Gitarre: Pentatonik Zusammenfassungen 1
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Nur damit dieser Workshop weitergeht habe ich schon einmal den Forumsbeitrag grob überarbeitet. Es wird noch einiges daran gefeilt werden. Wenn du dich traust, kannst du ja schon einmal damit anfangen.
| ACHTUNG: Dieser Artikel bedarf dringend einer Überarbeitung oder Erweiterung. Wenn du Lust hast, beteilige dich daran! |
Ein Akkord kann auf verschiedene Arten gegriffen werden.
Hier sind mal alle Dur-Varianten begonnen mit G-Dur
G-Dur-Typ D-Dur-Typ Bb/A-Dur
A |-x-|---|---|<1>|-:-|-x-|---|-3-|---|-:-|-5-|---|---|---|---|---|
K |-3-|---|---|---|-:-|-x-|---|---|<1>|-:-|-x-|---|-3-|---|---|---|
K |<1>|---|---|---|-:-|-x-|---|-5-|---|-:-|-x-|---|<1>|---|---|---|
O |-5-|---|---|---|-:-|<1>|---|---|---|-:-|-x-|---|-5-|---|---|---|
R |-x-|---|-3-|---|-:-|-5-|---|---|---|-:-|-1-|---|---|---|---|---|
D |-x-|---|---|<1>|-:-|-x-|---|---|---|-:-|-5-|---|---|---|---|---|
F/E-Dur-Typ C-Dur_Typ G-Dur
A |---|---|---|<1>|---|---|-:-|-3-|---|---|---|-:-|-x-|---|---|<1>|
K |---|---|---|-5-|---|---|-:-|-x-|<1>|---|---|-:-|-3-|---|---|---|
K |---|---|---|-x-|-3-|---|-:-|-5-|---|---|---|-:-|<1>|---|---|---|
O |---|---|---|-x-|---|<1>|-:-|-x-|---|-3-|---|-:-|-5-|---|---|---|
R |---|---|---|-x-|---|-5-|-:-|-x-|---|---|-1-|-:-|-x-|---|-3-|---|
D |---|---|---|<1>|---|---|-:-|-3-|---|---|---|-:-|-x-|---|---|<1>|
Jeder Akkord endet auf der rechten Seite mit Tönen, die der nächste Akkord auf seiner Linken Seite braucht. Deshalb musste wurden die Akkorde auch auf zwei Griffbretter verteilen. Man musst also im Zick-Zack schauen. Zuerst G, dann F/E, dann D, dann C, dann Bb/A, dann wieder G und so weiter.
Wenn man die Typen sich genauer anschaut: G F=E D C B=A G... Dann stellt man vielleicht fest, dass sie nach einer Tonleiter angeordnet sind (rückwärts). Die einzelnen Typen einer Dur-Pentatonik laufen also die Tonleiter rückwärts, je weiter sie nach rechts auf dem Griffbrett gehen.
- Dasselbe für die parallelen Moll-Akkorde
Em-Typ Cm7/Hm7-Typ Gm7/F#m7-typ
A |(6)|---|---|---|-:-|-x-|---|-3-|---|-:-|---|---|(6)|---|---|---|
K |-3-|---|---|---|-:-|(6)|---|---|---|-:-|---|---|-3-|---|---|---|
K |<1>|---|---|---|-:-|-x-|---|-5-|---|-:-|---|---|<1>|---|---|---|
O |-5-|---|(6)|---|-:-|-1-|---|---|---|-:-|---|---|-5-|---|---|---|
R |-x-|---|-3-|---|-:-|-5-|---|(6)|---|-:-|---|---|---|---|---|---|
D |(6)|---|---|---|-:-|-x-|---|---|---|-:-|---|---|(6)|---|---|---|
Dm-Typ Am-Typ Em-Typ
A |---|---|---|-1-|---|---|-:-|-3-|---|---|---|-:-|(6)|---|---|---|
K |---|---|---|---|---|(6)|-:-|-x-|-1-|---|---|-:-|-3-|---|---|---|
K |---|---|---|---|-3-|---|-:-|-x-|---|(6)|---|-:-|<1>|---|---|---|
O |---|---|(6)|---|---|-1-|-:-|-x-|---|-3-|---|-:-|-x-|---|(6)|---|
R |---|---|---|---|---|---|-:-|(6)|---|---|---|-:-|-x-|---|-3-|---|
D |---|---|---|---|---|---|-:-|-3-|---|---|---|-:-|(6)|---|---|---|
Auch hier läuft die Tonleiter rückwärts: Em Dm Cm7=Hm7 Am Gm7=F#m7 Em.
