Dresden in der Frühromantik

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Inhaltsverzeichnis

Die Frühromantik[Bearbeiten]

Begriff[Bearbeiten]

Als Frühromantik wird eine Kunstrichtung in den Jahren von etwa 1795 bis etwa 1805 bezeichnet, welche in die kunstgeschichtliche Epoche des Klassizismus[1] (um 1760 bis um 1840) fällt. Sie ist der erste von drei Abschnitten der Romantik[2] (um 1795 bis um 1848, in der Malerei und in der Musik noch Jahrzehnte später nachwirkend). Ihr folgen die Hochromantik[3] und die Spätromantik[4]. Neben Berlin und Jena ist die Kunststadt Dresden eines der Zentren der Frühromantik.

Zeitliche Eingrenzung[Bearbeiten]

Einige Autoren rechnen das Jahr 1795 noch nicht, andere Autoren hingegen das Jahr 1805 nicht mehr zu dieser Kunstrichtung. Es gibt auch die Ansicht, dass das Jahr 1794 ebenfalls zur Frühromantik zählt. 1794 zog der Frühromantiker Friedrich Schlegel[5] nach Dresden[6].

Wenn diese Kunstrichtung in der Literatur auf die Jahre 1798 bis 1804 begrenzt wird, verengt sich der Focus allein auf die theorieorientierte Jenaer Frühromantik, welche eng mit der Universität Jena verknüpft war.

Im Jahre 1804 (nach anderer Meinung 1805) begann bereits die Heidelberger Romantik einer jüngeren Generation um Achim von Arnim und Clemens Brentano, welche in ihrer Kernzeit bis 1809 (nach anderer Meinung bis 1808) andauerte und kunstgeschichtlich bereits als Hochromantik (die Jahre bis um 1815) betrachtet wird. Andererseits entstanden 1805 noch andernorts etliche der Frühromantik zugerechnete Werke, so auch in Dresden. Hieran wird im Museum der Dresdner Romantik im Kügelgenhaus in der Hauptstraße der Dresdner Neustadt erinnert.

Die Frühromantik fällt demzufolge in die gleichen Jahre wie die Kernzeit der Weimarer Klassik, den Jahren der Zusammenarbeit von Johann Wolfgang von Goethe und Friedrich Schiller (1794 bis 1805, dem Todesjahr Schillers).

Entstehung[Bearbeiten]

Die Architektur in der Frühromantik war nach wie vor klassizistisch, während sich die ersten romantischen Bestrebungen insbesondere auf Philosophie, Literatur und Malerei richteten.

In Dresden entwickelten sich ab 1794 die Gemäldegalerie (damals im Stallhof) und die Mengssche Sammlung antiker Gipsabgüsse zu Zentren eines frühromantischen Kunstverständnisses. Insbesondere das Gemälde Die Sixtinische Madonna wurde zur Grundlage einer quasi religiösen Verehrung der Alten Meister. Nicht nur Friedrich Schlegel besuchte regelmäßig diese Sammlungen und ließ sich wiederholt sogar in das als romantisch empfundene Untergeschoß mit den Mengs'schen Gypsen einschließen - auch die Frühromantiker Ludwig Tieck und der frühvollendete Wilhelm Heinrich Wackenroder wallfahrten im Frühsommer 1796 nach Dresden. Aus ihren Eindrücken entstanden neben den als Manifest der deutschen Frühromantik betrachteten Herzensergießungen eines kunstliebenden Klosterbruders (1796) auch noch die Phantasien über die Kunst, für Freunde der Kunst (1799) und die Phantasien über die Kunst, von einem kunstliebenden Klosterbruder (1814). Im Jahre 1797 weilte selbst Johann Wolfgang von Goethe nach dem (vorläufigen) Frieden mit dem revolutionären Frankreich wiederholt in den Kunstsammlungen, insbesondere ebenfalls zwischen den Mengs'schen Gypsen. Goethe hatte bei Johann Heinrich Wilhelm Tischbein in Rom von 1786 bis 1788 selbst Gipsabgüsse von Antiken zusammengetragen, konnte diese aber nicht über die Alpen schaffen.

Am 24. August 1794 wurde für die bis dahin im Gemäldesaal des Brühlschen Gartens aufgestellte Mengssche Sammlung ein eigens dazu bereiteter Saal unter der Bildergalerie im ehemaligen Stallhof für die Sammlung eröffnet.[7]

Bereits im gleichen Jahr arbeitete der damalige Inspector der Gipsantikengallerie, Johann Gottlob Matthäi[8], den Catalogue des jets des stuc des plus excellentes antiques[9] mit dutzenden Tafeln der Statuen und Reliefs aus.[10] Matthaey war bis dahin Modelleur an der Meißner Porzellanmanufaktur und zog 1794 mit seiner Familie nach Dresden[11] um, wo er in direkter Nachbarschaft der Ausstellung lebte.[12] Nur ein Jahr vor seinem Tod gab Johann Gottlob Matthäi noch das Verzeichniss der im königl. sächs. Mengs'ischen Museum enthaltenen antiken und modernen Bildwerke in Gyps in der Arnoldischen Buchhandlung in deutscher Sprache heraus[13]

Chronologie[Bearbeiten]

  • Alexander Trippel 1778 bis zu seinem Tod 1793 in Rom[14]

Chronologie 1794[Bearbeiten]

  • Carl Ludwig Fernow[15] geht nach Rom und schreibt für den Neuen Teutschen Merkur[16] zahlreiche Beiträge

Chronologie 1795[Bearbeiten]

  • Carl Ludwig Fernow gründet in Rom eine Lesegesellschaft für die in Rom arbeitenden deutschen Künstler und Kunstgelehrten wie Friedrich Weinbrenner (Italienreise zwischen 1792 und 1797)[17], Johann Gottfried Seume (1801/02 auf Italienreise nach Syracus[18]) und Wilhelm von Humboldt, 1802 bis 1808 als Preußischer Gesandter am Heiligen Stuhl in Rom[19] (Johann Erdmann Hummel, von 1792 bis 1799 in Italien[20]; Aloys Hirt, 1782 bis 1796 in Italien[21]; Angelika Kauffmann, ab 1782 endgültig in Rom - bis zu ihrem Tod 1807[22]; Joseph Anton Koch, ab 1795 bis zu seinem Tod 1837 in Rom[23], Heinrich Meyer, ab 1784 in Italien[24]; Johann Christian Reinhart, ab 1789 bis zu seinem Tod 1847 in Rom[25]; Bertel Thorvaldsen, 1797 bis 1802 in Rom[26]; Nikolaus Friedrich von Thouret, ab 1793 bis um 1800 in Rom[27])

Literatur[Bearbeiten]

Lehrbücher[Bearbeiten]

  • Erika und Ernst von Borries: Deutsche Literaturgeschichte, Band 5: Romantik, Deutscher Taschenbuch Verlag, München 1997, 2. Aufl. 1999, (Neuaufl. 2003), ISBN 978-3423033459.[28]
  • Detlef Kremer: Romantik. Lehrbuch Germanistik, 4., aktualisierte Aufl., Verlag Metzler, Stuttgart - Weimar 2015, ISBN 978-3476025975.[29]

Standardwerke[Bearbeiten]

  • Andreas Beyer: Die Kunst des Klassizismus und der Romantik. Beck'sche Reihe; 2558 : C. H. Beck Wissen, C.H. Beck, München 2011, ISBN 978-3-406-60762-2. (Erschienen in: Kunstepochen in C. H. Beck Wissen; 2558 : C. H. Beck Wissen)[33]
  • Lothar Pikulik[34]: Frühromantik. Epoche, Werke, Wirkung. 2. bibliographisch ergänzte Auflage. Beck, München 2000, ISBN 3-406-47030-0 (Arbeitsbücher zur Literaturgeschichte).[35]
  • Gerhard Schulz[36]: Romantik: Geschichte und Begriff. (= C. H. Beck Wissen: Beck'sche Reihe, Bd. 2053) C. H. Beck, München 3. Aufl. 2007, ISBN 978-3406410536. [13.12.2007 - nicht 2008].[37]
    • 2., durchgesehene Auflage 2002 ISBN 3406410537 (ISBN-13: 9783406410536).
    • Originalausgabe: ISBN 10: 3406410537 / ISBN 13: 9783406410536 - 1996 Beck'sche Reihe 2053, Wissen.[38]
    • Hierzu: Mahoney, Dennis F.: Review: Romantik: Geschichte und Begriff, In: The Journal of English and Germanic Philology. 97 (1998), University of Illinois Press, S. 80-81.[39]

Kunst in der Frühromantik[Bearbeiten]

  • Markus Bertsch; Regine Gerhardt (Hrsg.): Kosmos Runge. Der Morgen der Romantik. Ausstellungskatalog [... anlässlich der Ausstellung "Kosmos Runge. Der Morgen der Romantik", Hamburger Kunsthalle, 3. Dezember 2010 bis 13. März 2011; Kunsthalle der Hypo-Kulturstiftung, München, 13. Mai 2011 bis 4. September 2011]. Hirmer, München 2010. ISBN 978-3-7774-3061-4, 3777430617.[40]
  • Hellmuth Bethe: Unbekannte Zeichnungen von Caspar David Friedrich und Philipp Otto Runge auf der Ausstellung "Geistiges Pommern" in Stettin, In: Weltkunst, 13 (1939), 19, S. 1-2.[41]
  • Otto Fischer (Hrsg.): Die romantische Landschaft. Dokumente und Bilder, Verlag Strecker u. Schröder, Stuttgart 1922.[42]
  • Curt Grützmacher[43]: Novalis und Philipp Otto Runge. Drei Zentralmotive und ihre Bedeutungssphäre: Die Blume – Das Kind – Das Licht (Dissertation), Eidos Verlag [W. P. Fink], München 1964.
  • Klaus Haese[44]: Caspar David Friedrich und Philipp Otto Runge – Heimatraum und Lauf der Zeit. Kunstbuch. nordlicht verlag, Karlshagen / Insel Usedom 2007. ISBN 978-3-9809640-2-9.
  • Jens Christian Jensen: Caspar David Friedrich. Leben und Werk. DuMont, Köln 1999, überarb. u. mit e. Nachwort versehene Neuausgabe, ISBN 3-7701-4800-2.[46]
  • Yūko Nakama: Caspar David Friedrich und die romantische Tradition. Moderne des Sehens und Denkens, Aus dem Japanischen ins Deutsche übersetzte, überarbeitete und mit einem Exkurs versehene Ausgabe, Verlag Reimer, Berlin 2011, ISBN 978-3496014386 (3496014385)[48]
  • Eberhard Roters[52]: Jenseits von Arkadien. Die romantische Landschaft (= Art in context Bd. ), DuMont, Köln 1995, ISBN 978-3770135578 (postum).[53]
  • Christian Scholl[56]: Romantische Malerei als neue Sinnbildkunst. Studien zur Bedeutungsgebung bei Philipp Otto Runge, Caspar David Friedrich und den Nazarenern (= Kunstwissenschaftliche Studien, Bd. 138 = Universität Göttingen, Habil.-Schr., 2005.), Deutscher Kunstverlag, München 2007, ISBN 978-3-422-06697-7; 3422066977.[57]
  • Christian Scholl: Caspar David Friedrich und seine Zeit, Seemann-Verlag, Leipzig 2015, ISBN 978-3865023643; 3865023649.
  • Herbert Schrade: Philipp Otto Runge und Caspar David Friedrich. In: Die Großen Deutschen.; (1936), S. 113-139.[58]
    • Die Großen Deutschen. Dritter Band, Propyläen-Verlag, Berlin 1936[59]
  • Jörg Traeger: Philipp Otto Runge und Caspar David Friedrich. In: Hanna Hohl (Hrsg.): Runge, Fragen und Antworten : ein Symposion der Hamburger Kunsthalle, Verlag Prestel, München 1979, ISBN 3791304690; 978-3791304694, S. 96-114.[60]
    • Hanna Hohl (Hrsg.): Runge, Fragen und Antworten. Ein Symposion der Hamburger Kunsthalle. Verlag Prestel, München 1979, ISBN 3791304690; 978-3791304694.[61]
  • Christoph Vitali (Hrsg.): Ernste Spiele. Der Geist der Romantik in der deutschen Kunst 1790−1990 ([Ausstellung vom] 4. Februar bis 1. Mai 1995, Haus der Kunst München mit den Bayerischen Staatsgemäldesammlungen und in Zsarb. mit der National Gallery of Scotland, der Hayward Gallery, London, und der Nationalgalerie, Berlin), Oktagon Verlag, Stuttgart 1995, ISBN 3927789744, 2. Aufl. 1995.[62]

Literatur in der Frühromantik[Bearbeiten]

  • Armin Gebhart: Novalis. Der begnadete Lyriker. Tectum-Verlag, Marburg 2006, ISBN 3828890539; 978-3828890534.[63]
  • Armin Gebhart: Ludwig Tieck. Leben und Gesamtwerk des "Königs der Romantik". Tectum-Verlag, Marburg 1997, ISBN 3828890016; 978-3828890015.[64]
  • Lothar Pikulik: Erzähltes Welttheater. Die Welt als Schauspiel in der Romantik, Verlag Mentis, Paderborn 2010, ISBN 978-3897857070.[66]
  • Lothar Pikulik: Signatur einer Zeitenwende. Studien zur Literatur der frühen Moderne von Lessing bis Eichendorff, Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2001, ISBN 978-3525208144.[67]
    • Romantik als Ungenügen an der Normalität. Am Beispiel Tiecks, Hoffmanns und Eichendorffs, Suhrkamp Verlag, Frankfurt/Main 1979, ISBN 978-3518075098.
  • Silvio Vietta[68] (Hrsg.): Die literarische Frühromantik. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1983.[69]
  • Benno von Wiese[70] (Hrsg.): Deutsche Dichter der Romantik. Ihr Leben und Werk, Berlin 1971.

