Ratgeber für Hobbyfilmer: Stativ

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Das Stativ ist in der Regel die zweite Anschaffung eines jeden Hobbyfilmers, nach der Kamera. Ein gutes Stativ ermöglicht wackelfreie Aufnahmen und ruhige Schwenks. Leider machen sehr viele Anfänger den Fehler und sparen hier beim Preis, was sich schnell durch ruckelnde Schwenks oder gar eine umgefallene Kamera rächt. Bei den meisten auf dem Markt angebotenen Stativen handelt es sich um Fotostative. Gerade günstige Modelle erfüllen kaum bis gar nicht die Ansprüche, denen ein brauchbares Videostativ genügen muss.

Was muss ein brauchbares Videostativ besitzen?[Bearbeiten]

Wenn ein Stativ alle diese Kriterien erfüllt, lässt sich damit als Anfänger sowie als fortgeschrittener Hobbyfilmer sehr gut arbeiten. Ein Stativ, das alle diese Kriterien gut erfüllt, meist leider erst ab 100 Euro zu haben.

  • Standfestigkeit und Stabilität: Gerade größere Kameras überfordern kleine, leichte Stative. Es ist schon vorgekommen, dass diese samt Stativ bei stärkerem Wind und suboptimalen Bodenverhältnissen einfach umgeblasen wurden. Da ein Videostativ auch während des Schwenkens sicher stehen soll, ergeben sich alleine hierdurch schon höhere Anforderungen an die Standfestigkeit als bei einem Fotostativ. Höhere Standfestigkeit bedeutet meistens leider auch höheres Gewicht. Hochwertige Stative für größere Camcorder beginnen in der Regel bei fünf Kilogramm aufwärts.
  • Ausreichende Höhe: Billige Stative sparen meistens an der Höhe. Damit kann man Personen kaum von Augenhöhe filmen, was den Film schon stark abwertet.
  • Ruckelfrei dreh- und neigbar: Billige Fotostative lassen sich nicht flüssig von der einen Position in die andere bringen. Das stört zwar beim Fotografieren nicht, aber auf dem Video sind alle Ruckler später drauf. Auch hier gilt: Je schwerer der Camcorder, desto größer die Probleme mit dem Ruckeln.
  • Schnellwechselplatte vorhanden: Es hilft ungemein, wenn du innerhalb eines Augenblicks die Kamera vom Stativ nehmen kannst, um eben noch diese eine spontane Aufnahme in den Kasten zu bekommen, deren Augenblick schon wieder vorbei ist, wenn du das Stativ umgebaut hast.
  • 2-Wege-Neiger: Der Stativkopf muss sich in mindestens zwei Richtungen neigen lassen (horizontal und vertikal). Kugelgelenkköpfe sind, da ein Handgriff und die fehlende Möglichkeit, gezielt in eine Richtung zu schwenken, nicht geeignet.

Was besitzen professionelle Stative zusätzlich noch?[Bearbeiten]

Gute Stative können noch ein wenig mehr und genügen auch anspruchsvollen Hobbyfilmern.

  • Regelbare Fluiddämpfung: Eine regelbare Fluiddämpfung ermöglicht es dir, die Reibung und damit den Widerstand, mit dem du den Stativkopf bewegst, anzupassen. Für sehr schnelle Schwenks ist es sinnvoll, einen geringen Widerstand zu haben und wenig Kraft ausüben zu müssen, um den Camcorder zu drehen. Bei langen Teleeinstellungen wiederum hilft ein hoher Widerstand, genauere und langsamere Kameradrehungen durchzuführen.
  • Kugelschale mit Libelle: Eine Kugelschale ermöglicht das komfortable Austarieren des Statives auf unebenem Grund. Der Videoneiger ist hierbei auf einer Halbkugel montiert, die in einer Schale auf dem Dreibein liegt. So kann man Videoneiger und Dreibein bis zu einem gewissen Grad gegeneinander ausrichten und dann fixieren. Die Libelle zeigt dabei an, wann der Videokopf horizontal ausgerichtet ist.
  • Ausbalancierbar Videoneiger: Wenn man die Kamera auf dem Videoneiger ausbalancieren kann, verbleibt sie unabhängig von der Neigung des Kopfes und ohne ihn festzustellen in der selben Position, in der man sie losgelassen hat. Bei Videoneigern ohne diese Balancierung kippt die Kamera im Zweifelsfall nach vorne oder hinten.

Improvisiertes Stativ[Bearbeiten]

Solltest du kein Stativ besitzen, oder die Situation gestattet es nicht, kannst du den den Camcorder auf einem Tisch oder einer anderen flachen Oberfläche abstellen. Deine Bewegungsfreiheit ist damit stark eingeschränkt, aber das Video bleibt wackelfrei. Es gibt auch spezielle Sandsäcke / Bohnensäcke zu kaufen oder du bastelst dir eines selbst, das eine brauchbare Unterlage auf unebenen Grund darstellt.

Andere Stative[Bearbeiten]

Diese Stative können ein Dreibeinstativ nicht vollständig ersetzen, haben aber für bestimmte Situationen klare Vorteile.

  • Einbeinstativ: Ein Einbeinstativ ist ein ausziehbarer Stab, auf dem sich eine Kamera festschrauben lässt. Es bietet nicht die absolute Ruhe eines Dreibeinstatives und es steht nicht ohne, dass du den darauf befestigten Camcorder hältst. Aber wenn es dir wichtig ist, einen flexibles, schnell aufbaubares Stativ zu haben, ist es eine Überlegung wert. Es ist immer noch besser, da dadurch eine Dimension eliminiert wird.
  • Gorillapod: Dieses Stativ besteht aus drei flexiblen Armen/Beinen, die sich nahezu überall herumwickeln lassen. Schwenken ist damit höchstens notdürftig möglich, aber wenn du nicht immer ein schweres Stativ mitführen möchtest und eine vielseitige Ergänzung suchst, solltest du dir einmal ihn anschauen. Es gibt Modelle auch für etwas schwerere Camcorder bis zu 5kg.

Fazit[Bearbeiten]

Gute Stative sind teuer. Denoch ist es ratsam, hier nicht am falschen Ende zu sparen, denn ein Fotostativ läuft leider schnell Gefahr, deinen Ansprüchen nicht mehr zu genügen. Die etabliert Videostativhersteller sind u. a. Cullmann (eher unteres Preissegment, aber funktionstüchtig), Manfrotto (sowohl gehobenere Preisklasse als auch Qualität), Sachtler (für extrem hohe Ansprüche) und Vinten.