Ratgeber für Hobbyfilmer: Arten des Hobbyfilms

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Es gibt verschiedene Kategorien, in die sich Filme einteilen lassen. Hier sind die, die dir als Hobbyfilmer am häufigsten begegnen werden aufgelistet. Das bedeutet nicht, dass du einen Film machen musst oder solltest, der zwangsläufig in nur eine dieser Gruppierungen passt. Sehe diese Liste als Hilfestellung und nicht als Vorgabe.

Vielleicht mal Geburtstagsfete filmen?

Film-Tagebuch[Bearbeiten]

In einem Film-Tagebuch werden persönliche Ereignisse dokumentiert. Meistens ist es ein Geburtstag, eine Hochzeit oder ein anderes Fest. Manchmal aber einfach nur Rumgeblödel mit Freunden. Diese Art von Film hat gewisse Tücken: Meistens, gerade als Anfänger, besteht für dich die Gefahr, nur triviale Dinge zu filmen. Du solltest dir darüber im Klaren sein, dass Filme von privaten Hochzeiten und Geburtstage zwangsläufig fast nur Publikum im betreffenden Familien- und Freundeskreis finden.

Wenn du vor hast, deine Erlebnisse für einen größeres Publikum (etwa übers Internet) schmackhaft zu machen, musst du auch etwas erleben. Ein Film-Tagebuch von einem Abenteurer, der gerade zu Fuß von Berlin nach Beijing läuft, klingt wesentlich spannender als eins von einem Postangestellten. Trotzdem kannst du auch als Postangestellter ein gutes Film-Tagebuch führen. Es kommt auf die Sichtweise an, in der du dein Leben / die Ereignisse präsentierst. Interessante Gedankengänge oder Beiträge zu bestimmten Themen, die dich interessieren, können genauso spannend sein, wie eine Weltreise.

Letztendlich solltest du nie vergessen: Alles was du filmst, ist erst einmal für einen langen Zeitraum dokumentiert. Gerade wenn du vorhast, ein Film-Tagebuch, das eigentlich eine relativ private Sache ist, einer breiten Öffentlichkeit (z. B. weltweit via Internet) zu zeigen, solltest du dir vorher Gedanken gemacht haben, wie viel du von und über dich und andere überhaupt zeigen möchtest und solltest. Achte die Privatsphäre. Auch deine eigene.

Laternenumzug

Aufführungsmitschnitt[Bearbeiten]

Ein Aufführungsmitschnitt von einer Theateraufführung o. ä. richtet sich meist ebenfalls an einen sehr kleinen Publikumskreis. Oft handelt es sich um die Beteiligten selbst oder begeisterte Zuschauer. Für dich als Filmer gibt es bei einem Aufführungsmitschnitt wohl von allen Filmarten am wenigsten Möglichkeit, sich kreativ auszuleben.

Bei einem Mitschnitt solltest du deine Kamera nach Möglichkeit kaum bis gar nicht bewegen. Du läufst einfach zu große Gefahr, etwas zu verpassen. Wenn du nur eine Videokamera hast, starte sie und versuche dann die Finger während der Aufnahme völlig davon zu lassen, sofern du nicht einen sehr guten Grund hast. Die meisten kleinen Änderungen, die dir während der Aufnahme wichtig erscheinen, stören hinterher mehr, als dass sie nützen. Falls du zwei Videokameras organisieren können solltest, hast du die Möglichkeit, eine Kamera statisch die gesamte Bühne filmen zu lassen, während die andere, etwa für Nahaufnahmen, zu deiner freien Verfügung steht, da du bei nicht so guten Aufnahmen auf deine feste Kamera zurückgreifen kannst. Lege dann für eine vorab organisierte Theateraufzeichnung ein shooting script an, die deine gewünschte Einstellung mit dem Text assoziert, sodass du sie zuvor einstellen kannst.

Du solltest dich außerdem mit den Beteiligten oder mindestens dem Leiter der Veranstaltung absprechen, ob du die Aufführung filmen darfst. Einerseits kann es sogar rechtswidrig sein, die Personen ohne ihre Einverständnis zu filmen (gem. Hausordnung), andererseits fühlen sich die Schauspieler/Musiker/… sicher wohler, wenn sie darauf vorbereitet sind, dass sie gefilmt werden und nicht während ihrer Aufführung dich irgendwo mit der Kamera im Publikum entdecken. Versuche auch Rücksicht auf die anderen Zuschauer zu nehmen. Baue dein Stativ an einer Stelle (in der Regel hinten im Saal) auf, an der du niemanden den Blick versperrst und auch ohne zu stören an deiner Kamera werkeln kannst. Hierbei ist jedoch zu berücksichtigen aus welchem Grund du die Aufzeichnung durchführst. Eine Position an Stellen, die Zuschauer nicht stören, kann zu einem Mitschnitt minderer Qualität führen, da du Perspektiven und Bildgestaltung der Kameraposition unterordnen musst. Sei dir auch im Klaren darüber, dass du vielleicht ein Werk filmst, dessen Aufführung und Verbreitung durch Verwertungsgesellschaften oder Rechteinhaber begrenzt ist.

Dokumentarfilm[Bearbeiten]

Das Filmtagebuch und der Dokumentarfilm sind miteinander verwandt. Der Dokumentarfilm befasst sich mit real existierenden Geschehnissen.