Philosophie in der Frühromantik[Bearbeiten]

  • Walter Benjamin[71]: Der Begriff der Kunstkritik in der deutschen Romantik. (= Neue Berner Abhandlungen zur Philosophie und ihrer Geschichte. Bd. 5), Verlag A. Francke, Bern 1920.[72]
  • Hermann Timm: Die heilige Revolution. Das religiöse Totalitätskonzept der Frühromantik: Schleiermacher - Novalis - Friedrich Schlegel, Frankfurt/M. 1978.
  • Hermann Timm: Studien zur Religionsphilosophie der Goethezeit. Bd. 1: Gott und die Freiheit. Die Spinozarenaissance (= Studien zur Philosophie und Literatur des neunzehnten Jahrhunderts) Verlag Klostermann, Frankfurt/M. 1974.[73]

Dresden in der Frühromantik[Bearbeiten]

  • Armin Gebhart: Dresden als Stätte schöpferischer Romantiker, in: Dresdner Monatsblätter, 32 (1981), 1, ISSN 0012-6101, S. 12-15.[74]
  • Armin Gebhart: Unvergängliche Akzente Dresdner Kunst. Studien und Essays. Ibidem-Verlag, Stuttgart 2003; ISBN 3898212440; 9783898212441.
    • VIII. Kapitel: Dresdens als Stätte schöpferischer Romantiker: drei Dichter Heinrich von Kleist, E. T. A. Hoffmann und Ludwig von Tieck; drei Musiker Carl Maria von Weber, Robert Schumann und Richard Wagner; drei Maler Philipp Otto Runge - dem ersten Romantiker -, Caspar David Friedrich und Adrian Ludwig Richter.[75]
  • Günter Klieme, Hans Joachim Neidhardt[76] (Museen der Stadt Dresden, Herausgeber): Kügelgenhaus: Museum der Dresdner Romantik, Deutscher Kunstverlag, 2. Auflage, München 2008, ISBN 978-3-422-02151-8.[77]
    • Günter Klieme, Hans Joachim Neidhardt (Museen der Stadt Dresden, Herausgeber): Museum zur Dresdner Frühromantik, Deutscher Kunstverlag, 1. Auflage, München Berlin 1998, ISBN 978-3-422-06251-1.[78]
  • Hans Joachim Neidhardt: Die Malerei der Romantik in Dresden, Seemann Verlag, Leipzig 1976.[79]
  • Walter Schmitz[80]: Die Entdeckung der Landschaft. Dresdner Maler um 1800 in böhmischer Nachbarschaft, In: Sächsisch-Böhmische Beziehungen im Wandel der Zeit, Verlag Thelem, Dresden 2013, S. 199-234.[81]
    • Sächsisch-Böhmische Beziehungen im Wandel der Zeit. Band 1, Textband (Essays), ISBN 978-3942411912; 3942411911
    • Kristina Kaiserová, Walter Schmitz (Hrsg.): Sächsisch-Böhmische Beziehungen im Wandel der Zeit : = Česko-saské vztahy v proměnách času Dresden : Thelem, 2013[82]
  • Silvio Vietta[83]: Der Dresdenbesuch von Wackenroder und Tieck und die romantische Revolution der Ästhetik, In: Forschungsstätte für Frühromantik und Novalis-Museum Schloss Oberwiederstedt und Internationale Novalis-Gesellschaft: Gabriele Rommel[84] (Hrsg.), Arved Grieshaber (Hrsg.), Dennis F. Mahoney (Hrsg.): Die Europa-Idee von Novalis um 1800. Antike-Rezeption zwischen Mythos und Utopie. Eine Ausstellung von Forschungsstätte für Frühromantik und Novalis-Museum Schloss Oberwiederstedt 2015/2017, Wiederstedt, Forschungsstätte für Frühromantik und Novalis-Museum Schloss Oberwiederstedt, Verlag K&N (Verlags Königshausen & Neumann), Würzburg [2016], ISBN 978-3826060007, S. 137-143.[85]

Weitere Monographien[Bearbeiten]

  • Ernst Behler[86]: Unendliche Perfektibilität. Europäische Romantik und französische Revolution, Schöningh, Paderborn 1989, ISBN 978-3506707079.[87]
  • Ernst Behler: Die Zeitschriften der Brüder Schlegel : ein Beitrag zur Geschichte der deutschen Romantik, Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1983, ISBN 978-3534088393.[88]
  • Ernst Behler: Die Aktualität der Frühromantik (= Kolloquium vom 28. - 30. Aug. 1986), Schöningh, Paderborn u.a. 1987, ISBN 978-3506707048.[89]
  • Manfrd Frank[90]: Einführung in die frühromantische Ästhetik. Suhrkamp, Frankfurt a. M. 1989, ISBN 3-518-11563-4.
  • Martin Götze: Ironie und absolute Darstellung : Philosophie und Poetik in der Frühromantik (= Transzendentale Reflexion, Ironie, absolute Darstellung``, Dissertation 1999, Universität Bamberg), Verlag Schöningh, Paderborn - München - Wien - Zürich 2001, ISBN 978-3506732002.[91]
  • Jürgen Klein: Anfänge der englischen Romantik 1740–1780. Heidelberger Vorlesungen. Carl Winter Universitätsverlag, Heidelberg 1986 (= Anglistische Forschungen, Band 191).
  • Jürgen Klein: Byrons romantischer Nihilismus. (= Salzburg studies in English literature, Bd. 97), Institut für Anglistik und Amerikanistik, Salzburg 1979.[92]
  • Erich Kleinschmidt: Die Lesbarkeit der Romantik. Material, Medium, Diskurs, De Gruyter, Berlin 2009, ISBN 9783110217827, 3110217821.[93]
    • Erich Kleinschmidt: Die Lesbarkeit der Romantik. Material, Medium, Diskurs, De Gruyter, Berlin - Boston, 2009, ISBN 978-3110217834, 978-3111738345, 978-3110217827.[94]
  • Erich Kleinschmidt: Lesbarkeiten: Antikerezeption zwischen Barock und Aufklärung. Würzburg 2010.
  • Josef Körner (Hrsg.): Krisenjahre der Frühromantik. Briefe aus dem Schlegelkreis. Francke Verlag, Bern und München 1969 Werkansicht/Titelseite
  • Richard Karl Ullmann[97]: Geschichte des Begriffes ‚Romantisch' in Deutschland. Vom ersten Aufkommen des Wortes bis ins 3. Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts. Berlin 1926.
    • Richard Ullmann und Helene Gotthard: Geschichte des Begriffes "Romantisch" in Deutschland. Vom ersten Aufkommen des Wortes bis ins 3. Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts. Berlin 1927 (Germanische Studien, L).
    • Neudruck bei Kraus Reprint, Nendeln 1967.[98]

Dresden in der Frühromantik[Bearbeiten]

Dresdner Straßen um 1800[Bearbeiten]

Erstes Stadtviertel[Bearbeiten]

  • Breite Gasse
  • Pfarrgasse
  • Scheffelgasse
  • Schreibergasse
  • Seegasse
  • Webergasse
  • Willßdruffer Gasse
  • Zahnsgasse

Zweites Stadtviertel[Bearbeiten]

  • Alte Markt
  • Kleine Brüdergasse
  • Große Brüdergasse
  • Große Frauengasse
  • Jüdenhof
  • Roßmaringasse
  • Schloßgasse
  • Schössergasse
  • Sporergasse
    • Rietschel, Karl Ferdin. Norbert, Hofkoch bey der Prinzessin Elisabeth königl. Hoheit, Sporergasse, 359
    • Lopitsch, Joh. Michael, geh. Rathsaufwärter, Sporergasse 388, 1797
    • Lopitzsch, Juliane Elisabeth Sporergasse 388, 1799
  • Taschenberg
  • Willßdruffer Gasse

Drittes Stadtviertel[Bearbeiten]

  • Augustusstraße (oder an der Bildergallerie)
    • Acier, Michael Viktor, kurfürst. Modellmeister, Augustusstraße, oder an der Bildergallerie 574
  • Kleine Fischergasse
    • Abraham, Koppel, Handelsjude, Fischergasse, Kleine 593, 1797
  • Kleine Frauengasse
  • Kleine Frohngasse
  • Große Frohngasse
  • Nasse Gasse
  • Georgenstraße
  • Kreuzgasse
  • An der Kreuzkirche
  • Hinter der Kreuzkirche
  • Lochgasse
    • Abt, Joh. Nikolaus, Mehlhändler, Hausbes., Lochgasse 437
  • Neumarkt
  • Kleine Kirchgasse
  • Große Kirchgasse
  • Kleine Marktgasse
  • Große Marktgasse
  • Schulgasse
  • Töpfergasse

Viertes Stadtviertel[Bearbeiten]

  • Freyer Platz vor der Elbbrücke
  • Große Fischergasse
  • An der Frauenkirche
  • Hinter der Frauenkirche
  • Friesengasse
  • Am Klepperstalle
  • Klosterhof
  • Neue Landhausgasse
  • An der Mauer
  • Morizstraße
  • Neumarkt
  • Pirnaische Gasse
  • Uiber dem Pirnaischen Thore
  • Rampische Gasse
  • Kleine Salzgasse
  • Salzgasse
  • Kleine Schießgasse
  • Große Schießgasse
  • Zeughaus
  • Zimmerhof
  • Am Zwinger

Pirnaische Vorstadt[Bearbeiten]

Fischergemeinde[Bearbeiten]
  • An der Elbe
  • Elbberg
  • Elbgasse
Rampische Gemeinde[Bearbeiten]
  • Drehgäßchen
  • Kohlgäßchen
  • Neue Gasse
  • Queergäßchen
  • Rampische Gasse
  • Ziegelgasse
Pirnaische Gemeinde[Bearbeiten]
  • Lange Gasse
  • Pirnaische Gasse
Borngassengemeinde[Bearbeiten]
  • Kleine Borngasse
  • Große Borngasse

Seevorstadt[Bearbeiten]

Halbegassengemeinde[Bearbeiten]
  • Halbe Gasse
  • Am Judenteiche
  • An der Kaitzbach
  • Hinter dem Trompeterschlößchen
  • Am Festungsgraben
    • Abicht, Karl Traugott, hält Konzert, u. schenkt Kaffee, Wein, Punsch und Bier, Festungsgraben, am (Seethorvorst./Halbegassengem.) 415

Hinterseergemeinde[Bearbeiten]

