Dresden in der Frühromantik

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Seitentitel: Reisen in das Alte Dresden/ Dresden in der Frühromantik
Nuvola apps bookcase 1.svg Band 11 des Werkes Reisen in das Alte Dresden


Inhaltsverzeichnis

Die Frühromantik[Bearbeiten]

Quellen zu Dresden um 1800[Bearbeiten]

Dresdener Anzeiger SLUB: 1808 - 1809 ; 1827 - 1831

Dresden um 1800[Bearbeiten]

Dresdner Befestigungsanlagen um 1800[Bearbeiten]

Dresdner Straßen um 1800[Bearbeiten]

Dresdner Schulen um 1800[Bearbeiten]

Friedrichstadt[Bearbeiten]

  • Abt, Joh. Wilh., Kassier bey diesem Schulinstitut, Prießnitzer Straße/Friedrichstadt 92

Dresdner Theater um 1800[Bearbeiten]

Morettisches Opernhaus[Bearbeiten]

Das Morettische Opernhaus wurde 1754/55 zunächst aus Fachwerk und Holz und 1761 als Massivbau aus Stein neu errichtet. Es wurde nach seinem Betreiber, dem Imressario Pietro Moretti benannt und befand sich auf dem Gelände des Italienischen Dörfchens. 1780 zum Hoftheater ernannt, wurde es 1783 für den Besuch von 800 Zuschauern erweitert und erhielt 1793 eine Vorhalle.

1841 ging der Spielbetrieb auf die von 1838 bis 1841 errichtete erste Semperoper über, und das Morettische Opernhaus wurde abgebrochen.

Hofkapellmeister ab 1776: Johann Gottlieb Naumann (gest. 1801)

Hofkapellmeister ab 1802: Ferdinando Paër bis 1806 (gest. 1839)



Morettisches Theater oder Komödienhaus im italienischen Dörfchen [8]

Dresdner Berufe um 1800[Bearbeiten]

Billeteur[Bearbeiten]

Billeteur in Pierer's Universal-Lexikon, Band 2, Altenburg 1857, S. 792: 1) der etwas, bes. Waaren, mit kleinen numerirten Zetteln versieht (billetirt), worauf die Anzahl der Ellen, Ein u. Verkaufspreis etc. angegeben ist; 2) der die Quartierbillets für die Soldaten schreibt; 3) Person, die im Theater u. dgl. die Entréebillets einnimmt. Pierer 1857

  • Johann Gottfried Raffelt, Billeteur, Festungsgraben, am (Pirn. Vorst./Ramp.Gem.) 193 (1797)

Modellmeister[Bearbeiten]

  • Michael Viktor Acier, kurfürst. Modellmeister, Augustusstraße, oder an der Bildergallerie 574 (1797)

Situationszeichner[Bearbeiten]

Situationszeichnen, svw. Planzeichnen vgl. Landkarten, Projection

  • Philipp Butze, Mathematikus, gibt Unterricht in der Mathematik und Situationszeichnung, Festungsgraben, am (Pirn. Vorst./Ramp.Gem.) 192 (1797)

Dresdner Persönlichkeiten um 1800[Bearbeiten]

Dresden um 1800 und Dresden heute[Bearbeiten]

Frauenstraße[Bearbeiten]

Frauengasse(n) mit dem alten (Brot)Markt (der breite, westlichste Abschnitt)[9]

Nach dieser Karte von 1755[10]

  • verlief die Große Fraun Gaße vom Loch (nahe dessen Mündung in den Alten Marckt) parallel zu Schoeßer Gaße und Kleine Fraun Gaße, kreuzte den uralten Markt An den Brod Baencken (linkerhand) und stieß dann auf den Iuden Hof = Judenhof (rechterhand befand sich dort das Commendanten Hauß, auch Regimentshaus[11]) - das Straßenstück an der linken Seite des Stalls hin zur Reuth-Bahne ist unbezeichnet und stellte die direkte Verlängerung der Großen Fraun Gaße über den Iuden Hof dar
  • verlief die Kleine Fraun Gaße vom Loch (das in den Sack führte) parallel zu Große Fraun Gaße und Kleine Kirch Gaeßgen (als Verlängerung der Weißen Gaße) zu dem Gebäudeblock mit Gewandhauß und Commendanten Hauß (die Straße vom Neu Marckt über die Kreuzung mit der Kleinen Fraun Gaße, die Kreuzung mit der Großen Fraun Gaße, über An den Brod Baencken, über die Kreuzung mit der Schoeßer Gaße bis hin zur Schloß Gaße ist unbezeichnet - bis auf das Stück zwischen Großen Fraun Gaße und Schoeßer Gaße, welches als An den Brod Baencken bezeichnet wird - aber genau dieses Stück (zwischen den Quartieren V und VI) wird heute als Frauenstraße bezeichnet, sofern es noch vorhanden ist: vom Neumarkt über die Einmündung der Gasse zwischen den Quartieren VI/1 und VI/2 (wohl in etwa die ehemalig Kleine Fraun Gaße) bis zur vom Kulturpalast verschobenen Galeriestraße, die ehemalige Große Fraun Gaße)
  • befand sich An den Brod Baencken genau unter dem heutigen Kulturpalast
  • verlief die Schoeßer Gaße vom Alten Marckt parallel zu Schloß Gaße und Große Fraun Gaße über die Kreuzung mit An den Brod Baencken (rechterhand, die Straße links war unbezeichnet) und die Kreuzung mit Spuhr Gaeßgen (rechterhand) und Rosemarien Gaße (linkerhand) bis zum Cantzley Gaeßgen (linkerhand, rechterhand lag die Reuth-Bahne)
  • verlief das Spuhr Gaeßgen von Iuden Hof bis zur Schoeßer Gaße, nach dieser Kreuzung hieß die Fortführung der Straße dann Rosemarien Gaße
  • wurde die Straße vom Georgen Thor bis zur Kleinen Fischer Gaße als Pohlnische Straße bezeichnet, und danach Am Stalle - die Verlängerung über den Neu Marckt bis zur Großen Schieß Gaße nannte sich Moritz Gaße
  • wurde die Verlängerung von an Klepper Stall über die Große Fischer Gaße in Richtung Zeug und Zimmer-Hof mit An Stockfisch Buden bezeichnet

Im Vergleich zu der Situation von 1529 hatte sich die Kirchgaße einen Durchbruch durch die nördliche Bebauung des Lochs erzwungen und verlief in einer eigentümlich gezackten Straßenführung auf den neugeschaffenen Neumarkt und die Frauenkirche zu und hatte durch den Bau des Gewandhauses nahe dem ehemaligen Frauentor der Kleinen Frauengasse als Verbindung zum Frauenkirch-Areal den Rang abgelaufen, welche dadurch in die Bedeutungslosigkeit einer kleinen, kurzen Innenstadtgasse absank.

Ganz eigentümlich verlief nun die Große Frauengasse gar nicht mehr in Richtung Frauenkirch-Areal, sondern um neunzig Grad gedreht vom Loch Richtung Jüdenhof und erscheint an Stelle der alten Jüdengasse.

Offenbar muß man annehmen, dass die Brotbänke seit alters her zur (Großen) Frauenstraße in Richtung Frauentor gehörten, weswegen eine Drehung der Straße an genau diesem Punkt um neunzig Grad kein Problem darzustellen schien.

