Geschlecht und Identität/ Sprache und Stimme/ Operationen

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Stimmbandoperation

Das Wichtigste[Bearbeiten]

Bei der Stimmbandoperation besteht grundsätzlich das Risiko einer dauerhaften Heiserkeit. Die Stimme verliert an Tonumfang und Tondynamik und sie ist nicht mehr so belastbar. Daher ist eine Stimmbandoperation für Lehrer, Sänger u.s.w. nicht geeignet. [1] Aber es gibt Sänger die bereits Stimmdesign mittels Phonochierurgie durchgeführt haben.

Andere Begriffe für die Stimmbandoperation ist die Stimmverweiblichung, Stimmverweiblichende Operation, Stimmoperation, Voice Feminisation Surgery (Abkürzung: VFS).

Die Luftröhre kann verengt werden. Nach einem Autounfall wissen die behandelnden Ärzte vielleicht nicht darüber Bescheid und die Verengung kann die Einführung eines Tubus zur Notbeatmung erschweren. Stimmbandoperationen werden eher selten durchgeführt. In den Selbsthilfegruppen wird regelmäßig von einem solchen Schritt abgeraten wegen der drohenden Heiserkeit und weil man mit Stimmübungen bereits gute Ergebnisse erzielen kann.

Des Weiteren ist eine Stimmbandoperation kein Allheilmittel. In den meisten Fällen sind zusätzlich Stimmübungen erforderlich. Es gibt einige, die mit der Stimmbandoperation zufrieden sind [2] und andere die nicht zufrieden sind und den Schritt bereuen. [3] Nach [4] liegt "für die Übernahme der Operationskosten der stimmerhöhenden Behandlung (...) keine einheitliche Regelung vor. Allerdings besteht ein Gerichtsurteil des Sozialgerichtes Bayreuth, AZ S 6 KR 73/96, wonach die stimmangleichende Behandlung (...) zu gewähren ist."

Kleiner Ratgeber[Bearbeiten]

Wenn sie eine Stimmbandoperation planen, so sollte diese Operation als letztes durchgeführt werden. Grundsätzlich ist es bei jeder größeren Operation erforderlich, dass man beatmet wird. Und der Tubus wird durch die Luftröhre geführt, was das Ergebnis einer Stimmbandoperation verschlechtern kann.

Die Methoden zur Simmoperation wurden international bereits sehr verbessert. Und es ist häufig möglich eine normal klingende, weibliche Stimme zu erzeugen. Dennoch würde ich innerhalb Deutschland keine Stimmoperation durchführen - Auf eine deutschen Klinik bezogen gebe ich den Kritikern sogar recht.

Die Stimme, die man durch Logopädie erreichen kann ist mit einem ständigen Arbeitsaufwand verbunden. Täglich muss die Stimme aufgewärmt werden und bei jedem Gespräch muss man an die Stimme denken um nicht in die männliche Stimme und Sprachmuster zu verfallen. Das verunsichert Transfrauen. Denn jedes Wort kann sie als Mann zwangsouten. Eine Logopädie ist bei der Mehrheit der Transfrauen nicht ausreichend um eine durchgänig andauernde weilbiche Stimme zu erreichen.

Ausserhalb der Ballungsräume existieren keine Logopäden die Erfahrungen mit Transfrauen haben. Manche Transfrauen müssen daher weite Entfernung (100km) zurücklegen, entsprechende Kosten bezahlen und Zeit invesiteren. Das können sich gerade arbeitslose Transfrauen nicht leisten und angestellte Transfrauen müssen die benötigte Zeit mit ihrem Arbeitgeber vereinbaren.

Rechtliches[Bearbeiten]

Wissenschaftliches[Bearbeiten]

Stimmbänder straffen (Modifizierte Cricotyroidale Approximation)[Bearbeiten]

Beschreibung der Modifizierte Cricotyroidale Approximation in der Literatur[Bearbeiten]

Die Erfolgsraten der hier beschriebenen Behandlungsmethode kann man im Vergleich mit den in der Literatur angegebenen Ergebnissen als sehr gut bewerten. Durch die modifizierte Cricothyroidopexie konnte bei unseren Patientinnen in 74% der Fälle eine mittlere bis beträchtliche Stimmanhebung, verbunden mit einer mehrheitlich subjektiven Zufriedenheit mit dem postoperativen Ergebnis, erreicht werden. [5] [6]

Der Artikel [5] stammt von Dr. Kerstin Neumann. Sie ist mittlerweile an der HNO-Klinik in Würzburg tätig und heißt Dr. Kerstin Hoffmann. Der Kontakt ist hier: http://voicedoctor.net/physicians/kerstin-hoffmann

Im Therapieleitfaden [7] wird ebenfalls beschrieben, dass "die modifizierte Cricothyroidopexie über Miniplatten in den meisten Fällen eine suffiziente operative Methode [darstellt um] die mittlere Sprechstimmlage dauerhaft zu erhöhen. Der Vergleich prä- und postoperativer diagnostischer Parameter sowie die mehrheitlich subjektive Zufriedenheit bestätigt dies."