  • Hinterseer Gemeinde
  • Alte Dippoldiswalder Straße
  • Kleine Plauische Gasse
  • Große Plauische Gasse
  • Gäßchen ohne Namen
  • Neue Dippoldiswalder Straße
  • Neue Gasse
  • Poliergäßchen

Wilsdruffer Vorstadt[Bearbeiten]

Poppitzer Gemeinde[Bearbeiten]
  • An der Entenpfütze
  • Am Falkenschlage
  • Freiberger Straße
  • Nachbarschaft
  • Am Obersee
  • Poppitz
  • Queergäßchen
  • Rosengasse
  • Seilergäßchen
  • An der Weißeritz
  • Fischersdorf
  • Am Quäckborn
Gerbergemeinde[Bearbeiten]
  • Gerbergasse
  • Hundsgasse
  • Stärkengäßchen
Viehweider Gemeinde[Bearbeiten]
  • Am Festungsgraben
  • Feigengäßchen
  • Grüne Gasse
  • Mittelgasse
  • Ostraallee
  • Am Rabensteine
  • Schießgasse
  • Schießhausplatz
  • Am See
  • Trabantengäßchen
  • Viehweide
  • Unter den Weiden

Neustadt bey Dresden[Bearbeiten]

Erstes Viertel[Bearbeiten]
  • Badergasse
  • Nach dem Elbschlage zu
  • Der Grund
  • Kohlmarkt
  • Kleine Meißnische Gasse
  • Große Meißnische Gasse
Zweytes Viertel[Bearbeiten]
  • Abdankeplatz
  • Freyer Platz
  • Frohngäßchen
  • Neue Gasse
  • Hauptstraße
  • Königstraße
  • Obergraben
  • Pfarrgasse mit weißem Thor
  • Rähnitzgasse
Drittes Viertel[Bearbeiten]
  • Hauptstraße
  • Kirchgäßchen
  • An der Kirche
  • Hinter der Kirche
  • Unter- oder Nieder-Graben
  • Ritterstraße
  • Schmiedegasse
  • Im Schwarzen Thore
  • Am Walle
Viertes Viertel[Bearbeiten]
  • Breitegasse
  • An der Elbbrücke
  • Am Jägerhofe
  • Kleine Klostergasse
  • Große Klostergasse
  • Marktplatz

Neuer Anbau[Bearbeiten]

  • An der Königsbrücker Straße
  • Alaungasse
  • Badegasse
  • Bautzner Straße
  • Böhmische Gasse
  • An der Dresdner Heide
  • An der Elbe
  • Dem Festungsgraben gegenüber
  • Das namenlose Gäßchen ohne Ausgang
  • Judengasse
  • Kronengasse
  • An dem Prießnitz- oder Goldbach
  • Radeberger Straße
  • Schwarze Gasse
  • Weiße Gasse

Dresdner Schulen um 1800[Bearbeiten]

Friedrichstadt[Bearbeiten]

  • Abt, Joh. Wilh., Kassier bey diesem Schulinstitut, Prießnitzer Straße/Friedrichstadt 92

Dresdner Theater um 1800[Bearbeiten]

Morettisches Opernhaus[Bearbeiten]

Das Morettische Opernhaus wurde 1754/55 zunächst aus Fachwerk und Holz und 1761 als Massivbau aus Stein neu errichtet. Es wurde nach seinem Betreiber, dem Imressario Pietro Moretti benannt und befand sich auf dem Gelände des Italienischen Dörfchens. 1780 zum Hoftheater ernannt, wurde es 1783 für den Besuch von 800 Zuschauern erweitert und erhielt 1793 eine Vorhalle.

1841 ging der Spielbetrieb auf die von 1838 bis 1841 errichtete erste Semperoper über, und das Morettische Opernhaus wurde abgebrochen.

Hofkapellmeister ab 1776: Johann Gottlieb Naumann (gest. 1801)

Hofkapellmeister ab 1802: Ferdinando Paër bis 1806 (gest. 1839)



Morettisches Theater oder Komödienhaus im italienischen Dörfchen [106]

Dresdner Berufe um 1800[Bearbeiten]

Billeteur[Bearbeiten]

Billeteur in Pierer's Universal-Lexikon, Band 2, Altenburg 1857, S. 792: 1) der etwas, bes. Waaren, mit kleinen numerirten Zetteln versieht (billetirt), worauf die Anzahl der Ellen, Ein u. Verkaufspreis etc. angegeben ist; 2) der die Quartierbillets für die Soldaten schreibt; 3) Person, die im Theater u. dgl. die Entréebillets einnimmt. Pierer 1857

  • Johann Gottfried Raffelt, Billeteur, Festungsgraben, am (Pirn. Vorst./Ramp.Gem.) 193 (1797)

Modellmeister[Bearbeiten]

  • Michael Viktor Acier, kurfürst. Modellmeister, Augustusstraße, oder an der Bildergallerie 574 (1797)

Situationszeichner[Bearbeiten]

Situationszeichnen, svw. Planzeichnen vgl. Landkarten, Projection

  • Philipp Butze, Mathematikus, gibt Unterricht in der Mathematik und Situationszeichnung, Festungsgraben, am (Pirn. Vorst./Ramp.Gem.) 192 (1797)

Dresdner Persönlichkeiten um 1800[Bearbeiten]

Johann Christoph Adelung[Bearbeiten]

Franz Alberghi[Bearbeiten]

Heinrich Albert[Bearbeiten]

Amorevoli[Bearbeiten]

Karl August Andrée[Bearbeiten]

Paul Christian Gottlob Andreae[Bearbeiten]

Carl Angiolini[Bearbeiten]

Dresden um 1800 und Dresden heute[Bearbeiten]

Frauenstraße[Bearbeiten]

Frauengasse(n) mit dem alten (Brot)Markt (der breite, westlichste Abschnitt)[107]

Nach dieser Karte von 1755 (eine ältere Situation zeigend - die Katholische Hofkirche, ab 1739 im Bau, 1755 geweiht, fehlt vollends)

  • verlief die Große Fraun Gaße vom Loch (nahe dessen Mündung in den Alten Marckt) parallel zu Schoeßer Gaße und Kleine Fraun Gaße, kreuzte den uralten Markt An den Brod Baencken (linkerhand) und stieß dann auf den Iuden Hof = Judenhof (rechterhand befand sich dort das Commendanten Hauß, auch Regimentshaus[108]) - das Straßenstück an der linken Seite des Stalls hin zur Reuth-Bahne ist unbezeichnet und stellte die direkte Verlängerung der Großen Fraun Gaße über den Iuden Hof dar
  • verlief die Kleine Fraun Gaße vom Loch (das in den Sack führte) parallel zu Große Fraun Gaße und Kleine Kirch Gaeßgen (als Verlängerung der Weißen Gaße) zu dem Gebäudeblock mit Gewandhauß und Commendanten Hauß (die Straße vom Neu Marckt über die Kreuzung mit der Kleinen Fraun Gaße, die Kreuzung mit der Großen Fraun Gaße, über An den Brod Baencken, über die Kreuzung mit der Schoeßer Gaße bis hin zur Schloß Gaße ist unbezeichnet - bis auf das Stück zwischen Großen Fraun Gaße und Schoeßer Gaße, welches als An den Brod Baencken bezeichnet wird - aber genau dieses Stück (zwischen den Quartieren V und VI) wird heute als Frauenstraße bezeichnet, sofern es noch vorhanden ist: vom Neumarkt über die Einmündung der Gasse zwischen den Quartieren VI/1 und VI/2 (wohl in etwa die ehemalig Kleine Fraun Gaße) bis zur vom Kulturpalast verschobenen Galeriestraße, die ehemalige Große Fraun Gaße)
  • befand sich An den Brod Baencken genau unter dem heutigen Kulturpalast
  • verlief die Schoeßer Gaße vom Alten Marckt parallel zu Schloß Gaße und Große Fraun Gaße über die Kreuzung mit An den Brod Baencken (rechterhand, die Straße links war unbezeichnet) und die Kreuzung mit Spuhr Gaeßgen (rechterhand) und Rosemarien Gaße (linkerhand) bis zum Cantzley Gaeßgen (linkerhand, rechterhand lag die Reuth-Bahne)
  • verlief das Spuhr Gaeßgen von Iuden Hof bis zur Schoeßer Gaße, nach dieser Kreuzung hieß die Fortführung der Straße dann Rosemarien Gaße
  • wurde die Straße vom Georgen Thor bis zur Kleinen Fischer Gaße als Pohlnische Straße bezeichnet, und danach Am Stalle - die Verlängerung über den Neu Marckt bis zur Großen Schieß Gaße nannte sich Moritz Gaße
  • wurde die Verlängerung von an Klepper Stall über die Große Fischer Gaße in Richtung Zeug und Zimmer-Hof mit An Stockfisch Buden bezeichnet

Im Vergleich zu der Situation von 1529 hatte sich die Kirchgaße einen Durchbruch durch die nördliche Bebauung des Lochs erzwungen und verlief in einer eigentümlich gezackten Straßenführung auf den neugeschaffenen Neumarkt und die Frauenkirche zu und hatte durch den Bau des Gewandhauses nahe dem ehemaligen Frauentor der Kleinen Frauengasse als Verbindung zum Frauenkirch-Areal den Rang abgelaufen, welche dadurch in die Bedeutungslosigkeit einer kleinen, kurzen Innenstadtgasse absank.

Ganz eigentümlich verlief nun die Große Frauengasse gar nicht mehr in Richtung Frauenkirch-Areal, sondern um neunzig Grad gedreht vom Loch Richtung Jüdenhof und erscheint an Stelle der alten Jüdengasse.

Offenbar muß man annehmen, dass die Brotbänke seit alters her zur (Großen) Frauenstraße in Richtung Frauentor gehörten, weswegen eine Drehung der Straße an genau diesem Punkt um neunzig Grad kein Problem darzustellen schien.

Festung Dresden 1721

Adressbuch 1797:

Die heutige Frauenstraße wurde in der Frühromantik neben einer Reihe weiterer Gassen als Große Frauengasse bezeichnet. Es kam dabei allerdings zum Kuriosum der Ecke Große Frauengasse/Große Frauengasse. Dieses wurde durch eine Umbenennung der jetzigen Frauengasse von Großer Frauengasse in Mittlere Frauengasse vor 1833 behoben[109]

Beim Betreten der jetzigen Frauenstraße vom Neumarkt aus lag rechterhand das Haus Große Frauengasse 402, es folgten die Nummern 401 bis Nummer 396, das Eckhaus zur anderen Großen Frauengasse (heute Galeriestraße). Linkerhand lag das Haus Große Frauengasse 404, welches nicht nur die Ecke mit dem Neumarkt, sondern auch noch die Ecke mit der Kleinen Frauengasse bildete. Nach der Einmündung der Kleinen Frauengasse von links kam das Eckhaus Große Frauengasse 405, gefolgt von den Nummern 406 bis 410. Das Eckhaus Nr. 411 mit der anderen Großen Frauenstraße gehörte schon zu dieser. Allerdings ist diese Ecke heute vom Kulturpalast überbaut, wie an dem Knick in der heutigen Galeriestraße unschwer zu erkennen ist. Auch die ehemaligen Eckhäuser Nummer 396 und 411 sind somit unter diesem verschwunden. Das Haus Nummer 403 lag kurioserweise noch links neben Nummer 404 und gehörte dem Neumarkt an. [110]

Beim Betreten der ehemalige Kleinen Frauengasse von der heutigen Frauenstraße aus lägen wie erwähnt rechterhand das Eckhaus Großen Frauengasse 405, gefolgt von den Häusern Kleine Frauengasse Nummer 428 bis Nummer 422. Das Eckhaus mit dem Loch (auch: Badergasse) war Loch Nummer 421. Linkerhand lag wie erwähnt das große Eckhaus von Neumarkt, Großer Frauengasse und Kleiner Frauengasse mit demzufolge drei Straßenfronten, das Haus Große Frauengasse Nummer 404, gefolgt von den Häusern Kleine Frauengasse Nummer 429 bis Nummer 433. Das Eckhaus mit dem Loch bildete dann Loch Nummer 434. Im Loch folgte auf Grund dieser eigentümlichen Zählung auf die Nummer 421 schon die Nummer 434. Durch den Durchbruch der Wilsdruffer Straße zum Pirnaischen Platz und der stalinistischen Nachkriegsbebauung geht das heutige Stück zwischen den Quartieren V/1 und V/2 allenfalls noch bis zu den ehemaligen Häusern Kleine Frauengasse Nummer 428 bis 426 (rechterhand) und 429 und 430 (linkerhand).