Festung Dresden 1721

Adressbuch 1797:

Als Große Frauengasse wurde in der Führomantik nicht nur die heutige Frauenstraße, sondern auch die heutige Rosmarinstraße und die heutige Galeriestraße bezeichnet. Es kam dabei allerdings zum Kuriosum der Ecke Große Frauengasse/Große Frauengasse (der Schnittpunkt von Galeriestraße vom Jüdenhof aus und der Frauenstraße, heute vom Kulturpalast überbaut). Dieses wurde durch eine Umbenennung der jetzigen Frauengasse von Großer Frauengasse in Mittlere Frauengasse vor 1833 behoben[12]

Beim Betreten der jetzigen Frauenstraße vom Neumarkt aus lag rechterhand das Haus Große Frauengasse 402, es folgten die Nummern 401 bis Nummer 396, das Eckhaus zur anderen Großen Frauengasse (heute Galeriestraße). Linkerhand lag das Haus Große Frauengasse 404, welches nicht nur die Ecke mit dem Neumarkt, sondern auch noch die Ecke mit der Kleinen Frauengasse bildete. Nach der Einmündung der Kleinen Frauengasse von links kam das Eckhaus Große Frauengasse 405, gefolgt von den Nummern 406 bis 410. Das Eckhaus Nr. 411 mit der anderen Großen Frauenstraße gehörte schon zu dieser. Allerdings ist diese Ecke heute vom Kulturpalast überbaut, wie an dem Knick in der heutigen Galeriestraße unschwer zu erkennen ist. Auch die ehemaligen Eckhäuser Nummer 396 und 411 sind somit unter diesem verschwunden. Das Haus Nummer 403 lag kurioserweise noch links neben Nummer 404 und gehörte dem Neumarkt an. [13]

Beim Betreten der ehemaligen Kleinen Frauengasse (ab 1862 Schumachergasse) von der heutigen Frauenstraße aus lägen wie erwähnt rechterhand das Eckhaus Großen Frauengasse 405, gefolgt von den Häusern Kleine Frauengasse Nummer 428 bis Nummer 422. Das Eckhaus mit dem Loch (auch: Badergasse) war Loch Nummer 421. Linkerhand lag wie erwähnt das große Eckhaus von Neumarkt, Großer Frauengasse und Kleiner Frauengasse mit demzufolge drei Straßenfronten, das Haus Große Frauengasse Nummer 404, gefolgt von den Häusern Kleine Frauengasse Nummer 429 bis Nummer 433. Das Eckhaus mit dem Loch bildete dann Loch Nummer 434. Im Loch folgte auf Grund dieser eigentümlichen Zählung auf die Nummer 421 schon die Nummer 434. Durch den Durchbruch der Wilsdruffer Straße zum Pirnaischen Platz und der stalinistischen Nachkriegsbebauung geht das heutige Stück zwischen den Quartieren V/1 und V/2 allenfalls noch bis zu den ehemaligen Häusern Kleine Frauengasse Nummer 428 bis 426 (rechterhand) und 429 und 430 (linkerhand).

Beim Betreten der jetzigen Galeriestraße vom Jüdenhof her lag linkerhand an der Ecke das Haus Große Frauengasse Nummer 391, gefolgt von den Nummern 392 bis 395. Das Eckhaus Nummer 396 gehörte wie erwähnt zur anderen Großen Frauengasse (heute Frauenstraße, [vor] 1833: Mittlere Frauengasse). Es ist heute unter dem Kulturpalast verschwunden. Rechterhand begann etwa in Höhe der Ecke zum Jüdenhof das Haus Große Frauengasse Nummer 383, gefolgt von den Nummern 382 bis 379, einem weiteren Eckhaus zur anderen Großen Frauengasse, welches ebenfalls vom Kulturpalast überbaut ist. Auch die Häuser Große Frauengasse Nummer 394 und 395 (linkerhand) sind überbaut, die Nummern 393 (linkerhand) und 380 (rechterhand) dem Straßenknick zum Opfer gefallen. In Verlängerung der damaligen Großen Frauengasse lagen in der Frühromantik die Häuser Jüdenhof Nummer 384 bis Nummer 387, das Eckhaus mit der Sporergasse. Gegenüber der damaligen Gemäldegalerie (dem heutigen Johanneum mit dem Verkehrsmuseum) lagen nach dem Eckhaus mit der Großen Frauengasse Nummer 391 die Häuser Jüdenhof 390 und 389, das Eckhaus mit dem Neumarkt.[14]

S. 89: Große Frauengasse. Von der Lochgasse nach dem Juedenhofe zu, a) linker Hand. Nr. 371. [...] Hr. Friedr. Benj. Pfefferkorn, Rauchhaendler, Besitzer dieses Hauses, hat den Laden in demselben in der Lochgasse. Hr. Gotthelf Wilh. Pfefferkorn, Kaufmann, führt Materialwaaren, und den Laden in diesem Hause, in der Lochgasse. Hr. Joh. Christian Pfefferkorn, Kaufmann. [...] Nr. 372. [...] August Christian Pfitzinger, führt Materialwaaren, hat den Laden in diesem Hause, und besitzt dasselbe.

S. 90: Nr. 373. Hr. Joh. Michael Löwe, Drechslermeister, hat den Laden in diesem Hause und besitzt dasselbe. Hr. Joh. Gfried. Opitz, Kürschnermeister, hat den Laden in diesem Hause, unter Nr. 414. [...] Nr. 374. [...] Hr. Joh. Gfried. Benj. Rietschel, Hofposamentier, Besitzer dieses Hauses. [...] Die folgende Nr. 375. u. s. w. s. große Frauengasse zwischen der Schoessergasse und dem Neumarkte. [...] Nr. 379. [...] Herr George Friedr. Walther, Hofbuchhändler, Mitbesitzer dieses Hauses. Hr. Konrad Salomon Walther, Hofbuchdrucker, Mitbesitzer dieses Hauses. (Im ersten Stocke dieses Hauses ist das General-Kriegsgerichtskollegium; im Erdgeschoß die Waltherische Hofbuchhandlung und Hofbuchdruckerey.) Nr. 380.

S. 91: Hr. Aug. Friedr. Günther, Agent, hat die Geschäfte des kursächs. Gesandten in Berlin, Hrn. Grafen von Zintzendorff zu besorgen; auch kann man bey ihm Lotterieloose haben. Herr Christian Glieb. Graf v. Holzendorff, kursächs. Kammerjunker, (hat hier sein Absteigequartier.) Hr. Joh. Glob. Kratz, Besitzer dieses Hauses. Nr. 381. [...] Hr. Joh. Karl Glob. Hohlfeld, Klempnermeister, hat den Laden in dieser Straße, unter Nr. 393. [...] Dieses Haus besitzt des Neumarktkellerwirths, Hrn. Müller, Ehefrau.) Nr. 382. Herr Christian Glieb. Grünberg, Besitzer dieses Hauses, schenkt Wein, und setzt Weingäste. Nr. 383. [...] Hr. Friedr. Aug. Petri, Sporermeister, Besitzer dieses Hauses, hat den Laden in der Sporergasse unter dem Eckhause an der Schoessergasse Nr. 360. [...] (Dieses Haus besitzt der Kaufmann, Hr. Fretzdorff.) Die folgende Nr. 384 u. s. w. s. Juedenhof. b) rechter Hand, vom Juedenhofe nach der Lochgasse zurück. Nr. 391.

S. 92 Dieses Haus besitzt Hr. Hof= und Justizienrath D. Weinlig. [Besitzer von Haus Nr. 9 Alte Markt und Haus Nr. 391] Nr.392. [...] Dieses Haus besitzen die Kirschischen Erben. [Herr D Heinrich Christoph Kirsch, Rechtskonsulent, Mitbesitzer dieses Hauses (Neustadt 187. Breite Gasse) und von D. Nr. 392.] Nr. 393 [...] Herr Karl Gottlieb Neubert, Spitzenhaendler, Bes. d. H. Nr. 394. [...] Hr. Joh. Gotthelf Steger, Klempnermeister, Besitzer dieses Hauses, hat den Laden in demselben. Nr. 395. [...] Hr. Joh. Gottfried Rostig, Lotteriekollekteur, Besitzer d. Hauses, hat das Kom[p]toir in demselben. [...] Mit dieser Nummer schließt sich das zweyte Stadtviertel. Folgende Nrn. 411. - 418. gehoeren zum dritten Stadtviertel, werden aber hier aufgefuehrt, um diese Gasse nicht zu zerstueckeln. Nr. 411.


S. 93: Herr Engel Friedr. Triebel, Accisrath und Generalaccisinspektor allhier, dessen Ehefrau Eigenthuemerinn dieses hauses ist. Nr. 412. [...] Hr. Joh. George Simon, Hofzinngießer, Viertelsmstr. u. Besitz. dieses Hauses, hat den Laden in demselben. [...] Nr. 413. [...] Nr. 414. Herr Joh. Ludw. Fretzdorff, Kaufmann, führt Materialwaaren, hat den Laden hier, und besitzt dieses und vorstehendes Haus. [...] Nr. 415. [...] Hr. Joseph Dotesius, Kupferstich= Landkarten= und Bilderhaendler aus Leipzig, hat b. seinem Hierseyn den Stand in der Roßmaringasse am Eckhause an der Schloßgasse. [...] (Dieses Haus besitzt der Kaufmann, Hr. Pfitzinger. [wohnt in Nr. 372])

S. 94: Nr. 416. Hr. Joh. Chrstph. Junker, Drechslermeister, hat den Laden in der gr. Frg. unter Nr. 411. [...] Fr. Anne Marie Siegel, Weißbaeckermeisters Wittwe, Besitzerinn dieses Hauses. [...] Herr Heinr. Traug. Siegel, Weißbaeckermeister. Nr. 417. [...] Hr. Joh. Friedr. Jaedicke, Schuhmachermeister, Besitzer dieses Hauses, hat den Laden in der kl. Frg. unter dem Eckhause an der Lochgasse. Nr. 421. [...] Nr. 418. [...] Hr. Benj. Gottfried Redlich, Kaufmann, hat das Gewoelbe in der Lochgasse unter dem Eckhause am alten Markte Nr. 513., führt seidne u. weiße Waaren. [...] (Dieses Haus besitzt Jgfr. Dorothee Friederike Sigismunde Titius. [Dorothee Friedericke Sigismunde Titius lt. Berichtigung] Große Frauengasse. Zwischen der Schoessergasse und dem Theile der großen Frauengasse, welcher von der Lochgasse nach dem Juedenhofe zu läuft. Von der Schoessergasse nach dieser gr. Frauengasse zu, a) rechter Hand.

