Baltische Länder: Religiöse Spaltungen und wechselnde Herrschaften

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Zusammenfassung des Projekts - Länderprofile - Vorgeschichte und Christianisierung - Religiöse Spaltungen und wechselnde Herrschaften - Von der Aufklärung bis zur Entstehung der Nationalstaaten - Unabhängigkeit in der Zwischenkriegszeit - Die baltischen Staaten unter Fremdherrschaft - Von der singenden Revolution bis zur Gegenwart - Übergreifend

Litauen[Bearbeiten]

Obwohl die vereinigten polnisch-litauischen Streitkräfte in der Schlacht bei Tannenberg (Grünwald, 1410) den Deutschen Orden besiegt hatten, war die litauische Gesellschaft in sozialer und kultureller Hinsicht archaisch. Die litauischen Großfürsten waren daher bestrebt, sie nach westlichem Vorbild zu modernisieren. Das bedeutete nach den damaligen Maßstäben die Christianisierung der bisher heidnischen Gebiete Litauens und den Aufbau einer funktionierenden Struktur von Bistümern und Kirchengemeinden. Denn die Kirche war zu dieser Zeit nicht nur für das „Seelenheil“ zuständig; sie übte soziale Kontrolle aus, regelte das Alltagsleben und setzte moralische Normen. Das gesamte Bildungswesen war stark von der Kirche geprägt, den Unterricht gaben häufig Priester. Die genuin litauische Kultur war schriftlos, d.h. Lieder, Sagen, Gebräuche wurden in litauischer Sprache durch mündliche Überlieferung weitergetragen. Während sich innerhalb des Großfürstentums eine Variante des Altslawischen als Verwaltungssprache durchgesetzt hatte, die erst Ende des 16. Jh. langsam vom Polnischen verdrängt wurde, verkehrte man mit den europäischen Fürsten auf Latein – der Sprache der Kirche. Die Christianisierung des Landes zog sich bis zum Anfang des 16. Jh. hin.

Auf sozialem Gebiet setzten sich feudalartige Strukturen durch, wenn es auch kein so ausgeprägtes Vasallen- und Lehenssystem wie in Westeuropa gab. Die Bauern gerieten nach und nach in Leibeigenschaft, während der Adel seine Rechte ausdehnte und zur politisch herrschenden Schicht heranwuchs. Er spielte auch in den Städten die wichtigsten Rolle. Erst gegen Ende des 16. Jahrhunderts waren diese Entwicklungen abgeschlossen. Von besonderer Bedeutung für ihre rechtliche Ausformulierung waren die litauischen Statuten, die 1529 erstmals beschlossen und in den Jahren 1566 und 1588 überarbeitet und erweitert wurden. Diese Statute waren für ihre Zeit bemerkenswerte juristische Dokumente, in denen die Rechte und Pflichten aller Bevölkerungsgruppen festgelegt wurden. Sogar Bestimmungen über die Rechte von Frauen und religiösen Minderheiten finden sich dort.

Der westliche Einfluss erreichte Litauen hauptsächlich über Polen. Beide Staaten, die bisher schon „in Personalunion“ von einem gemeinsamen König regiert wurden, schlossen sich im Jahre 1569 in der Union von Lublin zusammen. Mit dieser „Realunion“ wurde ein gemeinsames Staatswesen geschaffen. Allerdings bewahrte sich der litauische Adel zahlreiche Sonderrechte.

Obwohl das Territorium Litauens nach Abschluss der Union kleiner wurde, umfasste es immer noch große Teile Weißrusslands sowie ukrainische und russische Territorien und war damit nicht auf ethnisch litauisches Gebiet beschränkt. Noch sehr lange hielt sich beim litauischen Adel eine imperiale Ideologie, derzufolge die slawischen Gebiete mit der alten Hauptstadt Kiew als untrennbar litauisches Staatsterritorium galten. Mit dem Aufstieg Moskaus stießen in diesen von Litauern, Ukrainern und Weißrussen besiedelten Gebieten polnische und russische Interessen aufeinander. Beide Seiten versuchten, die slawisch sprechende Bevölkerung unter ihre Herrschaft zu bringen und zu integrieren. Der gemeinsame litauisch-polnische Staat hatte in der zweiten Hälfte des 16. Jh. rund 7,5 Mio. Einwohner und war damit einer der größten Staaten Europas, wenn sich auch bereits im 17. Jh. der Niedergang abzeichnete, der in der vollständigen Auflösung des Staates enden sollte.

Im 16. Jh. aber prosperierten Litauen und Polen noch. Die Fronarbeit der Bauern und die guten Absatzmöglichkeiten für landwirtschaftliche Produkte legten eine Grundlage für den weiteren Aufstieg des Adels und eine kulturelle Blüte. Bis 1572 hatten Könige aus der Dynastie der litauischstämmigen Jagiellionen den Thron inne. Unter dem aus Siebenbürgen stammenden Stefan Batory konnte Moskaus Einfluss noch einmal zurückgedrängt werden. Aber seine Nachfolger gelten bereits als schwache Herrscher. Im 17. und 18. Jh. fielen Schweden und Russen mehrfach in das Land ein. Während in den meisten europäischen Staaten im Zuge des Absolutismus die Herrscher ihre Position eher verstärken konnten und damit eine zentrale Regierungsmacht entstand, waren die Könige Polen-Litauens für ihre Wahl zunehmend vom Wohlwollen besonders des Hochadels abhängig. So entstand eine Sonderform der Regierung, die sogenannte Adelsrepublik.