Schaut jetzt nochmal, ob ihr die Akkordtypen entdeckst. (Durtöne = 1 + 3 + 5; Molltöne = 6 + 1 + 3)
G-Dur F/E-Dur D-Dur C-Dur Bb/A-Dur G-Dur
A |(6)|---|---|<1>|---|-2-|---|-3-|---|---|-5-|---|(6)|---|---|<1>|
K |-3-|---|---|-5-|---|(6)|---|---|<1>|---|-2-|---|-3-|---|---|-5-|
K |<1>|---|-2-|---|-3-|---|---|-5-|---|-6-|---|---|<1>|---|-2-|---|
O |-5-|---|(6)|---|---|<1>|---|-2-|---|-3-|---|---|-5-|---|-6-|---|
R |-2-|---|-3-|---|---|-5-|---|(6)|---|---|-1-|---|-2-|---|-3-|---|
D |(6)|---|---|<1>|---|-2-|---|-3-|---|---|-5-|---|(6)|---|---|<1>|
Em Dm/Cm Hm7 Am Gm/F#m Em
Beachte nochmal die Akkord-Töne in Dur
G-Dur F/E-Dur D-Dur C-Dur Bb/A-Dur G-Dur
A |---|---|---|<1>|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|<1>|
K |---|---|---|---|---|---|---|---|<1>|---|---|---|---|---|---|---|
K |<1>|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|<1>|---|---|---|
O |---|---|---|---|---|<1>|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
R |---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|<1>|---|---|---|---|---|
D |---|---|---|<1>|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|<1>|
und die in Moll
Em Dm Cm/Hm7 Am Gm/F#m Em
A |(6)|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|(6)|---|---|---|
K |---|---|---|---|---|(6)|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
K |---|---|---|---|---|---|---|---|---|(6)|---|---|---|---|---|---|
O |---|---|(6)|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|(6)|---|
R |---|---|---|---|---|---|---|(6)|---|---|---|---|---|---|---|---|
D |(6)|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|(6)|---|---|---|
- Übung
Versuche dich mal von Akkordton zu Akkordton zu hangeln! Die Reihenfolge bleibt gleich, egal ob man eine Dur-Pentatonik oder Mollpentatonik verwendet. Wichtig ist eigentlich nur, dass man von den Standard-Akkorden weißt, wo die Grundtöne sind.
[Bearbeiten] Was mache ich damit?
Ich will irgendwo improvisieren. Sagen wir mal mit Dm. Ich weiß, Dm als Barré ist z.B. Am-Typ im 5. Bund. Also improvisiere ich mit der Pentatonik des Am-(C-Dur)-Types im 5. Bund.
Aber es funktioniert auch mit einem Em-Barré-Typ im 10.Bund. Also improvisiere ich mit der Pentatonik des Em-(G-Dur)-Types im 10. Bund.
Als ein Dm-Typ im 12.(13)Bund müsste das ja auch gehen, da ja Dm auch als einfacher Akkord mit leeren Saiten im 0.Bund (Zeigefinger 1.Bund) funktioniert. Lass mich raten: Dm als Akkordtyp will jetzt einfach nicht so richtig einfallen. Ach ja, Dm ist doch die Mollparallele von F-Dur. Wenn F-Dur als BarrÉ-Akkord im 1.Bund funktioniert, dann klappt das auch im 12(13).Bund.
Ich wähle mir einfach den Akkord aus, den ich an Ort und stelle am einfachsten greifen kann. Wenn ich die Dur-Parallele nicht kann, dann nehme ich die parallele Molltonart...
- C-Dur = Am
- D-Dur = Hm7
- E-Dur = C#m7 (Lieber den nächsten Akkord einen Bund weiter nehmen.)
- F-Dur = Dm
- G-Dur = Em
- A-Dur = F#m
- Bb-Dur = Gm
[Bearbeiten] Lerntipp
Was mich bei der Improvisation am meisten interessiert, ist, wo die Grundtöne der einzelnen Skalen liegen.
Dazu suche ich in jeder Pentatonik die folgende Fingerstellung.
|-Z-|---|---|-K-|
Dabei handelt es sich um eine kleine Terz, was praktisch der Abstand von drei Halbtonschritten (Bünden) bedeutet.
Ich weiß, dass von den kleinen Terzen zwei gleiche Fingersätze genau übereinander liegen. Und sie haben in einer Dur-Tonleiter immer folgende Intervalle.
|(6)|---|---|<1>| |-3-|---|---|-5-|
Wie man sieht ist bei einer Moll-Pentatonik, den Grundton links (6), und bei einer Dur-Pentatonik den Grundton rechts <1>. Und die beiden Grundtöne sind immer in der unteren Gruppe der kleinen Terzen.