Die vernähten Titanplatten reißen nach ca. 5 Jahren aus. [8] Daher ist damit zu rechnen, dass die Stimme wieder tiefer werden wird. Die Kritik an der StimmOP, die in den Selbsthilfegruppen oft geäußert wird, kritisiert die Methode Stimmbänder zu straffen.

Folgende Informationen hat der Autor durch ein Gespräch erhalten[Bearbeiten]

Im Durchschnitt wird eine Erhöhung um 3,5 bis 4 Halbtöne erzielt. Patienten, die bereits eine relativ hohe Sprechstimmlange haben, habe eine eher geringere Erhöhung oder nur eine Stabilisierung der Stimme. Stabilisierung bedeutet, dass man beim Sprechen nicht mehr so leicht in das alte, tiefe Muster zurückfällt.

Die OP unterstützt die Stimme. Man muss also nicht mehr dauernd an die Stimme denken. Bei der Logopädie, die trotz der Operation zusätzlich noch nötig ist, macht man alles, was man operativ nicht machen kann. Operativ ist nur ein höherer Ton möglich. Die Miniplatten, die bei der OP verwendet werden, spürt man nicht im Hals. Nach einem Jahr sind die Miniplatten resorbiert. Es bildet sich ein vernarbtes Gewebe, deshalb ist das Ergebnis der Operation dauerhaft.

Die Operation erfolgt durch die Haut, nicht durch den Mund. Dabei entsteht eine 2cm große Narbe. Der oft prominente Adamsapfel wird mit entfernt ohne zusätzliche Kosten.

Durch die OP verursachte Heiserkeit oder eine verengte Luftröhre tritt nicht auf. Von den Transgender-Selbsthilfegruppen wird oft von einer Operation abgeraten, mit dem Argument einer Heiserkeit, kaputten Stimme und verengten Luftröhre. Diese Befürchtungen treten bei dieser Operationsmethode nicht auf. Das Risiko bei der Methode ist, dass die Stimme so bleibt wie sie ist. Eine Mickey-Mouse-Stimme ist ausgeschlossen und die Stimme geht nicht kaputt. Also im schlimmsten Fall passiert mit der Stimme nichts. Es ist nicht garantiert, dass die Stimme am Telefon als weiblich erkannt wird; es kann sein, muss aber nicht. Es ist möglich, dass ein weibliches f erreicht wird, muss aber nicht. Es kann nichts garantiert werden.

Die Stimmresonanz kann operativ nicht geändert werden. Die Resonanz ist die Verstärkung der Stimmt über den Resonanzarm. Der Brummton bleibt nach der OP. Dafür ist die Logopädie erforderlich um die Kopfstimme zu trainieren. Es ist eine Logopädie vor der Operation sinnvoll, um die Kopfstimme schon vorher zu trainieren. Nach der Operation ist man für zwei Wochen arbeitsunfähig. Davon verbringt man 5 Tage im Krankenhaus. Nach 7-10 Tagen kann man wieder normal sprechen. Das dauerhafte Ergebnis wird nach 4 Wochen erreicht. Innerhalb den ersten 4 Wochen kann die Stimme tiefer sein z.B. wegen Ein bluten. Die erste Zeit nach der OP ist absolute Stimmruhe erforderlich, also gar nicht reden.

Die Operation ist wenig reversibel. Die Miniplatten können entfernt werden, aber bereits vernarbtes Gewebe bleibt vernarbt.

Der Logopäde sollte für die Stimmübungen Erfahrung mit Transgender und der besonderen Fragestellung haben.

Mein Fazit: Man möchte die Garantie, aber die gibt es nicht. Diese Methode scheint risikoarm zu sein.

Feminisation Laryngoplasty[Bearbeiten]

Bei der Feminisation Laryngoplasty handelt es sich um eine neue Methode sie Stimme mit einer Operation zu verweiblichen.

Wenn eine Frau und ein Mann in der selben Bruststimme singen, hört sich eine weibliche Stimme weiblich an und eine männliche Stimme männlich an. Der Grund dabei ist die Stimmresonanz. Eine männliche Stimme hat eine andere Stimmresonanz als die weibliche Stimme. Wegen der Resonanz hört sich eine Harfe anders an als eine Trompete, obwohl sie den selben Ton spielen.

Während CPA und die Stimmlippenverkürzung nur die Tonhöhe ändern, wird bei der Feminisation Laryngoplasty versucht die Resonanz zu verändern. Dabei werden die Stimmlippen verkürzt, der Kehlkopf angehoben und das Stimmansatzrohr verändert. Diese Änderung an dem Stimmansatzrohr bewirkt, dass die Resonanz geändert wird.