Beim Betreten der jetzigen Galeriestraße vom Jüdenhof her lag linkerhand an der Ecke das Haus Große Frauengasse Nummer 391, gefolgt von den Nummern 392 bis 395. Das Eckhaus Nummer 396 gehörte wie erwähnt zur anderen Großen Frauengasse (heute Frauenstraße, [vor] 1833: Mittlere Frauengasse). Es ist heute unter dem Kulturpalast verschwunden. Rechterhand begann etwa in Höhe der Ecke zum Jüdenhof das Haus Große Frauengasse Nummer 383, gefolgt von den Nummern 382 bis 379, einem weiteren Eckhaus zur anderen Großen Frauengasse, welches ebenfalls vom Kulturpalast überbaut ist. Auch die Häuser Große Frauengasse Nummer 394 und 395 (linkerhand) sind überbaut, die Nummern 393 (linkerhand) und 380 (rechterhand) dem Straßenknick zum Opfer gefallen. In Verlängerung der damaligen Großen Frauengasse lagen in der Frühromantik die Häuser Jüdenhof Nummer 384 bis Nummer 387, das Eckhaus mit der Sporergasse. Gegenüber der damaligen Gemäldegalerie (dem heutigen Johanneum mit dem Verkehrsmuseum) lagen nach dem Eckhaus mit der Großen Frauengasse Nummer 391 die Häuser Jüdenhof 390 und 389, das Eckhaus mit dem Neumarkt.[111]

S. 89: Große Frauengasse. Von der Lochgasse nach dem Juedenhofe zu, a) linker Hand. Nr. 371. [...] Hr. Friedr. Benj. Pfefferkorn, Rauchhaendler, Besitzer dieses Hauses, hat den Laden in demselben in der Lochgasse. Hr. Gotthelf Wilh. Pfefferkorn, Kaufmann, führt Materialwaaren, und den Laden in diesem Hause, in der Lochgasse. Hr. Joh. Christian Pfefferkorn, Kaufmann. [...] Nr. 372. [...] August Christian Pfitzinger, führt Materialwaaren, hat den Laden in diesem Hause, und besitzt dasselbe.

S. 90: Nr. 373. Hr. Joh. Michael Löwe, Drechslermeister, hat den Laden in diesem Hause und besitzt dasselbe. Hr. Joh. Gfried. Opitz, Kürschnermeister, hat den Laden in diesem Hause, unter Nr. 414. [...] Nr. 374. [...] Hr. Joh. Gfried. Benj. Rietschel, Hofposamentier, Besitzer dieses Hauses. [...] Die folgende Nr. 375. u. s. w. s. große Frauengasse zwischen der Schoessergasse und dem Neumarkte. [...] Nr. 379. [...] Herr George Friedr. Walther, Hofbuchhändler, Mitbesitzer dieses Hauses. Hr. Konrad Salomon Walther, Hofbuchdrucker, Mitbesitzer dieses Hauses. (Im ersten Stocke dieses Hauses ist das General-Kriegsgerichtskollegium; im Erdgeschoß die Waltherische Hofbuchhandlung und Hofbuchdruckerey.) Nr. 380.

S. 91: Hr. Aug. Friedr. Günther, Agent, hat die Geschäfte des kursächs. Gesandten in Berlin, Hrn. Grafen von Zintzendorff zu besorgen; auch kann man bey ihm Lotterieloose haben. Herr Christian Glieb. Graf v. Holzendorff, kursächs. Kammerjunker, (hat hier sein Absteigequartier.) Hr. Joh. Glob. Kratz, Besitzer dieses Hauses. Nr. 381. [...] Hr. Joh. Karl Glob. Hohlfeld, Klempnermeister, hat den Laden in dieser Straße, unter Nr. 393. [...] Dieses Haus besitzt des Neumarktkellerwirths, Hrn. Müller, Ehefrau.) Nr. 382. Herr Christian Glieb. Grünberg, Besitzer dieses Hauses, schenkt Wein, und setzt Weingäste. Nr. 383. [...] Hr. Friedr. Aug. Petri, Sporermeister, Besitzer dieses Hauses, hat den Laden in der Sporergasse unter dem Eckhause an der Schoessergasse Nr. 360. [...] (Dieses Haus besitzt der Kaufmann, Hr. Fretzdorff.) Die folgende Nr. 384 u. s. w. s. Juedenhof. b) rechter Hand, vom Juedenhofe nach der Lochgasse zurück. Nr. 391.

S. 92 Dieses Haus besitzt Hr. Hof= und Justizienrath D. Weinlig. [Besitzer von Haus Nr. 9 Alte Markt und Haus Nr. 391] Nr.392. [...] Dieses Haus besitzen die Kirschischen Erben. [Herr D Heinrich Christoph Kirsch, Rechtskonsulent, Mitbesitzer dieses Hauses (Neustadt 187. Breite Gasse) und von D. Nr. 392.] Nr. 393 [...] Herr Karl Gottlieb Neubert, Spitzenhaendler, Bes. d. H. Nr. 394. [...] Hr. Joh. Gotthelf Steger, Klempnermeister, Besitzer dieses Hauses, hat den Laden in demselben. Nr. 395. [...] Hr. Joh. Gottfried Rostig, Lotteriekollekteur, Besitzer d. Hauses, hat das Kom[p]toir in demselben. [...] Mit dieser Nummer schließt sich das zweyte Stadtviertel. Folgende Nrn. 411. - 418. gehoeren zum dritten Stadtviertel, werden aber hier aufgefuehrt, um diese Gasse nicht zu zerstueckeln. Nr. 411.


S. 93: Herr Engel Friedr. Triebel, Accisrath und Generalaccisinspektor allhier, dessen Ehefrau Eigenthuemerinn dieses hauses ist. Nr. 412. [...] Hr. Joh. George Simon, Hofzinngießer, Viertelsmstr. u. Besitz. dieses Hauses, hat den Laden in demselben. [...] Nr. 413. [...] Nr. 414. Herr Joh. Ludw. Fretzdorff, Kaufmann, führt Materialwaaren, hat den Laden hier, und besitzt dieses und vorstehendes Haus. [...] Nr. 415. [...] Hr. Joseph Dotesius, Kupferstich= Landkarten= und Bilderhaendler aus Leipzig, hat b. seinem Hierseyn den Stand in der Roßmaringasse am Eckhause an der Schloßgasse. [...] (Dieses Haus besitzt der Kaufmann, Hr. Pfitzinger. [wohnt in Nr. 372])

S. 94: Nr. 416. Hr. Joh. Chrstph. Junker, Drechslermeister, hat den Laden in der gr. Frg. unter Nr. 411. [...] Fr. Anne Marie Siegel, Weißbaeckermeisters Wittwe, Besitzerinn dieses Hauses. [...] Herr Heinr. Traug. Siegel, Weißbaeckermeister. Nr. 417. [...] Hr. Joh. Friedr. Jaedicke, Schuhmachermeister, Besitzer dieses Hauses, hat den Laden in der kl. Frg. unter dem Eckhause an der Lochgasse. Nr. 421. [...] Nr. 418. [...] Hr. Benj. Gottfried Redlich, Kaufmann, hat das Gewoelbe in der Lochgasse unter dem Eckhause am alten Markte Nr. 513., führt seidne u. weiße Waaren. [...] (Dieses Haus besitzt Jgfr. Dorothee Friederike Sigismunde Titius. [Dorothee Friedericke Sigismunde Titius lt. Berichtigung] Große Frauengasse. Zwischen der Schoessergasse und dem Theile der großen Frauengasse, welcher von der Lochgasse nach dem Juedenhofe zu läuft. Von der Schoessergasse nach dieser gr. Frauengasse zu, a) rechter Hand.

S. 95: Nr. 375. Herr Joh. Karl Bertram, Kaufmann, führt Materialwaaren und hat den Laden in diesem Hause. [...] (Dieses Haus besitzt Hr. Accisrath, Triebel.) [D. große Frauengasse Nr. 411; dessen Ehefrau besitzt das Haus D. Nr. 375, er das Haus D. Nr. 411 (große Frauengasse)]

Chronik[Bearbeiten]

1794[Bearbeiten]

Karl August Grenser[Bearbeiten]

Der Holzblasinstrumentenbau kam im letzten Drittel des 17. Jhds. von Paris zunächst nach Nürnberg und nach dem 7jährigen Krieg verstärkt auch nach Wien, Leipzig, Dresden, Potsdam (Christoph Freyer 1747/49) und Markneukirchen - in Nürnberg bremsten Zunft und Konzessionen, Leipzig blühte nach 1710 als Messestadt auf.

Heinrich Grenser[Bearbeiten]

Johann Heinrich Wilhelm Grenser (* 5. März 1764 in Lipprechtsroda/ Thüringen; † 12. Dezember 1813 in Dresden)

vgl. https://www.stadtwikidd.de/wiki/Heinrich_Grenser

1795[Bearbeiten]

Franz Pettrich Hofbildhauer

1796[Bearbeiten]

Tieck und Wackenroder in Dresden[Bearbeiten]


Im Frühsommer 1796 besuchten die gebürtigen Berliner Ludwig Tieck[112] und Wilhelm Heinrich Wackenroder[113] Dresden und dessen Kunstschätze wie die Gemäldegalerie, die Antikensammlung und die Mengs'schen Gypse.

Die Berliner Heimat[Bearbeiten]

Tieck und Wackenroder waren seinerzeit beide 23jährig und hatten das Friedrichswerdersche Gymnasium[114] besucht, Tieck ab 1782, Wackenroder ab 1786. Im Jahre 1787, also während ihrer gemeinsamen Schulzeit, entstand dort Berlins erstes gymnasiales Lehrerseminar, das Seminar für gelehrte Schulen - in ihre Schulzeit fällt auch das erste deutsche Abiturreglement von 1788 durch den preußischen Kultusminister Karl Abraham von Zedlitz.

Tieck und Wackenroder waren beide auch Schüler von Karl Philipp Moritz an der Königlichen Akademie der Künste in Berlin. Ein weiterer Schüler war Alexander von Humboldt.

Karl Philipp Moritz[118] war im November 1786 mit Goethe bei Tischbein in Rom zusammengetroffen und wurde Goethes "Liebster Gesellschafter"[119] in Rom. Goethe betrachtete ihn wie einen jüngeren Bruder[120], erhielt aber nur bis Ostern 1788 Urlaub für Italien. Als Karl Philipp Moritz Ende desselben Jahres ebenfalls nach Deutschland (Berlin) zurückkehrte, machte er bei Goethe in Weimar ab Dezember Station. Hier unterrichtete er den Weimarer Herzog Carl August im Englischen. 1788 erschien auch in der Braunschweiger Schul-Buch[h]andlung Karl Philipp Moritz' Schrift Über die bildende Nachahmung des Schönen[121], welche aus der Unterhaltung mit Goethe hervorgegangen war. Am 1. Februar 1789 begleitete er den Herzog nach Berlin und wurde durch dessen Vermittlung kurz danach zum Professor der Theorie der schönen Künste an der Königlich-Preussischen Akademie der Künste und mechanischen Wissenschaften[122] ernannt. Tieck und Wackenroder lernten über Karl Philipp Moritz die Goethesche klassische Antikenrezeption. So war es kein Zufall, dass sie sowie auch Goethe persönlich 1796/97 die neu eingerichtete Mengs'sche Sammlung im Untergeschoß des Dresdner ehemaligen Marstalles aufsuchten.

1793: Gemeinsames Studium in Erlangen[Bearbeiten]

Im Jahre 1792 ging die Universität Erlangen an das preußische Königreich über.[128] Schon 1793 findet man sowohl Tieck als auch Wackenroder gemeinsam unter den Erlanger Studenten.

Tieck studierte hier Literatur, Philosophie und Altertumswissenschaften, widmete sich aber noch im gleichen Jahr ganz der Schriftstellerei.

