Latein/ Grammatik/ Pronomina/ Personalpronomina

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Personalpronomina - Persönliche Fürwörter

(Pronomina personalia: ego, tu, is/ea/id usw. = „ich, du, er/sie/es“)


Tabellen

Singular:

Kasus
 
Nominativ
Genitiv
Dativ
Akkusativ
Ablativ
 
1. Person
lat. dt.
ego „ich“
mei „meiner“
mihi „mir“
me „mich“
a me/
mecum
„von mir/
mit mir“
2. Person
lat. dt.
tu „du“
tui „deiner“
tibi „dir“
te „dich“
a te/
tecum
„von dir/
mit dir“
3. Person (nicht-reflexiv)
lat. dt.
is ea id „er“ „sie“ „es“
eius eius eius „seiner“ „ihrer“ „seiner“
ei (ii) ei (ii) ei (ii) „ihm“ „ihr“ „ihm“
eum eam id „ihn“ „sie“ „es“
ab eo
 
ab ea
 
ab eo
 
„von ihm“
 
„von ihr“
 
„von ihm“
 
3. Person (reflexiv)
lat. dt.
- -
sui „seiner, ihrer, seiner“
sibi „sich“
se sich
a se
 
„von sich“
 


Plural:

Kasus
 
Nom.
Gen.
 
Dat.
Akk.
Abl.
 
1. Person
lat. dt.
nos „wir“
nostri/
nostrum
„unser/
von uns“
nobis „uns“
nos „uns“
a nobis/
nobiscum
„von uns/
mit uns“
2. Person
lat. dt.
vos „ihr“
vestri/
vestrum
„euer/
von euch“
vobis „euch“
vos „euch“
a vobis/
vobiscum
„von euch/
mit euch“
3. Person (nicht-reflexiv)
lat. dt.
ii eae ea „sie“ „sie“ „sie“
eorum
 
earum
 
eorum
 
„ihrer“
 
„ihrer“
 
„ihrer“
 
iis (eis) iis (eis) iis (eis) „ihnen“ „ihnen“ „ihnen“
eos eas ea „sie“ „sie“ „sie“
ab iis (eis)
 
ab iis (eis)
 
ab iis (eis)
 
„von ihnen“
 
„von ihnen“
 
„von ihnen“
 
3. Person (reflexiv)
lat. dt.
- -
sui
 
„ihrer“
 
sibi „sich“
se „sich“
a se
 
„von sich“
 

Erläuterungen

  • Die Genitive außer eius stammen von den Possessivpronomen meus etc. ab, genauer vom Genitiv des Neutrums (also „meines Wesens/meiner Person“ usw.).
  • Die Genitive nostrum und vestrum stammen von einer alten Genitivendung ab und werden nur zusammen mit omnium benutzt (z.B. omnium nostrum = „unser aller“) oder als Genitivus partitivus (Gen. part.): es wird dann nur ein Teil dieser Personen betrachtet (z.B. quis vestrum...? = „Wer von euch...?“).
  • Bezieht sich ein Personalpronomen (außer dem Nom.) auf das Subjekt des übergeordneten Satzes, so wird es reflexiv genannt: es wird dann eine eigene Form benutzt (sog. Reflexivpronomen), die nicht-reflexiven Formen entsprechen denen des Demonstrativpronomens is, ea, id.
  • -met; -te: an alle Personalpronomen außer bei tu und den Pronomen im Gen. Pl. kann -met als verstärkendes Suffix angehängt werden, tu wird verstärkt als tute formuliert. Bsp.: egomet

Beispiele

  • Pater filium videt: librum ei dat. = „Der Vater sieht (seinen) Sohn: er gibt ihm das Buch.“ (nicht-reflexiv: der Beschenkte (Objekt) ist nicht der Gebende (Subjekt), also wird ei als nicht-reflexives Pronomen angewendet. Dass es sich um „seinen“ Sohn handelt, kann man aus dem Zusammenhang Schluss folgern.)
  • Mater se in speculo spectat. = „Die Mutter betrachtet sich im Spiegel.“ (reflexiv: die Betrachtete (Objekt) ist gleich der Betrachtenden (Subjekt): hier muss se als reflexives Pronomen benutzt werden! Das ist mit dem Wort „sich“ auch im deutschen Satz erkennbar.)
  • Mater se in speculo spectare dicit. = „Die Mutter sagt, dass sie sich im Spiegel betrachtet.“ (Die Betrachtende im A.c.I. (Subjekt des Nebensatzes = Objekt des Hauptsatzes) ist gleich der Sprechenden (Subjekt des übergeordneten Hauptsatzes): daher steht hier se als reflexives Pronomen. Ein 2. se als Objekt des Nebensatzes wurde hier ausgelassen; besser wäre ut eam se....)
  • Pater eam se in speculo spectare dicit. = „Der Vater sagt, dass sie sich im Spiegel betrachtet.“ (reflexiv und nicht-reflexiv: im Nebensatz eam se in speculo spectare steht das Subjekt im Akkusativ (eam), weil es ein A.c.I ist, das „echte“ Objekt se aber ebenfalls. Die Betrachtende (eam) ist aber nur innerhalb des Nebensatzes gleich der Betrachteten (se), sie ist aber nicht gleich dem Subjekt des übergeordneten Hauptsatzes (pater): daher steht hier im lateinischen Nebensatz das reflexive se und statt einem erwarteten matrem das nicht-reflexive Pronomen eam.)
  • Pater matrem videt, quae se in speculo spectat. = „Der Vater sieht die Mutter, die sich im Spiegel betrachtet.“ (reflexiv statt nicht-reflexiv: nur bei innerlich abhängigen Nebensätzen werden im Lateinischen reflexive Pronomen benutzt, wenn man sich auf das logisch richtige Subjekt der Handlung beziehen will, auch wenn es grammatisch ein Objekt oder ein Nebensatz ist. Daher wird hier das reflexive se statt des nicht-reflexiven eam benutzt, obwohl man sich auf das Akkusativ-Objekt matrem beziehen will! Im Deutschen spricht man jedoch von Reflexivität, wenn Subjekt und Objekt innerhalb desselben Satzes identisch sind, also sowohl innerhalb von Hauptsätzen als auch innerhalb von Nebensätzen, daher „sich“ statt „sie“.)


Hinweise zur Aussprache

  • Bei der 1. und 2. Person ist immer die letzte Silbe (das ist manchmal nur ein Vokal) lang außer bei nostrum und vestrum und in den Zusammensetzungen mit -cum, bei denen die Silbe davor lang ist, also z.B. ego, mei, mecum usw. Ferner sind bei nobis und vobis beide Silben lang.
  • Bei der 3. Person ist nur die letzte Silbe bzw. Vokal lang bei folgenden Wörtern: ei, eo, ea, eos, eas, sui, sibi, se. Bei eorum und earum ist der Vokal vor der Endung -rum lang.