Traktorenlexikon: MAN AS 718 A

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MAN AS 718 A
MAN AS718 Allrad
Basisdaten
Hersteller/Marke: MAN
Modellreihe: AS
Modell: AS 718 A
Bauweise: rahmenlose Blockbauweise
Produktionszeitraum: 12/1953–1/1955
Stückzahl: 905
Maße
Eigengewicht: 1520 kg
Länge: 2750 mm
Breite: 1670 mm
Höhe: 1680 (über Dach: 2335) mm
Radstand: 1700 mm
Bodenfreiheit: 400 mm
Spurweite: 1250-1500 mm
Wenderadius mit Lenkbremse: 2950 mm
Wenderadius ohne Lenkbremse: 3250 mm
Standardbereifung: vorne: 6.00-20
hinten: 8.00-32
Motor
Nennleistung: 13,2 kW, 18 PS
Nenndrehzahl: 1800 1/min/min
Zylinderanzahl: 2
Hubraum: 1304 cm³
Kraftstoff: Diesel
Kühlsystem: Wasserkühlung
Antrieb
Antriebstyp: Allrad
Getriebe: 5/1-Schaltgetriebe
Höchstgeschwindigkeit: 20 km/h

Da M.A.N. in der Mitte der 1950er Jahre keinen Schlepper anbot, der weniger als 25 PS hatte, musste hier nachgelegt werden. Gerade in diesem Sektor wurden große Absatzzahlen erreicht. Mit dem AS 718 A entstand jedoch schon ein Traktor mittlerer Größe, der über Allrad verfügte. Dies schlug sich auch in dem damals recht hohen Grundpreis von 8030,- DM nieder. Die Stückzahlen (905 produzierte Einheiten) waren für M.A.N. zufriedenstellend, konnten aber mit der Konkurrenz bei weitem nicht mithalten (vgl. Porsche-Diesel Junior mit ca. 23.000 Stück).

Der AS718A war der erste Schlepper der Maschinenfabrik-Augsburg-Nürnberg mit 18 PS. Als Nachfolger wurde 1955 der B 18 A/0 präsentiert, in welchem das neuere ZF A/6 Getriebe verbaut war, was einen zusätzlichen Kriechgang (1,9 km/h) hatte und der Rückwärsgang besser abgestuft war (5,5 statt 2,2 km/h).

Motor[Bearbeiten]

Da zur damaligen Zeit noch kein eigenes Aggregat in dieser Größenordnung zur Verfügung stand, griff M.A.N. auf einen 18 PS starken Motor von Güldner zurück (Typ 2 DN). Dieser wassergekühlte Zweizylinder-Viertakt-Wirbelkammer-Dieselmotor stellte seine volle Leistung schon bei 1800/min bereit. In den späteren Versionen des Nachfolgers B 18 A und B 18 A/I, wurde dann der Güldner Motor für MAM auf das M-Verfahren umgestellt.


  • Güldner, Typ: 2 DN, stehender wassergekühlter Viertakt-Zweizylinder-Reihen-Dieselmotor mit Wirbelkammerverfahren, hängenden Ventilen, Druckumlaufschmierung mittels Zahnradpumpe, dreifach-gelagerter Kurbelwelle, zahnradgetriebene Nockenwelle, Ölbadluftfilter, Öl-Spaltfilter, Einspritzpumpe mit Regler, Zapfendüsen, auswechselbare Zylinderlaufbuchsen, Umlaufkühlung mit Thermostatüberwachung und Lamellenkühler mit Lüfter.


  • Bohrung = 85 mm, Hub = 115 mm
  • Verdichtungsenddruck = 28 bis 23 atü
  • Verdichtungsverhältnis = 19:1
  • Max. Drehmoment = 7,5 mkg bei 1400 U/min.
  • Leerlaufdrehzahl = 750 U/min.
  • Öldruck = 1,5 atü
  • Max. Einspritzdruck = 160 atü
  • Zugkraft am Haken = 1600 kg
  • Max. Anhängelast = 15 Tonnen


  • Bosch-Einspritzpumpe, Typ: PFR 2 A 60/201
  • Fördermenge pro Hub und Zylinder = 38 mm³
  • Bosch-Regler, Typ: 2 D 33
  • Bosch-Düsenhalter, Typ: GK 32 B 2
  • Bosch-Zapfendüse, Typ: DN 8 S 129


Kupplung[Bearbeiten]

Zum Einsatz ist eine übliche Trockenkupplung gekommen.