S. 95: Nr. 375. Herr Joh. Karl Bertram, Kaufmann, führt Materialwaaren und hat den Laden in diesem Hause. [...] (Dieses Haus besitzt Hr. Accisrath, Triebel.) [D. große Frauengasse Nr. 411; dessen Ehefrau besitzt das Haus D. Nr. 375, er das Haus D. Nr. 411 (große Frauengasse)]

Dresden 1794[Bearbeiten]

Karl August Grenser[Bearbeiten]

Der Holzblasinstrumentenbau kam im letzten Drittel des 17. Jhds. von Paris zunächst nach Nürnberg und nach dem 7jährigen Krieg verstärkt auch nach Wien, Leipzig, Dresden, Potsdam (Christoph Freyer 1747/49) und Markneukirchen - in Nürnberg bremsten Zunft und Konzessionen, Leipzig blühte nach 1710 als Messestadt auf.

Heinrich Grenser[Bearbeiten]

Johann Heinrich Wilhelm Grenser (* 5. März 1764 in Lipprechtsroda/ Thüringen; † 12. Dezember 1813 in Dresden)

vgl. https://www.stadtwikidd.de/wiki/Heinrich_Grenser

Franz Pettrich 1794[Bearbeiten]

Am 15. Januar 1786 erhielt Franz Pettrich den Lehrbrief und ging zeittypisch von dort als „freigesprochener Geselle“ zu ortsferner Weiterbildung auf Wanderschaft. Es zog ihn zunächst in Richtung Prag, die böhmische Landeshauptstadt, wo er bei dem Bildhauer Molinsky Anstellung fand. Dieser wies dem talentierten Jungen den Weg in die Kunststadt Dresden, unterstützte ihn sogar für die Reise, und Franz Pettrich wanderte nun nordwärts zurück an die Elbe.[15]

Anfang des Jahres 1789 dort angekommen, fand er Anstellung beim Hofbildhauer Johann Baptist Dorsch und konnte beim Wiederaufbau des über den Siebenjährigen Krieg stark vernachlässigten Dresdner Zwingers mitwirken. Eine Inspektion, fünf Jahre nach Kriegsende im Jahr 1768, erbrachte den Vorschlag des Abrisses der Anlage. Aber selbst dafür fehlte es an Mitteln wie an Motivation. 1778 wurde Graf Marcolini Dresdner Kunstdirektor und setzte sich energisch für die Kunstsammlungen wie auch für den Erhalt des Zwingers ein. Diese Restaurierungsarbeiten begannen 1783, wobei Dorsch die Verantwortung für die Bildhauerarbeiten trug. Durch seine Kunstfertigkeit, seinen Fleiß und sein gutes Betragen wurde hierbei der Generaldirektor der Künste und Kunstakademien und Direktor der Meißner Porzellanmanufaktur, Oberkammerherr Camillo Graf Marcolini-Ferretti, auf Pettrich aufmerksam und empfahl diesen dem damaligen alternierenden Direktor der Kunstakademie Professor Giovanni Battista Casanova. Dort erhielt Pettrich Unterricht in der Zeichenkunst wie auch im Modellieren.

Als Johann Baptist Dorsch am 19. November 1789 unerwartet früh mit nur 45 Jahren verstarb, leitete der damals 35-jährige Bildhauer Thaddäus Ignatius Wiskotschill aus dessen Werkstatt bis zur Fertigstellung des Zwingers im Jahre 1795 die weiteren Arbeiten. Dabei gingen viele Aufträge an Pettrich, der aufgrund seiner künstlerischen Handschrift überzeugt hatte. Daraufhin wagte es Franz Pettrich, mit gerade einmal 19 Jahren eine eigene Werkstatt zu eröffnen (vermutlich schon in der Pirnaischen Vorstadt in der Rampischen Gasse Nr. 211, wo er Ende 1796/1797 durch das Dresdner Adressbuch nachweisbar ist und bis 1816 wohnen wird). Daneben besuchte er auch weiterhin die Vorlesungen Casanovas. Casanova war ein Zeichner von internationalem Ruf, Winkelmann hatte ihn seinerzeit den besten Zeichner Roms genannt.

Als eine eigenständige Arbeit Pettrichs wird 1794 anläßlich der Gemählde-Ausstellung der churfürstlichen Academie der Malerey zu Dresden eine Ton-Figur des Theseus erwähnt: Herr Bötterich giebt die gegründete Hoffnung, daß er mit der Zeit einer unserer besten Bildhauer werden wird.[16]

Dresden 1795[Bearbeiten]

Franz Pettrich Hofbildhauer[Bearbeiten]

Der Hofbildhauer Thaddäus Ignatius Wiskotschill starb erst 41-jährig am 21. Januar 1795 in Dresden. Dieser nächste unerwartet frühe Tod eines Hofbildhauer war vielleicht die Ursache für ein Zeugnis des Oberlandbaumeister Christian Friedrich Exner vom 25. Februar 1795, dass Pettner seit sechs Jahren hier und in Pillnitz viele Bildhauerarbeit mit vieler Zufriedenheit verfertigt und zu der Station eines Hofbildhauers gar wohl qualifiziert sei. Ausschlaggebend für den ert 24-jährigen Pettrich war sicher auch eine weitere Empfehlung von Graf Camillo Marcolini vom 5. Mai 1795. Daraufhin erfolgte am 8. Mai die Ernennung mit dem damals relativ niedrigen Gehalt von 100 Talern jährlich. Am 18. Juli 1795 wurde Franz Pettrich durch Kurfürst Friedrich den Gerechten, den späteren (ersten) König Sachsens, offiziell zum Hofbildhauer berufen. Noch im gleichen Jahr wurde die erste Zwingerrenovierung nach zwölf Jahren abgeschlossen, wobei Franz Pettrich für die Bildhauerei verantwortlich zeichnete.

Am 8. Dezember des gleichen Jahres starb sein Lehrer Giovanni Battista Casanova. Er hatte den rasanten Aufstieg seines Schülers noch miterlebt, der zum bedeutendsten Bildhauer des späten Klassizismus im Königreich Sachsen werden sollte. Franz Pettrich und der Maler Traugott Leberecht Pochmann, ein weiterer Schüler Casanovas, schufen noch 1795 das Grabmal. Es wurde das erste vollplastische Werk des Künstlers, eine lebensgroße weibliche Figur auf einem Sockel als Symbol für die Kunst.

Schon 1795 beauftragte der Hofbaumeister Christian Traugott Weinlig Pettrich mit der Ausführung eines Reliefs im Giebelfeld des 1794/95 erbauten Reithauses. Dieses Relief, aus Sandstein gefertigt, zeigt in strenger Profilansicht ein antikes Zweigespann. Der lenkende Jüngling hält in seiner Linken einen Palmenzweig mit wehendem Schleier. Zu dieser noch etwas steifen und ungelenken Erstlingsarbeit nach dem Entwurf des Giebels von Weinlig gehört der Handschrift des Künstlers nach sicher auch das kurfürstliche Wappen unter dem Relief.

Zusätzlich bekommt Pettrich auch mehrere Privataufträge von seinem Entdecker, Förderer und Gönner, dem Grafen Marcolini. So schuf er wohl schon 1795 oder spätestens 1796 die beiden Giebelreliefs für die Meierei des Grafen auf der Bautzner Landstraße. Der linke Giebel wurde mit einer liegenden Kuh und ihrem Kalb, als Symbol der Tierzucht, verziert, der rechte Giebel mit einem auf einer Korngarbe sitzenden Schnitter mit seinem Hund als Symbol für den Ackerbau.