Wilhelm Heinrich Wackenroder studierte als erstes Theologie und Philologie in Halle und Göttingen. 1793 begann er ein Jurastudium in Erlangen.[129]

Im Sommer 1793 begaben sich die beiden jungen Freunde auf weite Reisen in die Fränkische Schweiz, den Frankenwald und das Fichtelgebirge und kamen dabei in Kontakt mit der mittelalterlichen deutschen Kunst, von der sie stark fasziniert wurden. Während Tieck sogleich Reisebeschreibungen verfasste, hielt Wackenroder seine frischen Eindrücke in seinem Notizbuch fest.

[Theodor von Kretschmann, Heinrich Christoph Meyer, Johann Apollonius Peter Weltrich:] Vertraute Briefe über das Fürstenthum Baireuth vor und nach dem preußischen Regierungsantritt an einen Freund in Schlesien. Berlin und Bayreuth 1794, Digitalisat Bd. 1, S. 127-134.

Das Einzige, was ich zu tadeln faende, waere, daß die Auswahl der Lehrer dort nicht groß ist, und daß Kabale unter diesen herrscht. Durch diese kam[en] Rosenmueller Elsaeßer, Gmelin, Malblank und andere mehr von Erlang weg, Maenner, die sich beruehmt gemacht hatten und allgemein geschaetzt waren. S. 127f.

Man wirft den Lehrern der Academie zu Erlang vor: daß sie nicht fleißig genug im Collegienlesen waeren und sich mehr auf das Buecherschreiben legten. Das ist möglich. Vielleicht ist die Besoldung zu schlecht, von der sie groeßtentheils leben muessen, denn die Collegiengelder koennen nicht viel beitragen, da die Anzahl der Studenten, die niemals hoeher als auf 300. stieg, zu geringe ist, und verhaeltnißmaeßig die Anzahl der Lehrer zu groß. S. 131.

[130]

Die Kurfürstliche Gemäldegalerie im Stallhof[Bearbeiten]

Im Jahre 1796 befanden sich die Gemälde seit 1747 in dem zur Gemäldegalerie umgebauten Stallgebäude am Neumarkt.

Vorgeschichte der Galerie im Stallhof[Bearbeiten]

Am 6. Juni 1742 wurde Francesco III. d’Este[131], der Herzog von Modena und Reggio, von den Österreichern und den Savoyern aus seinen Herzogtümern vertrieben - er stand im Österreichischen Erbfolgekrieg auf Seiten Frankreichs, u.a. weil er mit Charlotte Aglaé von Orléans[132], der Tochter des Herzogs Philipp II. von Orléans, eines Regenten von Frankreich, verheiratet war.

1746 verkauft der Herzog über 100 Gemälde seiner Sammlung an den König von Polen, Großherzog von Litauen und Kurfürsten von Sachsen, Friedrich August II.[133], seit 1733 Nachfolger seines Vaters August des Starken (Francesco III. d’Este erhielt erst durch den Frieden von Aachen[134] am 30. April 1748 sein Herzogtum zurück).

Im Hinblick auf diese kostspielige Erwerbung ließ Friedrich August das erst 1730/1731 von August dem Starken zum Festhaus umgebaute ehemalige Stallgebäude zur Gemäldegalerie umgestalten, um seiner erweiterten Sammlung eine repräsentative Umgebung zu verschaffen. Die Umbauten wie das Einsetzen der großen Rundbogenfenster veranlaßte Oberlandbaumeister Johann Christoph Knöffel[135].

Das Kurfürstliche Mengs'ische Museum unter der Galerie[Bearbeiten]

Ab 1794 wurden die Abguss-Figuren des Antiken-Kabinetts[138] im Untergeschoss der Gemäldegalerie zur Schau gestellt, nachdem 1783 die 833 Stücke umfassende Sammlung des 1779 in Rom verstorbenen Anton Raphael Mengs[139] erworben werden konnte.

Die Antikensammlung August des Starken[Bearbeiten]

Bereits August der Starke hatte 1728 die 160 Skulpturen umfassende Antiken-Sammlung des Agostino Chigi[141], eines der reichsten Männer der Renaissancezeit und Bankier der Päpste, und weitere kleinere Sammlungen erwerben können, welche er im Palais im Großen Garten[142] unterbrachte. Dadurch wurde Dresden zur ersten deutschen Stadt mit einer Antikensammlung nach italienischem Vorbild.

Die Entstehung der Mengschen Sammlung[Bearbeiten]

1759 reiste Mengs von Rom nach Neapel, um die königliche Familie zu porträtieren. Karl VII.[145], König beider Sizilien[146], war mit Maria Amalia von Sachsen[147], einer Tochter Augusts des Starken, verheiratet. Am 10. August 1759 starb Karls Vater Ferdinand VI. von Spanien, und Karl erbte als Karl III. den Königsthron. Daraufhin verließ er mit seiner Familie Neapel, und Mengs kehrte nach Rom zurück. Königin Maria Amalia starb am 27. September 1760 in Madrider Buen Retiro an Schwindsucht (* 24. November 1724 in Dresden). 1761 reiste Mengs nach Madrid und arbeitete als Königlicher Hofmaler an der Ausgestaltung des königlichen Palastes. In diesem Jahr stellte er wahrscheinlich auch sein Bild von der verstorbenen Königin Maria Amalia fertig.

Von 1766 bis 1772 hielt sich Mengs wieder in Rom auf. In dieser Zeit fertigte er im Auftrag von Karl III. und mit Genehmigung von Papst Clemens VIII. Gipsabgüsse von antiken Statuen auch aus den päpstlichen Museen an. Nach diesem Auftrag formte er weitere antike Skulpturen auch für sich selbst ab.[148] Er nahm auch Gipsabgüsse von antikisierenden Skulpturen der Neuzeit ab, so von Werken der Bildhauer Giovanni da Bologna[149], Michelangelo[150] und Pietro Bernini[151].

Der Erwerb der Mengschen Sammlung[Bearbeiten]

Mengs soll noch den Wunsch ausgesprochen haben, dass diese Sammlung nach Dresden kommen möge.[152] Im Jahre 1783 kaufte der sächsische Kürfürst Friedrich August III.[153] Mengs Schwester, der Malerin Theresa Concordia Maron[154] in Rom[155], die Skulpturensammlung ab, und der in Rom lebende Bildhauer Alexander Trippel[156], bekannt durch zwei Goethe-Büsten, verpackte sie.

Die Mengsche Sammlung im Gemäldesaal des Brühlschen Gartens[Bearbeiten]

Im Frühjahr 1784 erreichten die Gipsabgüsse in 96 Kisten über den Wasserweg Dresden und wurden im damaligen Gemäldesaal des Brühlschen Gartens[159] aufgestellt.


[162]

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[165]

Die Mengsche Sammlung ab 1794 im ehemaligen Stallhof[Bearbeiten]
Inspector Johann Gottlob Matthaey[Bearbeiten]

Am 24. August 1794 wurde ein eigens dazu bereiteter Saal unter der Bildergalerie im ehemaligen Stallhof für die Sammlung eröffnet.[166]

Bereits im gleichen Jahr arbeitete der damalige Inspector der Gipsantikengallerie, Johann Gottlob Matthaey, den Catalogue des jets des stuc des plus excellentes antiques[167] mit dutzenden Tafeln der Statuen und Reliefs aus.[168] Matthaey war bis dahin Modelleur an der Meißner Porzellanmanufaktur[169] und zog 1794 mit seiner Familie nach Dresden an den Neumarkt 571[170] um, wo er in direkter Nachbarschaft der Ausstellung lebte. Sein damals sechzehnjähriger Sohn Karl Ludwig Matthäi[171] besuchte ab dem gleichen Jahr die Kunstakademie Dresden und wurde Baumeister.

Goethe und die Mengs'sche Sammlung[Bearbeiten]

Auch Johann Wolfgang von Goethe[174] besuchte 1797 häufig die Gemäldegalerie und die Antiken, noch häufiger aber die Gipsabgüsse in Dresden, für welche er ein besonderes Interesse entwickelt hatte.[175] Während seines zweiten Romaufenthaltes häuften Goethe und Johann Heinrich Wilhelm Tischbein in Tischbeins Atelier eine Unmenge an Gipsabgüssen von Antiken an. Im Bericht April 1788 seiner Italienische Reise beschreibt Goethe, dass die Juno Ludovisi am meistens wertgeschätzt wurde. Darüber hinaus gab es

einige kleinere Junonen [...] zur Vergleichung, [...] vorzüglich Büsten Jupiters und [...] ein guter alter Abguss der Medusa Rondanini.

Neben vielen unerwähnten Gipsen hob Goethe noch einen Herkules Anax hervor,

so kräftig und groß, als verständig und mild; sodann eines allerliebsten Merkur, deren beider Originale sich jetzt in England befinden.

Selbst Abgüsse von den ägyptische Obelisken waren dabei. Vieles davon blieb in Rom, so die Tischbeinschen Besitzungen, aber auch bei anderen Künstlern, besonders bei Friedrich Bury[176], der Goethes Quartier bezog und noch bis 1799 in Italien blieb.

Auch in Deutschland galt Goethes Interesse den Antiken. Die Juno aus Rom schenkte er bei seiner Abreise 1788 Angelika Kauffmann[177]. Ein Mittransport über die Alpen schien unmöglich. Der Abguß im Junozimmer im Goethehaus am Frauenplan stammt vom Berliner Staatsrat Christoph Friedrich Ludwig Schultz und kam erst 1823 nach Weimar.[178]

Allein siebenmal weilte er im Wörlitzer Park, von 1776 angefangen bis 1796.[179] Am Nymphäum, dessen Original in Rom zu bewundern ist, saß er besonders gern, so daß hier eine Inschrift angebracht wurde:

Hier ist´s jetzt unendlich schön. Mich hat´s gestern Abend, wie wir durch die Seen, Kanäle und Wäldchen schlichen, sehr gerührt, wie die Götter dem Fürsten erlaubt haben, einen Traum um sich herum zu schaffen. Es ist, wenn man so durchzieht, wie ein Märchen, das einem vorgetragen wird, und hat ganz den Charakter der Elysischen Felder. In der sachtesten Mannigfaltigkeit fließt eins in das andre, keine Höhe zieht das Aug´ und das Verlangen auf einen einzigen Punkt, man streicht herum ohne zu fragen, wo man ausgegangen ist und hinkommt. Das Buschwerk ist in seiner schönsten Jugend, und das ganze hat die reinste Lieblichkeit. Goethe an Charlotte von Stein, Wörlitz, 14. Mai 1778
Das gedruckte Verzeichnis der Sammlung von 1831[Bearbeiten]

1831 erschien von Johann Gottlob Matthaey in der Arnoldischen Buchhandlung in deutscher Sprache das Verzeichniss der im königl. sächs. Mengs'ischen Museum enthaltenen antiken und modernen Bildwerke in Gyps[181],

1832 verstarb Johann Gottlob Matthaey. Bei einer Besprechung seines Buches im gleichen Jahr wurde der ungewöhnliche Wert der Mengs'schen Sammlung gewürdigt:

Das Mengs'sche Museum hat bekanntlich dadurch einen bleibenden Werth erhalten, daß viele von den Statuen, welche Mengs, seit dem Jahre 1761 in den Diensten des Königs Karls III. von Spanien, für seinen König, und dann auch für sich, über die Originale abzuformen vom Papst Clemens III. die Erlaubnis erhalten hatte, seit jener Zeit aus Rom verschwunden sind. Dieser Umstand zwingt sogar den Archäologen die Gypse der Mengs'schen Sammlung an der Stelle der unbekannt gewordenen Originale zu citiren.[182]


[183]

1798[Bearbeiten]

der Dresdner Baumeister des Rokoko w:de:Christian Gottfried Hahmann gestorben

1799[Bearbeiten]

Oberlandbaumeister Christian Traugott Weinlig gestorben

1804[Bearbeiten]

Karl August Böttiger kommt aus Weimar zurück nach Dresden

1805[Bearbeiten]

Gerhard und Helene Marie von Kügelgen[Bearbeiten]

Im Mai 1805 zog der Maler Gerhard von Kügelgen mit seiner Familie von Rhense am Rhein in die Kunststadt Dresden. Kügelgen hatte in Sankt Petersburg durch Porträtieren der Zarenfamilie und weiterer Aufträge ein Vermögen erworben und nutzte dies, über den Umweg Alt-Harm in Litauen, einem Gut seiner Frau, seine alte Mutter im Rheinland aufzusuchen. Er fand sie lebend, aber nach nur neun Monaten verstarb sie Ende März oder im April 1805. Da Kügelgen sein Vaterland durch die Franzosenwirtschaft und mehr noch durch die französischen Sympathien seiner Landsleute verleidet war, entschloß er sich, für die noch übrige Zeit seines deutschen Aufenthaltes nach Dresden zu gehen, dessen Kunstschätze ihn anzogen.[186] Dort angekommen mietete die Familie die erste Etage des Döpmannschen Hauses in der Halben Gasse bei der Landwirtschaft treibenden Witwe Döpmann. Eine geplante Rückkehr nach Litauen und Rußland kam infolge der 1806 einsetzenden napoleonischen Kriege nie mehr zustande. Gerhard von Kügelgen verstarb 1820 in Dresden.

