Go/ Taktische Konzepte/ Vorbemerkung

Aus Wikibooks
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Die Regeln von Go sind sehr einfach und in wenigen Minuten erlernt, so dass jeder sofort mit dem Spielen beginnen kann. Trotz der einfachen Spielregeln erreicht Go eine sehr hohe Komplexität. Man braucht jahrelange Spielerfahrung, um ein guter Go-Spieler zu werden. Die hohe Komplexität verhindert allgemein eine vollständige Berechenbarkeit der einzelnen Spielzüge, was wahrscheinlich auch die besondere Faszination dieses Spiels ausmacht.

Ein 19x19 Brett hat insgesamt 361 Gitterpunkte. Der Spieler mit den schwarzen Steinen beginnt hat somit 361 mögliche Züge, während seinem weißen Gegenspieler noch 360 Möglichkeiten bleiben. Nach dem 10. Zug ergeben sich somit 361 x 360 x 359 x...x352 = 3,3 x 10 hoch 25 mögliche Stellungen (Die Zahl wird kleiner, wenn man gespieglte Brettstellung abzieht, aber sie bleibt riesig). Diese Zahl entspricht etwa der Anzahl an H2O-Molekülen in einem Liter Wasser.

Daraus folgt die Unsinnigkeit des Versuchs Brettstellung auswendig zu lernen und diese anzuwenden. Aufgrund der hohen Komplexität ist neben dem logischen Denken häufig auch Intuition gefragt, die man nicht in einem Buch beschreiben kann. Lernbar sind aber verschiedene taktische Konzepte, die in diesem Kapitel behandelt werden sollen. Darunter fallen die Überlegungen für den nächsten Zug, die ein mittelfristiges Ziel in einer Brettregion verfolgen. Die Kunst besteht in vielen Fällen darin, zu erkennen, wann eine Zugfolge für den Moment abgeschlossen ist, um dann in einem anderen Bereich weiterzuspielen.