Die großen litauischen Adelsgeschlechter der Sapiega, Radvila (mehr bekannt in polonisierter Form als Radziwiłł; Radziwill [auf Deutsch]), Pacas waren berühmt für ihre prächtigen Paläste und Landgüter. Ihren Einfluss sicherte die Arbeit von Tausenden litauischer und weißrussischer Leibeigener. Neben diesen mächtigen Geschlechtern gab es viele mittlere und kleine Adelige, die die Masse der allein politisch aktiven Schicht stellten. Dem Adel gehörten etwa 7 - 10% der Bevölkerung an. Während aber in Estland und Lettland die Oberschicht von den Deutschen gestellt wurde, herrschte in Litauen auch litauischstämmiger Adel. Der größte Teil dieses Adels übernahm aber im Laufe des 17. Jh. die polnische Sprache und mit ihr Teile der polnischen Kultur. Die einfachen litauischen und weißrussischen Bauern aber waren an ihre Scholle gebunden und bewahrten ihre archaischen Sitten und Gebräuche, besonders aber ihre urtümliche Sprache. Die Christianisierung erreichte sie oft nur oberflächlich.

Die Reformation griff rasch auch auf die baltischen Gebiete über. Viele Adelige wollten die materielle und politische Vormachtstellung der katholischen Kirche schwächen und unterstützten daher die protestantischen Ideen. Auch der letzte preussische Ordensmeister Albrecht, in dessen Amtszeit die Umwandlung Preussens vom Ordensstaat in einen weltlichen Staat lutherischer Prägung fällt, unterstützte die Reformation in Litauen. So erschien 1547 im preussischen Königsberg das erste gedruckte litauische Buch, gleichzeitig auch das erste umfangreiche Zeugnis litauischer Schriftlichkeit überhaupt. Es handelt sich dabei um einen von A. Kulvietis, S. Rapolionis und M. Mažvydas verfassten Kathechismus. Nach Auffassung litauischer Historiker erhoffte sich Albrecht von dem Engagement für die Reformation, seinen Einfluss in Litauen zu verstärken und über die Žemaitija doch noch eine Vereinigung mit Livland herbeizuführen. Bereits um die Mitte des 16. Jh. schien es, als habe sich der Protestantismus in Litauen vollständig durchgesetzt.

Dem endgültigen Übertritt Litauens traten jedoch Kräfte von außen entgegen. Die Jesuiten kamen 1569 ins Land und leiteten die letztlich erfolgreiche Gegenreformation ein. Im Jahre 1579 gründeten sie zu diesem Zweck die katholisch orientierte Universität Vilnius. Als radikale Anhänger des Protestantismus die Aufhebung der Leibeigenschaft und soziale Gleichheit forderten, gelang es den Jesuiten rasch, die Adligen von der Schädlichkeit der Reformation zu überzeugen.

Formal galt im Großfürstentum Litauen schon allein wegen der hohen Zahl orthodoxer Bewohner Glaubensfreiheit. Dennoch versuchte die katholische Kirche im Rahmen ihrer Möglichkeiten, den Katholizismus auch unter den Orthodoxen zu verbreiten. So wurde 1596 die Kirchenunion von Brest geschlossen, derzufolge die Mehrzahl der Orthodoxen im Litauischen Großfürstentum zwar ihren Ritus behielt, aber den Papst als kirchliches Oberhaupt anerkannte. So entstand die auch heute in der Westukraine noch aktive Glaubensgemeinschaft der Unierten Kirche. Nach dem Zerfall des livländischen Ordenszweiges kam das mehrheitlich von Letten bewohnte Lettgallen an Polen-Litauen. Auch dort setzte sich der Katholizismus durch. So blieb Litauen ein Vorposten der katholischen Kirche im europäischen Osten.

Jene Litauer dagegen, die im preussischen Bereich lebten, nahmen während der Reformation die evangelische Konfession an. In Preussen hatten litauische Sprache und Kultur bessere Entwicklungsmöglichkeiten, als im litauischen Großfürstentum. Der litauische evangelische Pastor Kristijonas Donelaitis schuf hier am Ende des 18. Jh. mit seiner schriftstellerischen Tätigkeit die Anfänge der litauischen schöngeistigen Literatur. Sein bekanntestes Werk ist das Poem „Metai“ („Jahreszeiten“).

Das Fehlen einer starken Königsmacht und die scharfen Konflikte der großen Adelsfamilien in Litauen-Polen hatten das Staatswesen im 18. Jh. bereits stark geschwächt. Die Modernisierungs- und Einigungsbestrebungen scheiterten meist an den inneren Interessengegensätzen. Aber auch die Nachbarstaaten waren nicht an einer Stabilisierung der Verhältnisse interessiert. Russland mischte sich unter dem Vorwand der Vertretung orthodoxer Interessen in die inneren Angelegenheiten des Nachbarstaates ein. Auch Preussen und Österreich sahen in der Schwäche Polen-Litauens eine Chance zur Expansion. So kam es schließlich 1772 auf Initiative Preussens zur ersten Teilung Polen –Litauens, d. h. zur Annexion polnisch-litauischer Territorien durch die drei Nachbarstaaten: Preussen, Österreich und Russland.

Von der russischen Zarin Katharina II. wurde das Vorgehen noch als „Rückgewinnung“ russischer Territorien deklariert. Bei der zweiten Teilung 1793 gaben sich die Beteiligten kaum noch Mühe, ihre imperialistischen Motive zu verschleiern. Nach einem antirussischen Aufstand unter Tadeusz Kościuszko teilten die drei Nachbarstaaten 1795 auch den noch verbliebenen Rest des einstmals so großen Staates unter sich auf. Die größten Teile der ethnisch litauischen Gebiete fielen an Russland. Lediglich die Territorien links des Nemunas (Memel) kamen an Preussen, allerdings nur für kurze Zeit. Denn Napoleon gliederte diese Gebiete nach seinem Sieg über Preussen dem von ihm neu gebildeten Fürstentum Warschau an, in dem die Leibeigenschaft der Bauern aufgehoben wurde. Diese Maßnahme wirkte weit über die kurze französische Herrschaftszeit hinaus. Zwar wurden nach der Niederlage Napoleons 1815 auch diese Gebiete Russland zugeschlagen. Die Bauernbefreiung aber bestätigte der Zar. Gerade aus diesem Gebiet, wo die Bauern es früher zu einem bescheidenen Wohlstand brachten, stammen viele der späteren Aktivisten der Nationalbewegung.