1796 (nach anderer Ansicht bereits 1795) heiratete Franz Pettrich Carolina Christina Catharina, eine Tochter des Bautzener Hofbildhauers Philipp Jakob Dittrich und dessen Ehefrau. Dittrich war 1770 nach Bautzen eingewandert, hatte zunächst Beschäftigung bei dem Bildhauer August Moering gefunden und sich 1771 in der Mönchskirche selbständig gemacht. Im gleichen Jahr heiratete er die aus aus Skutari stammende Griechin Josepha Friderica geb. Kekko-Cattani, und am 26. November 1771 wurde Carolina geboren. Eigentümlich ist, dass auch die Vorfahren Pettrichs von Skutari aus nach Böhmen eingewandert waren.

Dresden 1796[Bearbeiten]

Dresden 1797[Bearbeiten]

Franz Pettrich 1797[Bearbeiten]

Im Jahr 1797 wohnte Franz Pettrich in der Pirnaischen Vorstadt in der Rampische Gasse Nr. 211[17]. Dieses Haus gehörte dem General-Accisthorschreiber Weber. Seine Mitbewohner waren der Schmachermeister Johann Gottlob Hund, der Schneidermeister Johann Gottlieb Krampe, der Obersteuerexaminator Gotthelf Frierich Siegert und der Regierungskanzlist Karl Gotthelf Siegert.

Dresden 1798[Bearbeiten]

Christian Gottfried Hahmann[Bearbeiten]

der Dresdner Baumeister des Rokoko w:de:Christian Gottfried Hahmann gestorben

Franz Pettrich[Bearbeiten]

1798 wurde das Gehalt von Pettrich aufgebessert. Er bekam zusätzlich weitere 100 Taler aus dem Akademiefond. Am 5. Dezember 1798 wurde sein Sohn Ferdinand Pettrich geboren.

Dresden 1799[Bearbeiten]

Christian Traugott Weinlig[Bearbeiten]

Oberlandbaumeister Christian Traugott Weinlig gestorben

Franz Pettrich 1799[Bearbeiten]

Pettrich nahm an der Gemähldeausstellung zu Dresden im März 1799 mit einer Gruppe von neun tanzenden Kindern beiderlei Geschlechts in Karrarischen Marmor (en haut-relief gearbeitet) in Zimmer I teil.[18] Diese Gruppe führte zu der Vermutung, dass Pettrich auch der Künstler eines in Ton gebrannten Frieses mit zehn tanzenden Kindern an der Schmalseite der Alten Weinpresse auf dem königlichen Weinberg in Wachwitz sei (entstanden möglicherweise um 1799). Außerdem könnte er auch der Schöpfer zwei weiterer Flachreliefs an dem linken wie am rechten Anbau des ehemaligen Bedientenhauses dort sein. Diese Reliefs erinnern sehr an Pettrichs Arbeiten in der Meierei des Grafen Marcolini. Links ist ein sitzender nackter Mann mit einem Spaten dargestellt, den Ackerbau symbolisierend. Das Mädchen mit einem kleinen Blumenkranz in der Hand und einem Füllhorn voller Blüten zu Füßen symbolisiert auf der rechten Seite Die Gärtnerei. Andere Kunsthistoriker schreiben diese beiden Reliefs dem Sohn Ferdinand Pettrich zu, nach einer weiteren Meinung stammen sie lediglich aus der Werkstatt Pettrich.

1799 schuf Pettrich aus Sandstein das Standbild einer Flora für den Großen Garten in Dresden.

Dresden 1800[Bearbeiten]

Franz Pettrich 1800[Bearbeiten]

Am 18. Dezember 1800 nutzte Graf Marcolini einen Vortrag beim Kurfürsten Friedrich August, für einige junge Künstler Stipendien für Auslandsreisen zu beantragen: Der Bildhauer Pettrich wünscht auf ein paar Jahre eine Reise nach Italien thun zu können, um in Rom unter der Aufsicht eines daselbst sehr berühmten Bildhauers seine Kunststudia fortsetzen und allda betreiben zu wollen. Sein Vorschlag, Pettrich zur Ausführung seines Unternehmens 200 Thaler als eine gnädigste Unterstützung angedeyhen zu lassen, wird huldvoll bewilligt.

Dresden 1801[Bearbeiten]

Kunstausstellung 1801[Bearbeiten]

Verzeichniß sämtlicher in der Churfürstl. Sächsischen Academie der Künste im Jahre 1801. öffentlich ausgestellter Kunstwerke. Dresden, zum Besten der Armen.

No. I. Im ersten Zimmer.[Bearbeiten]

  • Ein Portrait nach Lund, und zwey Landschaften von C. D. Friedrich.
  • Ein Quodlibet in Oel gemahlt, vom Herrn Kaufmann Seyffert in Dresden.
  • Brand der Kreuzkirche zu Dresden, im Jahre 1760. Nachtstück von Oldendorp.
  • Zwey Feuersbrünste, und Ein alter Kopf in Pastell, nach Bauditz copirt, von Oldendorp.
  • Ein Familienstück unter Glas, die Gräfl. Marcolinische Familie, von Opitz.
  • Einige Brustbilder, silhouettirt von Ebendemselben.
  • Eine gestickte Landschaft, das Schloß Oberau vorstellend, von Demoiselle Otto in Meißen.
  • Eine gestickte Landschaft von Demoiselle Demiani in der Niederlausitz.
  • Zwey gestickte Landschaften, als: 1) Tharand bey Dresden, und 2) die Ruinen von Lauterstein bey Marienberg, von Demoiselle Joh. Elisa Mey aus Leipzig.


Franz Pettrich 1801[Bearbeiten]

Im Herbst 1801 begaben sich Pettrich und sein Schüler Christian Gottlieb Kühn (1780-1828) nach Italien und nutzten die Durchreise durch die oberitalienischen Kunststädte, namentlich in Florenz, zu umfangreichen Kunststudien. Florenz ist die Namensgeberin der Kunststadt Dresden als Elbflorenz.

Arnoldische Buchhandlung 1801[Bearbeiten]

Johann Friedrich Sillig: Jakob Boehme. Ein biographischer Versuch. Pirna, in der Arnoldischen Buchhandlung 1801. 253 S., 1 w. Bl., Papp-Band

https://archive.org/details/jakobbhmeeinbio00sillgoog/page/n4

Rezension: Allgemeine Literatur-Zeitung Nr. 215. Bd. 3 [1802], S. 245 bis 248

Johann Friedrich Sillig (1773 - gest. 1822), Diakonus in Döbeln - 16. Dezember 1822 schwer erkrankt, starb er bald darauf am 24. Dezember - als Oberpfarrer zu Frankenberg im fünfzigsten Jahre, Religionslehrer

Emilie Sillig und Friedrich Eduard Sillig, der Theol. Stud. als Kinder

Amalie Loeser geb Sillig und Paul Friedrich Sillig, Oberrechnungsinspector zu Dresden als Geschwister

Leipziger Zeitung 1822

43) Die Silligsche Kasse, gestiftet von dem Pfarrer Johann Friedrich Sillig zu Frankenberg im Jahre 1822, zur Unterstützung armer Kinder im Oberconsistorialsprengel, Kapitalbestand 200 Thlr.

Landtagsakten 1843 Uebersicht der bei dem Kirchenrathe und Oberconsistorio, jetzt bei dem Ministerio des Cultus und öffentlichen Unterrichts verwalteten Fonds.

Link

w:de:Johann Gottfried Sillig

Dresden 1802[Bearbeiten]

Franz Pettrich 1802[Bearbeiten]

Am 1. Juni 1802 erreichten sie Rom. Pettrich mietete sich in der Via Gregoriana ein. Im gleichen Hause wohnte ab 1819 auch sein Sohn Ferdinand. Pettrich schloß sich dem gleichaltrigen Bertel Thorvaldsen an, welcher seit dem 8. März 1797 in Rom weilte und dort die Unterstützung des dänischen Antiquars, Archäologen und Aufsehers im Päpstlichen Münzkabinett Georg Zoëga[19] wie auch des Malers Asmus Carstens[20] gefunden hatte. So bezog Thorvaldsen schon 1797 sein erstes Atelier in der Via Babuino 119. Dieses hatte der englische Bildhauer John Flaxman hinterlassen, der bis zum Sommer 1794 zusammen mit seiner Frau in Rom weilte. Thorvaldsen und Pettrich arbeiteten und lernten bei dem römischen Bildhauer und Oberaufseher des Departements der schönen Künste für den Kirchenstaat, Antonio Canova, einem der Hauptvertreter des italienischen Klassizismus.[21] Ab 1801 arbeitete Antonio Canova an dem Marmor-Grabmal für die Erzherzogin Marie Christine von Österreich († 24. Juni 1798) für die Augustinerkirche in Wien. Marie Christine hatte von 1792 bis 1794 mit ihrem Gemahl, dem Herzog Albert Kasimir von Sachsen-Teschen[22] in Dresden gelebt.

