Ratgeber für Hobbyfilmer: Typische Anfängerfehler

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Dieses Kapitel bzw. dieser Abschnitt wird durch intensive Zusammenarbeit sicher schnell besser. Der Hauptautor freut sich über jeden, der mitmacht. Versucht dich vielleicht nur an den schon vorgegebenen Inhalt und an die Form (bei Listen z.B.) anzupassen. Aber wenn etwas nicht passt, rührt sich der Hauptautor bestimmt. Kaputtmachen kannst du nicht viel – also sei mutig. Danke.

Wenn du als Anfänger deine ersten Erfahrungen mit einer Kamera sammelst, wirst du auch Fehler machen. Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen. Hier gibt es ein Liste der häufigsten Fehler, die von Anfängern gemacht werden, und wie du sie vermeiden kannst. Ansonsten lerne aus deinen Fehlern.

Anstatt wie hier zu zoomen… wären zwei Sequenzen und ein Schnitt besser.

Schwenks und Zooms[Bearbeiten]

Beim Filmen ist es sehr wichtig, die natürlichen Sehgewohnheiten zu beachten. Anfänger neigen oft dazu, über Landschaften zu schwenken oder weiter entfernte Objekte heranzuzoomen. Beides ist für das Auge äußerst ungewöhnlich und unangenehm. Besser ist es daher Schwenks nur spärlich einzusetzen und langsam zu schwenken. Ebenfalls wichtig: Zuerst Start- und Zielpunkt festlegen! Lange, orientierungslose Schwenks auf der Suche nach einem geeigneten Motiv zerstören jede Einstellung!

Für den Zoom gilt das Gleiche: Nur spärlich oder besser gar nicht verwenden! Ansonsten gleicht das Ergebnis meist eher einer ruckeligen Kamerafahrt mit einem langsamen Start und hastig abgebrochenem Ende. Prinzipiell ist rauszoomen unproblematischer als das reinzoomen.

Länge der Einstellungen[Bearbeiten]

Achte auf eine angemessene Länge deiner Einstellungen, damit sie weder zu lange werden, noch der Zuschauer wegen der Kürze die wichtigen Details nicht mitbekommt. Als grobe Faustregel gilt hier:

  • Bei Action: kurze Stücke, etwa 1-3 Sekunden.
  • Normal: ein Schnitt sollte hierbei etwa alle 5 Sekunden erfolgen.
  • Bei vielen Details: 10, besser aber noch etwa 8 Sekunden sind hier das Maximum.

Länge des Films[Bearbeiten]

In der Kürze liegt die Würze!

sagt schon fast alles, was es zu sagen gibt. Überfordere dich nicht mit der Länge. Verzichte auf Elemente, die den Film nur unnötig in die Länge ziehen, ohne ihn voran zu bringen. Mache lieber einen guten zwei-Minuten-Film, als einen schlechten zwanzig-Minuten-Film. Deine Zuschauer werden es dir danken.

Spiel lassen[Bearbeiten]

Schon den Schnitt vorbereiten[Bearbeiten]

Du solltest niemals sofort nachdem etwas geschehen ist, was du filmen wolltest, die Aufnahme beenden. Gib der Aufnahme noch mindestens drei Sekunden, besser fünf. Du weißt vorher nie, ob du beim Schnitt noch diese eine Sekunde benötigst oder nicht. So hast du wesentlich mehr Spielraum zwischen den Schnitten. Dasselbe gilt für eine Aufnahme, in der Darsteller auftreten: Lasse auch diese noch kurz in ihrer Rolle verweilen, auch wenn du das, was du wolltest, bereits im Kasten hast.

Dialoge beenden lassen[Bearbeiten]

Eine ungeplante (sprich dokumentarische, drehbuchlose) Aufnahme zu unterbrechen, während eine Person noch spricht, macht den begonnenen Satz für den Schnitt unbrauchbar. Das soll nicht bedeuten, daß man die Kamera dauernd weiterlaufen lassen muß, nur weil irgendwer noch im Hintergrund redet. Aber gerade bei Personen, die nah im Bild sind, sollte man den Satz beenden lassen bzw. beim Stoppen sicher sein, daß man den folgenden Text nicht benötigt.

Material anschauen[Bearbeiten]

Wenn du einen Camcorder mit Bandlaufwerk verwendest, schaue dir nur im äußersten Notfall direkt nach einer Aufnahme selbige an. Während eines hektischen Drehs kann es sehr schnell passieren, dass du vergisst, wieder dein Band an die richtige Position zu spulen und einen Teil der Aufnahme versehentlich mit neuem Material überschreibst. Wenn du über das Ende deiner Aufnahme, in einen unbespielten Bereich deines Bandes, spulst, wird der Timecode im Zweifelsfall auf Null zurückgesetzt, was während weiteren Aufnahmen zu Verwirrungen führen kann.

Wenn du eine Kamera besitzt, die auf Festplatte oder vergleichbare Speichermedien aufzeichnet, lösche eine Aufnahme während des Drehs nur, wenn du es nicht vermeiden kannst. Selbst wenn sie Mist ist, behalte sie und sortiere sie erst während des Schnitts aus. Denn auch hier läufst du schnell Gefahr, in der Hitze des Gefechts eine Aufnahme zu viel zu löschen. Und wer weiß, wie gut diese Aufnahme war.

Digitalzoom[Bearbeiten]

Hersteller von Camcordern werben vielfach mit einem hohen digitalen Zoom. Dieser geht jedoch stark zu Lasten der Bildqualität, weil die Aufnahme einfach rechnerisch interpoliert wird. Wenn es an deiner Kamera die Möglichkeit gibt, schalte ihn ab. Das Video kann am Computer nachträglich mindestens genauso gut vergrößert werden.

Verwendest du ein Mobiltelephon oder einen Fotoapparat, kann es Sinn machen, ihn trotzdem zu benutzen, weil der Sensor meistens eine wesentlich höhere Auflösung besitzt. Das große Bild wird dann vorm Speichern heruntergerechnet, um Speicherplatz zu sparen sowie die Speicherkarte nicht zu überfordern. Hier ist es möglich, dass sich der Digitalzoom dann weniger auf die Qualität auswirkt, als ein nachträgliches Zoomen am Computer.

Fazit[Bearbeiten]

Teste die oben genannten Hinweise zumindest anfangs für eine Weile aus. Doch behalte immer im Hinterkopf:

Es ist erlaubt, was spannend ist.

Das heißt, auch lange oder extrem kurze Einstellungen können spannend sein. Hobbyfilmer überzeugen eher mit neuen Ideen als mit der perfekten Umsetzung von Althergebrachtem. Das bedeutet aber nicht, dass dir der Zuschauer jeden technischen Mangel verzeihen wird, nur weil du ein Amateur bist. Denn jede Unschärfe, jeder Fehler lenkt den Zuschauer von deiner Geschichte ab.