So fanden sich zu Beginn des 19. Jh. nahezu alle Litauer unter russischer Herrschaft wieder, und dies blieb so bis in den Ersten Weltkrieg hinein.

Napoleon selbst war im Sommer 1812 auf dem Feldzug gegen Russland durch Litauen gezogen. In Vilnius soll er gesagt haben, dass „hier die Polen nicht die gleichen wie in Warschau seien“. Diese Aussage existiert in der schriftlichen Aufzeichnung von General Armand de Caulaincourt (persönlicher Adjutant Napoleons). Dieser Satz brachte die Haltung vieler westeuropäischer Politiker und Beobachter zum Ausdruck; sie betrachteten Litauen als polnische Provinz, die allenfalls einige volkstümliche Besonderheiten zeigte. Dieses Verständnis von Litauen sollte bis ins 20. Jh. vorherrschen.



Litauen (Großfürstentum, Überblick) [Enzyklopädie des europäischen Ostens (EEO)]

Andreas Volanus: Der vergessene Reformator

CATECHISMVSA PRAsty Szadei : Makslas skaitima raschta yr giesmes del kriksczianistes bei del berneliu jaunu nauiey sugulditas [Erstes Buch auf Litauisch]

Die Satzungen Litauens ––– „Sie wurden 1529, 1566 und 1588 erlassen.“

Vilna Litvaniae Metropolis [Karte von Vilnius aus: Braun and Hogenberg. Civitates Orbis Terrarum, 1581]

Der Rechtsakt der Union von Lublin aus dem Jahr 1569 [Oberer Teil des Dokuments]

Lubliner Union. 1569. [Gravur von Jan Herburt, Anfang 17. Jh.]

Lubliner Union (1569) [Gemälde von Jan Matejko, 1869] ––– „Lubliner Union“. Gemälde von Jan Matejko aus dem Jahre 1869 [Via Regia]

Die polnisch-litauische Adelsrepublik. Vom Goldenen Zeitalter zum Niedergang einer Großmacht (1569 – 1795) [Deutsches Polen-Institut]

Das Grossfürstentum Litauen und die östlichen Gebiete der polnischen Krone als interkulturelle Kommunikationsregion (15.-18. Jh.) [Tagungsbericht von Ekaterina Emeliantseva. In: H-Soz-u-Kult, 06.06.2005] ––– „In seiner Dichte stellt das frühneuzeitliche Grossfürstentum Litauen als kulturelle Überlappungszone ein beispielloses Phänomen dar: Unterschiedliche ethnokonfessionelle Gruppen - polnische und litauische Katholiken, Protestanten, orthodoxe Ruthenen, Juden, Karaim, Armenier, Tataren - lebten hier zusammen und gestalteten über Jahrhunderte hinweg einen multikulturellen Kommunikationsraum mit.“

Niendorf, Mathias: Das Großfürstentum Litauen. Studien zur Nationsbildung in der Frühen Neuzeit (1569-1795) [Digitized by Google] ––– „Zu den Vielvölkerreichen, die nach dem Umbruch in Osteuropa wieder in das Blickfeld von Wissenschaft und Publizistik geraten sind, gehört nicht zuletzt auch das Großfürstentum Litauen, das sich zeitweise über eine Fläche von 900 000 km² von der Ostsee bis zum Schwarzen Meer erstreckte. Auf seine Tradition berufen sich heute – in unterschiedlicher Intensität – Litauer, Weißrussen, Polen und Ukrainer.“ ––– Auszug aus dem Buch von M. Niendorf ––– Inhalt, Einleitung [2006]

Stefan Rohdewald: Rezension zu: Niendorf, Mathias: Das Großfürstentum Litauen. Studien zur Nationsbildung in der Frühen Neuzeit (1569-1795). Wiesbaden 2006 [In: H-Soz-u-Kult, 07.12.2007, <http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/rezensionen/2007-4-195>] ––– „Mathias Niendorf legt mit seiner nun veröffentlichten Kieler Habilitation eine Fallstudie zum „missing link“ zwischen Formen spätmittelalterlicher „nationes“ und modernen Nationen auf höchstem wissenschaftlichen Niveau vor: Am Beispiel des Großfürstentums Litauen behandelt er die Themen Nation, Sprache und Konfession als Bereiche frühneuzeitlicher Nationsbildungsvorgänge.“ ––– Rezension von Alvydas Nikžentaitis ––– Rezension von Rimvydas Petrauskas ––– Rezension von Darius Baronas ––– Rezension von Klaus Steinke ––– Rezension von A. I. Filjushkin

Litauen und Ruthenien. Studien zu einer transkulturellen Kommunikationsregion (15.–18. Jahrhundert) [Herausgegeben von Stefan Rohdewald, David Frick, Stefan Wiederkehr. Wiesbaden: Harrassowitz Verlag, 2007] [Inhaltsverzeichnis und Einführungstext] ––– „Der vorliegende Sammelband setzt sich zum Ziel, exemplarisch transkulturelle und transkonfessionelle Kommunikationsprozesse im Großfürstentum Litauen und in den östlichen Gebieten der polnischen Krone im späten Mittelalter und in der frühen Neuzeit zu untersuchen.“ ––– Rezensiert für H-Soz-u-Kult von: Yvonne Kleinmann, Institut für Slavistik (Emmy Noether-Forschungsgruppe), Universität Leipzig

Das Baltikum im sprachgeschichtlichen Kontext der europäischen Reformation [Internationales wissenschaftliches Arbeitsgespräch der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel vom 21. bis 23. Mai 2003]

430 Jahre Litauische Postille: die Wolfenbütteler Postille und andere Lithuanica in der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel [Dr. Jolanta Gelumbeckaitė, Bearbeiterin des Projektes Edition und Kommentierung der Litauischen Postille von 1573] ––– Die Litauische Postille (1573): Dokumente der litauischen Reformation ––– Rezension von Daniel Petit

Research project on the Jagiellonian dynasty [The Jagiellonians: Dynasty, Memory and Identity in Central Europe is a major 5-year research project (2013-18), funded by a European Research Council Starting Grant and based at the History Faculty, University of Oxford.] --- „The Jagiellonians were one of the most important dynasties in Renaissance Europe, ruling lands which constitute no fewer than 14 present-day states.“

Lettland[Bearbeiten]

Die Kaufleute und Handwerker in den Städten waren meist deutscher Herkunft. Sie waren nach dem Vorbild deutscher Städte in Zünften und Gilden zusammengeschlossen. Die städtische Unterschicht bestand aus der angestammten Bevölkerung, d.h. Letten. Die ländliche Bevölkerung, also die lettischen Bauern, war politisch rechtlos.