So lernte Pettrich in erster Linie die Bearbeitung von Marmor. Er und Thorvaldsen arbeiteten unter Canovas Anleitung auch in Carrara in der Toskana, wo es seit 1769 die Accademia di Belle Arti di Carrara gab.

Heinrich von Kleist[Bearbeiten]

  • wohnte ab April 1802 auf der Scherzliginsel in der Aare in Thun
  • kehrte Ende 1802 nach Deutschland zurück
  • lernte in Dresden unter anderen Friedrich de la Motte Fouqué kennen und traf Ernst von Pfuel wieder
  • reiste zusammen mit von Pfuel abermals nach Paris (1803)
  • [1831: Friedericke von Kleist, Privata,Pirnasche Vorstadt, Elbberg 47a, 2 Treppen], (1831)

Dresden 1803[Bearbeiten]

Franz Pettrich 1803[Bearbeiten]

Thorvaldsen mußte 1803 nach zweimaliger Verlängerung seines Stipendiums durch die Kunstakademie Kopenhagen in seine Heimat Dänemark zurückkehren. Im gleichen Jahr wurde Antonio Canova von Napoleon nach Paris berufen, um die letzendlich 3,25 Meter hohe Bronzeplastik Napoléon als friedensbringender Mars zu beginnen. Aber selbst Napoleon konnte Antonio Canova nicht dazu bewegen, nach Paris überzusiedeln. Die Bronze wurde 1809 in Rom fertiggestellt, das Grabmal der Erzherzogin Marie Christine von Österreich 1805.

Am 12. Februar 1803 starb Pettrichs Frau Carolina. Sie hatte ihm nach dem Sohn Ferdinand noch zwei Töchter geboren. Wohl aus diesem Grunde brach er seinen Rom-Aufenthalt ab und reist wahrscheinlich erst in der warmen Jahreszeit zurück nach Dresden. Pettrich erwarb in Rom noch eine Parthie Carrarischen Marmor und für die Mengs'sche Sammlung Gipsabgüsse von Antiken.[23] Nach der Meinung seines Schülers Ernst Rietschel hätte Pettrich seinen Romaufenthalt vornehmlich mit Kopieren und Abgüssen ausgefüllt. Diese Ansicht ist aber wahrscheinlich auf das schlechte Verhältnis zwischen Pettrich und Rietschel zurückzuführen.

Franz Pettrich wohnte weiterhin in der Rampischen Gasse 211, wo sich vermutlich auch seine Werkstatt befand. Ende September 1803 beantragte er eine Gehaltserhöhung beim Kurfürstlichen Geheimen Finanzkollegium, welche zunächst abgelehnt wurde. Nach einem Schreiben vom 8. November 1803 an den Landesherrn wurde diese dann Ende 1803 bewilligt.

Arnoldische Buchhandlung 1803[Bearbeiten]

http://www.stadtwikidd.de/wiki/Arnoldische_Buchhandlung

http://www.stadtwikidd.de/wiki/Johann_Christoph_Arnold


Handlungsnachrichten. Nachdem das ehedem dem D. Richter ertheilt gewesene gnaedigste Privilegium einer Buch= und Kunsthandlung allhier anderweit gnaedigst confirmiret, und von den nunmehrigen Besitzern dieses Privilegii, eine Societaetshandlung unter der Firma:

Arnoldische Buch= und Kunsthandlung zu Dresden

errichtet worden, und einstweilen in einem Gewoelbe am Altenmarkte im goldnen Ringe gefuehrt werden soll, so wird solches einem verehrlichen Publiko hiermit ergebenst bekannt gemacht.

Gedachte Buch= und Kunsthandlung wird es sich zur Pflicht machen, von den neuesten in= und auslaendischen Schriften, Musikalien und Landkarten stets ein vollstaendiges Sortimentlager zu fuehren, alle andere Bestellungen aber, besonders auf franzoesische Schriften so geschwind als moeglich zu besorgen, und bei allen die billigsten Preiße zu stellen.

Wir bitten daher alle Bibliothekbesitzer und Buecherfreunde um ihr guetiges Zutrauen und versichern bei betraechtlichen Bestellungen alle billige Vortheile welche von soliden Buchhandlungen zu erlangen sind.

Auch hoffen wir, daß Privatpersonen welchen das Geschaeft des Buchhandels nicht gestattet ist, sich hinfuehro auch nicht mehr damit befassen werden, weil wir sonst genoethiget seyn wuerden, das dieser Buchhandlung nach dem gnaedigst confirmirten Privilegio zustehende Jus prohibendi durch obrigkeitliche Huelfe anwendbar zu machen.

Dresden, am 28. Dec. 1803.

Aus: Dresdner Anzeigen. 1tes Stueck. Montags den 2. Januar 1804. In: Dresdner politische und merkantilische Anzeigen nebst gemeinnuetzigen Beitraegen fuer Vaterlandsfreunde, Paedagogen, Kaufleute, Kuenstler und Oekonomen. 1804. Zweiter Jahrgang. Erster Band. Monat Jenner bis Juni. Im Churf. Saechs. priv. Adreßcomptoir.

https://opacplus.bsb-muenchen.de/Vta2/bsb10530407/bsb:6328342?page=3

Heinrich Ludwig von Dohna 1803[Bearbeiten]

  • Heinrich Ludwig von Dohna kauft den Schlossberg zum Wiederaufbau der Burg w:de:Burgenromantik, der vom Schutt der Burgruine geräumt wird - der Bau des runden Turms wird begonnen (später verhindern die napoleonischen Kriege den romantischen Plan)

Dresden 1804[Bearbeiten]

Karl August Böttiger 1804[Bearbeiten]

Karl August Böttiger kommt aus Weimar zurück nach Dresden

Franz Pettrich 1804[Bearbeiten]

1804 heiratete Franz Pettrich die 23-jährige Dresdnerin Juliane geborene Gottschall[24], welche ihm eine Tochter gebar.[25]

Dresden 1805[Bearbeiten]

Dresdner Anzeigen: 1805, 12

Gerhard und Helene Marie von Kügelgen[Bearbeiten]

Im Mai 1805 zog der Maler Gerhard von Kügelgen mit seiner Familie von Rhense am Rhein in die Kunststadt Dresden. Kügelgen hatte in Sankt Petersburg durch Porträtieren der Zarenfamilie und weiterer Aufträge ein Vermögen erworben und nutzte dies, über den Umweg Alt-Harm in Litauen, einem Gut seiner Frau, seine alte Mutter im Rheinland aufzusuchen. Er fand sie lebend, aber nach nur neun Monaten verstarb sie Ende März oder im April 1805. Da Kügelgen sein Vaterland durch die Franzosenwirtschaft und mehr noch durch die französischen Sympathien seiner Landsleute verleidet war, entschloß er sich, für die noch übrige Zeit seines deutschen Aufenthaltes nach Dresden zu gehen, dessen Kunstschätze ihn anzogen.[28] Dort angekommen mietete die Familie die erste Etage des Döpmannschen Hauses in der Halben Gasse bei der Landwirtschaft treibenden Witwe Döpmann. Eine geplante Rückkehr nach Litauen und Rußland kam infolge der 1806 einsetzenden napoleonischen Kriege nie mehr zustande. Gerhard von Kügelgen verstarb 1820 in Dresden.