Die Halbe Gasse war nur auf der einen Straßenseite bebaut, so daß die Häuser in einer freien Landschaft vor dem Seetor lagen. Hinter den Höfen begannen ummauerte Gemüsegärten, welche bis an den damals zwar schmalen, aber tiefen Kaitzbach reichten, den eine kleine Brücke überquerte. Auf der anderen Bachseite erstreckten sich Wiesen mit Obstbäumen, von Büschen begrenzt. Vom Döpmannschen Hause Halbe Gasse 412 führte ein Pfad durch ein Pförtchen aufs Feld hinaus und weiter nach den Höhen von Recknitz und Plauen.[190] Es lag in der sogenannten Seethorvorstadt. Der verstorbene Mann der Witwe, Christian August Döpmann, war 1797 Finanzkommissar und 1799 sogar Regierungskanzlist.[191] Wilhelm von Kügelgen konnte sich noch als Alter Mann an seinen 3. Geburtstag am 20. November 1805 erinnern.[192] Neben dem litauischen Mädchen Leno, eine Leibeigene aus dem Harmschen Gut, beschäftigte die Familie noch eine ehrsame Witwe Venus als Kindermädchen.[193] Obwohl ihre zwei Söhne bedeutend älter als der 1802 geborene Wilhelm waren, wurden diese anderen Jungens dessen erste Freunde.[194] Im Hause wohnte auch die Witwe eines Predigers aus dem Erzgebirge, namens Engelhard, mit deren Sohn Ludwig sich bald anfreundete. Der Prediger Engelhard hatte auf einer winterlichen Berufswanderung seinen Tod im Schnee gefunden.[195] Der Dritte im Bunde der Spielgefährten war ein gleichaltriger kleiner Barfüßler namens Fritz Petzold, der Sohn des Gärtners. In einem Dachstübchen des Hauses wohnte der Schriftsteller Johann Wilhelm F. Leis, welchen die Kügelgens bereits aus St. Petersburg kannten, wo er als Erzieher beim Etatsrat Stoffregen tätig gewesen war. In Dresden hatte ihn eine Krankheit sehr eingeschränkt, und er starb kurze Zeit darauf 1808 in Leipzig als Lehrer an der Bürgerschule.[196] Womöglich fanden die Kügelgens auf seine Vermittlung hin dieses Quartier. Leis war aber wohl etwas eher aus beruflichen Gründen aus der Halben Gasse wieder ausgezogen und nach Leipzig gegangen. In die Wohnung über den Kügelgens zog etwas später der Arzt und Naturphilosoph Gotthilf Heinrich Schubert mit seiner Familie ein. Wilhelm von Kügelgen und Selma Schubert waren in etwa gleichaltrig.[197]