Getriebe[Bearbeiten]

Das Getriebe stellt, wie bei M.A.N. üblich, ZF-Friedrichshafen bereit. Beim AS 718 A kam der Typ A8 zum Einsatz, welcher über fünf Vorwärts- und einen Rückwärtsgang verfügte.


  • Im Ölbad laufendes ZF-Wechselgetriebe, Typ: A-8 mit Mittelschaltung
  • 5 Vorwärts-und 1 Rückwärtsgang

Geschwindigkeiten vor- und rückwärts[Bearbeiten]

Mit diesem Getriebe war eine Höchstgeschwindigkeit von 20 km/h in Vorwärtsfahrt möglich.


  • 1.Gang = 3,04 km/h.
  • 2.Gang = 5,56 km/h.
  • 3.Gang = 8,00 km/h.
  • 4.Gang = 12,10 km/h.
  • 5.Gang = 20,30 km/h.
  • Rückwärtsgang = 2,24 km/h.

Antrieb[Bearbeiten]

Der Schlepper konnte über mehrere Arten angetrieben werden: Im Straßenbetrieb reichte der Hinterradantrieb in der Regel aus, wobei das Differenzial gesperrt werden und somit die Kraft auf beide Hinterräder gleichmäßig verteilt werden konnte. Reichte dies immer noch nicht aus, wurde der Allradantrieb zugeschaltet, welcher das Drehmoment an das vordere Ausgleichsgetriebe weiterleitete. Somit konnte die Motorleistung mit bis zu drei Rädern permanent auf den Boden gebracht werden. Es konnte hierdurch am Haken eine Zugkraft von 1300 kg auf dem Acker und 1600 kg auf der Straße erreicht werden.

Zapfwelle[Bearbeiten]

Eine Zapfwelle war in der Grundausstattung inbegriffen und und drehte mit einer Geschwindigkeit von 540/min bei Nenndrehzahl des Motors.


  • Fahrkupplung abhängige Getriebezapfwelle
  • Stummel = 29/35 mm Durchmesser und 75 mm Nutzlänge
  • Drehzahl = 542 U/min. mit Nenndrehzahl
  • Übertragbare Leistung = 18 PS


  • Optional aufsteckbare Riemenscheibe mit 220 mm Durchmesser
  • Drehzahl = 1400 U/min. mit Nenndrehzahl
  • Riemengeschwindigkeit = 16 m/sec.

Bremsen[Bearbeiten]

Als Bremsen fungierenden Bremstrommeln, welche in den Achstrichten untergebracht sind. Diese können als Einzelrad- wie auch als Betriebsbremse eingesetzt werden. Auch die Handbremse wirkt auf beide Bremstrommeln.

Achsen[Bearbeiten]

Hinten wurde eine Portalachse verbaut, welche zum Getriebepaket dazugehörte. Vorne wurde eine entsprechende Allradachse montiert.


  • Pendelnd aufgehängte Gabel-Lenktriebachse mit seitlicher Gelenkwelle und Blattfederung
  • Hinterachse mit bogenverzahnten Kegeltrieb und einen Stirntrieb
  • Übersetzung des Stirntriebs = 60:15
  • Übersetzung der Kegeltriebs = 39:8
  • Beide Achsen mit verstellbarer Spurweite durch Radumschlag

Lenkung[Bearbeiten]

Es handelt sich um eine ZF-Roß-Lenkung (Modell 202, nach ZF-Zeichnung L 202039 LR), welche über eine Schnecke und eine Fingerhebelwelle die Kraft auf eine Schubstange überträgt. Diese sitzt auf der linken Fahrzeugseite und wird am Vorderrad auf eine Spurstange umgeleitet, so dass auch das rechte Vorderrad den Lenkbefehl erhält. Da diese Spurstange vor der Achse liegt, ist sie einem frontalen Hindernis schutzlos ausgesetzt. Bei größeren Typen wurde dies auf Wunsch zwar durch einen Schutz aus Blech behoben, aber bei den 18ern gab es dieses Extra nicht.