Die Halbe Gasse war nur auf der einen Straßenseite bebaut, so daß die Häuser in einer freien Landschaft vor dem Seetor lagen. Hinter den Höfen begannen ummauerte Gemüsegärten, welche bis an den damals zwar schmalen, aber tiefen Kaitzbach reichten, den eine kleine Brücke überquerte. Auf der anderen Bachseite erstreckten sich Wiesen mit Obstbäumen, von Büschen begrenzt. Vom Döpmannschen Hause Halbe Gasse 412 führte ein Pfad durch ein Pförtchen aufs Feld hinaus und weiter nach den Höhen von Recknitz und Plauen.[32] Es lag in der sogenannten Seethorvorstadt. Der verstorbene Mann der Witwe, Christian August Döpmann, war 1797 Finanzkommissar und 1799 sogar Regierungskanzlist.[33] Wilhelm von Kügelgen konnte sich noch als Alter Mann an seinen 3. Geburtstag am 20. November 1805 erinnern.[34] Neben dem litauischen Mädchen Leno, eine Leibeigene aus dem Harmschen Gut, beschäftigte die Familie noch eine ehrsame Witwe Venus als Kindermädchen.[35] Obwohl ihre zwei Söhne bedeutend älter als der 1802 geborene Wilhelm waren, wurden diese anderen Jungens dessen erste Freunde.[36] Im Hause wohnte auch die Witwe eines Predigers aus dem Erzgebirge, namens Engelhard, mit deren Sohn Ludwig sich bald anfreundete. Der Prediger Engelhard hatte auf einer winterlichen Berufswanderung seinen Tod im Schnee gefunden.[37] Der Dritte im Bunde der Spielgefährten war ein gleichaltriger kleiner Barfüßler namens Fritz Petzold, der Sohn des Gärtners. In einem Dachstübchen des Hauses wohnte der Schriftsteller Johann Wilhelm F. Leis, welchen die Kügelgens bereits aus St. Petersburg kannten, wo er als Erzieher beim Etatsrat Stoffregen tätig gewesen war. In Dresden hatte ihn eine Krankheit sehr eingeschränkt, und er starb kurze Zeit darauf 1808 in Leipzig als Lehrer an der Bürgerschule.[38] Womöglich fanden die Kügelgens auf seine Vermittlung hin dieses Quartier. Leis war aber wohl etwas eher aus beruflichen Gründen aus der Halben Gasse wieder ausgezogen und nach Leipzig gegangen. In die Wohnung über den Kügelgens zog etwas später der Arzt und Naturphilosoph Gotthilf Heinrich Schubert mit seiner Familie ein. Wilhelm von Kügelgen und Selma Schubert waren in etwa gleichaltrig.[39]

Franz Pettrich 1805[Bearbeiten]

Im März 1805 stellte Pettrich zwei Gipsmodelle von geplanten Grabmälern auf der Kunstausstellung in Dresden vor, darunter das Modell des 1809 oder 1810 ausgeführten Sarkophags für seine verstorbene erste Frau und eine sitzende Artemis, den Kopf auf den Arm gestützt in die Höhe blickend. Die sitzende Artemis war wohl das erste Modell für das Grabmal Frantz in Hirschberg im Riesengebirge.

Auf derselben Kunstausstellung (mit 420 Nummern) zeigte Pettrich eine weitere Gruppe tanzender Kinder als Hautrelief aus karrarischem Marmor - diesmal um einen Kandelaber tanzend: Dieses schöne Stück verdient alle nur mögliche Achtung in Rücksicht der Erfindung und fleißigen Ausarbeitung, besonder aber in der wahren Darstellung des zarten Alters der Kinder.[40]

1805 schuf Pettrich auch das Grabmal für den Generalmajor Georg Gottfried von Christiani (1804 verstorben) auf dem Inneren Neustädter Friedhof. Der Hofrat Karl August Böttiger war durch die Witwe mit der Errichtung des Grabmals beauftragt worden und wandte sich an Franz Pettrich. Die Gestaltung des Grabmales fand viel Beifall, Nicht nur der Maler, Zeichner und Kupferstecher Christian August Günther (1760–1824) stach es (mit landschaftlichen Hintergrund), auch der Kupferstecher und spätere Akademieprofessor Johann Gottlob Seiffert (* 7. Juli 1760; † 29. März 1824) fertigte sogar einen Doppelstich mit dem Grabmal und dem ausgerollten Relief der Säule. Von Böttiger publizierte bereits im Entstehungsjahr 1805 einen Sonderdruck auf feinstem Papier: Darstellung und Erläuterung des Denkmals auf den Chursächsischen Generalmajor Herrn Georg Gottfried von Christiani. Dieses Grabmal war eines der Meisterwerke des Klassizismus und man erkennt wie beim Grabmal für Pettrichs Ehefrauen deutlich den Einfluß Antonio Canovas.

Literatur zu Dresden um 1800[Bearbeiten]

Literatur zu Dresden in der Frühromantik[Bearbeiten]

  • Armin Gebhart: Dresden als Stätte schöpferischer Romantiker, in: Dresdner Monatsblätter, 32 (1981), 1, ISSN 0012-6101, S. 12-15.[41]
  • Armin Gebhart: Unvergängliche Akzente Dresdner Kunst. Studien und Essays. Ibidem-Verlag, Stuttgart 2003; ISBN 3898212440; 9783898212441.
    • VIII. Kapitel: Dresdens als Stätte schöpferischer Romantiker: drei Dichter Heinrich von Kleist, E. T. A. Hoffmann und Ludwig von Tieck; drei Musiker Carl Maria von Weber, Robert Schumann und Richard Wagner; drei Maler Philipp Otto Runge - dem ersten Romantiker -, Caspar David Friedrich und Adrian Ludwig Richter.[42]
  • Günter Klieme, Hans Joachim Neidhardt[43] (Museen der Stadt Dresden, Herausgeber): Kügelgenhaus: Museum der Dresdner Romantik, Deutscher Kunstverlag, 2. Auflage, München 2008, ISBN 978-3-422-02151-8.[44]
    • Günter Klieme, Hans Joachim Neidhardt (Museen der Stadt Dresden, Herausgeber): Museum zur Dresdner Frühromantik, Deutscher Kunstverlag, 1. Auflage, München Berlin 1998, ISBN 978-3-422-06251-1.[45]
  • Hans Joachim Neidhardt: Die Malerei der Romantik in Dresden, Seemann Verlag, Leipzig 1976.[46]
  • Walter Schmitz[47]: Die Entdeckung der Landschaft. Dresdner Maler um 1800 in böhmischer Nachbarschaft, In: Sächsisch-Böhmische Beziehungen im Wandel der Zeit, Verlag Thelem, Dresden 2013, S. 199-234.[48]
    • Sächsisch-Böhmische Beziehungen im Wandel der Zeit. Band 1, Textband (Essays), ISBN 978-3942411912; 3942411911
    • Kristina Kaiserová, Walter Schmitz (Hrsg.): Sächsisch-Böhmische Beziehungen im Wandel der Zeit : = Česko-saské vztahy v proměnách času Dresden : Thelem, 2013[49]
  • Silvio Vietta[50]: Der Dresdenbesuch von Wackenroder und Tieck und die romantische Revolution der Ästhetik, In: Forschungsstätte für Frühromantik und Novalis-Museum Schloss Oberwiederstedt und Internationale Novalis-Gesellschaft: Gabriele Rommel[51] (Hrsg.), Arved Grieshaber (Hrsg.), Dennis F. Mahoney (Hrsg.): Die Europa-Idee von Novalis um 1800. Antike-Rezeption zwischen Mythos und Utopie. Eine Ausstellung von Forschungsstätte für Frühromantik und Novalis-Museum Schloss Oberwiederstedt 2015/2017, Wiederstedt, Forschungsstätte für Frühromantik und Novalis-Museum Schloss Oberwiederstedt, Verlag K&N (Verlags Königshausen & Neumann), Würzburg [2016], ISBN 978-3826060007, S. 137-143.[52]

Sachsen 1794[Bearbeiten]

Sachsen 1795[Bearbeiten]

Sachsen 1796[Bearbeiten]

Sachsen 1797[Bearbeiten]

Sachsen 1798[Bearbeiten]

Sachsen 1799[Bearbeiten]

Sachsen 1800[Bearbeiten]

Sachsen 1801[Bearbeiten]

Sachsen 1802[Bearbeiten]

Sachsen 1803[Bearbeiten]

Sachsen 1804[Bearbeiten]

Sachsen 1805[Bearbeiten]

Literatur zu Sachsen um 1800[Bearbeiten]

Zeitgeschichte 1794[Bearbeiten]

Zeitgeschichte 1795[Bearbeiten]

Zeitgeschichte 1796[Bearbeiten]

  • 13. August: Neutralitätsvertrag von Erlangen, Sachsen zieht sich aus dem Ersten Koalitionskrieg[53] gegen Frankreich zurück.
  • Denkmal der Gattenzärtlichkeit und Volksliebe[54]

Zeitgeschichte 1797[Bearbeiten]

Zeitgeschichte 1798[Bearbeiten]

Zeitgeschichte 1799[Bearbeiten]

Zeitgeschichte 1800[Bearbeiten]

Zeitgeschichte 1801[Bearbeiten]

Zeitgeschichte 1802[Bearbeiten]

Zeitgeschichte 1803[Bearbeiten]

Zeitgeschichte 1804[Bearbeiten]