Außer Riga gehörten noch sieben weitere Städte des heutigen Lettlands zur Hanse. Riga war die erste Stadt außerhalb des Heiligen Römischen Reichs, in der sich ab 1521 die Thesen Martin Luthers verbreiteten. Die Grundherren traten zum lutherischen Glauben über und zusammen mit ihnen auch die Bauern, die ohnehin keine freie Wahlmöglichkeit hatten. Unter der ländlichen Bevölkerung hatte sich auch der katholische Glauben damals noch nicht endgültig durchgesetzt; die Letten hielten noch lange an heidnischen Ritualen fest. Daher fehlte ihnen auch das Verständnis für die Unterschiede zwischen Protestantismus und Katholizismus völlig.

Nur in Riga nahm die lettische Bevölkerung bewußt Anteil an der Reformationsbewegung; hier entstand auch eine lettische lutherische Kirchengemeinde. Infolge der Reformation und der Gegenreformation entstand eine lettische Schriftsprache und die ersten gedruckten Bücher - meist geistlichen Inhalts - in lettischer Sprache.

Die auf der Seite der Reformation stehenden livländischen Städte, allen voran Riga, nutzten die Konkurrenz zwischen dem Livländischen Orden und dem Erzbischof von Riga, indem sie mal die eine, mal die andere Seite unterstützten, soweit diese der Verbreitung des lutherischen Bekenntnisses keine Hindernisse in den Weg legte. Im Jahre 1554 rief der livländische Landtag die Freiheit des Glaubensbekenntnisses in ganz Livland aus.

Infolge des Livländischen Krieges (1558-1583) geriet das Kräfteverhältnis in der baltischen Region aus dem bis dahin bestehenden Gleichgewicht. Der Angriff der russischen Truppen brachte Verwüstung über den östlichen Teil Lettlands bis zur Daugava (Düna). Dänemark, Schweden, Polen und Litauen griffen in den Kampf um das livländische Gebiet ein. Der Bischof von Kurland verkaufte seine Ländereien an Dänemark. Der Erzbischof von Riga und der Ordensmeister des Livländischen Ordenszweigs erkannten die Oberherrschaft des Königs von Polen und Litauen an; nur Riga konnte seinen Status als unabhängige Stadt noch weitere zwanzig Jahre halten.

Der letzte Deutschordensmeister in Livland, Gotthard Keller, wurde ein Vasall des polnisch-litauischen Königreichs und erhielt auf diese Weise vom König die Gebiete Kurlands und Semgallens sowie den Titel eines Herzogs. Das Herzogtum Kurland (1561-1795) existierte weitgehend als selbständiger Staat, obwohl es formal dem polnischen König unterstellt war. Der Rest Lettlands fiel unter die direkte Herrschaft des polnisch-litauischen Königreichs und wurde Schauplatz der Gegenreformation unter aktiver Beteiligung der Jesuiten.

Zu Beginn des 17. Jahrhunderts brach ein neuer Krieg zwischen Schweden und Polen aus, der wiederum großen Schaden auf dem Gebiet Lettlands anrichtete. Schweden ging als Sieger aus dem Krieg hervor. König Gustav II. Adolf nahm Riga 1621 nach vorhergehender Belagerung ein. Vidzeme (Livland) wurde dem schwedischen Herrschaftsgebiet angeschlossen. Unter litauisch-polnischer Oberhoheit verblieb vom lettischen Gebiet nur Latgale (Lettgallen), das bald als Polnisch-Livland bezeichnet wurde.

In dem unter schwedischer Herrschaft befindlichen Teil Livlands gewann das lutherische Bekenntnis die Oberhand. Die Schweden beschränkten die Macht der Gutsherren über die Leibeigenen, denn in Schweden selbst waren die Bauern politisch und wirtschaftlich unabhängig. In den anderen Teilen Lettlands waren die leibeigenen Bauern völlig der Willkür ihrer Gutsbesitzer unterworfen. Auch im Bildungswesen und im kulturellen Leben erwies sich die „Schwedenzeit“ als sehr fruchtbar. In Schwedisch-Livland entstanden die ersten Schulen für die bäuerliche lettische Bevölkerung; 1691 erschien die erste Gesamtausgabe der Bibel in lettischer Sprache. Die Stadt Riga, die nach ihrer Bevölkerungszahl und wirtschaftlicher Aktivität Stockholm noch übertraf, erwirtschaftete bedeutende Einkünfte für die schwedische Staatskasse.

Um die Mitte des 17. Jahrhunderts begann der kurländische Herzog Jakob Kettler, merkantilistische Ideen umzusetzen. Auf seinen Ländereien führte er Rationalisierungsmaßnahmen in der Landwirtschaft ein, ließ viele Manufakturen errichten, Schiffe bauen und begann einen aktiven Außenhandel. Herzog Jakob (1642-1681) folgte der „Mode der Zeit“ und bemühte sich um den Erwerb überseeischer Kolonien, und zwar die Insel Tobago in Westindien sowie eine Kolonie in Westafrika am Unterlauf des Gambiaflusses. Wie in Schwedisch-Livland (Vidzeme) konnte sich auch im Herzogtum Kurland der lutherische Glaube weiter durchsetzen, während sich in Polnisch-Livland (Latgale) der Katholizismus fest verankerte. In dieser Zeit entstand die Grundlage der unterschiedlichen Entwicklung der lettischen Bevölkerung Lettgallen im Vergleich zu den übrigen Teilen Lettlands.

