Gotisch/ Band2/ Zwischenlektion4/ Geschichte

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Dies ist eine Zwischenlexikon, die der Verbesserung und dem Ausbau des bisher Gelernten dienen soll.
Sie enthält kein neues Lernmaterial und kann bei Bedarf übersprungen werden:
Vor zu Lektion 9

In dieser Zwischenlektion behandeln wir die Frage, was passierte mit den Goten, als die Völkerwanderung in Europa begonnen hat. Als Beginn der Völkerwanderungszeit wird oft das Jahr um 375 mit dem Tod Ermanarichs angegeben.

Geschichte - Wer waren die Goten?
Das terwingische Reich zur Zeit des Hunneneinfalls

Was passierte als die Hunnen im Greutungenreich einfielen?[Bearbeiten]

Zur Zeit des Hunneneinfalls existierten zwei gotische Reiche, das terwingische und das greutungische unter der Führung von Ermanarich. Letzteres eroberten die Hunnen, laut Jordanes unter der Herrschaft eines gewissen Balamir, worauf ein Teil der Greutungen nach Westen flohen - die späteren Ostgoten. Die restlichen Goten wurden tributpflichtig und in das hunnische Heer integriert. Laut dem Geschichtsschreiber Priskop blieb das Gotische im Hunnenreich eine wichtige Verkehrssprache. Zudem sind Fälle von Goten mit hunnischen Namen und Hunnen mit gotischen Namen belegt.1 Auch bei dem Namen Attila handelt es sich eigentlich um einen Herrschertitel, zusammengesetzt aus atta und der Verkleinerungsendung -ila.

Und im Terwingenreich?[Bearbeiten]

Zu dieser Zeit herrschte im Reich der Terwingen Athanarich, den Sie bereits vor einigen Lektionen kennengelernt haben. Er war nicht in der Lage das Reich gegen die Hunnen zu verteidigen, was dazu führte, dass ein großer Teil der Terwingen unter der Führung des christlichen Reiks Fritigern in das römische Reich floh. Kaiser Valens hatte ihnen zugestanden in Teilen der Provinz Thrakien zu siedeln. Das Problem die anstürmenden Massen zu versorgen führte zur Verschlechterung des Verhältnisses beider Nationen und mündete schließlich in der Schlacht von Adrianopel am 9. August 378. Trotz römischer Überzahl schlugen die Goten Valens verheerend, der selbst fiel. Sein Nachfolger wurde Theodosius I.

Wie wurden die Goten Verbündete der Römer?[Bearbeiten]

Die Schlacht von Adrianopel führte zum Umdenken in der Germanenpolitik. Um den Mangel an Soldaten im römischen Heer Herr zu werden, kam es 382 zum Föderatenvertrag mit den Westgoten. Als Verbündete der Römer (Föderaten) durften sie im römischen Reich steuerfrei siedeln, mussten jedoch dem römischen Heer Soldaten zur Verfügung stellen. Die Ostgoten wurden erst nach ihrer Befreiung von der hunnischen Herrschaft Föderaten der Römer.

1 Otto Maenchen-Helfen: Die Welt der Hunnen. Wiesbaden 1997. S. 261-263.