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Vgl. Klassizismus
  2. Vgl. Romantik
  3. Vgl. Hochromantik
  4. Vgl. Spätromantik
  5. Vgl. Friedrich Schlegel
  6. Friedrich Schlegel zog zunächst zu seiner Schwester Charlotte Ernst in die Moritzstraße 748 und später zu einem Bekannten der Schwester und des Schwagers in derselben Straße.
  7. Johann Gottlob Matthaey: Verzeichniss der im königl. sächs. Mengs'ischen Museum enthaltenen antiken und modernen Bildwerke in Gyps, Dresden und Leipzig in der Arnoldischen Buchhandlung, 1831, S. VI: Von hier [dem Brühlschen Garten] nahm sie der Vorsteher der Sammlung in Empfang und brachte sie in den eigens dazu bereiteten Saal unter der Bildergalerie, welcher am 24. August 1794 eröffnet wurde. Er hatte sich hierbei gleichsam eine Geschichte der idealisirten Menschengestalt gedacht, von ihrem ersten Entfalten (schlafender Genius Nr. 1) bis zu ihrer Vollendung (in der Venus, Juno, Agrippina, in den Heroen, Göttern) und in's höchste Alter (Zeno).
  8. Auch: Johann Gottlob Matthaey
  9. Die Tafeln dieses Catalogue des jets des stuc des plus excellentes antiques en figures, bas-reliefs, tetes, mains, pies etc. que Son Altesse-Serenissime Electorale de Saxe, Frederic Auguste a achete de Roma von Johann Gottlob Matthaey (par Jean Gottlob Matthaei) sind abgedruckt in: Staatliche Kunstsammlungen Dresden (Hrsg.): Die Sammlungen der Gipsabgüsse von Anton Raphael Meng in Dresden, München 2006, S. 124-167. = Moritz Kiderlen, Die Sammlung der Gipsabgüsse von Anton Raphael Mengs in Dresden. Katalog der Abgüsse, Rekonstruktionen, Nachbildungen und Modelle aus dem römischen Nachlass des Malers in der Skulpturensammlung, Staatliche Kunstsammlungen Dresden, 2006.
  10. Vgl. Zitate aus Martin Flashar: Wohl die größte Abgußsammlung der Welt..., in: Antike Welt, Jahrgang 1999, Nr. 6, S. 569-576, auf museanum.net, mit zwei Bildtafeln.
  11. Die Familie wohnte zunächst Neue Gasse 171 (Dresden zur zweckmäßigen Kenntniß seiner Häuser und deren Bewohner, 1797, S. 224), dann Neumarkt 571 (Adressbuch der Stadt Dresden, 1799).
  12. Sein damals sechzehnjähriger Sohn Karl Ludwig Matthäi, geboren am 21. März 1778 in Meißen, besuchte die Kunstakademie Dresden ab 1794, u. a. bei dem Architekten Gottlob August Hölzer, wurde Bildhauer, Baumeister und Schriftsteller und starb am 9. August 1848 in Dresden.
  13. Johann Gottlob Matthaey: Verzeichniss der im königl. sächs. Mengs'ischen Museum enthaltenen antiken und modernen Bildwerke in Gyps, Dresden und Leipzig in der Arnoldischen Buchhandlung, 1831, Werkansicht in der SLUB, Titelkupfer, Titel, Vorwort, Freistehend an und zwischen den Säulen. Dem Haupteingange gegenüber, An der Wand zur Linken vom Haupteingange, Reliefs mit vorstehenden Figuren. Im ersten Fenster, Erster Fensterpfeiler. Altoreliefs im zweiten Fenster, Zweiter Fensterpfeiler. Altoreliefs im dritten Fenster, Dritter Fensterpfeiler, Hautreliefs im vierten Fenster, Vierter Fensterpfeiler, Hautreliefs im fünften Fenster, Am fünften Fensterpfeiler. Hautreliefs im sechsten Fensterpfeiler, Sechster Fensterpfeiler. Hautreliefs im siebenten Fenster, Siebenter Fensterpfeiler. Hautreliefs im achten Fenster, Achter Fensterpfeiler, Hautreliefs im neunten Fenster, Neunter Fensterpfeiler, Hautreliefs im zehnten Fenster, In der Ecke zwischen dem zehnten und eilften Fenster. Unter Glas, An der obern Thürwand, Im dreizehnten Fenster, Der erste Tisch. An der Wand. Der zweite Tisch, An der Wand, Auf dem dritten Tische, Auf dem vierten Tische, An der Wand. Auf dem fünften Tische, An der Wand. Im dreizehnten Fenster, Am Fensterpfeiler, Im vierzehnten Fenster. Am Fensterpfeiler, Am fünfzehnten Fenster, links, Am Fensterpfeiler, Im sechszehnten Fenster. Am Fensterpfeiler, Büsten auf dem sechsten Tische, An der Wand, Büsten des siebenten Tisches, An der Wand. Das siebenzehnte Fenster, An der Haupteingang-Wand. Vom obern Eingange zum Jüdenhofe herunter. Auf einer Stellage, Statuen und Köpfe auf Postamenten und Tragsteinen, Anzeige für Reisende, Verzeichniss der in Rom, Florenz und Neapel aufgestellten antiken Gruppen, Figuren und Brustbilder (in französischer Sprache).
  14. Vgl. Alexander Trippel.
  15. Vgl. Carl Ludwig Fernow.
  16. Vgl. Der Neue Teutsche Merkur
  17. Vgl. Friedrich Weinbrenner. Carl Ludwig Fernow widmete Weinbrenner später seine Römischen Studien (Römische Studien, 3 Bände, Zürich 1806–1808).
  18. Vgl. Johann Gottfried Seume.
  19. Vgl. Wilhelm von Humboldt.
  20. Vgl. Johann Erdmann Hummel.
  21. Vgl. Aloys Hirt.
  22. Vgl. Angelika Kauffmann.
  23. Vgl. Joseph Anton Koch.
  24. Vgl. Heinrich Meyer (Maler).
  25. Vgl. Johann Christian Reinhart.
  26. Vgl. Bertel Thorvaldsen.
  27. Vgl. Nikolaus Friedrich von Thouret.
  28. Orig.-Ausg.; 2. Aufl.. SLUB
  29. 3., aktualisierte Aufl. 2007, ISBN 978-3476021762; 2., überarb. und aktualisierte Aufl. 2003; 1. Aufl. 2001. SLUB
  30. Vgl. Ernst Behler.
  31. Originalausgabe,
  32. SLUB (online 2011).
  33. SLUB
  34. Lothar Pikulik auf der Webseite des Beck-Verlages: geb. 1936 in Beuthen (Oberschlesien). Professor für Neuere deutsche Literaturwissenschaft an der Universität Trier. Arbeitsschwerpunkte: Literatur und Geistesgeschichte des 18. Jahrhunderts, der Romantik und der Moderne; Formen und Theorie des Dramas. (Stand: Oktober 2001)
  35. SLUB.
  36. Vgl. Gerhard Schulz.
  37. SLUB Original-Ausgabe, 3. Aufl.; Beck'sche Reihe Nr. 2053 bei C. H. Beck Wissen.
  38. SLUB.
  39. SLUB.
  40. SLUB.
  41. SLUB.
  42. SLUB.
  43. Vgl. Curt Grützmacher.
  44. Vgl. Klaus Haese.
  45. Vgl. Jens Christian Jensen.
  46. SLUB ISBN 3770148002; 9783770148004.
  47. SLUB.
  48. SLUB.
  49. Vgl. Hans Joachim Neidhardt.
  50. DNB.
  51. DNB.
  52. * 15. Februar 1929 in Dresden; † 31. August 1994 in Berlin, Gründungsdirektor der Berlinischen Galerie
  53. SLUB.
  54. Vgl. Eberhard Roters.
  55. SLUB; Band 1; Band 2.
  56. Vgl. Christian Scholl.
  57. SLUB.
  58. SLUB.
  59. SLUB; SLUB, Gesamtwerk (4 Bände und Ergänzungsband)
  60. SLUB.
  61. SLUB.
  62. Originalausgabe SLUB; SLUB, 2. Auflage.
  63. SLUB.
  64. SLUB.
  65. SLUB.
  66. SLUB.
  67. SLUB.
  68. Vgl. Silvio Vietta.
  69. Artikel von Gerhard Schulz in: Arbitrium 3 (1985) Walter de Gruyter GmbH, Berlin 1985 SLUB.
  70. Vgl. Benno von Wiese.
  71. Vgl. Walter Benjamin.
  72. SLUB.
  73. SLUB.
  74. SLUB.
  75. SLUB.
  76. Vgl. Hans Joachim Neidhardt.
  77. DNB.
  78. DNB.
  79. DNB.
  80. Vgl. Walter Schmitz.
  81. SLUB, Die Entdeckung der Landschaft. Dresdner Maler um 1800 in böhmischer Nachbarschaft SLUB.
  82. SLUB, Gesamtwerk; SLUB, Sächsisch-Böhmische Beziehungen im Wandel der Zeit. Band 2, Quellenband, ISBN 978-3942411912; 3942411911; SLUB, Sächsisch-Böhmische Beziehungen im Wandel der Zeit. Band 3, Geschichtsdidaktische Konzeptionen (von Christian Herm und Antje Scheicher), ISBN 9783942411929; 394241192X.
  83. Vgl. Silvio Vietta.
  84. Vgl. Gabriele Rommel.
  85. Verlag; SLUB, Buch; SLUB, Artikel.
  86. Vgl. Ernst Behler.
  87. SLUB.
  88. SLUB.
  89. SLUB.
  90. Vgl. Manfred Frank.
  91. SLUB.
  92. SLU.
  93. SLUB.
  94. SLUB.
  95. Vgl. Caroline Pross.
  96. SLUB.
  97. Vgl. Richard Karl Ullmann.
  98. SLUB Kraus Reprint, Nendeln 1967
  99. Bruno Krause: Die geschichtliche Entwickelung der ... Residenzstadt Dresden ... Mit ... Illustrationen... Band 2, S. 155.
  100. Nach einer kolorierten Lithographie von Carl Heinrich Beichling.
  101. Stadtplan von Dresden (Ausschnitt mit Zwinger) von J. Georg Lehmann, gezeichnet 1801, verbessert 1804, gedruckt 1809, mit "H" ist das kleine Hoftheater bezeichnet, mit "G" das Hoftheater am Zwinger.
  102. Aus: Abbildungen von Dresdens alten und neuen Pracht-Gebäuden, Volks- und Hof-Festen. Untertitel: Kupferheft zur Chronik der Kgl. Sächs. Residenz-Stadt Dresden und des Sammlers für Geschichte und Alterthum, Kunst und Natur im Elbthale. Grimmer, Dresden 1835.
  103. Friedrich August Kannegießer (* 1800): Theaterplatz, Morettisches Theater: Inneres, Blick von der Bühne in den Zuschauerraum, 1841, Dresden, Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Kupferstichkabinett
  104. Das Hoftheater in Dresden, erbaut 1755, abgebrochen 1841, Dresden, Körner-Museum.
  105. Ansichtskarte mit dem Morettischen Hoftheater und der zweiter Semper-Oper, 1899.
  106. Fotografie nach kolorierten Kupferstich, Albuminabzug auf Karton (Carte-de-visite mit Bezeichnung), Unbekannter Fotograf, um 1870, Radierung von K. H. Beichling, um 1835. Deutsche Fotothek, Aufn.-Nr.: df_pos-1996-c_0000001_003.
  107. Karte von 1755 in der Deutschen Fotothek
  108. Vgl. Regimentshaus im Stadtwiki Dresden.
  109. Vgl. Stadtplan 1833.
  110. Adressbuch von 1797, S. 574: Von Nr. 396. bis mit 402. s. gr. Fraueng. nach dem Neumarkte zu. Nr. 403. s. Neumarkt. (zwischen der kl. Kirchg. und der gr. Frg.) Von Nr. 404. bis mit 410. s. vorstehende gr. Frauengasse (linker Hand) Von Nr. 411. bis mit 418. s. gr. Frg. nach der Lochg. zu. Von Nr. 419. bis mit 421. s. Lochgasse. (zwischen der gr. und kleinen Frauengasse.) Von Nr. 422. bis mit 433. s. kl. Frauengasse. Von Nr. 434. bis mit 437. s. Lochgasse. (zwischen der kl. Frauen= u. kleinen Kirchg.) Von Nr. 438. bis mit 442. s. kl. Kirchg. (zwischen d. Lochgasse und dem Neumarkte.) Nr. 443. s. Neumarkt. (zwischen der kl. Kirchg. und der gr. Frg. neben Nr. 403.) Nr. 444. s. kl. Kirchgasse. (vom Neumarkte nach der Lochg. zu, linker Hand.)
  111. Adressbuch von 1797, S. 573: Nr. 370. s. Lochgasse. (Zwischen dem alten Markte und der großen Frauengasse.) Von Nr. 371. bis mit 374. s. gr. Fraueng. (von der Lochgasse n. d. Juedenhofe zu.) Von Nr. 375. bis mit 378. s. gr. Fraueng. (zwischen vorstehender gr. Frg. und der Schössergasse.) Von Nr. 379. bis mit 383. s. gr. Fraueng. (nach dem Juedenhofe zu.) Von Nr. 384. bis mit 387. s. Juedenhof (zwischen d. gr. Frg. u. d. Sporergasse.) Nr. 388 s. Sporergasse. Von Nr. 389. bis mit 390. s. Juedenhof (zwischen dem Neumarkte u. d. gr. Frg.) Von Nr. 391. bis mit 395. s. gr. Frg. (vom Juedenhof in dieselbe.)
  112. Ludwig Tieck: * 31. Mai 1773 in Berlin.
  113. Wilhelm Heinrich Wackenroder: * 13. Juli 1773 in Berlin. Vergleiche auch Wilhelm Heinrich Wackenroder im Projekt Gutenberg mit einem weiteren Portrait und Digitalisaten seiner Werke.
  114. Vgl. den Wikipedia-Artikel: Friedrichswerdersches Gymnasium.
  115. Vedute auf dem Stadtplan von Johann David Schleuen von 1760.
  116. Karl Franz Jacob Heinrich Schumann (1767-1827): Porträt des Karl Phillip Moritz (1756-1793) im Jahre 1791; heute im Gleimhaus Halberstadt.
  117. Carl Philipp Moritz (1757-1793). Kolorierter Stich von H. Sintzenich, 1793.
  118. Karl Philipp Moritz im Projekt Gutenberg.
  119. Hans Wahl, Anton Kippenberg: Goethe und seine Welt, Insel-Verlag, Leipzig 1932, S. 106.
  120. Goethe notierte im Dezember 1786 in Rom: „Moritz ist hier, der uns durch ‚Anton Reiser‘ und die ‚Wanderungen durch England‘ merkwürdig geworden. Es ist ein reiner trefflicher Mann, an dem wir viel Freude haben.“ Er könne nicht ablassen „über die Innerlichkeiten des Menschen, seine Anlagen und Entwicklungen fortwährend zu sinnen und zu spinnen [...] Moritz ist wie ein jüngerer Bruder von mir, von derselben Art, nur da vom Schicksal verwahrlost und beschädigt, wo ich begünstigt und vorgezogen bin."
  121. Über die bildende Nachahmung des Schönen, 1788, Digitalisat und Volltext im Deutschen Textarchiv, Volltext in der Bibliotheca Augustana
  122. Gegründet 1694 als Mahl-, Bild- und Baukunst-Academie gegründet. Ab 1790: Königliche Akademie der bildenden Künste und mechanischen Wissenschaften zu Berlin. Vergleiche den Wikipedia-Artikel: Preußische Akademie der Künste.
  123. Johann Heinrich Wilhelm Tischbein: Moritz, von Goethe und Tischbein gepflegt.
  124. Carl August, Herzog von Sachsen-Weimar und Eisenach, in der Uniform der Ascherslebener Kürassiere, 1791.
  125. Friedrich Rehberg (1758–1835): Porträt des Karl Philipp Moritz, etwa 1790.
  126. Johann David Schleuen (1711–1771): Königliche Akademie über dem Königlichen Stall in der Dorotheenstadt; Aus Schleuens Berliner Plan von 1757 entnommen.
  127. Wilhelm Brücke (1800–1874): Berlin: Ansicht auf das Denkmal Friedrichs des Großen nebst Umgebung, 1855. Im Märkischen Museum Berlin.
  128. Vergleiche die Webseite der FAU Erlangen über die Geschichte der Universität.
  129. Wilhelm Heinrich Wackenroder (1773–1798) auf der Webseite der FAU Erlangen (mit einem Bildnis).
  130. http://digital.bib-bvb.de/view/bvbmets/viewer.0.6.4.jsp?folder_id=0&dvs=1545809121167~487&pid=6472949&locale=de&usePid1=true&usePid2=true# Bibliographie Uni Erlangen