Während des Nordischen Krieges (1700-1721) zogen schwedische, polnische, sächsische und russische Heere durch Lettland. 1710 nahmen die russischen Truppen nach langer Belagerung die Stadt Riga ein; durch den Nystädter Frieden von 1721 wurden Riga und ganz Schwedisch-Livland Rußland zugeschlagen. Die Verluste durch die Zerstörungen während des Nordischen Krieges wurden noch erhöht durch die „Große Pest“, die zur gleichen Zeit etwa die Hälfte der Bevölkerung Lettlands dahinraffte.

Als Ergebnis der ersten Teilung des polnisch-litauischen Staates 1772 fiel Lettgallen (Polnisch-Livland) an das Zarenreich. Auch das Herzogtum Kurland geriet in den Einflußbereich Rußlands. Schließlich verzichtete der letzte Herzog von Kurland Peter von Biron auf russischen Druck und gegen eine beachtliche finanzielle Entschädigung zu Gunsten des „großen Nachbarn“ auf seine Herrschaft in Kurland. Auf diese Weise kam das gesamte lettische Gebiet in russische Hände. Die ortsansässigen deutschen Gutsbesitzer konnten auf das besondere Wohlwollen der russischen Zaren rechnen, während die Lage der lettischen Bauern sich noch weiter verschlechterte und sie so rechtlos wurden wie nie zuvor. Dies führte zu mehreren Aufständen der Leibeigenen, insbesondere in Vidzeme.

Die Aufklärung erreichte auch Lettland. Johann Gottfried Herder war fünf Jahre lang als Lehrer in Riga tätig; gegen Ende des 18. Jahrhunderts erschienen mehrere Bücher, in denen das ungerechte und rückständige Agrarsystem in Lettland angeprangert wurde.

Der bedeutendste Aufklärer Lettlands war Garlieb Merkel mit seinem sozialkritischen Werk „Die Letten“ (1797). Die Aufstände der Leibeigenen und die Tätigkeit der Liberalen unter den Gutsbesitzern zu Beginn des 19. Jahrhunderts hatten verschiedene Bemühungen zur Folge, die Lage der Leibeigenen zu verbessern. Dies führte 1817 zur Aufhebung der Leibeigenschaft im Gouvernement Kurzeme (Kurland), das Gouvernement Vidzeme (Livland) folgte 1819. In Lettgallen, das zum Gouvernement Witebsk gehörte, wurde die Leibeigenschaft erst nach den Reformen von 1861 in Rußland aufgehoben.

1812 zogen die Truppen Napoleons im Zuge des Rußlandfeldzuges durch lettisches Gebiet. Das Napoleon unterstehende Preußische Korps besetzte das Gouvernement Kurland, zur Unterwerfung des stark befestigten Riga fehlte es aber an Kraft und Entschlossenheit. Mit der Niederlage Napoleons wurden auch die vorherigen Zustände wiederhergestellt. Und doch sollten in den nächsten Jahrzehnten die Ideen der französischen Revolution auch in Lettland nicht ohne Folgen bleiben.


Datenbank Kurländische Güterurkunden [Herder-Institut] ––– „Der zeitliche Rahmen dieser Edition erstreckt sich vom Jahr der ersten überlieferten Urkunden (1230) bis zum Ende der livländischen Selbständigkeit im Jahr 1561.“

Der russische Grossfürst zieht im Juli und August 1577 durch das Baltikum, Raub und Folter anwendend

Die Grundzüge der Entwicklung des lettischen Buches bis zu der Mitte des 17. Jahrhunderts [Inara Klekere, 2003. National Library. Riga, Latvia]

Erstes Buch auf Lettisch [Das Buch wurde im Jahre 1585 in Vilnius (Litauen) herausgegeben.]

Das volständige grosse lettische gesang-buch [Gedruckt in der Sternischen druckerey, 1716]

Riga die hauptt Statt in Lifflantt [Braun and Hogenberg. Civitates Orbis Terrarum, 1581]

Urbs Riga [Samuel von Pufendorf. Sieben Buecher Von denen Thaten Carl Gustavs Koenigs in Schweden N. 45. Publiziert von Christoph Riegel in Nürnberg 1697]

Riga. Panorama der Südseite mit Schiffen. 1702. [Kupferstich von Pieter Schenk (1660-1718/1719)]

Johann Georg Hamanns kameralwissenschaftliche Studien und Johann Christoph Beren's Vision von Riga: ein utopisches Projekt aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts [Von Raivis Bičevskis & Aija Talmiņa]

View of a ship at Ventspils (Latvia), mid-17th century [Autor: Johann Streck]

View of a shipyard on the Daugava River at Riga, c. 1786 [Autor: Johann Andreas Oesen]

Estland[Bearbeiten]

Im Baltikum bestand die Welt des deutschen Mittelalters und der ständischen Ordnung bis ins 19. Jahrhundert fort. Neben die Herrschaft der Landbesitzer trat jedoch die der Kaufleute. Der wachsende Reichtum der Städte war auch ihrer Zugehörigkeit zur Hanse seit dem 14. Jahrhundert zuzuschreiben. In Estland gehörten die Städte Tallinn (Reval), Pärnu (Pernau), Tartu (Dorpat) und Viljandi (Fellin) der Hanse an. Die Handelssstadt Reval war die bedeutendste unter ihnen.

In den Städten bildeten die Kaufleute die Oberschicht, sie waren in der Großen Gilde organisiert; die deutschen und zum Teil auch die estnischen Handwerker gehörten den Kleinen Gilden an. Kaufleute und Handwerker bildeten zusammen die Bürgerschaft; die Unterschicht bestand nur aus Esten. Als politisch rechtlos galt der Stand der Bauern, die grundherrlich erfasst waren. Etwa seit dem 15. Jahrhundert wurden die ursprünglich freien Bauern Grundherren erbuntertänig.