Zeitgeschichte 1805[Bearbeiten]

Literatur zur Zeitgeschichte um 1800[Bearbeiten]

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Bruno Krause: Die geschichtliche Entwickelung der ... Residenzstadt Dresden ... Mit ... Illustrationen... Band 2, S. 155.
  2. Nach einer kolorierten Lithographie von Carl Heinrich Beichling.
  3. Stadtplan von Dresden (Ausschnitt mit Zwinger) von J. Georg Lehmann, gezeichnet 1801, verbessert 1804, gedruckt 1809, mit "H" ist das kleine Hoftheater bezeichnet, mit "G" das Hoftheater am Zwinger.
  4. Aus: Abbildungen von Dresdens alten und neuen Pracht-Gebäuden, Volks- und Hof-Festen. Untertitel: Kupferheft zur Chronik der Kgl. Sächs. Residenz-Stadt Dresden und des Sammlers für Geschichte und Alterthum, Kunst und Natur im Elbthale. Grimmer, Dresden 1835.
  5. Friedrich August Kannegießer (* 1800): Theaterplatz, Morettisches Theater: Inneres, Blick von der Bühne in den Zuschauerraum, 1841, Dresden, Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Kupferstichkabinett
  6. Das Hoftheater in Dresden, erbaut 1755, abgebrochen 1841, Dresden, Körner-Museum.
  7. Ansichtskarte mit dem Morettischen Hoftheater und der zweiter Semper-Oper, 1899.
  8. Fotografie nach kolorierten Kupferstich, Albuminabzug auf Karton (Carte-de-visite mit Bezeichnung), Unbekannter Fotograf, um 1870, Radierung von K. H. Beichling, um 1835. Deutsche Fotothek, Aufn.-Nr.: df_pos-1996-c_0000001_003.
  9. Karte von 1755 in der Deutschen Fotothek
  10. Eine ältere Situation zeigend - die Katholische Hofkirche, ab 1739 im Bau, 1755 geweiht, fehlt vollends.
  11. Vgl. Regimentshaus im Stadtwiki Dresden.
  12. Vgl. Stadtplan 1833.
  13. Adressbuch von 1797, S. 574: Von Nr. 396. bis mit 402. s. gr. Fraueng. nach dem Neumarkte zu. Nr. 403. s. Neumarkt. (zwischen der kl. Kirchg. und der gr. Frg.) Von Nr. 404. bis mit 410. s. vorstehende gr. Frauengasse (linker Hand) Von Nr. 411. bis mit 418. s. gr. Frg. nach der Lochg. zu. Von Nr. 419. bis mit 421. s. Lochgasse. (zwischen der gr. und kleinen Frauengasse.) Von Nr. 422. bis mit 433. s. kl. Frauengasse. Von Nr. 434. bis mit 437. s. Lochgasse. (zwischen der kl. Frauen= u. kleinen Kirchg.) Von Nr. 438. bis mit 442. s. kl. Kirchg. (zwischen d. Lochgasse und dem Neumarkte.) Nr. 443. s. Neumarkt. (zwischen der kl. Kirchg. und der gr. Frg. neben Nr. 403.) Nr. 444. s. kl. Kirchgasse. (vom Neumarkte nach der Lochg. zu, linker Hand.)
  14. Adressbuch von 1797, S. 573: Nr. 370. s. Lochgasse. (Zwischen dem alten Markte und der großen Frauengasse.) Von Nr. 371. bis mit 374. s. gr. Fraueng. (von der Lochgasse n. d. Juedenhofe zu.) Von Nr. 375. bis mit 378. s. gr. Fraueng. (zwischen vorstehender gr. Frg. und der Schössergasse.) Von Nr. 379. bis mit 383. s. gr. Fraueng. (nach dem Juedenhofe zu.) Von Nr. 384. bis mit 387. s. Juedenhof (zwischen d. gr. Frg. u. d. Sporergasse.) Nr. 388 s. Sporergasse. Von Nr. 389. bis mit 390. s. Juedenhof (zwischen dem Neumarkte u. d. gr. Frg.) Von Nr. 391. bis mit 395. s. gr. Frg. (vom Juedenhof in dieselbe.)
  15. Nach einer anderen Darstellung wurde Pettrich von Prag nach Dresden durch Dorsch direkt berufen und beim Zwingerbau angestellt.
  16. In: Neue Miscellen Artistischen Inhalts von J. G. Meusel, Heft 3, März 1794: Theseus hebt auf Befehl seiner Mutter einen großen Stein empor, um die darunter liegenden Schuhe und Waffen seines Vaters hervorzunehmen, und ihm zu bringen. Eine sehr schön frey stehende Gruppe, in Thon bossiert, 1 Elle hoch. Die Figur des Theseus war vorzüglich schön, sowohl gestellt als mit Verstand und Fleiß ausgeführt. Die Anatomie war in allen Theilen richtig beobachtet, und gut mit der lebendigen Natur verbunden. Das ganze ist in einem guten Styl gearbeitet.
  17. Dresden zur zweckmäßigen Kenntniß seiner Häuser und deren Bewohner 1797, S. 213
  18. Allgemeiner Literarischer Anzeiger vom April 1799.
  19. Georg Zoëga war zuvor dänischer Generalkonsul im Vatikan.
  20. Asmus Carstens verstarb schon am 25. Mai 1798 in Rom, nur 44-jährig, ohne seine Heimat wiedergesehen zu haben. Sein klassizistischer Nachlass, der nach Weimar kam, beeinflusste sogar Goethe bei der Beurteilung der Weimarer Preisausschreiben.
  21. Antonio Canova hatte durch die Unruhen in Rom wie viele andere Künstler auch die Stadt (am 12. Mai) 1798 verlassen, war aber, nachdem Pius VII. im März 1800 den päpstlichen Stuhl bestieg, nach Rom zurückgekehrt, wo sein Freund Antonio d’Este sein Eigentum bewahren konnte.
  22. Albert Kasimir von Sachsen-Teschen war der Begründer der Albertina in Wien, eine der bedeutendsten grafischen Sammlungen der Welt.
  23. Aus den Akten der Kunstakademie von 1804.
  24. Auch Juliane geb. Gottschalk.
  25. In seinem 25. Jahre am 18. Juli 1795 wurde er zum Hofbildhauer ernannt und verheirathete sich in nämlichen Jahre zum erstenmal mit Karoline Dittrich aus Bautzen, und nach deren Tode zum zweitenmal mit Julianen Gottschall aus Dresden. Die erste Gattin gebar ihm zwei Töchter und einen Sohn, die zweite eine Tochter; sämmtliche Kinder überlebten ihn. Aus: 21. Franz Seraph Pettrich. In: Neuer Nekrolog der Deutschen. Zweiundzwanzigster Jahrgang 1844. Erster Theil. Weimar 1846. Druck und Verlag von Bernh. Friedr. Voigt, S. 62-64.
  26. Gerhard von Kügelgen, Selbstporträt von 1798.
  27. Gerhard von Kügelgen: Familie von Paul I. (1754 bis 1801, Zar ab 1796), Gemälde von 1800.
  28. Wilhelm von Kügelgen: Lebenserinnerungen eines alten Mannes, Abschnitt Die Königspfalz: Mein Vater war damals nicht gegenwärtig. Er hatte einen Abstecher nach Paris gemacht, um die von Napoleon zusammengeraubten Kunstschätze in Augenschein zu nehmen, als die Nachricht von dem bedenklichen Erkranken seiner Mutter ihn zurückrief. Bei seiner Ankunft fand er sie tot, und da ihm ohnedies sein Vaterland durch die Franzosenwirtschaft und mehr noch durch die französischen Sympathien seiner Landsleute verleidet war, entschloß er sich, für die noch übrige Zeit seines deutschen Aufenthaltes nach Dresden zu gehen, dessen Kunstschätze ihn anzogen. Er ordnete noch mit den Geschwistern den Nachlaß der Mutter und machte sich dann mit den Seinigen davon. Man weilte längere Zeit in Schlangenbad, das meiner Mutter gut tat, und auch in Weimar, wo interessante Bekanntschaften angeknüpft wurden.
  29. Gerhard von Kügelgen: Zarin Maria Feodorowna 1801 als Witwe (1799 bis 1828, seit 1776 zweite Ehefrau von Zar Paul I. - 1796 bis 1801)
  30. Gerhard von Kügelgen: Alexander I. (1777 bis 1826, Zar ab 1801), Gemälde von 1801
  31. Gerhard von Kügelgen: Zarin Elisabeth Alexejewna (1779 bis 1826, seit 1793 Großfürstin und seit 1801 Zarin von Rußland.) Gemälde ab 1801 bis etwa 1803.
