Sei doch vernünftig: Konstruktion und Kritik

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Konstruktion und Kritik


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Wir konstruieren versuchsweise eine Antwort und fragen dann, ob sie richtig ist.

So macht es die Wissenschaft auch: Konstruktion und Kritik, erneute Konstruktion und erneute Kritik... Unsere Vorstellung vom Aussehen der Atome ändert sich immer wieder:

(a) erst kleine Materieteilchen (Demokrit),
(b) dann das planetenartige Atommodell, das auch längst überholt ist (Bohr),
(c) heute: 'Orbitale', das sind merkwürdig geformte Elektronenwolken mit einem Kern im Innern (Schrödinger, Pauling).

Sehen (im üblichen Sinne) kann man Atome nicht. Was wir wissen sind Konstruktionen, gewonnen mit Hilfe vieler Versuche, die aus Phantasie und Spekulation und einer gehörigen Portion von Kritik und Korrektur schließlich ihre heutige Form erhalten haben.

Wir können die Naturgesetze nicht einfach ablesen, wir müssen sie erst mühsam durch Versuche entdecken.
Reduktionismus ist bei der Erkenntnisgewinnung wichtig. Statt Schritt für Schritt vorzugehen, kann man natürlich auch ganzheitlich fragen, ob eine komplexe Vorstellung richtig ist: Z.B. ob ein menschliches Gen aus den und den hunderttausend Bausteinen besteht. Dann hat man beim Nachprüfen alles zusammen gleichzeitig auf die Probe gestellt. Und wenn man riesiges Glück hat, hat man ins Schwarze getroffen.

Aber was, wenn nicht? Dann wurden zu viele Fragen auf einmal gestellt, und wenn die Antwort negativ ist, wissen wir nicht, welcher Teil daran schuld ist. Also: viele kleine Fragen stellen!

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