Wenn du etwas dokumentierst, solltest du dir immer darüber im Klaren sein, dass du selbst die Ereignisse möglicherweise beeinflusst. Magst du bei einem Musikfestival noch wenig Wirkung auf deine Umgebung haben (aber das gefilmte Material hat dann häufig einen Rechtebezug), sieht es ganz anders aus, wenn du einen kleineren Personenkreis dokumentierst (Hier werden die Persönlichkeitsrechte der Gefilmten berührt). Du bist schließlich auch ein Mensch, der mit seiner Umwelt mehr oder weniger kommunziert. Die Kamera macht dich nicht unsichtbar. Im Gegenteil.

Wenn du über Menschen, die du noch nicht sehr gut kennst, planst eine Dokumentation zu machen, solltest du dich vorher mit ihnen ein paar mal ohne Kamera treffen, damit sie dich und du sie kennen lernen kannst. Gerade wenn du Alltag dokumentieren willst, ist es wichtig, dass du dich vorher in diesen integrierst. Dasselbe gilt übrigens für Tiere. Das Sinnvollste ist meistens, dass du ihnen Zeit gibst, sich an dich zu gewöhnen, bevor du sie filmst. Ist das nicht möglich, kannst du sie natürlich auch aus dem Hinterhalt aufnehmen. Im Gegensatz zu Menschen hat ein Tier kein Recht am eigenen Bild. Auch wenn das Tier jemandem gehört.

Achte bei deiner Dokumentation, wie auch bei deinem Film-Tagebuch, auf die Privatsphäre aller Beteiligten. Wäge ab, ob bestimmte Aufnahmen, die den Menschen, die du dokumentierst, unangenehm sein könnten, wirklich in die Dokumentation müssen. Eine Dokumentation sollte i. A. versuchen, objektiv zu berichten. Das kann einerseits bedeuten, auch die unschönen Seiten zu zeigen oder andererseits an der Dramatik zu sparen, wo sie nicht hingehört.

Filmdreh im öffentlichen Raum

(Kurz)Spielfilm[Bearbeiten]

Ein Spielfilm ist in der Regel die aufwändigste Form eines Hobbyfilms. Hier benötigst du neben einer Geschichte, die du erzählen möchtest, auch Schauspieler, Requisiten und wahrscheinlich auch besondere Drehorte, um sie umzusetzen.

Versuche unbedingt das Machbare im Blick zu behalten. Als Hobbyfilmer hast du wohl kaum Mittel für teure Spezialeffekte, aufwändige Filmsets oder Kostüme. Einen Fantasy- oder Actionfilm zu drehen wird dir dementsprechend Schwierigkeiten bereiten. Erfahrungsgemäß scheitern die meisten Hobbyfilme dieser Art spätestens an der nicht vorhandenen Handlung, weil sich die Macher so sehr auf die Effekte konzentriert haben, dass sie alles andere darüber vergessen haben. Ebenfalls scheinen viele zu vergessen, gerade Heranwachsende, die von diesen Filmformen am häufigsten fasziniert sind, dass sie als Schauspieler in die Rolle passen müssen und dass ein Anzug noch keinen Agenten oder ein Spitzhut noch keinen Zauberer macht. Alledem zum Trotz ist es nicht unmöglich, auch in diesem Genre gute Amateurfilme zu drehen, nur schwierig.

Meistens ist es allerdings klüger, du lässt deinen Film in der (realen) Gegenwart spielen. Achte auch unbedingt auf die Länge deines Films. Mache ihn lieber kürzer und dafür sorgfältig. Es kommt nicht von ungefähr, dass bei einem abendfüllenden Spielfilm mehrere hundert Leute beteiligt sind. Alleine schon eine spannende Handlung für 120 Minuten zu finden und zu planen, ist eine Arbeit von Monaten. Überfordere und frustriere dich nicht mit Mammutprojekten. Hobbyfilm soll Freude bereiten. Beschränke dich gerade als Anfänger auf fünf, maximal zehn Minuten. In dieser Zeitspanne lassen sich schon einige gute Geschichten erzählen.

Langzeitbelichtung

Experimentalfilm[Bearbeiten]

Experimentalfilme haben ein unglaublich weites Spektrum. Hier ist es schwierig, gute Tipps zu geben, da es ja gerade darum geht, neue oder unbekannte Dinge zu versuchen. Egal wie experimentell dein Werk wird, es ist ebenso wie bei abstrakter Kunst: Jedes Kunstwerk stellt einen Satz eigener Regeln (Stimmung, Logik, …) auf, in dem es sich bewegt. Je besser du es schaffst, dich an diese selbst aufgestellten, künstlerischen Regeln zu halten, desto schlüssiger und wirkungsvoller wird deine Arbeit werden. Versuche schwache und störende Elemente in deinem Film zu finden und zu eliminieren / ersetzen / verbessern.

Meistens besitzen Experimentalfilme keine richtige Handlung. Eine Art Choreografie allerdings schon. Denn auch hier gilt: Du musst deinen Zuschauer unterhalten, vielleicht Spannung auf eine gewisse Weise aufbauen, faszinieren oder ihn zum Nachdenken anregen. Du kannst hier ebenfalls die meisten Tipps von dem Kapitel Die Kunst des Erzählens verwenden.