Sei doch vernünftig: Relative Werte

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Relative Werte


Obgleich Werte objektiv prüfbar sind, sind manche von ihnen in gewisser Weise auch relativ, d. h. nur für einen beschränkten Kreis von Menschen gültig oder nur für eine bestimmte Zeit.

Denk' z. B. an den sogenannten 'Kuppelei-Paragraphen': Vor vier Jahrzehnten konnte sich in Deutschland ein Vermieter noch strafbar machen, wenn er den Damenbesuch eines bei ihm wohnenden Studenten nach 22 Uhr duldete.

Heute lacht man darüber. Ein entsprechendes Gesetz gibt es nicht mehr. Der Grund ist natürlich die veränderte Problemsituation: Das Aufkommen der damals sogenannten 'Antibabypille' hat die Wahrscheinlichkeit wesentlich herabgesetzt, dass die bei Studenten nach 22 Uhr sich mitunter einstellenden Ereignisse justiziable Folgen haben.

Andere Problemlage, andere Moral! - Das gilt ganz allgemein.
  • Werte sind also von der Zeit oder von einer bestimmten Kultur abhängig, wenn die dahinterstehenden Probleme es sind. Nur in diesem Sinne sind sie relativ.
  • Aber auch bei relativen Werten kann ein Forscher objektiv feststellen, ob die Gesellschaft in einer bestimmten Situation vernünftige (problemlösende) Werte aufgestellt hat oder nicht; z. B. ob Hand-Abhacken die beste aller damals und dort (wo es so gemacht wurde) verfügbaren Lösungen war, um Diebe zu bestrafen.

Ein Zwischenergebnis:

  • Es gibt keine ewige Moral.
  • Es gibt keine von Menschen unabhängigen Werte.
  • Moral ändert sich, wenn die Problemlage sich ändert.


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