nach unten folgt drei mal der Abstand einer kleinen Sekunde (zwei Halbtonschritte / Bünde)
(vgl. C-Dur(Am)-Typ) |<1>|---|-2-|---| |-5-|---|-6-|---| |-2-|---|-3-|---| |(6)|---|---|<1>| |-3-|---|---|-5-|
Auch nach oben folgt drei mal der Abstand einer kleinen Sekunde (zwei Halbtonschritte / Bünde)
(vgl. D-Dur(hm7)Typ |(6)|---|---|<1>| |-3-|---|---|-5-| |---|<1>|---|-2-| |---|-5-|---|-6-| |---|-2-|---|-3-|
Würde man ein mehrsaitiges Saiteninstrument erfinden, das nur in Quarten gestimmt wäre, dann hätte man für eine Pentatonik in etwa folgendes Bild
|<1>|---|-2-|---|
|-5-|---|-6-|---|
|-2-|---|-3-|---|
|(6)|---|---|<1>|
|-3-|---|---|-5-|
|---|<1>|---|-2-|---|
|---|-5-|---|-6-|---|
|---|-2-|---|-3-|---|
|(6)|---|---|<1>|
|-3-|---|---|-5-|
|---|<1>|---|-2-|---|
|---|-5-|---|-6-|---|
|---|-2-|---|-3-|---|
Also immer sind irgendwo zwei große und drei kleine Abstände. (Da die untere E-Saite genau gleich ist mit der oberen E-Saite zählt eine von beiden hierbei mal nicht mit.) Dieses Grundmuster bleibt auch bei einer richtigen Gitarre immer erhalten.
Nur zwischen der G- und der H-Saite kommt es zu einem "Erdrutsch". Da rutscht das schöne System immer um einen Bund weiter. (Dies hängt damit zusammen, dass die H Saite mit der G-Saite im 4. Bund verglichen bzw. gestimmt wird, und der Rest immer im 5.Bund! Schau mal unter "Stimmen der Gitarre" nach).
Zum Schluss nochmal die Pentatonik zum Vergleichen und Nachprüfen, ob den alles auch so stimmt, wie ich behauptet habe...
G-Dur F/E-Dur D-Dur C-Dur Bb/A-Dur G-Dur
A |(6)|---|---|<1>|---|-2-|---|-3-|---|---|-5-|---|(6)|---|---|<1>|
K |-3-|---|---|-5-|---|(6)|---|---|<1>|---|-2-|---|-3-|---|---|-5-|
K |<1>|---|-2-|---|-3-|---|---|-5-|---|-6-|---|---|<1>|---|-2-|---|
O |-5-|---|(6)|---|---|<1>|---|-2-|---|-3-|---|---|-5-|---|-6-|---|
R |-2-|---|-3-|---|---|-5-|---|(6)|---|---|-1-|---|-2-|---|-3-|---|
D |(6)|---|---|<1>|---|-2-|---|-3-|---|---|-5-|---|(6)|---|---|<1>|
Em Dm/Cm Hm7 Am Gm/F#m Em
[Bearbeiten] Zusammenfassung
- Es gibt 5 Fingersätze für Pentatoniken.
- Jeden Fingersatz der Pentatonik kann man wie einen Akkord verschieben (= transponieren)
- Eine bestimmte Pentatonik kann 2 Namen haben. Einen in Dur, einen in Moll.
- Man richtet den Namen der Pentatonik (Dur oder Mollparallele) nach dem Akkord oder der Tonleiter, von dem die Pentatonik abgeleitet wird.
- Es gibt 5 Dur-Akkordtypen, von denen die Dur-Pentatoniken abgeleitet werden können
- Es gibt 5 Moll-Akkordtypen, von denen die Moll-Pentatoniken abgeleitet werden können.
- Manche Akkordtypen haben je nach Zusammenhang zwei Namen (vgl. A-Dur-Typ = Bb-Dur-Typ)
- Streicht man von einer Dur-Tonleiter den 4. und 7. Ton, dann erhält man eine Dur-Pentatonik
- Von einer natürlichen Moll-Tonleiter müsste der 2. und 6. Ton gestrichen werden.
Es ist aber einfacher, eine Molltonleiter von ihrer Dur-Parallele abzuleiten.
- Hilfreich zur Orientierung sind die Grundtöne der Tonleitern, Akkorde und Pentatoniken.
- Die Grundtöne der Dur-Akkord-Typen, Dur-Tonleiter-Typen und Dur-Pentatonik-Typen sind gleich!!!!
- Das gleiche gilt für die Moll-Typen.
- Alle Pentatoniken gleichen sich im Aufbau, wenn man berücksichtigt, dass es zwei E-Saiten gibt und es zu einer Verschiebung der Skalen zwischen der G- und der H-Saite kommt.
So, genug für heute. Das ist so ziemlich alles, was es zum formalen Aufbau einer Pentatonik zu sagen gibt.
Die nächste Einheit wird sich ein wenig mit dem Verschieben der Pentatonik befassen (transponieren) und damit wären alle rein technischen Fragen des Aufbaus geklärt.
Es bleibt noch etwas zum harmonischen Aufbau zu sagen: Es gibt in einer Tonleiter 3 Pentatoniken und der Blues hat die Besonderheit, dass er es mit Dur und Moll nicht so genau nimmt und beides mischt. Und natürlich fehlt noch ein wenig Praktisches.
Nochmal: Dies ist nicht gedacht, um an einem Tag verstanden zu werden.
So, viel Spaß beim Experimentieren und ausprobieren.