Dank der Beziehungen zu Deutschland erreichte die Reformation 1523 auch Estland. Städte und Grundherren traten schnell zum lutherischen Glauben über. Aber auch die bäuerliche Bevölkerung nahm bald nach 1525 den Glauben der Herrschaft an. 1535 erschien das erste estnische Buch; es war die Übersetzung des Kleinen Katechismus von Martin Luther.

Nach dem Zusammenbruch der Ordensherrschaft und dem damit verbundenen Ende des mittelalterlichen Livlands versuchten Russland, Dänemark, Schweden und Polnisch-Litauische Union ihre Herrschaft auf dieses Gebiet auszudehnen (Livländischer Krieg 1558-1583). Die 1588 eingefallene russische Armee fügte dem Land schweren Schaden zu. Estland verlor während dieses Krieges 2/5 seiner Bevölkerung. Die russische Besetzung dauerte allerdings nicht zu lange. Auf die Dauer erwies sich Schweden als die überlegene Macht. Bis 1645 hatte es sich Estland und Livland unterworfen.

Die schwedische Verwaltung konzentrierte sich vor allem auf die Bildung der estnischen Bevölkerung. In Tartu wurde 1630 ein akademisches Gymnasium gegründet, ein Jahr später wurde in Tallinn ein weiteres Gymnasium ins Leben gerufen. Am 30. Juni 1632, während des Dreissigjährigen Krieges, unterzeichnete König Gustav Adolf II. bei Nürnberg die Gründungsurkunde der Universität Dorpat, deren Grundlage das zwei Jahre zuvor gegründete Gymnasium war. In den Volksschulen war Estnisch Unterrichtssprache, an den Gymnasien Deutsch und Latein.

Ein regenreicher Sommer und ein harter Winter führten zu Missernten und 1695 zu der Grossen Hungersnot. 1/5 der Bevölkerung (ca. 75000 Menschen) fielen ihr zum Opfer.

Als Ergebnis des Nordischen Krieges wurde die schwedische durch die russische Herrschaft abgelöst. Die Eroberung Estlands und Livlands durch das Russische Reich konnte 1710 als abgeschlossen gelten und wurde im Frieden von Nystad (1721) bestätigt. Die Folgen des Krieges zeigten sich in der vollständigen Zerstörung des Landes und in einer weiteren erheblichen Dezimierung der Bevölkerung.

Peter der Große bestätigte die alten Privilegien der Ritterschaften und Stadträte. Die nachfolgenden Herrscher bis Alexander II. erkannten ebenfalls die Privilegien der Deutschbalten an.

1739 erschien eine erste vollständige estnische Bibelübersetzung.

Die Lage der Bauern verschlechterte sich weiter; ihre Leibeigenschaft erreichte einen Höhepunkt 1740, als in der sogenannten Deklaration von Rosen Vererbbarkeit und Verkauf der Leibeigenen vorbereitet wurden. Von der Aufklärung beeinflusste Regierungs- und Adelskreise strebten deshalb Reformen an.

Im 19. Jahrhundert wurde die Agrarverfassung dann durchgehend reformiert. Die Bauern konnten jetzt über ihre bewegliche Habe verfügen; die Nutzungsrechte iher Bauernhöfe wurden ihnen vertraglich zugesichert. Gleichzeitig wurden Gemeindegerichte installiert, die für die Angelegenheiten der Bauern zuständig waren. Diese neuen Bauerngesetze von 1802 und 1804 boten manchem tatkräftigen Bauern die Möglichkeit zu einem sozialen Aufstieg. Schließlich wurde mit den Reformen von 1816 (in Estland) und 1819 (in Livland) die Leibeigenschaft endgültig aufgehoben.

Die Universität Dorpat nahm 1802 ihre Lehrtätigkeit wieder auf. Wie in früherer Zeit war Deutsch die Unterrichtssprache. Die meisten Professoren waren Deutsche, darunter finden sich berühmte Namen wie Karl Ernst von Baer, der Begründer der Embryologie und der Astronom Friedrich Wilhelm von Struve. Die Universität Dorpat wurde auch in erster Linie von Deutschen besucht und besass enge wissenschaftliche Kontakte zu Deutschland. Dorpat entwickelte sich zu einem Hauptzentrum deutscher Kultur für alle drei baltischen Provinzen und darüber hinaus.


Der Einfältigen Ehsten Abergläubische Gebräuche, Weisen und Gewonheiten [Johann Forselius, 16. Jahrhundert]

Drucke des 17. Jahrhunderts (bis 1710) im Estnischen Historischen Archiv [Datenbank]

17TH CENTURY ESTONIAN ORTHOGRAPHY REFORM, THE TEACHING OF READING AND THE HISTORY OF IDEAS

Revalische Post-Zeitung [Enzyklopädischer Artikel mit einem Bild über in Reval (Tallinn) gedruckte deutsche Zeitung (1689–1710)]

Jesuiten in Estland [Vortrag von Christoph Wrembek SJ auf dem Symposion zu Ehren des 400. Todestages von Johannes Esto SJ, gehalten im Historischen Museum der Universität Tartu auf dem Domberg am 30. August 2003] ––– „Der „Krieg der Konfessionen“ war in Wirklichkeit ein Krieg um die Vormachtstellung in Europa.“

View of the proposed Narva stock exchange, 1693

Die Erwartungen der Bauern an den Gutsherrn in Liv- und Estland im 17. Jh.