Zur Unterstützung der Lenkung war serienmäßig eine Einzelradbremse mit an Bord. Mit dieser war es möglich, den Wenderadius auf nicht befestigtem Gelände (z.B. auf dem Acker) auf ein Minimum zu reduzieren. Im Idealfall konnte man die Maschine um den Drehpunkt des gebremsten Rades drehen.

Hydrauliksystem und Kraftheber[Bearbeiten]

Ein hydraulischer Kraftheber war damals sehr selten, so dass ca. 95 % der Schlepper mit starrer Ackerschiene ausgeliefert wurden. Ein Nachrüsten gestaltet sich als äußerst schwierig. Der Hydraulikblock des Nachfolgers (B 18 A/0) passt nicht, da in diesem Schlepper ein anderes Getriebe zum Einsatz gekommen ist.


  • Optional mit ölhydraulischen Teves-Kraftheber und Dreipunktaufhängung

Steuergeräte[Bearbeiten]

Elektrische Ausrüstung[Bearbeiten]

  • 12 Volt-Einrichtung nach StVZO
  • Batterie, 12 V-70 Ah
  • Bosch-Anlasser, Typ: EJD 1,8/12 R 66
  • Bosch-Lichtmaschine, Typ: REE 75/12/1800 AR 1
  • Beru-Glühkerze, Typ: 304 G

Maße und Abmessungen[Bearbeiten]

Die Maschine bringt leer 1600 kg auf die Waage. Das zulässige Gesamtgewicht wird mit 2000 kg beziffert. Die maximale Anhängelast wird bei 15 t erreicht.


  • Länge = 2.750 mm
  • Breite mit Normalspur = 1.670 mm
  • Breite bei Breitspur = 1.710 mm
  • Höhe über Lenkrad = 1.680 mm
  • Höhe mit Mähbalken = 2.000 mm
  • Radstand = 1.700 mm
  • Bodenfreiheit = 400 mm
  • Leergewicht ohne Sondereinrichtungen = 1.400 kg
  • Eigengewicht = 1.520 kg
  • Zul. Gesamtgewicht = 2.000 kg

Bereifung[Bearbeiten]

Vorne wurden Reifen der Größe 6.00-20 aufgezogen, wobei der Käufer hinten die Wahl zwischen 8.00-32 und 10-28 hatte.

Füllmengen[Bearbeiten]

Der Dieseltank wird laut Bedienungsanweisung mit 30 l angegeben. Beim Motorenöl wird SAE-20 empfohlen. Hiervon werden 5 l benötigt. Die Kühlanlage fasst 9 l. Alle Getriebe beinhalten insgesamt rund 16 l Getriebeöl.


  • Tankinhalt = 30 l
  • Hauptgetriebe = 9 l
  • Seitenvorgelege je 0,75 l
  • Motoröl = 5 l
  • Ölbadluftfilter = 0,25 l
  • Kühlwasser = 9 l

Verbrauch[Bearbeiten]

  • Kraftstoffverbrauch = 190 g/PSh mit Dauerleistung
  • Schmierölverbrauch = 2 bis 4 g/PSh

Kabine[Bearbeiten]

  • Fahrerstand mit gefederter Sitzmulde, linkem Beifahrersitz, Öldruck-Anzeige und Bordwerkzeug
  • Auf Wunsch mit Allwetter-Verdeck und rechtem Beifahrersitz

Sonderausrüstung[Bearbeiten]

Für die Schlepper war ein Wetterdach erhältlich, welches zumeist von der Firma Fritzmeier geliefert wurde.


  • Radgewichte
  • Seilwinde
  • Allwetter-Verdeck
  • Zweiter Beifahrersitz
  • Riemenscheibe
  • Mähantrieb
  • Mähwerk
  • Kraftheber
  • Dreipunktaufhängung

Literatur[Bearbeiten]

  • MAN-Traktoren (Udo Paulitz) Seite 56 und 63
  • MAN-Prospekte von 1922-1963 (Peter Streiber) Seite 40
  • Technische Daten der MAN-Motoren (Schwungrad-Versand) Seite 5

Weblinks[Bearbeiten]

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