In Deutschland ist mir bisher kein Arzt bekannt, der diese Operation durchführt. Es gibt sie in Portland (USA), Thailand und in Schweden.

Meinungen: Lt Anna Lawrence (http://www.annelawrence.com/voicesurgery.html) ist diese Methode eine eher aggressive Methode die Stimme zu verändern. Sie wird jedoch als eine Methode angesehen, die man bereits (vorsichtig) empfehlen kann, sofern man auf eine Stimmbandoperation besteht.

Der Krankenhausaufenthalt (in Portland, USA) dauert 1 Woche. Die Methode wird (bisher) nicht von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen. Jedoch wurde diese Methode in einer Medizinischen Fachzeitschrift veröffentlicht. So dass einer Kostenübernahme durch die Krankenkasse nichts mehr im Wege stehen sollte. Hier ist der Link zu der Veröffentlichung: http://link.springer.com/article/10.1007/s00405-013-2511-3
Zumindest versuchen sollte man es die Kostenübernahme durch die Krankenkasse zu erhalten. Ich denke da wird man sich auf den Klageweg einstellen müssen. Bei geringen Chancen.

Stellan Hertegard, ein Arzt in Schweden hat die Methode Feminsation Laryngoplasty von Dr. Thomas gelernt. Und in Belgien arbeitet Monique Verguts, die bei Dr. Thomas ihre Ausbildung gemacht hat.

Laser Cord Reduction (LAVA)[Bearbeiten]

Die einzige mir bekannte Klinik existiert in USA: http://www.enttoday.org/view/0/aboutUs.html

Stimmbänder vernähen (Glottoplastik)[Bearbeiten]

Bei der Glottoplastik werden die Stimmlippen am oberen drittel vernäht und zusätzlich verklebt um die Stabilität der Verbindung zu erhöhen. Dadurch kommt es zu einer Erhöhung der Stimme, weil der Anteil der schwingenden Stimmlippenmasse verringert wird. [9]

Glottoplastik

Ein Artikel vom Klinikum Stuttgart finden sie hier: http://www.egms.de/static/pdf/journals/cpo/2006-2/cpo000215.pdf

Medizinische Begriffe in Englisch[Bearbeiten]

Die Übersetzung von medizinischen Fachbegriffen von Englisch ins Deutsche oder von Deutsch in Englisch ist für einen Laien sehr schwer. Die Artikel im Internet, medizinische Fachpublikationen und Fachbücher in Englisch wie in Deutsch scheinen sich über die Bezeichnungen nicht einig zu sein.

  • Stimmbänder straffen:
    • Deutsch: Modifizierte Cricotyroidale Approximation und wird mit CTA abgekürzt. Manchmal tauchen auch die Namen nach Wendler und nach Isshiki auf. Ich habe auch schon die Abkürzung CPA gelesen, die man mit Cypretinacetat verwecheln kann.
    • Englisch: Cricothyroid approximation und wird mit CTA abgekürt
  • Stimmbänder vernähen:
    • Deutsch: Glottoplastik
    • Englisch: Chord webbing
  • Feminisation Laryngoplasty - Der Begriff ist eindeutig!
  • Laser Cord Reduction
    • Englisch: Wird mit LAVA abgekürzt

Subjektives[Bearbeiten]

Checkliste für Fragen an den Arzt[Bearbeiten]

Erfahrungsberichte[Bearbeiten]

Siehe Auch[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

  1. TS-Roadmap, http://www.tsroadmap.com/physical/voice/voicesurg.html, Zugegriffen am 11.11.2012
  2. http://www.transident-hamburg.de/stimmbandoperation.html
  3. http://www.alexandra-aktuell.de/stimme_logo/stimme_a.htm
  4. Stalla, Günter K. Therapieleitfaden Transsexualität. 1. Auflage, UNI-MED 2006, ISBN 3-89599-888-5. S 144
  5. 5,0 5,1 http://www.tinaland.de/images/Texte/hilfe/operative%20stimmerh%F6hung%20halle%20saale.pdf
  6. http://www.uzh.ch/orl/publications/dissertations/diss_thomas_schellenberg.pdf
  7. Stalla, Günter K. Therapieleitfaden Transsexualität. 1. Auflage, UNI-MED 2006, ISBN 3-89599-888-5. S 144
  8. Groß, Steinmetzer, Neuschäfer-Rube Transsexualität und Intersexualität: Medizinische, ethische, soziale und juristische Aspekte. 1. Auflage, MWV Medizinisch Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft 2007, ISBN 3939069558
  9. Stalla, Günter K. Therapieleitfaden Transsexualität. 1. Auflage, UNI-MED 2006, ISBN 3-89599-888-5. S 140