Link-Tipps[Bearbeiten]

Leibeigenschaft (Überblick) [EEO]

Allgemeine Ansätze zur vergleichend-kontrastiven Analyse der Baltischen Fassungen des Lutherschen „Kleinen Katechismus“ [Pietro U. Dini (Universität Pisa)]

Livländischer Krieg [Enzyklopädie des europäischen Ostens (EEO)]

Die baltischen Länder und Europa in der Frühen Neuzeit [Tagungsbericht]

Schwedenzeit

Strategien zur Hebung der Frömmigkeit in Est- und Livland (1621-1710). Konfessionalisierung und Pietismus [Artikel von Jürgen Bayer]

Est- und Livland im schwedischen Großreich [Zusammenfassungen der Artikel von Aleksander Loit, Arvo Tering, Aivar Põldvee, Ivar Leimus, Ülle Tarkiainen, Birgit Kibal, Marten Seppel, Enn Küng]

Der Schwedenkönig als Reformer [DER STANDARD, Print-Ausgabe, 6./7. 7. 2002] ––– „Die Letten gerieten unter die Herrschaft Polens und Schwedens. Der schwedische König Karl XI. war die große Ausnahme unter den fremden Herren, die das Volk bedrückten.“

Andrej Kotljarchuk. In the Schadows of Poland and Russia. The Grand Duchy of Lithuania and Sweden in the European Crisis of the mid-17th Century [Södertörns högskola, 2006]

Alt und Neu Lieffländischer Chronicken- und Geschichts-Calender/ Auff das 1678. Jahr Christi... [Kalender für 1678]

Frieden von Nystadt

10.9.1721: Frieden von Nystad ––– „Mit der Unterzeichnung des Friedensvertrages von Nystad wurde der Große Nordische Krieg zwischen Russland und Schweden beendet. Russland bekam Ingermanland, Estland, Livland und Teile Kareliens zugesprochen und hatte damit einen sicheren Zugang zur Ostsee.“

Frieden von Nystad (Auszüge) ––– „In dem hier in Auszügen präsentierten Frieden von Nystad 1721 wurde Russland Estland, Karelien, Livland und Ingermanland zugesprochen.“

Friedensvertrag von Nystad [Titelseite und Text auf Deutsch]

1721 VIII 30 Friedensvertrag von Nystad

Collection of Medals [Nystadt Peace Treaty between Russia and Sweden]

Nystad auf der Karte

Nuova geografia di Ant. Federico Büsching [Tomo decimo ottavo, che comprende numero 46. La Polonia, e Lituania..., Venezia: Presso Antonio Zatta, 1777]

Teilungen Polen-Litauens

Polen-Litauen (Teilungen) [Enzyklopädie des europäischen Ostens (EEO)]

Das Thema der Teilungen Polens in russischen und polnischen Schulgeschichtsbüchern in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts [Dissertation von Rudolf Piwko, 2002] ––– „Die Arbeit untersucht insgesamt 41 polnische und russische Schulbücher für Geschichte aus der ersten Hälfte des 20 Jahrhunderts bis zum zweiten Weltkrieg. In der Einleitung werden die Schulbuchforschung in Ost und West sowie die untersuchten russischen und polnischen Schulbücher im historischen Rückblick beschrieben.“

Die Teilungen Polens – die Regierungszeit Stanisław Augusts [Aus dem Buch von Norman Davies „Im Herzen Europas – Geschichte Polens“]

Die Teilungen Polens [Text mit 2 Karten]

Ein Augenzeugenbericht zur dritten Teilung Polen-Litauens [Enzyklopädie des europäischen Ostens (EEO)]

Polnische Teilungen [Universal-Lexikon, 2012.]

Die Teilungen Polen-Litauens [2013] --- „Der Sammelband untersucht unter dem Leitmotiv »Inklusions- und Exklusionsmechanismen bei Herrschaftswechseln« die Teilungserfahrungen und die Traditionsbildungen im preußischen, habsburgischen und russischen Teilungsgebiet Polens aus unterschiedlichen Perspektiven.“

Bilddateien[Bearbeiten]

Münster's allegorical representation of Europe [1570]

Karten[Bearbeiten]

Östliches Europa im 16. Jh. und Übergangszonen [Enzyklopädie des europäischen Ostens (EEO)]

Europe about 1500 [In: James Westfall Thompson, HISTORY OF THE MIDDLE AGES, 300-1500, New York, W.W. Norton & Co., 1937.]

Der Livländische Krieg [Sowjetische Kartenskizze]

Poland-Lithuania, c. 1570

Polish-Lithuanian Commonwealth from the Union of Lublin, 1569 to 1667

Poland-Lithuania in the 16th and 17th Centuries

Karte von Europa zu Beginn des 17. Jahrhunderts [Aus: Aimond, Ch.-E.: Histoire. Le XVIIème et le XVIIIème siècle (1610-1789). Hrsg. von J. Guiraud. Paris, J. de Gigord 1937, S. 3.]

Russian wall map of history of territorial expansion of the Russian Empire (European portion) in the 16th and 17th centuries [1913]

Tsardom of Russia in the 17th century [© Vladimir Nikolaev, 2008]

Central and Eastern Europe, to 1710

Europe in 1721 after the Treaties of Utrecht & Nystad [Source: "The Cambridge Modern History Atlas", 1912]

Europa im 18. Jh. [ aus: Ploetz. Deutsche Geschichte, Freiburg 1979]

Poland-Lithuania: Physical, 1764 [Karte von Mariusz Paździora, 2008]

The Partitions of Poland

Poland after the second partition 1793 [This is an illustration from Political History of Poland written by E.H. Lewinski-Corwin and published in 1917]

Europe (end of 18th century)

Karten aus dem 19. Jahrhundert

Europa am Ende des 15. Jahrhunderts [Gustav Droysen. Allgemeiner historischer Handatlas in 96 Karten mit erläuterndem Text. - Bielefeld [u.a.]: Velhagen & Klasing, 1886, S. 35] ––– Topografische Übersichtskarte von Europa auf der sich die einzelnen europäischen Staaten farbig unterscheiden. Des Weiteren sind die politischen Grenzen am Ende des 15. Jhs. sowie wichtige Städte sind darin vermerkt.

Polen vom Anfange des XVIII Jahrhunderts bis zum Untergange der Republik 1795

North & East of Europe in 1780 [Karte aus dem Buch von A.Hassall „The Balance of Power“, 1898.]