  131. Vgl. w:de:Francesco III. d’Este
  132. Vgl. Charlotte Aglaé von Orléans
  133. Vgl. Friedrich August II. (* 17. Oktober 1696 in Dresden)
  134. Vgl. Frieden von Aachen
  135. Vgl. w:de:Johann Christoph Knöffel
  136. Aquarell von Johann Gottlob Matthäi (1753–1832), vgl. Johann Gottlob Matthaey: Verzeichniss der im königl. sächs. Mengs'ischen Museum enthaltenen antiken und modernen Bildwerke in Gyps, Dresden und Leipzig in der Arnoldischen Buchhandlung, 1831, Titelkupfer: Innere Ansicht des königl. sächs. Mengsischen Museums
  137. Aus: Saxonia Museum für saechsische Vaterlandskunde. Band 1. 1835
  138. Vgl. Antiken-Kabinett
  139. Vgl. Anton Raphael Mengs
  140. Gemälde von seinem Hofmaler Louis de Silvestre aus dem Jahre 1736, postum, drei Jahre nach dem Tod August des Starken.
  141. Vgl. Agostino Chigi
  142. Vgl. Palais im Großen Garten
  143. Anton Raphael Mengs: Karl III. von Spanien, Gemälde von etwa 1765
  144. Anton Raphael Mengs: Maria Amalia von Sachsen, Gemälde etwa 1761 (postum)
  145. Vgl. Karl VII.
  146. Vgl. König beider Sizilien
  147. Vgl. Maria Amalia von Sachsen
  148. vgl. Johann Gottlob Matthaey: Verzeichniss... S. IV
  149. geb. zu Douai 1524, gest. 1608 zu Florenz, vgl. Artikel: Giovanni da Bologna
  150. Vgl. Michelangelo
  151. Vgl. Pietro Bernini
  152. Johann Gottlob Matthaey: Verzeichniss... S. V
  153. Vgl. Friedrich August III.
  154. Vgl. Theresa Concordia Maron
  155. Seit 1741 war sie in Rom als Miniatur- und Pastellmalerin tätig und seit 1765 mit dem Mengs-Schüler w:de:Anton von Maron verheiratet.
  156. Vgl. Alexander Trippel
  157. Kurfürst Friedrich August III. von Sachsen, Gemälde von Anton Graff
  158. Goethe, Marmorbüste von Trippel, 1787
  159. Vgl. Brühlscher Garten
  160. w:de:Johann Carl Schönheit (* Februar 1730 in Meißen; † 27. Mai 1805 ebenda)
  161. Meissen Porzellan Christian Gottfried Jüchtzer
  162. http://hss.ulb.uni-bonn.de/2004/0530/0530.pdf
  163. Vgl. Johann Carl Schönheit
  164. Camillo Marcolini
  165. http://www.stadtwikidd.de/wiki/Johann_Gottlob_Matth%C3%A4i
  166. Johann Gottlob Matthaey: Verzeichniss... S. VI: Von hier [dem Brühlschen Garten] nahm sie der Vorsteher der Sammlung in Empfang und brachte sie in den eigens dazu bereiteten Saal unter der Bildergalerie, welcher am 24. August 1794 eröffnet wurde. Er hatte sich hierbei gleichsam eine Geschichte der idealisirten Menschengestalt gedacht, von ihrem ersten Entfalten (schlafender Genius Nr. 1) bis zu ihrer Vollendung (in der Venus, Juno, Agrippina, in den Heroen, Göttern) und in's höchste Alter (Zeno).
  167. Die Tafeln dieses Catalogue des jets des stuc des plus excellentes antiques en figures, bas-reliefs, tetes, mains, pies etc. que Son Altesse-Serenissime Electorale de Saxe, Frederic Auguste a achete de Roma von Johann Gottlob Matthaey (par Jean Gottlob Matthaei) sind abgedruckt in: Staatliche Kunstsammlungen Dresden (Hrsg.): Die Sammlungen der Gipsabgüsse von Anton Raphael Meng in Dresden, München 2006, S. 124-167. = Moritz Kiderlen, Die Sammlung der Gipsabgüsse von Anton Raphael Mengs in Dresden. Katalog der Abgüsse, Rekonstruktionen, Nachbildungen und Modelle aus dem römischen Nachlass des Malers in der Skulpturensammlung, Staatliche Kunstsammlungen Dresden, 2006?
  168. Vgl. Zitate aus Martin Flashar: Wohl die größte Abgußsammlung der Welt..., in: Antike Welt, Jahrgang 1999, Nr. 6, S. 569-576, auf museanum.net, mit zwei Bildtafeln.
  169. Vgl. Artikel Johann Gottlob Matthäi im Stadtwiki Dresden.
  170. Dresden zur zweckmäßigen Kenntniß seiner Häuser und deren Bewohner. 1799: Matthäi, Joh. Gottlob, Inspektor der Gipsantikengallerie, Neumarkt 571.
  171. Karl Ludwig Matthäi wurde am 21. März 1778 in Meißen geboren, besuchte die Kunstakademie Dresden ab 1794, u. a. bei dem Architekten Gottlob August Hölzer, wurde Bildhauer und Schriftsteller und starb am 9. August 1848 in Dresden vgl. die Wikipedia-Artikel Karl Ludwig Matthäi, Gottlob August Hölzer und Kunstakademie Dresden.
  172. Johann Heinrich Wilhelm Tischbein: Das verfluchte zweite Kissen, Zeichnung in Tischbeins Wohnung.
  173. Johann Heinrich Wilhelm Tischbein (1751–1829): Goethe am Fenster seines Apartements in Rom, 1787.
  174. Vgl. Johann Wolfgang von Goethe
  175. Vgl. Charlotte Schreiter: Antike um jeden Preis. Gipsabgüsse und Kopien antiker Plastik am Ende des 18. Jahrhunderts Walter de Gruyter, Berlin 2014.
  176. Vgl. Friedrich Bury
  177. Vgl. Angelika Kauffmann
  178. Jutta Assel, Georg Jäger: Goethes Italienische Reise, Rom. Goethes Juno Eine Dokumentation auf goethezeitportal.de.
  179. Brunhild Höhling: Goethe zu Gast im Gartenreich des Fürsten Franz. In: Anhaltische Goethe-Gesellschaft (Hrsg.): Ausgewählte Vorträge, Heft Nr. 1, 2013, S. 4-21, Auszug auf anhaltische-goethe-gesellschaft.de.
  180. Johann Heinrich Wilhelm Tischbein (1751–1829): Porträt Goethes in der Campagna, 1787, Städelsches Kunstinstitut Frankfurt am Main.
  181. Johann Gottlob Matthaey: Verzeichniss der im königl. sächs. Mengs'ischen Museum enthaltenen antiken und modernen Bildwerke in Gyps, Dresden und Leipzig in der Arnoldischen Buchhandlung, 1831, Werkansicht in der SLUB, Titelkupfer, Titel
  182. Morgenblatt für gebildete Stände. Sechs und zwanzigster Jahrgang. 1832. Juli, Stuttgart und Tübingen, im Verlage der J. G. Cotta'schen Buchhandlung, Kunst=Blatt Nr.58 vom Donnerstag, den 19. Juli 1832, S. 232.
  183. Link
  184. Gerhard von Kügelgen, Selbstporträt von 1798.
  185. Gerhard von Kügelgen: Familie von Paul I. (1754 bis 1801, Zar ab 1796), Gemälde von 1800.
  186. Wilhelm von Kügelgen: Lebenserinnerungen eines alten Mannes, Abschnitt Die Königspfalz: Mein Vater war damals nicht gegenwärtig. Er hatte einen Abstecher nach Paris gemacht, um die von Napoleon zusammengeraubten Kunstschätze in Augenschein zu nehmen, als die Nachricht von dem bedenklichen Erkranken seiner Mutter ihn zurückrief. Bei seiner Ankunft fand er sie tot, und da ihm ohnedies sein Vaterland durch die Franzosenwirtschaft und mehr noch durch die französischen Sympathien seiner Landsleute verleidet war, entschloß er sich, für die noch übrige Zeit seines deutschen Aufenthaltes nach Dresden zu gehen, dessen Kunstschätze ihn anzogen. Er ordnete noch mit den Geschwistern den Nachlaß der Mutter und machte sich dann mit den Seinigen davon. Man weilte längere Zeit in Schlangenbad, das meiner Mutter gut tat, und auch in Weimar, wo interessante Bekanntschaften angeknüpft wurden.
  187. Gerhard von Kügelgen: Zarin Maria Feodorowna 1801 als Witwe (1799 bis 1828, seit 1776 zweite Ehefrau von Zar Paul I. - 1796 bis 1801)
  188. Gerhard von Kügelgen: Alexander I. (1777 bis 1826, Zar ab 1801), Gemälde von 1801
  189. Gerhard von Kügelgen: Zarin Elisabeth Alexejewna (1779 bis 1826, seit 1793 Großfürstin und seit 1801 Zarin von Rußland.) Gemälde ab 1801 bis etwa 1803.
  190. Wilhelm von Kügelgen: Lebenserinnerungen eines alten Mannes, Abschnitt Vor dem Seetore: In Dresden mieteten meine Eltern die erste Etage des Döpmannschen Hauses, das vor dem Seetore in der «halben Gasse» gelegen war. Diese halbe Gasse führt den Namen mit der Tat, denn sie erfreute sich nur einer Reihe Häuser, die eben deswegen freie Aussicht auf die gegenüberliegenden Gärten gewährten, und meine Mutter, die, auf dem Lande aufgewachsen, städtischem Lärm abhold war, fühlte sich wohl in dieser blühenden Umgebung. Die Besitzerin des Hauses, eine Witwe Döpmann, trieb Landwirtschaft, hielt Pferde, Kühe, Schweine und Geflügel, wodurch der Aufenthalt im Hofe für mich genußreich wurde. Aus dem Hofe trat man in den Garten, der von der Katzbach, einem schmalen, aber tiefen Wasser durchschnitten war. Diesseits des Wassers war ein ausgedehntes Gemüsewesen, jenseits Wiesen, Obstbäume und Gebüsch. Über die alte Gartenmauer erhob sich aus Holundersträuchern ein Lusthaus, und daneben führte ein Pförtchen aufs Feld hinaus und weiter nach den Höhen von Recknitz und Plauen.
  191. Dresden zur zweckmäßigen Kenntniß seiner Häuser und deren Bewohner, 1797, S. 265; 1799, S. 113.
  192. Wilhelm von Kügelgen: Lebenserinnerungen eines alten Mannes, Abschnitt Vor dem Seetore: Meine erste, einigermaßen deutliche Erinnerung beginnt mit dem 20. November 1805, an welchem Tage ich drei Jahre alt wurde. Als ich am Morgen die Augen aufschlug, strahlten mich drei kleine Wachskerzen an, die auf weißgedecktem, mit Immergrün garniertem Tische um einen prachtvollen Kuchen standen. Daneben lagen bunte Sachen, unter denen mir eine Arche Noah und besonders ein Bilderbuch erinnerlich ist, dessen Hauptstück den Onkel Nachtwächter mit Spieß und Laterne zeigte. Das Entzücken, das ich empfand, mag Ursache der Unvergeßlichkeit jenes großen Augenblicks gewesen sein. Meine Mutter gab mir die Hand und sagte, daß mein Geburtstag sei. Dann wusch sie mich, scheitelte mir das Haar mit Sorgfalt und kleidete mich an. Der offenen Weste wurde ein Paar weite Hosen angenestelt, die hinten offen und mit Schleifen versehen waren; darüber kam ein türkischer Spenzer mit kurzen Ärmeln und an die Füße ein Paar Schnallenschuhe. So war der Anzug vollendet, der übrigens im Sommer wie im Winter Hals, Brust und Arme bloß ließ.
  193. Es gab seinerzeit drei Männer mit dem Namen Venus in Dresden: der Schumachermeister Karl Ferdinand Venus aus der Pirnaische Gasse 692 (1799 zusätzlich Appellationsgerichtsbothe), der Hoffourier bey des Prinzen Anton Durchl. Franz Venus aus der Ostraallee (Willßdruffer Thoramtsgem.) 14A (genauso 1799) und der Hausbesitzer Gottlieb Venus aus der Radeberger Straße (Neuer Anbau) 61, 1799 nicht mehr nachgewiesen und so möglicherweise der verstorbene Ehemann der ehrsamen Witwe, welche das Haus geerbt haben dürfte: Dresden zur zweckmäßigen Kenntniß seiner Häuser und deren Bewohner, 1797 und 1799.
  194. Wilhelm von Kügelgen: Lebenserinnerungen eines alten Mannes, Abschnitt Vor dem Seetore: Frau Venus war eine ehrsame Witwe und wurde bisweilen von ihren beiden Söhnen besucht, welche, obgleich bedeutend älter als ich, doch ganz willig mit mir spielten. «Die anderen Jungens», wie ich sie im Gegensatze zu mir selber nannte, waren meine ersten Freunde. Ich bewunderte ihre Kraft und Unerschrockenheit, und ich liebte es, mich in ihrer Gesellschaft auf der Straße zu zeigen; doch entwuchsen sie mir schnell, und ich verlor sie wieder aus den Augen.
  195. Wilhelm von Kügelgen: Lebenserinnerungen eines alten Mannes, Abschnitt Vor dem Seetore: Näher stand mir bald ein anderer Knabe von meinem Alter, mit dem ich fortan täglich spielte. Seine Mutter, die Witwe eines Predigers aus dem Erzgebirge, namens Engelhard, welcher auf einer winterlichen Berufswanderung seinen Tod im Schnee gefunden hatte, war ebenfalls ins Döpmannsche Haus gezogen, wo sie, wie eine rechte Witwe, still und eingezogen lebte und sich und ihren Sohn mit Strohhutflechten ernährte. Mein Freund Ludwig Engelhard erschien mir in jeder Hinsicht vorzüglicher als ich und als die anderen Jungens, denn meine Mutter stellte mir ihn stets als Beispiel vor. Ich schloß mich ihm daher sehr herzlich an, und wir verkehrten miteinander aufs verträglichste.
  196. Johann Wilhelm F. Leis, geboren 1768 in Arnstadt, gestorben 1808 in Leipzig. An der Bürgerschule in Leipzig lernte Leis bei dem Senator der Stadt Leipzig Johann Wilhelm Volkmann (1772–1856) den erheblich jüngeren und künstlerisch begabten Carl Adolf Senff kennen und vermittelte ihn nach Dresden zu den Kügelgens, wo dieser Schüler Gerhard von Kügelgens und Hauslehrer der Brüder Wilhelm und Gerhard von Kügelgen jun. wurde. Vgl.auch: Carl Ludwig Fernow: "Rom ist eine Welt in sich". Briefe 1789–1808. Herausgegeben und kommentiert von Margrit Glaser und Harald Tausch. Wallstein, Göttingen 2013, ISBN 978-3-8353-1314-9. Band I. S. 618, Band II. S. 504 und S. 512.
  197. Vgl. Gotthilf Heinrich von Schubert: * 26. April 1780 in Hohenstein; † 1. Juli 1860 in Laufzorn bei München, war nach Vorlesungen bei Abraham Gottlob W. Werner in Freiberg wegen der größeren Bibliothek nach Dresden in die Halbe Gasse gezogen, wo er neben seiner Schriftstellerei zusammen mit Bötticher und Ad. Müller öffentliche Vorlesungen für die höheren Stände hielt, so über thierischen Magnetismus, über das Hellsehen und über Träume. Aus diesen Vorlesungen entstand 1808 sein Werk: „Ansichten von der Nachtseite der Naturwissenschaften“, welches in mehreren Auflagen erschien. Am 21. März 1809 nahm Schubert eine Berufung zum Direktor der neugegründeten Realschule in Nürnberg an, die Kügelgens hatten die Halbe Gasse bereits 1808 verlassen und waren in das Haus Gottessegen auf der Hauptstraße der Dresdner Neustadt gezogen.