  32. Wilhelm von Kügelgen: Lebenserinnerungen eines alten Mannes, Abschnitt Vor dem Seetore: In Dresden mieteten meine Eltern die erste Etage des Döpmannschen Hauses, das vor dem Seetore in der «halben Gasse» gelegen war. Diese halbe Gasse führt den Namen mit der Tat, denn sie erfreute sich nur einer Reihe Häuser, die eben deswegen freie Aussicht auf die gegenüberliegenden Gärten gewährten, und meine Mutter, die, auf dem Lande aufgewachsen, städtischem Lärm abhold war, fühlte sich wohl in dieser blühenden Umgebung. Die Besitzerin des Hauses, eine Witwe Döpmann, trieb Landwirtschaft, hielt Pferde, Kühe, Schweine und Geflügel, wodurch der Aufenthalt im Hofe für mich genußreich wurde. Aus dem Hofe trat man in den Garten, der von der Katzbach, einem schmalen, aber tiefen Wasser durchschnitten war. Diesseits des Wassers war ein ausgedehntes Gemüsewesen, jenseits Wiesen, Obstbäume und Gebüsch. Über die alte Gartenmauer erhob sich aus Holundersträuchern ein Lusthaus, und daneben führte ein Pförtchen aufs Feld hinaus und weiter nach den Höhen von Recknitz und Plauen.
  33. Dresden zur zweckmäßigen Kenntniß seiner Häuser und deren Bewohner, 1797, S. 265; 1799, S. 113.
  34. Wilhelm von Kügelgen: Lebenserinnerungen eines alten Mannes, Abschnitt Vor dem Seetore: Meine erste, einigermaßen deutliche Erinnerung beginnt mit dem 20. November 1805, an welchem Tage ich drei Jahre alt wurde. Als ich am Morgen die Augen aufschlug, strahlten mich drei kleine Wachskerzen an, die auf weißgedecktem, mit Immergrün garniertem Tische um einen prachtvollen Kuchen standen. Daneben lagen bunte Sachen, unter denen mir eine Arche Noah und besonders ein Bilderbuch erinnerlich ist, dessen Hauptstück den Onkel Nachtwächter mit Spieß und Laterne zeigte. Das Entzücken, das ich empfand, mag Ursache der Unvergeßlichkeit jenes großen Augenblicks gewesen sein. Meine Mutter gab mir die Hand und sagte, daß mein Geburtstag sei. Dann wusch sie mich, scheitelte mir das Haar mit Sorgfalt und kleidete mich an. Der offenen Weste wurde ein Paar weite Hosen angenestelt, die hinten offen und mit Schleifen versehen waren; darüber kam ein türkischer Spenzer mit kurzen Ärmeln und an die Füße ein Paar Schnallenschuhe. So war der Anzug vollendet, der übrigens im Sommer wie im Winter Hals, Brust und Arme bloß ließ.
  35. Es gab seinerzeit drei Männer mit dem Namen Venus in Dresden: der Schumachermeister Karl Ferdinand Venus aus der Pirnaische Gasse 692 (1799 zusätzlich Appellationsgerichtsbothe), der Hoffourier bey des Prinzen Anton Durchl. Franz Venus aus der Ostraallee (Willßdruffer Thoramtsgem.) 14A (genauso 1799) und der Hausbesitzer Gottlieb Venus aus der Radeberger Straße (Neuer Anbau) 61, 1799 nicht mehr nachgewiesen und so möglicherweise der verstorbene Ehemann der ehrsamen Witwe, welche das Haus geerbt haben dürfte: Dresden zur zweckmäßigen Kenntniß seiner Häuser und deren Bewohner, 1797 und 1799.
  36. Wilhelm von Kügelgen: Lebenserinnerungen eines alten Mannes, Abschnitt Vor dem Seetore: Frau Venus war eine ehrsame Witwe und wurde bisweilen von ihren beiden Söhnen besucht, welche, obgleich bedeutend älter als ich, doch ganz willig mit mir spielten. «Die anderen Jungens», wie ich sie im Gegensatze zu mir selber nannte, waren meine ersten Freunde. Ich bewunderte ihre Kraft und Unerschrockenheit, und ich liebte es, mich in ihrer Gesellschaft auf der Straße zu zeigen; doch entwuchsen sie mir schnell, und ich verlor sie wieder aus den Augen.
  37. Wilhelm von Kügelgen: Lebenserinnerungen eines alten Mannes, Abschnitt Vor dem Seetore: Näher stand mir bald ein anderer Knabe von meinem Alter, mit dem ich fortan täglich spielte. Seine Mutter, die Witwe eines Predigers aus dem Erzgebirge, namens Engelhard, welcher auf einer winterlichen Berufswanderung seinen Tod im Schnee gefunden hatte, war ebenfalls ins Döpmannsche Haus gezogen, wo sie, wie eine rechte Witwe, still und eingezogen lebte und sich und ihren Sohn mit Strohhutflechten ernährte. Mein Freund Ludwig Engelhard erschien mir in jeder Hinsicht vorzüglicher als ich und als die anderen Jungens, denn meine Mutter stellte mir ihn stets als Beispiel vor. Ich schloß mich ihm daher sehr herzlich an, und wir verkehrten miteinander aufs verträglichste.
  38. Johann Wilhelm F. Leis, geboren 1768 in Arnstadt, gestorben 1808 in Leipzig. An der Bürgerschule in Leipzig lernte Leis bei dem Senator der Stadt Leipzig Johann Wilhelm Volkmann (1772–1856) den erheblich jüngeren und künstlerisch begabten Carl Adolf Senff kennen und vermittelte ihn nach Dresden zu den Kügelgens, wo dieser Schüler Gerhard von Kügelgens und Hauslehrer der Brüder Wilhelm und Gerhard von Kügelgen jun. wurde. Vgl.auch: Carl Ludwig Fernow: "Rom ist eine Welt in sich". Briefe 1789–1808. Herausgegeben und kommentiert von Margrit Glaser und Harald Tausch. Wallstein, Göttingen 2013, ISBN 978-3-8353-1314-9. Band I. S. 618, Band II. S. 504 und S. 512.
  39. Vgl. Gotthilf Heinrich von Schubert: * 26. April 1780 in Hohenstein; † 1. Juli 1860 in Laufzorn bei München, war nach Vorlesungen bei Abraham Gottlob W. Werner in Freiberg wegen der größeren Bibliothek nach Dresden in die Halbe Gasse gezogen, wo er neben seiner Schriftstellerei zusammen mit Bötticher und Ad. Müller öffentliche Vorlesungen für die höheren Stände hielt, so über thierischen Magnetismus, über das Hellsehen und über Träume. Aus diesen Vorlesungen entstand 1808 sein Werk: „Ansichten von der Nachtseite der Naturwissenschaften“, welches in mehreren Auflagen erschien. Am 21. März 1809 nahm Schubert eine Berufung zum Direktor der neugegründeten Realschule in Nürnberg an, die Kügelgens hatten die Halbe Gasse bereits 1808 verlassen und waren in das Haus Gottessegen auf der Hauptstraße der Dresdner Neustadt gezogen.
  40. J. Meusel: Auszug eines Schreibens an einen Freund in Königsberg, die Ausstellung der Dresdner Kunstakademie am 5. März 1805 betreffend, In: Archiv für Künstler und Kunstfreunde, Band I.4, S. 117.
  41. SLUB.
  42. SLUB.
  43. Vgl. Hans Joachim Neidhardt.
  44. DNB.
  45. DNB.
  46. DNB.
  47. Vgl. Walter Schmitz.
  48. SLUB, Die Entdeckung der Landschaft. Dresdner Maler um 1800 in böhmischer Nachbarschaft SLUB.
  49. SLUB, Gesamtwerk; SLUB, Sächsisch-Böhmische Beziehungen im Wandel der Zeit. Band 2, Quellenband, ISBN 978-3942411912; 3942411911; SLUB, Sächsisch-Böhmische Beziehungen im Wandel der Zeit. Band 3, Geschichtsdidaktische Konzeptionen (von Christian Herm und Antje Scheicher), ISBN 9783942411929; 394241192X.
  50. Vgl. Silvio Vietta.
  51. Vgl. Gabriele Rommel.
  52. Verlag; SLUB, Buch; SLUB, Artikel.
  53. Vgl. Erster Koalitionskrieg.
  54. Vgl. Denkmal der Gattenzärtlichkeit und Volksliebe.