Zur Geschichte von Ost-Europa

Alte Karten

Tabula Moderna Sarmatie [1513]

Ausschnitt (Faksimile) aus dem Erdglobus von Gerard Mercator (1541)

Tabula noua Poloniae, Vngariae, & Russiae [Vienne: G. Treschel, 1541]

Ausschnitt aus Carta Marina von Olaus Magnus, 1539

Schonlandia XIII Nova Tabula [SCHONLANDIA XIII NOVA TABULA / Sebastian Münster. - Basel : Heinrich Petri, 1540. - Woodcut; 35 x 26 cm. - (Geographia Universalis, Vetus et Nova / Complectens Claudii Ptolemaei Alexandrini Enarrationis Libros VIII. Succedunt tabulae Ptolemaicae, opera novo paratae modo ; 41)]

Manuskriptatlas aus der Mitte des 16. Jahrhunderts von Battista Agnese [Das gezeigte Bildmaterial ist Eigentum der Zentralbibliothek Zürich]

Digitalizētās Kartes [The maps of the 16th, 17th and 18th centuries from the Cartographic Collection of the National Library of Latvia]

Karte Polens und Nachbarländer aus dem Buch von Aeneas Piccolomini, herausgegeben im 1551 [MGH-Bibliothek]

Mappa della Polonia /2 [Sebastiano Münster, La Cosmographie universelle contenant la situation de toutes les parties du monde, avec les proprietez & appartenances. Henry Pierre marchant-libraire, Basle 1552]

Porro. Descrittione del mappamondo [1572]

Theatrum Orbis Terrarum [Ausgabe 1574, digitalisiert von State Library of Victoria, 2007-2008]

Magni Dvcatvs Lithvaniae, Livoniae et Moscoviae Descriptio [Köln: Officina Birckmannica sumptibus Arnoldi Mylij, 1589] Faksimile im DjVu-Format

Europa [Le Miror du Monde, S. 22. (Le miroir du monde, ou Epitome du Théâtre d´Abraham Ortelius.- Amsterdam: Zacharias Heyns, 1598)]

Russiae, Moscoviae et Tartariae descriptio [Abraham Ortelius, Theatrum Orbis Terrarum, English edition as The Theatre of the Whole World, London 1606]

Europa / das ein Drittheil der Erden / nach gelegenheit unserer zeit beschrieben [In: Sebastian Muenster. Cosmographey das ist Beschreibung aller Laender… Basel: durch Sebastianum Henricpetri, 1598]

Europa / das ein Drittheil der Erden / nach gelegenheit unserer zeit beschrieben [In: Sebastian Münster. Cosmographia, Das ist Beschreibung der ganzen Welt. – Basel, 1628 Titelblatt ] ––– Diese aufwendig gearbeitete historische Karte bildet Europa bildlich ab.

Lithuania. Miliaria Lithuanica communia ––– „Petrus Kaerius celavit“ [Pieter van den Keere (Petrus Kaerius), 1571-c.1646]

Livonia vulgo Lyefland [Theatrum Orbis Terrarum, sive Atlas Novus in quo Tabulæ et Descriptiones Omnium Regionum, Editæ a Guiljel et Ioanne Blaeu, 1645] Blaeu Atlas

Estats de la Couronne de Pologne ou sont les Royaume de Pologne, Duches et Provinces De Prusse, Cuiavie, Mazovie, Russie Noire & c. Duches de Lithuanie, Volhynie, Podolie & c. de L'Ukraine & c. 1655 [In: Carte generale de toutes les parties du Monde, Nicolas Sanson d’Abbeville – Etats de la Couronne de la Pologne; Paris 1655]

Baltia, quae et Scandia, Finningia, Cimbrica Chersonesus &c. . . [1694]

A Chart of the Baltick Sea [By John Seller,1695]

Map of Saaremaa and western Estonia, 1704

Karte von Polen, Litauen und den angrenzenden Ländern [1704]

Ducatuum Livoniae et Curlandiae Nova Tabula [1705]

Europa Polyglotta, Linguarum Genealogiam exhibens, una cum Literis, Scribendique modis, Omnium Gentium [1741?]

La grande Tartarie [Erscheinungsort: Leide; Verlag: Pierre Vander Aa, 1736]

XXVI Haupt Karte Polen [In: Auxilia Historica : Oder Behülff Zu denen Historischen und dazu erforderlichen Wissenschafften. Sc[ulpsit] P. A. D. O. S. B. - Regensburg: Verlegts Johann Gastl, 1748.]

Charte von Russisch Litauen... [Nürnberg, 1775]

Magnus ducatus Lithuania in suos palatinatus et castellanias divisa... [1778?]

Il Granducato di Lituania diviso ne suoi palatinati [Siena, 1789. Presso Pazzini Carli]

Atlas von Liefland, oder von den beyden Gouvernementern u. Herzogthümern Lief- und Ehstland, und der Provinz Oesel : entworfen nach geometrischen Vermessungen, den neusten astronomischen Beobachtungen und nach sorgfaeltiger Untersuchung und Kentnis der Gegenden : das Ganze besteht aus einer Generalkarte und vierzehn Kreiskarten [Riga : Johann Friedrich Hartknoch, [1798]]

A map of the Kingdom of Poland and Grand Dutchy of Lithuania including Samogitia and Curland, divided according to their dismemberments, with the Kingdom of Prussia [By Willm. Faden, Geographer to the King, M DCC XCIX. London, published by W. Faden, Geographer to the King & to H.R.H. the Prince of Wales, Charing Cross, April 2d, 1799. 2d edition.]

A new map of Poland, and the Grand Duchy of Lithuania, shewing their dismemberments and divisions between Austria, Russia and Prussia, in 1772, 1793 & 1795, from the latest authorities [By John Cary, engraver, 1799. London: Printed for J. Cary, Engraver & Map-seller, No. 181, Strand, Aug. 1st., 1799]


zum Inhaltsverzeichnis
Zusammenfassung des Projekts - Länderprofile - Vorgeschichte und Christianisierung - Religiöse Spaltungen und wechselnde Herrschaften - Von der Aufklärung bis zur Entstehung der Nationalstaaten - Unabhängigkeit in der Zwischenkriegszeit - Die baltischen Staaten unter Fremdherrschaft - Von der singenden Revolution bis zur Gegenwart - Übergreifend