasetten. Sofern vorhanden, gehört hier die MiniDV Kassette hinein. Lasse das Kassettenfach nicht länger als nötig offen. Eindringender Staub und Verunreinigungen können die Abtastköpfe des Laufwerks und letzendlich auch die Kassetten selbst stören oder beschädigen und so zu Einbußen bei der Bildqualität führen oder Teile des Bandes völlig unbrauchbar machen.

Objektiv[Bearbeiten]

Das erste was das Licht passiert, ist das Objektiv. Es ist bei den meisten Camcordern fest integriert, manche Prosumer Modelle besitzen allerdings ein Wechselobjektiv. Die Qualität des Objektivs ist ein entscheidender Faktor für die Bildqualität. Varioobjektive bestehen aus über einem Dutzend Linsen. Du solltest darauf achten, ob sich der Fokus bei Brennweitenänderung verändert. Das ist bei manchen schlechten Objektiven der Fall.

Möchtest du ein Objekt genau scharfstellen, hilft es, bei maximaler Brennweite die Schärfe zu justieren und dann erst dann die gewünschte Brennweite für deine Einstellung zu wählen.

Zum Schutz des Objektivs ist es eine gute Idee einen einfachen Filter, zum Beispiel einem leichten UV-Filter, aufzuschrauben und permanent darauf zu lassen. Etwaiger Schmutz oder Kratzer sammeln sich auf den günstigeren und austauschbaren Filtern und nicht der eigentlichen Objektivlinse.

Schnittstellen[Bearbeiten]

PC[Bearbeiten]

Die gebräuchlichste Schnittstelle zwischen Computer und Kamera ist, wie bei anderen Geräten auch, der USB.

Video/Audio[Bearbeiten]

Viele Kameras haben (F)BAS-Ausgänge zum Anschluss an den Fernseher o. ä. und mittlerweile auch oder nur einen HDMI-Anschluss. Am Platzsparendsten wird dies durch eine 4-Pol-Klinkenbuchse gelöst und einem entsprechenden Adapter-Kabel.

Sensor[Bearbeiten]

Nachdem das Licht das Objektiv passiert hat, trifft es auf den Sensor, der es in elektrische Signale umwandelt. Bei Camcordern werden in der Regel CCD oder CMOS Sensoren verwendet.

Bessere Camcorder haben drei CCD-Chips: Für jede Grundfarbe einen. Das Licht wird bei einem 3-Chip-Camcorder bevor es den jeweiligen Chip erreicht von eine Prismenkombination in seine Farbbestandteile zerlegt. Ein 3-Chip-Camcorder besitzt meistens eine bessere Farbwiedergabe als ein vergleichbarer 1-Chip-Camcorder.

Stativgewinde[Bearbeiten]

Es gibt zwei Gewinde-Größen, ¼" und ⅜". Zu 99% wirst du eine Kamera mit 1¼"-Gewinde haben.

Zoomwippe[Bearbeiten]

Bei fast allen Kameras ist diese Wippe drucksensitiv: je fester gedrückt wird, desto schneller wird gezoomt, je leichter der Druck, desto langsamer. Die meisten Kameras zoomen schon bei leichterem Druck für den Ungeübten viel zu schnell. Vereinzelt gibt es im Menü eine Option, um die Empfindlichkeit der Zoom-Wippe zu ändern (z. B. “schnell”, “mittel”, “langsam”). Im Zweifelsfall hier lieber erst einmal langsam oder mittel einstellen.

Zubehörschuh[Bearbeiten]

Der Zubehörschuh von einem Camcorder ist so aufgebaut wie der Blitzschuh von Fotokameras. Auf ihm kann Zubehör wie Lampen oder ein zusätzliches Mikrofon befestigt werden.

Digitalphotoapparate[Bearbeiten]

Seit Digitalfotoapparate eine Videofunktion haben, werden sie auch gerne als Filmkamera verwendet. Es werden sogar Werbespots damit aufgenommen. V. a. in low-budget-produktionen. Bei Kinofilmen haben die solche Kameras allerdings noch selten Einzug gefunden.

Vor- und Nachteile eines Digitalfotoapparates als Filmkameras[Bearbeiten]

Vorteile:

  • gute Bildqualität besonders bei dunklen Umgebungen
  • oft günstigerer Kaufpreis als bei Camcordern gleicher Qualität
  • camcorder sind schlechte Fotoapparate; mit einem Digitalfotoapparat hat man gleich zwei (Kamera + Fotoapparat) in einem
  • vollkommen manuell einstellbar (selbst bei den günstigsten Fotoapparaten)
  • größerer Sensor → größere Tiefenunschärfe: man kann gezielt den Blick des Betrachters lenken
  • regelmäßig wechselbare Objektive

Nachteile:

  • die Automatiken sind oft schlechter als bei Camcordern, besonders der Autofokus
  • noch schlechteres internes Mikrofon als wie bei camcordern sowieso schon
  • noch seltener externer Mikroeingang vorhanden
  • Sensoren sind nicht für Dauerlast ausgelegt, bei Dauerlast Rauschen (wärmerer Chip)
  • bei DSLR-kameras ist der Spiegel unnötig
  • bei DSLR-kameras muss der Spiegel andauernd elektrisch hochgehalten werden
  • bei DSLR-kameras ist eine Bildbeurteilung nur über den Bildschirm möglich, nicht über den Sucher
  • niemals drei CCD-chips verbaut
  • leichteres Gewicht: neigt zu mehr Verwackeln